Eintrag · Mittelhochdeutsches Wb. (MWB)
erblinden swV.
2 übertr.
1 ‘das Augenlicht verlieren, erblinden’ so diu lacerta [Eidechse] eraltet, so erblintet si in beiden ougen JPhys 12,3; vnde swel diep sin getrinket, der muͦz ze hant erblinden Lucid 38,3; RvEWchr 2997; BdN 483,5; herre Tobias, dem da die swalwa den mist in diu oͮgen hant geworfen, dc er erblindet ist PrSchw 1,128; PrGeorg 47,12; der weinete, daz er nâch erblindet was PrBerth 2:27,4. – ‘(wie ein Blinder) nicht sehen (können)’ [dass] ir sî seht bî iu stân / unde drônde umbe iuch gân, / und sî doch sô erblindent / daz si iuwer niene vindent Iw 1243 2 übertr. – ‘verblendet, uneinsichtig sein, werden’ wie möcht er sô erblinden, / daz er anbette diu abgot Priesterl 153; diser blint bezeichent alles manchuͤnne daz an unserm ersten vater Adam erblint PrOberalt 53,20; wie gar sîn herze an hôhvart erblindet was unde wie gar diu hôhvart einen wîsen man zer werlte machte ze einem îteln tôren PrBerth 1:399,11; wie si erblindet sint / diser werlde vreuden kint Erz III 36,407; WernhSpr 29,10; HeslApk 7114; di alten juden di wârn erblindet und ersteinet [verstockt] PrStPaul 73,24. – ‘blind gegenüber etw. sein’ swer nâch gotes liebe trahtet, / gar lützel er ûf die werlt ahtet: / swer aber gein himel ist erblindet / der kratzet, der krouwet, der schabt, der schindet / üm irdisch guot Renner 3735; gein allen tugenden ist er [der gîtige ] erblindet ebd. 4851
MWB 1 1821,56; Bearbeiter: Tao