Eintrag · Althochdeutsches Wörterbuch
fruotheit st. f.
st. f.; mnd. vrôthêit; afries. frodhed. — Graff III, 822.
fruot-heit: nom. sg. Nb 55,24 [63,16]; acc. sg. S 147,29 (BB). NpNpw 48,4. 104,22; frt-: nom. sg. Gl 4,140,64 (vgl. Beitr. 73,214); frût-: dass. Nc 801,16 [161,16]. 1) Klugheit: a) verbunden mit Umsichtigkeit und Einsicht: ich nihabo bihalten noh rehto giweret in gote noh an minemo nahesten die rehtun minna noh rehta uriuntscaft, ... rehta fruotheit, guot giwizza S 147,29. min munt sprichet den uuistuom ... Vnde mines herzen ahta . sprichet fruotheit meditatio cordis mei prudentiam NpNpw 48,4; als Name für eine der 4 Tugenden: dero hiez einiu frutheit. Cnoto unde instendigo sih umbesehentiu . unde dingolih skeidende mit quaremo underskeite. Iro suester hiez iustitia quarum una dicebatur prudentia vocitari Nc 801,16 [161,16]; b) verbunden mit Voraussicht, Vorausdenken: fruotheit pedenchet allero dingo ende. Sie denchet io fure prudentia metitur exitus rerum Nb 55,24 [63,16]. vnde er sine herosten fruotheit lerti . daz chit prouidentiam futurorum (peuuarunga chunfto) seniores eius prudentiam doceret NpNpw 104,22. 2) Würde, Ehrwürdigkeit, Gemessenheit in der Haltung (?): frtheit elegantia Gl 4,140,64 (vgl. Beitr. 73,214).
Komp. unfruotheit.