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Faulpelz

nhd. bis spez. · 9 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Pfeifer_etym
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9 in 9 Wb.
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Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)

Faulpelz

Faulpelz

faul Adj. ‘verdorben, verwesend, unredlich, anrüchig, träge’, ahd. fūl (9. Jh.), mhd. vūl ‘verwesend, stinkend, modrig, morsch, verdorben, träge’, asächs. aengl. fūl, engl. foul, mnd. vūl, mnl. vuul, nl. vuil, anord. fūll, schwed. ful, got. fūls, germ. *fūla- ist auf die Wurzel ie. *pū̌- ‘faulen, stinken’ (vermutlich Weiterentwicklung einer Interjektion *pu ‘pfui’) zurückzuführen, zu der auch aind. pū́yati ‘wird faul, stinkt’, griech. pȳ́thesthai (πύθεσθαι) ‘faulen’, lat. pūs ‘Eiter’, pūtēre ‘nach Fäulnis riechen’ gehören. – stinkfaul Adj. ‘außerordentlich träge’ (17. Jh.), verstärkend zusammengesetzt mit stinken unter Rückgriff auf die alte Bedeutung faul ‘stinkend’. faulig Adj. ‘mit Fäulnis behaftet, verwesend’, mhd. vūllich. Faulheit f. ‘Trägheit’, mhd. vūlheit, daneben auch vūlkeit, vūlecheit, frühnhd. Faulkeit, Fauligkeit ‘Trägheit, Verwesung’. Fäulnis f. ‘Zersetzung, Verwesung’, ahd. fūlnussī (10. Jh.; auch fūlnissida, 11. Jh.), mhd. vūlnis; dafür bis zum 18. Jh. häufiger Faulung, Fäulung, mhd. vūlunge. Faulpelz m. ‘zur Trägheit neigender Mensch, Faulenzer’ (19. Jh.), schweiz. bereits seit dem 13. Jh. bezeugt; vgl. Pelz ‘Schimmelschicht auf Speisen’, so daß die Vorstellung ‘vor Faulheit Schimmel ansetzen’ zugrunde liegen kann; heute überwiegt wohl Assoziation an Faultier sowie der Gedanke eines trägen Verharrens im bequemen Pelz. Faultier n. südamerikanisches Säugetier von geringer Bewegungsfreudigkeit (17. Jh.), Wiedergabe von span. perezoso; dann auch scherzhaft ‘arbeitsscheuer Mensch’ (19. Jh.). faulen Vb. ‘sich zersetzen, verwesen’, ahd. fūlēn (9. Jh.), mhd. vūlen. faulenzen Vb. ‘träge, untätig sein’, spätmhd. vūlezen ‘faulig schmecken, träge sein’. Das Verb ist analog zu einer Gruppe von intensiven und iterativen Verben auf mhd. -e(z)zen (got. -atjan, ahd. -a-(z)zen, -e(z)zen) gebildet; der n-Einschub stammt aus dem Omd. Dazu Faulenz, Faulenzer m. (16. Jh.).
1901 Zeichen · 74 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    faulpelzm.

    Grimm (DWB, 1854–1961) · +3 Parallelbelege

    faulpelz , m. desidiae deditus, faulenzer: du bist ein faulpelz, magst nichts arbeiten, liegst den ganzen tag auf der fa…

  2. modern
    Dialekt
    Faulpelz

    Bayerisches Wörterbuch · +2 Parallelbelege

    Faulpelz Band 2, Spalte 2,226

  3. Sprichwörter
    Faulpelz

    Wander (Sprichwörter)

    Faulpelz 1. Den Fûlpelz geit die Arbeit vonne Hand, as Pick vonne Wand. ( Mecklenburg. ) – Dr. Schiller's Ms.; hochdeuts…

  4. Spezial
    Faulpelz

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Faul|pelz m. (-es,-e) 1 fraidiun (-s) m. 2 poltrun (-s) m. 3 porsona frada f.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit faulpelz

3 Bildungen · 3 Erstglied · 0 Zweitglied · 0 Ableitungen

Zerlegung von faulpelz 2 Komponenten

faul+pelz

faulpelz setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

faulpelz‑ als Erstglied (3 von 3)

Faulpelzen

Wander

faul·pelzen

Faulpelzen Er faulpelzt. – Eiselein, 161. Liegt auf der faulen Haut.

faulpelzwerk

DWB

faulpelz·werk

faulpelzwerk , n. was das land jährlich einbüszet ... und besonders durch das allgemeine müsziggehen und faulpelzwerk der linken hand und zw…

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „faulpelz". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 18. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/faulpelz/pfeifer_etym
MLA
Cotta, Marcel. „faulpelz". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/faulpelz/pfeifer_etym. Abgerufen 18. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „faulpelz". lautwandel.de. Zugegriffen 18. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/faulpelz/pfeifer_etym.
BibTeX
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