lautwandel 53 Wörterbücher · 2,7 Mio. Artikel
Wildcard · " Volltext

Aggregat · alle Wörterbücher

büken

mnd. bis Dial. · 6 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

MeckWB
Anchors
7 in 6 Wb.
Sprachstufen
4 von 16
Verweise rein
24
Verweise raus
9

Eintrag · Mecklenburgisches Wb.

büken

Bd. 2, Sp. 108
Wossidia büken bauchen, Wäsche, Garn und eigengewebte Leinwand in Aschenlauge einweichen; diese Stücke wurden in ein Holzgefäß (Bükküben, -tubben, -tunn) von etwa 80 cm Höhe und 1,25 m Durchmesser, welches auf einem dreibeinigen Gestell (Bükbuck, Striddick) oder einem Bükklotz stand, gelegt; am Boden war ein Loch, das durch eine senkrechte Stange (Stiper) verschlossen wurde; über die Öffnung wurde häufig ein Holzstück mit einem Astloch (Bükknast, -knubben) gelegt, um das Verstopfen durch Wäschestücke zu verhindern; über den Bottich wurde ein Laken (Bük-, Ascherlaken) gebreitet, welches etwa 35 cm über den Rand des Gefäßes ging; auf dieses Laken wurden ein bis zwei Eimer gesiebter Buchenasche geschüttet, diese zunächst mit kaltem, dann mit wärmerem und schließlich mit kochendem Wasser begossen, bis das Gefäß mit Lauge gefüllt war; nachdem diese einige Zeit auf die Wäsche eingewirkt hatte, ließ man sie in Eimer ab, füllte sie in den Waschkessel, brachte sie dort zum Kochen und goß sie abermals über das Laken; dieses Verfahren wurde so lange wiederholt, bis die Asche völlig ausgelaugt war; der Arbeitsgang währte 12 bis 24 Stunden; bei der ungebleichten Leinwand wurde er vier Wochen lang alle acht Tage wiederholt; die Wäsche wurde dann mit einem Stock (Bükstaff) aus der Lauge gehoben, in Körbe gepackt, auf eine Slöp geladen und im Dorfteich, besser in einem fließenden Gewässer gespült, geklopft, abermals gespült, dann ausgewrungen und auf den Trockenplatz oder auf die Bleiche gebracht; Weiteres s. Bleik (1, 947 ff.) und waschen; zum Einweichen der Wäsche wurde häufig das Verfahren vereinfacht, indem ein mit Buchenasche gefüllter Beutel in das Waschgefäß gelegt wurde; in WiWismar@PoelPoel wurde anstatt der Buchenasche Rapsasche (Rappasch) verwendet; auch Hühnermist (Hauhnerschit) soll zum Büken benutzt worden sein RoRostock@AllershagenAll; WiWismar@KirchdorfKirchd; um ein schnelleres Bleichen der Leinwand zu erzielen, wird empfohlen, zwischen jede Schicht Leinen eine Schicht Wermut zu legen Nützl. Beitr. 1816, S. 63; Gem. Aufs. 1816, S. 160; 175. Wort und Brauch sind aus allen Teilen unseres Landes von alten Leuten überliefert; schriftsprachliche Belege: büken Mi 12a; N. Monschr. 3, 292; 5, 271; Bri. 7, 150; bildlich: 'ere unvorschamede lögen, de se lange gebüket, gebleket und de Christenheit darmit schendtlyken bedragen hebben' Gry. Paw. 2. Vorw. 2a; in der heutigen Mda. nur noch in der Bedeutung durchnässen in den Zss. dörch-, in-, vullbüken; in einer Sage zwingt eine Frau den von den Zwergen in die Wiege gelegten Wechselbalg zum Sprechen, indem sie beim Büken die Lauge mit twei Eierdöpp aus dem Kessel in das Waschgefäß füllt Wo. Ünn. 41. — Mnd. bken. — Br. Wb. 1, 157; Da. 27a; Dä. 59b; Me. 1, 621; Schu. 51; Teu. 1, 63.
2729 Zeichen · 31 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    bü̑kenswv.

    Mittelniederdeutsches Wb.

    bü̑ken , swv. , Wäsche, Leinen büken (in Buchenlauge).

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Bükenv., trs.

    Campe (1807–1813)

    ≠ Büken , v. trs. N. D. so viel als beuchen. S. d.

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Büken

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Büken , s. Beuchen .

  4. modern
    Dialekt
    büken

    Mecklenburgisches Wb. · +3 Parallelbelege

    büken bauchen, Wäsche, Garn und eigengewebte Leinwand in Aschenlauge einweichen; diese Stücke wurden in ein Holzgefäß (B…

Verweisungsnetz

31 Knoten, 24 Kanten

Tap auf Knoten öffnet Detail · Drag zum Umpositionieren · Scroll zum Zoomen

1-Hop 2-Hop
Filter:
Anchor 3 Kompositum 24 Sackgasse 4

Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit bueken

0 Bildungen · 0 Erstglied · 0 Zweitglied · 0 Ableitungen

Zerlegung von bueken 2 Komponenten

bu+ken

bueken setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

Keine Komposita gefunden — bueken kommt in keinem anderen Lemma als Erst- oder Zweitglied vor.