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Fru

ahd. bis Dial. · 2 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

MeckWB
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Eintrag · Mecklenburgisches Wb.

Fru

Bd. 2, Sp. 1102
Wossidia Fru Frug', Pl. Fru(g)en, -ens; ä. Spr. Frow(e), Fruw(e), Frouwe, Sg. Gen., Dat. Fru(w)en, Pl. Fru(w)en, -ens f. Frau: Fru Mi 24a 1. Herrin, Gebieterin, Frau von Stande, auch die unverheiratete; in a. Spr. die Kurzform vor, ver als Titel oft noch neben vrouwe: 'mid vulborde unses leven wives, der edelen vrowen vorn Annen' (WiWismar@SternbergSternb 1321) UB. 6, 611; 'ver Benedicta, her Clawes wedewe van Bulowe' (1324) 7, 172; 'vor Katherinen, der prioren' (Ro 1372) 18, 117; domina 'Fruwe' Chytr. 136; bes. von der Gottesmutter Maria: 'in der kercken unser leven frowen tor Wismer' (1305) UB. 5, 240; 'des sundaghes vor user vrowen daghe in der vasten' (Wi 1337) 9, 22; 'also unse vrowe van hymelrieke gothes moter warth' (Gü 1349) 10, 267; 'in Unser Leven Fruwen kerken' (1563) Dietr. V. Lohe 14; von Nonnen, Klosterfrauen: 'der fruwen bichtiger' (WiWismar@NeuklosterNKlost 1369) UB. 16, 498; 'deme proveste van Dobertin, priorem unde den vrowen, de nů syn unde nakomen moghen' (1392) 22, 191; allgem. Hausherrin, Hausfrau: hera 'de Fruwe in dem Huse' Chytr. 136; die Gutsherrin: dat led' uns' Fru gor nich anners WaWaren@LapitzLap; Dienstherrin: Ick bün dat, de Fru (Frau Amtshauptmann Weber zu Mamsell Westphal) Reut. 3, 344; Gun Morgen, Fru (der Müllergeselle zur Meisterin) 417; 1, 270; 2, 32; bes. wird die Bauersfrau vom Gesinde als Fru bezeichnet und angeredet; vgl. 2, 78 Buer2 3; uns' Frug' Gillh. Idiot. 4; im Volksreim: Un wenn dei Fru tau Kirch geiht, Denn röppt dei Pagelun Wo. V. 2, 1730; in den Besprechungsformeln der magischen Krankheitsbehandlung werden die heilkräftigen Bäume oft ehrend mit Fru bezeichnet; z. B. Fru Dannenbom, Fru Ficht, Fru Fleeder. Über die Herkunft des Titels Fru Herrin im Namen der Fru Waud' s. Gaud'. 2. Ehefrau: 'Hinrik Hageman myt der frowen' (1496) Tessin Boiz. 56; 'die burgermeister ... midt erhen frouwen' (Schw 1513) Jb. 57, 174; 'die frowen der hantwercksmanne' (1516) 295; 'der ratheren fruwen schicken erm here to eten' (1563) Dietr. V. Lohe 14; 18; 'fruwen und junckfruwen' (Ro 1593) Beitr. Rost. 4, 2, 53; 'de Man schal erwerven, ... de Frouwe dat ere dartho scherven, datsülve ok nich laten vörderven, up dath se beyde nicht hunger sterven' Gry. Lb. 1, L 2b; vgl. hierzu den alten Rechtsgrundsatz: 'de Fru erwarwt nicks un verdarwt nicks' Latend. Agr. 225; Chytr. 128; 'Jy Junffern warrt nich quaat (böse), Dat ick van Fruwens mehr na minem dummen Raht As van den Derens holt' (Ro 1678) Kohf. Hg. 3, 2; 'Un ick wär diene Frug, un Hanß du wärst mien Mann' (Ro 1712) 10, 3; Kaamt! wünscht dem Printzen Glück un Syner leewen Frugen (1746) 33, 1; Findt sick by Manns doch veele Saken De Fru'ns ehn X värn U tomaken (Ro 1790) 36, 2a; im Anruf an den Storch: Klapper Klapper Adebor, Slah min Fru dei Trummel vör Wo. V. 2, 1667 c. In der heutigen Mda. zahlreiche sprw. Rdaa. über die Ehefrau: regnet es bei Sonnenschein, so sagt man: nu haug't de Düwel sin Fru Wo. Sa.; auf die Klage ick kann kein Fru krigen erfolgt der Rat: driw di ein nah dei Arwten rin, dor sneren s' sick dal WaWaren@Klein LukowKLuk; wenn man sick ne Fru nimmt, dat 's grad', as wenn 'n ne Katt ut 'n Sack vull Addern rutsöcht Wa; Linnen un Frugens möt 'n nich bi Licht köpen RoRostock@MarlowMarl; ne gaud' Fru kann 'n slichten Mann regieren, œwer kein gaud' Mann kann ne slicht Fru regieren Wa; wo dei Fru in 'n Hus' regiert, is dei Düwel Husknecht Schö Schönberg@BeckerwitzBeck; daher haben die Ehefrauen zu befehlen Olljohrsabend, solang' as de Klock twölf sleiht Wa oder den drüdden Dag vör Wihnachten; sei krigen dat œwer ierst abends tau weiten Wi Wismar@HobenHob; oder Johanninacht kœnen dei Frugens befählen RoRostock@DoberanDob; will die Ehefrau mit ihrem Mann ausgehen, so wird sie abgewiesen: Frugens un kachelabens is de Staat in 'n Hus' Heim. 1, 96b; de Fru un de Bessen hören jo achtern Aben H. Schröd. Buerh. 3, 44; wer von sin Fru wat höllt, lett sei tau Hus HaHagenow@RedefinRed; anerkennend heißt es: 'n Bur ahn Fru is noch gor to vel leger as ne Koh ahn Swanz Quitz. 3, 27; doch sind für den nüchtern rechnenden Sinn des Bauern bezeichnend die Rdaa.: wenn dei Fru starwt, dat is so gaut, as wenn 'n fetten Ossen in dei Dör kickt LuLudwigslust@TechentinTech; wo kann ick rik sin? ick heff jo min ierst Fru noch Ha Hagenow@RedefinRed; wenn dei Frugens gaut starben un dei Pier gaut arben, kümmt dei Buer tau Gang' Pa Parchim@GrebbinGrebb; abweisende Antwort auf Schönen Dank: Dor kann ick kein Fru un Kinner mit ernähren Wa; von der Frau als werdender Mutter sagt man: Dei Fru mag sin ut wat för 'n Stand, Sei is doch mit dei Kauh in 'n Rang MaMalchin@SchwarzenhofSchwarz; is ken Fru so rik, se geiht mit de Ko glik Latend. Agr. 225. 3. Person weiblichen Geschlechts: 'dat were man edder vrowe, pape edder leyge' (1352) UB. 13, 237; 'mannen unde vrowen' (1375) 18, 626; der Schürzenjäger is hinner dei Frugens her as 'n Köter hinner dei Zul (Hündin) RoRostock@SteffenshagenSteff; dei Frugens trecken (heißt es von den Seeleuten auf der Heimreise) Wo. Seem. 2, 53; wo dree Frugens in 'n Hus' sünd, hett de Düwel sin Spill WaWaren@RöbelRöb; wer Frugens glöwt un Gott verlett, is ewig verlaten Rechl. Abergläubischer Brauch: manche Fischer sagten keiner Frau Guten Tag oder Guten Morgen, wenn sie mit den Netzen ausgingen WiWismar@HobenHob. Syn. Frugensminsch, Pl. Frugenslüd'. 4. Dei oll Fru nimmt eine Sonderstellung ein: Oll Fru un oll Koh Sünd noch wiert wurto, Oll Mann un oll Pierd Dee sünd nicks mihr wiert Bri. Volkssp. 26; die Frage Wer is dat? erfährt die Abweisung: Ein oll Fru ehr Sœhn; wenn hei geiht, denn kickt hei ümmer so mit twei Ogen SchwSchwerin@PinnowPinn; zahlreich sind die der oll Fru in den Mund gelegten Schnäcke wie: tau ne Wäsch hüren drei Ding', hadd' dei oll Fru seggt, heit Water, Seip un Minschenknaken Wo. Lüd' 16; is man gaut, dat ick dor nicks mit tau daun heff, hadd' dei oll Fru seggt, as sei 't ganz Dörp tauhopsnackt hadd' ebda; weitere s. ebda 13 ff. und Monh. 1, 87; Volksglaube: wenn dei ollen Frugens väl Weihdag' hebben, gifft 't bald anner Wäder SchwSchwerin@DümmerhütteDümmerh; Jung's sall man de iersten acht Dag' nich von ne oll Fru anfaten laten, süs warden s' keen Saldat StaStargard@CarpinCarp; als Geburtshelferin ward dei oll Fru haalt, die Hebamme, allgem.; auch nur als Fru bezeichnet; 'de wyße frowe (Hebamme) unde ander gude matronen' Slagg. 126. 5. übertr. eine weite leinene Überhose, von Knechten zur Arbeit getragen: ick will min Fru antrecken RoRostock@Groß SchwaßGSchwaß. 6. Dim. Fruken RoRostock@RibnitzRibn; Fruken, mak dei Dör mal up im Rummelpott- reim WiWismar@MecklenburgMeckl; 'n jung' Fruken die Kröte im Tiergespräch Wo. V. 2, 26; Wenn he bi sin Fruken wir, Kennt he gor keen Gnägeln (Verdrossensein) mihr Egg. Trems. 211. Zss., den Familienstand bezeichnend: Echtmanns-, Ehe-, Hus-, Jung-, Wittfru; den Beruf oder die Stellung des Ehemannes: Buer-, Fri-, Kätelflicker-, Kauhhirer-, Kœter-, Meier-, Murer-, Scheper-, Schulten-, Smäd'fru; eine gelegentliche oder dauernde Tätigkeit: Bidd'-, Brut-, Flick-, Häuder-, Hœker-, Offer-, Püüster-, Spinn-, Stuten-, Wak-, Wasch-, Zauberfru; besondere Umstände und Verhältnisse: Bi-, Brak-, Doden-, Kirch-, Nahwer-, Sand-, Sommer-, Stadt-, Tanten-, Truten-, Vör-, Wahn-, Wäkens-, Wochenfru. — Mnd. vrouwe, vrûwe f. — Br. Wb. 1, 459; Dä. 135b; Kü. 1, 512; Me. 2, 236.
7014 Zeichen · 109 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 8.–11. Jh.
    Althochdeutsch
    fru

    Etymologisches Wb. des Ahd. (EWA)

    frumafolfruma-AWB, fromafolAWB adj., nur Gl. 1, 54, 31. 84, 25 (Abrogans): ‚gütig, wohlwollend, benig- nus‘. S. fruma, f…

  2. modern
    Dialekt
    Fru

    Mecklenburgisches Wb.

    Fru Frug', Pl. Fru(g)en, -ens; ä. Spr. Frow(e), Fruw(e), Frouwe, Sg. Gen., Dat. Fru(w)en, Pl. Fru(w)en, -ens f. Frau: Fr…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit fru

1.775 Bildungen · 1.755 Erstglied · 19 Zweitglied · 1 Ableitungen

fru‑ als Erstglied (30 von 1.755)

fruanda

LDWB1

fruanda [fru·ạn·da] f. (-des) 1 Nießbrauch m., Fruchtgenuss m. ( → usufrüt) 2 Leibrente f.

Frubbel

RhWBN

Frubbel f.: Hautanschwellung, –blase, Pustel, auch Aach-Breinig .

frubbelig

RhWBN

frubbelig ebd. Adj.: rauh, holperig.

frubbeln

RhWB

frubbeln -u- Geld , Mörs schw.: fribbeln (s. d.).

frucheln

RhWB

frucheln -ox- Heinsb-Lümb schw.: Kleidungsstücke unordentlich anziehen, so dass sich falsche Falten bilden, die einzelnen Teile schief sitze…

frucht

DWB

frucht , f. fructus, ein schon früh aus dem latein entnommenes wort, ahd. mhd. alts. fruht, fries. frucht, nl. vrucht, wahrscheinlich weil e…

Fruchtauge

SHW

Frucht-auge Band 2, Spalte 975-976

fruchtbar

SHW

frucht-bar Band 2, Spalte 975-976

Fruchtbau

SHW

Frucht-bau Band 2, Spalte 975-976

Fruchtegge

SHW

Frucht-egge Band 2, Spalte 975-976

Fruchtei

SHW

Frucht-ei Band 2, Spalte 975-976

Fruchteis

SHW

Frucht-eis Band 2, Spalte 975-976

Fruchtfeld

SHW

Frucht-feld Band 2, Spalte 975-976

Fruchtgeld

SHW

Frucht-geld Band 2, Spalte 975-976

Fruchtholz

SHW

Frucht-holz Band 2, Spalte 975-976

Fruchtkern

SHW

Frucht-kern Band 2, Spalte 977-978

fru als Zweitglied (19 von 19)

Bäckerfru

MeckWBN

Wossidia Bäckerfru f. Bäckerfrau Müll. Reut. 10 a .

Börgerfru

MeckWBN

Wossidia Börgerfru f. Bürgerfrau Reut. 6, 108.

Daglöhnerfru

MeckWBN

Wossidia Daglöhnerfru f. wie Daglöhnersch, s. Schap I 4 b.

Försterfru

MeckWBN

Wossidia Försterfru f. Försterfrau S. Neum. Volksm. 90.

Hollännerfru

MeckWBN

Wossidia Hollännerfru f. Frau eines Hollänners 2 Müll. Reut. 56 b .

héahfru

KöblerAe

héahfru , sw. F. (n) Vw.: s. héahfore

Judenfru

MeckWBN

Wossidia Judenfru f. Judenfrau, Jüdin Müll. Reut. 63 b .

Kamerfru

MeckWBN

Wossidia Kamerfru f. Kammerfrau, -jungfer: Kammerfru Müll. Reut. 65 a .

Kammfru

MeckWBN

Wossidia Kammfru f. a. Spr. Kammacherin: 'de kamvrowe' F. Eng. Kaiserb. 189.

Königsfru

MeckWBN

Wossidia Königsfru f. Königin S. Neum. Volksm. 234.

Kopmannsfru

MeckWBN

Wossidia Kopmannsfru f. Kaufmannsfrau S. Neum. Volksm. 222.

Kräugerfru

MeckWBN

Wossidia Kräugerfru f. Wirtin Müll. Reut. 74 a ; de Krögerfru S. Neum. Volksm. 255.

Lihrerfru

MeckWBN

Wossidia Lihrerfru f. Frau des Lehrers: wäben müßt de Lihrerfru uns lihren Wa Waren@Ludorf Lud .

Möllerfru

MeckWBN

Wossidia Möllerfru f. Müllerfrau Müll. Reut. 87 b .

Roggenfru

MeckWBN

Wossidia Roggenfru f. wie Roggenmäuhm Sta Stargard@Salow Sal .

Schausterfru

MeckWBN

Wossidia Schausterfru f. Schusterfrau Müll. Reut. 113 a .

Semmelfru

MeckWBN

Wossidia Semmelfru f. Frau, die Brötchen austrägt S. Neum. Volksm. 53.

Sirupsfru

MeckWBN

Wossidia Sirupsfru f. Sirupsfrau; in einer Sage: in 'n Gulitzer Barg, wo de Sirupsfru in sitten ded' Ha Hagenow@Kuhstorf Kuhst .

Sparlingsfru

MeckWBN

Wossidia Sparlingsfru f. dass. Müll. Reut. 124 b .

Ableitungen von fru (1 von 1)

frue

Idiotikon

frue Band 1, Spalte 1292 frue -üe 1,1292