Wossidia
büken bauchen, Wäsche, Garn und eigengewebte Leinwand in Aschenlauge einweichen; diese Stücke wurden in ein Holzgefäß (Bükküben, -tubben, -tunn) von etwa 80 cm Höhe und 1,25 m Durchmesser, welches auf einem dreibeinigen Gestell (Bükbuck, Striddick) oder einem Bükklotz stand, gelegt; am Boden war ein Loch, das durch eine senkrechte Stange (Stiper) verschlossen wurde; über die Öffnung wurde häufig ein Holzstück mit einem Astloch (Bükknast, -knubben) gelegt, um das Verstopfen durch Wäschestücke zu verhindern; über den Bottich wurde ein Laken (Bük-, Ascherlaken) gebreitet, welches etwa 35 cm über den Rand des Gefäßes ging; auf dieses Laken wurden ein bis zwei Eimer gesiebter Buchenasche geschüttet, diese zunächst mit kaltem, dann mit wärmerem und schließlich mit kochendem Wasser begossen, bis das Gefäß mit Lauge gefüllt war; nachdem diese einige Zeit auf die Wäsche eingewirkt hatte, ließ man sie in Eimer ab, füllte sie in den Waschkessel, brachte sie dort zum Kochen und goß sie abermals über das Laken; dieses Verfahren wurde so lange wiederholt, bis die Asche völlig ausgelaugt war; der Arbeitsgang währte 12 bis 24 Stunden; bei der ungebleichten Leinwand wurde er vier Wochen lang alle acht Tage wiederholt; die Wäsche wurde dann mit einem Stock (Bükstaff) aus der Lauge gehoben, in Körbe gepackt, auf eine Slöp geladen und im Dorfteich, besser in einem fließenden Gewässer gespült, geklopft, abermals gespült, dann ausgewrungen und auf den Trockenplatz oder auf die Bleiche gebracht; Weiteres
s. Bleik (1, 947 ff.) und waschen; zum Einweichen der Wäsche wurde häufig das Verfahren vereinfacht, indem ein mit Buchenasche gefüllter Beutel in das Waschgefäß gelegt wurde; in WiWismar@PoelPoel wurde anstatt der Buchenasche Rapsasche (Rappasch) verwendet; auch Hühnermist (Hauhnerschit) soll zum Büken benutzt worden sein RoRostock@AllershagenAll; WiWismar@KirchdorfKirchd; um ein schnelleres Bleichen der Leinwand zu erzielen, wird empfohlen, zwischen jede Schicht Leinen eine Schicht Wermut zu legen Nützl. Beitr. 1816, S. 63; Gem. Aufs. 1816, S. 160; 175. Wort und Brauch sind aus allen Teilen unseres Landes von alten Leuten überliefert; schriftsprachliche Belege:
büken Mi 12
a;
N. Monschr. 3, 292; 5, 271; Bri. 7, 150; bildlich: 'ere unvorschamede lögen, de se lange gebüket, gebleket und de Christenheit darmit schendtlyken bedragen hebben' Gry. Paw. 2. Vorw. 2
a; in der heutigen Mda. nur noch in der Bedeutung durchnässen in den Zss.
dörch-,
in-,
vullbüken; in einer Sage zwingt eine Frau den von den Zwergen in die Wiege gelegten Wechselbalg zum Sprechen, indem sie beim Büken die Lauge mit twei Eierdöpp aus dem Kessel in das Waschgefäß füllt Wo. Ünn. 41. — Mnd. bken. — Br. Wb. 1, 157; Da. 27
a; Dä. 59
b; Me. 1, 621; Schu. 51; Teu. 1, 63.