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dof

mnd. bis Dial. · 6 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

WWB
Anchors
7 in 6 Wb.
Sprachstufen
2 von 16
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8
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5

Eintrag · Westfälisches Wb.

dō²f Adj.

Bd. 2, Sp. 158
dō²f Adj. [allg.] 1. taub, gehörlos; schwerhörig. Keiner is säu däuf ase dai, dai nit hören well (Kr. MeschedeMes Kr. Meschede@BödefeldBö). — Ra.: Heh priädeget daewen Auern er findet kein Gehör (Kr. WarburgWbg Kr. Warburg@BorgentreichBo || verbr.). He es op beide O’ehren do’ew er will nicht hören (Ennepe-Ruhr-KreisEnr Ennepe-Ruhr-Kreis@HattingenHt). Dem he’ik de Oahen doof geröchtert dem habe ich bis zur Ermüdung zugesetzt (Ennepe-Ruhr-KreisEnr Ennepe-Ruhr-Kreis@GevelsbergGb). Hä? siät dä Buer, wann hä sük dof stallt Erwiderung, wenn jmd. auf eine nicht verstandene Frage Hä? statt Bitte? sagt (die krfr. Städte Bochum, Herne u. WattenscheidBch die krfr. Städte Bochum, Herne u. Wattenscheid@LaerLr || mehrf.). Dat sall kiene Dauwen häört hebben sagt man z.B. auf einer Hochzeit, wenn sich Gäste beklagen, sie hätten ihr Glas schon lange leer [] (Kr. SteinfurtStf Kr. Steinfurt@OchtrupOc). — Sagw.: De Welt wät immer schlechter, wat kritt me nit alle te höären, saggte de Douwe (Kr. Altena u. die krfr. Stadt LüdenscheidAlt Kr. Altena u. die krfr. Stadt Lüdenscheid@LüdenscheidLü || mehrf.). Dat lött sick hören, siä de Dauwe, dau kraig he enen Slag an de Ohren (Kr. TecklenburgTek Kr. Tecklenburg@LienenLi). — Reim: Low / makt dat Land dow! / Stroh / makt dat Land froh (Kr. MindenMin Kr. Minden@WindheimWh). — 2.1. leer, hohl, ohne Kern (von Nüssen). — Ra.: Hä eß ’ne duhwe Nuett er ist ohne Verstand, er ist dumm (Kr. IserlohnIsl Kr. Iserlohn@LimburgLb || mehrf.). He het en dowen Kopp dass. (Kr. MindenMin Kr. Minden@StemmerSt). Ümme der däuwen Nüte willen ganz und gar umsonst (Kr. MeschedeMes Kr. Meschede@BödefeldBö || verbr.): Kain junk Miäken niemet ne ollen Keerl ümme däower Nüette willen (Kr. ArnsbergArn Kr. Arnsberg@HagenHg). Dat döht he nich för dauwe Nüett das tut er nicht umsonst (Kr. SteinfurtStf Kr. Steinfurt@OchtrupOc || verbr.). Dat geschüht nich üm do’ewe Nüette das geschieht nicht ohne Absicht (Ennepe-Ruhr-KreisEnr Ennepe-Ruhr-Kreis@HattingenHt). — Sprichw.: We sinen Liew verwahrt, de verwahrt kenne dowe Nott (Kr. Recklinghausen u. die krfr. Städte Bottrop u. GladbeckRek Kr. Recklinghausen u. die krfr. Städte Bottrop u. Gladbeck@KirchhellenKh = ROTTMANN). — 2.2. Dauwet Äis hohles Eis, worunter das Wasser abgelaufen ist (Kr. ArnsbergArn Kr. Arnsberg@AllendorfAd). — 3. schlecht, nicht voll ausgereift (von Getreide). Dat dauwe Koren fällt hinner de Mülle (Kr. BrilonBri Kr. Brilon@ObermarsbergOm). Haver, dai late sägget wät, hiät im Hervest däuf Koren (Kr. SoestSos Kr. Soest@SchonebergSb). — 4. seicht, stillstehend (vom Wasser). Dat Water is dof (Kr. Altena u. die krfr. Stadt LüdenscheidAlt Kr. Altena u. die krfr. Stadt Lüdenscheid@NettenscheidNs). — 5. trübe (von Feuer, Licht, Wetter) [bes. westl. Münsterl westl. Mark]. Dat För ist doof (Kr. AhausAhs Kr. Ahaus@VredenVr). — 6. stumpf (an den Zähnen nach dem Genuß von unreifen Äpfeln) [verstr.]. — 7. dumm, töricht. — Ra.: Ick bün net so (genauso) klook as twee Dofen metneene ich bin keineswegs dumm (ironisch) (Kr. AhausAhs Kr. Ahaus@VredenVr). — Wortspiel (mit Bed. 2.1): So doof as ne Nötte (Kr. AhausAhs Kr. Ahaus@VredenVr). — Sprichw.: Besoapene un Dowe siäget de Wohhäit (die krfr. Städte Bochum, Herne u. WattenscheidBch die krfr. Städte Bochum, Herne u. Wattenscheid@LaerLr). Et is bäter achter ne Dowen gaohn liggen un lachen as mät ne Mojien up de Karmis gaohn un hülen (Kr. Borken u. die krfr. Stadt BocholtBor Kr. Borken u. die krfr. Stadt Bocholt@BorkenBo). Äin Andriewer un ’n Dowen es ’n guedet Gespann (die krfr. Städte Bochum, Herne u. WattenscheidBch die krfr. Städte Bochum, Herne u. Wattenscheid@LaerLr). Zus.: → stok~. dō²we Niᵉtele → Dō²f-niᵉtele.
3771 Zeichen · 139 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    dôfadj.

    Mittelniederdeutsches Wb. · +1 Parallelbeleg

    dôf , adj. , taub; leer; übertragen: taub von Nüssen; de dôve sôt wasserarmer, wasserleerer Brunnen, dat dôve vlêt; blan…

  2. modern
    Dialekt
    dof

    Mecklenburgisches Wb. · +4 Parallelbelege

    Wossidia dof taub: Niem. Idiot. 5; Mi 16 a . 1. nicht hörend, schwerhörig: surdus 'doeff' Chytr. 116; verstärkt zu dofhü…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit dof

50 Bildungen · 45 Erstglied · 5 Zweitglied · 0 Ableitungen

dof‑ als Erstglied (30 von 45)

dof 1 und häufiger

KöblerAfries

dof 1 und häufiger , Adj. nhd. kraftlos ne. weak (Adj.) L.: Hh 16b

Dō²fārnd

WWB

dof·arnd

Dō²f-ārnd m. idW.: Hei is en Dauvohnd er hört schlecht ( Kr. Tecklenburg Tek Kr. Tecklenburg@Hambüren Hb ). ¶ Vgl. → ~ōr .

Dō²fdistele

WWB

Dō²f-distele f. Daufdistel Gänsedistel (Sonchus oleraceus) ( Kr. Coesfeld Kos Ow).

dofel

PfWB

dofel Adj. : ' katholisch ', judendeutsch, doofel [SOPf (Nachlaß Heeger )]. — Verkürzt aus dofelemanisch 'katholisch', Wolf 1045; vgl. PfWB …

dofelig

SHW

dofelig Band 1, Spalte 1555-1556

dofen

PfWB

dofen schw. : ' schlafen, dösen ' (?). Schlof e bissel, dof e bissel! Schleck e bissel aus de Schissel! [ Kölsch 24/25 Unser Kater]. — Wohl …

Dofes

SHW

Dofes Band 1, Spalte 1555-1556

Dofets

ElsWB

Dofets , s. Doches.

doffelen

KöblerMnd

dof·felen

doffelen , sw. V. Vw.: s. dōbelen L.: Lü 80a (doffelen) Son.: örtlich beschränkt

doffeln

BWB

doffeln Band 3, Spalte 3,1828

Doffler

BWB

Doffler Band 3, Spalte 3,1828

Dō²fholt

WWB

dof·holt

Dō²f-holt n. [verstr.] taubes dürres Holz, kleinere Zweige.

dofian

KöblerAe

dofian , sw. V. (2) nhd. toben, rasen ÜG.: lat. (decrepitus) Gl, hebetare GlArPr Hw.: s. déaf Q.: Gl, GlArPr E.: s. germ. *dubēn, *dubǣn, sw…

Dof II

RhWB

Dof II = Taufe (s. d.);

dofinn

KöblerAn

dof·inn

dofinn , Adj. nhd. stumpf, schlaff, erlahmt Hw.: s. dofi E.: s. germ. *deuban, st. V., erlahmen; s. idg. *dʰeubʰ-, V., Adj., stieben, rauche…

dofiun

AWB

dofiun Gl 3,164,24 s. thofta.

Dō²fklāpe

WWB

dof·klape

Dō²f-klāpe Domklaben Klappertopf (Alectorolophus) ( Kr. Recklinghausen u. die krfr. Städte Bottrop u. Gladbeck Rek Sy).

Dō²fkoªle

WWB

Dō²f-koªle f. [WMünsterl Rek] (gedämpfte) Holzkohle.

Dō²fkrūd

WWB

dof·krud

Dō²f-krūd n. [Min] Klappertopf (Alectorolophus). — Bauernregel: Hohmehlen (Windhalm) un Dowkrut / jaget den Buren mit’n Sacke rut ( Kr. Mind…

Dofleman

PfWB

Dofleman m. : ' Katholik ', eigentl. 'Katholischer', rotw., Doflemaⁿ [KL-Gimsb u. Umg.]; vgl. PfWB dofel . — Aus jidd. tophel amuna 'alter G…

doflen

ElsWB

dof·len

dofle n [tûflə Bisch. ] raspeln, statt läuten, am Gründonnerstag und Karfreitag. — vielleicht zu Tafel: ‘ an ein Brett schlagen ’?

dofna

KöblerAn

dofna , sw. V. nhd. kraftlos werden, erlahmen Hw.: s. dofi L.: Vr 78b

Dō²fniᵉtele

WWB

Dō²f-niᵉtele f. [allg.] Taubnessel (Lamium). Wenn viel Daunieteln in d’r Frucht wöern, trocken se en paar olle Fingerlinkshansken an ( Kr. A…

dof als Zweitglied (5 von 5)

popendof

MeckWB

pope·n·dof

Wossidia popendof Spielbildung im Abzählreim: Eene meene Twee poor Heene, Hus un Hof, Popendof Wo. V. 4, 1089.

stockdof

MeckWB

stock·dof

Wossidia stockdof stocken- völlig taub: die oll Tanten (Stute) ist sörre die fünf Jahren ... stockdow Reut. 2, 333; de (wem laut geantwortet…

stokdō²f

WWB

stok·dof

stok-dō²f Adj. 1. vollkommen taub ( Kr. Beckum Bek Kr. Beckum@Ahlen Al ). — 2. sehr dumm ( WmWb ).

winddof

MeckWB

wind·dof

Wossidia winddof taub durch den Wind: hei is woll winddof Gü Güstrow@Laage Laage . Da. 247 b .