frisk Adj. [verbr.] frisch. — 1.1. (bes. von Lebensmitteln) nicht alt, nicht abgestanden, nicht welk o.ä., daher unverdorben. Frische Eier (Kr. Altena u. die krfr. Stadt LüdenscheidAlt Kr. Altena u. die krfr. Stadt Lüdenscheid@Gegend LüdenscheidLs). Frisk Water (Lippe OESTERH). Frisk Fōr füät Fē (Kr. SteinfurtStf Rh). Frisch Brot es rīwe (verschwenderisch, weil es schnell gegessen wird) (Ennepe-Ruhr-KreisEnr Sw). Dat Plätsken is frisk (knusprig) (Kr. AhausAhs Kr. Ahaus@WehrWr). Wi mochen alle dree Daage frisken Koffie braanen (rösten) (WMWB). — Sprichw.: Friske Egger, gude Egger (Kr. LippstadtLst Kr. Lippstadt@GesekeGe || mehrf.). Kleine Kinner un friske Broiekes geroatt alle Dage (Kr. LippstadtLst Kr. Lippstadt@DrewerDr). Dröüch Holt un friss Flǟis sind Daiwe im Hūse (die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. LünenDor Wl). — Sagw.: Rauk ess auk Fur, see de Junge, os heu eunen frisken Peerköttel upnihmen soll (Kr. DetmoldDet Kr. Detmold@IstrupIs). — 1.2. unverbraucht. Frißche Luff (Kr. Altena u. die krfr. Stadt LüdenscheidAlt Al). — Sagw.: Et geiht niks üöwer frische Loacht, saggte Kloas, doa hong hei siek im Holte op (Kr. Altena u. die krfr. Stadt LüdenscheidAlt Kr. Altena u. die krfr. Stadt Lüdenscheid@LüdenscheidLü). — 1.3. eben erst entstanden, hergestellt, ausgeführt; gerade eben (geschehen). Frischk geslacht (Kr. HerfordHfd En = MEIER 46). Freß mälkende Koh (Kr. Recklinghausen u. die krfr. Städte Bottrop u. GladbeckRek Kr. Recklinghausen u. die krfr. Städte Bottrop u. Gladbeck@ErleEr). Frißk toupuad Holt junge Baumpflanzung (Kr. HerfordHfd Kr. Herford@AhleAl). Wi häfft den Hofftun frisk anstriecken (Kr. SteinfurtStf Kr. Steinfurt@AltenrheineAr). Dat Waoter es frisk ūt’n Sōt etaogen (Kr. MindenMin Kr. Minden@HahlenHa). Dat Disklaken is frisk wasket (Kr. MünsterMün Kr. Münster@NienbergeNb). De Spōa es noch friss (die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. LünenDor Wl). — Ra.: Frisk backen ist ein Handwerksgeselle, der gerade die Lehre hinter sich hat (Kr. DetmoldDet Kr. Detmold@IstrupIs = PLATENAUWB). Op frißcher Dōd erdappen jmdn. bei einer verbotenen Handlung überraschen (Kr. Altena u. die krfr. Stadt LüdenscheidAlt Al). — 2.1. neu; noch unbenutzt, ungebraucht; erneuert. Düsse friske Hęir (Herr) (Kr. BeckumBek Vh). ’n frisken Dach (Kr. IserlohnIsl Dh). En frisk Hïemd antrecken (Kr. SteinfurtStf Kr. Steinfurt@KatenhornKa). Säi heppt sick en frisket Maoget
[] (Magd) emēert (eingestellt) (Kr. MindenMin Kr. Minden@HahlenHa). De Lährer is hir nao frisk (Kr. SteinfurtStf Kr. Steinfurt@AltenrheineAr). He häf sik ’n frisk Pïed kaofft (Kr. TecklenburgTek Kr. Tecklenburg@MettingenMe). Frisk docken neue Strohwische, -docken unter die Dachziegel legen (Kr. DetmoldDet Kr. Detmold@IstrupIs = PLATE-NAUWB). — Ra.: Vam frißchen (Kr. Altena u. die krfr. Stadt LüdenscheidAlt Al) von neuem, erneut [verstr.]: Et fängt wia van frisken an teo regen (Kr. HerfordHfd Kr. Herford@GohfeldGo). Et aitert vam frischen (die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. LünenDor Wl). Up’t friske von neuem, erneut (Kr. BeckumBek Kr. Beckum@VorhelmVh). — Sprichw.: Lod ’n wisken, denn gifft ’n frisken sagt man tröstend, wenn der Mann oder Freund untreu war, oder bei anderem Mißgeschick (Kr. HerfordHfd Kr. Herford@GohfeldGo || (ähnl.) mehrf. nördl. OWestf). — 2.2. sauber, rein. Frisk maken erfrischen (Kr. Recklinghausen u. die krfr. Städte Bottrop u. GladbeckRek Kr. Recklinghausen u. die krfr. Städte Bottrop u. Gladbeck@WaltropWp). Kr. Grafschaft DiepholzDie Like frisch maken (Kr. Recklinghausen u. die krfr. Städte Bottrop u. GladbeckRek Kr. Recklinghausen u. die krfr. Städte Bottrop u. Gladbeck@KirchhellenKh). Eck häbbe eun frisk Hemd antogen (Kr. DetmoldDet Kr. Detmold@IstrupIs = PLA-TENAUWB). — 3.1. gesund, blühend. De aolle Frau säött nao so frisk un krieggel ut (Kr. SteinfurtStf Kr. Steinfurt@AltenrheineAr). — Ra.: Friß oppem Tahn sehr gesund (Kr. MeschedeMes Kr. Meschede@BödefeldBö). Heu steut sick frisk er lebt in guten Verhältnissen (Lippe OE-STERH). Es ’et Liäben noch friss? erkundigt man sich nach jmds. Wohlbefinden (Kr. IserlohnIsl Is || mehrf. SWestf). — 3.2. lebhaft, munter; unbekümmert. — Ra.: Frisk un frait (Kr. LippstadtLst Kr. Lippstadt@LippstadtLi). Frisch van de Liawer unverblümt, unbekümmert (Kr. Recklinghausen u. die krfr. Städte Bottrop u. GladbeckRek Kr. Recklinghausen u. die krfr. Städte Bottrop u. Gladbeck@DattelnDa). Frisk herriut seggen unverblümt die Meinung sagen (Kr. LemgoLem Kr. Lemgo@SilixenSi). — 4. kühl [OWestf SWestf]. Et es vandage ǫhnk frisk (Kr. HerfordHfd Kr. Herford@GohfeldGo). Et is kalt vann Dage un friß van der Nacht (Kr. MeschedeMes Kr. Meschede@BrachtBr). Et es düchtig frisk, weil neo kein Füer anmauket es (Kr. MindenMin Kr. Minden@EisbergenEi). ⟨frisk [nördl. OWestf Münsterl (außer Kr. CoesfeldKos Lhs) Kr. HöxterHöx Hellweg Kr. IserlohnIsl Kr. ArnsbergArn Kr. MeschedeMes Kr. BrilonBri Wal], frisch [Kr. AhausAhs Kr. Recklinghausen u. die krfr. Städte Bottrop u. GladbeckRek Ennepe-Ruhr-KreisEnr Kr. Altena u. die krfr. Stadt LüdenscheidAlt Olp], frischk (Kr. HerfordHfd Kr. Herford@EngerEn), fris [WMünsterl Kr. Recklinghausen u. die krfr. Städte Bottrop u. GladbeckRek die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. LünenDor Kr. IserlohnIsl Kr. MeschedeMes Olp], fres (Kr. Recklinghausen u. die krfr. Städte Bottrop u. GladbeckRek Kr. Recklinghausen u. die krfr. Städte Bottrop u. Gladbeck@ErleEr), fresch (Kr. Recklinghausen u. die krfr. Städte Bottrop u. GladbeckRek Kr. Recklinghausen u. die krfr. Städte Bottrop u. Gladbeck@BottropBp); fiäsch (Ennepe-Ruhr-KreisEnr HOLTHAUS). — Flektiert: frißche [Kr. IserlohnIsl Alt]; Gegensatz zw. unflektiertem fris u. flektiertem frische (die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. LünenDor die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. Lünen@WellinghofenWl). — HOLTHAUS differenziert zw. fiäsch Bed. 1.1 u. „frisch“ Bed. 3.1⟩ Zus.: → līke~.