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ERGRABEN

mhd. bis Dial. · 11 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB2
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13 in 11 Wb.
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Eintrag · Grimm Neubearbeitung (1965–)

ERGRABEN vb.

Bd. 8, Sp. 1774
ERGRABEN vb.  (1) ahd. irgraban, mhd. ergraben. präfixbildung zu graben vb. starkes vb., vereinzelt schwach flektiert. (2) das wort entwickelt, z. t. im anschluß an unterschiedliche bedeutungen des basisvbs., bes. im ahd. und frnhd. mehrfache, in bezeugung und gebrauch isoliert stehende verwendungen. für das ahd. vgl. ahd. wb. 4,392 f.; ahd. frühbezeugung in der wendung hûs irgraban ‘in ein haus einbrechen’, im anschluß an lat. perfodere domum: 8.jh. ahd. gl. 1,163,10 S./S. 863/71 Otfrid IV 7,58 E.vgl. 1durchgraben vb. 2DWB. 1 eingravieren, einmeißeln, kunstvoll einlegen. im kunsthandwerk hauptgebrauch bis ins 15. jh., jünger selten: 10.jh. celatę palmę irgrapana palmpouma ahd. gl. 1,650,37 S./ S. ⟨A12.jh.⟩ sin stul was gut helphinbein,/ woli gidreit und irgrabin, mid dim goldi was er bislagin lob Salomons 15,3 M. ⟨u1200/10⟩ in sînen helm, den adamas,/ ein epitafum ergraben was Wolfram Parzival 6107,30 L. ⟨u1300⟩ in sines edelen herzen grunt/ was Cristes name so ergraben,/ daz er in lieb konde haben/ mit werken und mit worten passional 64b K. ⟨M15.jh.⟩ und hiessent ir naman uff ein malmelstein ergraben dt. volksb. 8 LV. 1563 die porten zuͦ diesem hauß macht er auß cipressen holtz, mit gold uͤberzogen, mit cherubim vnnd palmen ergraben Reiszner Iervsalem 1,52b. 1671 alle mauern (waren) durchlegt mit köstlichen steinen, darinnen manche meerwunder ergraben, als wann alles lebete Seywald welt-spiegel 45. 2 ausgraben, durch graben erlangen, zutage fördern; bildlich an ein ziel, den grund von etwas gelangen. nhd. hauptgebrauch, überwiegend gehoben: ⟨u1250⟩ der quecbrunne (der tränen) ist niht ergraben,/ in hât der heilig geist erhaben:/ den brunnen mac man gerne nutzen Lamprecht v. Regensburg tochter 3466 W.hs. 15.jh. ich wende daz man der mynnen berg/ ergruͤb mit der ritterschafft mhd. minnereden I 7,281 DTM. 1522 sich, das sind die bösen, falschen, zerbrochnen söd, die nun von den menschen ergraben und uffgworffen sind, nit recht natürlich brunen Zwingli 1,126 E./F. 1581 daß er vnd seine gesellen durch zauberei eynen schatz zu Arcueil bei Pariß haben außspehet: auch so weit darmit kommen, daß sie jhn nun ergraben gehabt Fischart teuffelsheer 461. 1656 was nur kan ergraben werden/ aus der berge tieffen grufft Moller binde-lust B3a. 1718 gold und silber, welches in demselben bergwercke nicht ergraben oder gewonnen, sondern etwan erkaufft worden Rohr staatsklugheit 1002. 1798 wissenschaft, sie, die den grundbau des geschafnen/ gern ergrübe Klopstock oden 1,229 M./P. 1858 er (kalifornischer goldgräber) hat sie (seine frau) verlassen, .. nur auf so lange, bis er genug gold ergraben, um modemäßig, d. h. nach der ‘fashion’ mit ihr leben zu können Griesinger bilder 50. 1993 wer etwas (einen archäologischen fund) ergräbt, dem muß es nicht auch gehören frankf. allg. ztg. 277,12. 3 durch graben beschädigen. a zerfurchen, durchbohren: ⟨1293⟩ (der märtyrerin) kvschir lip vf den tot/ ergrabet als ein quader/ daz man menic ader/ vnverborgen prvofte Hugo v. Langenstein Martina 185,77 LV.hs. 15.jh. in die hüli vnd in die tieffe diner (Christi) ergrabenen henden vnd fuessen altdt. pred. 246 W. b aufwühlen, durch häufiges graben unbrauchbar machen. vgl. vergraben vb. 5 1DWB: 1502 ir (der kirche) gantzer estrich ist so gar ergraben, das die plinden, so sy darein gand, schedlich fallen Birgitte, offenbarung X1a. u1565 der (alte) gottsacker, so innerhalb der stat, ist also gar ergraben, daß man niemand so bald darein vergraben wirt, ohne die, so ire aigne und besondere begrebnus darinnen haben (Augsb.) chr. dt. städte 33,457. 4 umgraben: 1538 nach dem mans (den boden) fleissig ergraben hatt, soll man alle wurtzeln vßlesen Herr ackerwerck 29a. 1579 solchen boden zuverbesseren, so muß man jn wol zerackeren, ergraben, vntertüngen vnd misten Sebiz feldbau 21.Albrand
3826 Zeichen · 96 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    ergrabenstv. I, 4.

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer) · +6 Parallelbelege

    er-graben stv. I, 4. BMZ aus dem grunde graben, herausgraben, bildl. erforschen. der (zeichen) ich niht wil ergraben Pas…

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Ergraben

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Ergraben , verb. irreg. act. (S. Adelung Graben ,) durch Graben erhalten. Tod, Schmerz und Krankheit wird ergraben und e…

  3. modern
    Dialekt
    ergraben

    Elsässisches Wb. · +1 Parallelbeleg

    ergraben Adj. graviert. ‘ergraben und erhaben’ Fisch. Garg. 182. — Schweiz. 2, 684.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit ergraben

13 Bildungen · 0 Erstglied · 12 Zweitglied · 1 Ableitungen

Ableitung von ergraben

er- + graben

ergraben leitet sich vom Lemma graben ab mit Präfix er-.

ergraben als Zweitglied (12 von 12)

Aftergraben

Adelung

after·graben

Der Aftergraben , des -s, plur. die -gräben, in den Bergwerken, ein Graben, durch welchen das After in die Aftergefälle gehet.

hinundergraben

KöblerMhd

hinunder·graben

hinundergraben , st. V. nhd. hinuntergraben Q.: PassI/II (Ende 13. Jh.) E.: s. hinunder, graben (1) W.: nhd. DW- L.: MWB (hinunder graben)

Salpetergraben

DRW

salpeter·graben

Salpetergraben, n. das Graben nach Salpeter, das zusammen mit dem Salpetersieden als Regal angesehen wird nachdem ... vns ... das salpetergr…

unergraben

Lexer

un-ergraben part. adj. BMZ unerforscht Pass. K. 1,34.

untergraben

DWB

unter·graben

untergraben , n. , substantivierter inf.: nach dem v. u. II 3 a α : man beschuldigt sie ( die uferschwalbe ), dasz sie durch ihr u. den eins…

unvergraben

KöblerMhd

unver·graben

unvergraben , (Part. Prät.=)Adj. nhd. „unvergraben“, unbegraben Hw.: vgl. mnd. unvörgrāven* Q.: SHort (nach 1298) (FB unvergraben) E.: s. un…

wassergraben

DWB

wasser·graben

wassergraben , m. , frühnhd. auch noch -grab(e), schmaleres wasserbett, zunächst ein künstliches ( gegrabenes ): alveus, wassergrab oder gra…

übergraben

KöblerMhd

übergraben , st. N. nhd. Graben (N.) über der Grenze Q.: WeistGr (1361) E.: s. über (1), graben W.: nhd. DW- L.: LexerHW 2, 1619 (übergraben…

ūzergraben

KöblerMhd

ūzergraben , st. V. nhd. ausgraben Q.: RWchr (um 1254) (FB ūz ergraben) E.: s. ūz, ergraben W.: nhd. DW- L.: Hennig (ūzergraben), FB 399a (ū…

Ableitungen von ergraben (1 von 1)

unergraben

Lexer

un-ergraben part. adj. BMZ unerforscht Pass. K. 1,34.

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „ergraben". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 11. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/ergraben/dwb2
MLA
Cotta, Marcel. „ergraben". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/ergraben/dwb2. Abgerufen 11. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „ergraben". lautwandel.de. Zugegriffen 11. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/ergraben/dwb2.
BibTeX
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  author       = {Cotta, Marcel},
  title        = {„ergraben"},
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