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buchstabe

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DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

buchstabe m.

Bd. 2, Sp. 479
buchstab, buchstabe, m. litera, apex, ahd. puohstap pl. puohstapâ, ags. bôcstäf pl. bôcstafas, altn. bôkstafr pl. bôkstafir, schw. bokstaf pl. bokstäfver, n. bogstav pl. bogstaver, nnl. boekstaf pl. boekstaven, engl. ist das wort erloschen und verdrängt durch letter, obgleich book und staff in der sprache leben. bei den Gothen darf man bôkstabs pl. bôkstabôs vermuten. Die mhd. und nhd. flexion wird schwierig durch übergänge in die schwache form. schon ahd. nehmen einzelne starke subst. in der zusammensetzung schwache gestalt an, z. b. tac und suonatago. zwar ist uns kein ahd. puohstapo überliefert, nach dem alts. bôcstabo Hel. 7, 11 aber möglich. die mhd. dichter schwanken. die meisten und ältesten flectieren stark: E was der êrste buochstab. En. 282, 16; sus sagent die buochstabe. Parz. 108, 2; ine kan decheinen buochstap. 115, 27; geschaffen sô der buochstap, den got den Israhêlen gap. Wh. 406, 21; eʒ ist noch der geloube mîn, daʒ er buoch und buochstabe vür vederen angebunden habe. Trist. 119, 39; geviel sie an die buochstabe. 254, 37; der êrste buochstap. 362, 34; Rudolf und Conrad, geschweige spätere, schwach: die schrift heiʒ alle tilgen abe, daʒ im dehein buochstabe vor dir gebe der sünde vluoch. Barl. 358, 28 (361, 12); tiefe an des boumes rinden begonder schœne buochstaben mit sînem meʒʒerlîne graben. tr. kr. 785; diu rede und dise buochstaben wâren mit gestein ergraben ûf des apfels umbekreiʒ. 1466; si mâlte ûf dem gevilde vil wunneclîche buochstaben. 10548; dâ wâren în von golde geweben dise buochstaben. Engelh. 2553. nhd. haftet der starke oder wie brunn abgestumpfte schwache nom. sg.: warlich bis das himel und erde zergehe, wird nicht zergehen der kleineste buchstab noch ein tütel vom gesetze. Matth. 5, 18; alle obliquen casus gehen schwach: ir solt kein mal umb eines todten willen an ewrem leibe reiszen, noch buchstaben an euch pfetzen (euch tatowieren). 3 Mos. 19, 28; der du unter dem buchstaben und beschneidung bist. m. 2, 27; im geist und nicht im buchstaben. 2, 29; im alten wesen des buchstabens. 7, 6; nicht des buchstabens sondern des geistes, denn der buchstabe tödtet, aber der geist machet lebendig. 2 Cor. 3, 6; das man euch die ersten buchstaben der göttlichen worte lehre. Ebr. 5, 12. der vocab. 1482 e 4a hat buchstabe (literas) zusamensetzen. Dasypodius 119a setzt den nom. sg. buochstab, den gen. pl. buochstaben; Maaler 82a ebenso buochstab und buochstaben, auch 82b im acc. sg. einen buochstaben. in Franks weltbuch kann man 161a den nom. sg. buochstab, gen. buochstabens, dat. acc. buochstaben lesen. ganz unsicher schreibt Ickelsamer der buochstab nom. sg.; solche bilder müste man auf ein tafel oder brief malen und die buochstab, einen iegklichen bei oder zuo seinem thier oder ding setzen. B 7a; die subtilichkeit dises griechischen buochstabens. A 8b; dises buochstabens nennung. B 1a; dises buochstaben form und gestalt. B 2a. Helbers silbenbüchlein gibt s. 15 dem gen. sg. buochstabes und buochstabs, dem dat. sg. buochstaben, dem pl. die buochstaben. Henisch 547a, Stieler 2109, Frisch 1, 149b lassen dem nom. sg. buchstab, dem pl. buchstaben. Adelung in beiden ausgaben: der buchstab, des buchstabens, pl. die buchstaben. man nehm es nicht buchstäblich an, der buchstab bringet tod und bann. Lessing 1, 83; ehe der setzer den ersten buchstab regt. Herder bei Merck 1, 4; Göthe aber zieht den nom. sg. buchstabe vor: alles memorieren helfe nichts, wenn der schauspieler nicht vorher in den geist und sinn des guten schriftstellers eingedrungen sei, der buchstabe könne nichts wirken. 19, 183; wenn wir zuerst den sinn des buchstabens erklären und ihnen den verstand öfnen ... ich habe keine schlimmere anmaszung getroffen, als wenn jemand ansprüche an geist macht, so lange ihm der buchstabe noch nicht deutlich und geläufig ist. 19. 184. zu verwundern ist, dasz in dieser leidigen formverwirrung wenigstens keiner den nom. sg. buchstaben aufgestellt hat, der doch nicht schlechter wäre als glauben, namen, braten, brunnen, samt den übrigen. Buchstab an sich selbst, gleichviel wie man es decliniere, bestätigt zusehends die von buch gegebne deutung. wenn uns die bôka, d. i. die buche, den gehalt der schrift überhaupt darstellt, so sind die bôkstabôs alle einzelnen vom baum geschnittenen tafeln und reiser. auf die büchnen stäbe wurden die züge geritzt und später gemahlt. bei Ulfilas erscheint uns stabs nur in der abstraction von στοιχεῖον, element, wie die buchstaben element sind aller schrift und rede; unter dem worte stab soll dessen zusammenhang mit staua κρίσις und stôjan κρίνειν entfaltet werden, der richter hält den stab und das urtheil erfolgt, gleich der schrift, durch stäbe. anklage hiesz unserer vorzeit rugstab, eid eidstab, verurtheilung harmstab und dem altn. feiknstafr, dirae, imprecatio würden ags. fâcnstäf, ahd. feichanstap zur seite stehn, dem altn. helstafr die hellirunen, todesrunen, denn auch verwünschungen pflegten mit runen eingeritzt zu sein. an der nahen berührung von runstab und buchstab kann niemand zweifeln. bruder Bertholds rede von gezierten, geflorierten buchstaben (Kling s. 305. 306) erscheint sinniger, wenn man die nachhallende eigentliche wortbedeutung hinzunimmt und selbst in handschriften des mittelalters läszt die laubverzierung ausgemahlter buchstaben sich noch darauf beziehen. im Tristan 362, 30 werden späne 'in lange wîs' aus reisern, um ein T und I zu bilden, geschnitten; das ganze alterthum unserer runen und losze hängt mit dem gebrauch solcher buchstaben genau und vielfach zusammen, wie neuere untersuchungen dargelegt haben, die längst unverstandne benennung wurde in allen deutschen sprachen bis auf heute fortgeführt. Entgegen steht der buchstabe sowol der mündlichen, lebendigen rede als auch dem geist. du sollst es aus meinem munde hören, ich kann es nicht in buchstaben, in briefen ausdrücken; lebendig wird die melodie, über deren todte buchstaben wir uns sonst den kopf zerbrochen haben. Göthe 27, 133; gedechtnus wirdiglich erhaben, mündlichen und auch in buchstaben. H. Sachs III. 2, 163b. Jene biblische stelle legt den abstand des buchstabens vom geist schön dar: τὸ γὰρ γράμμα ἀποκτείνει, τὸ δὲ πνεῦμα ζωοποιεῖ, bei Ulfilas untê bôka usqimiþ, iþ ahma gaqiujiþ, bei Luther, denn der buchstabe tödtet, aber der geist machet lebendig, wo buch und buchstab wieder zusammenfallen. nach dem buchstaben nehmen, fassen geht auf strenge, wörtliche, den rechten sinn versäumende erklärung: wann unser keiserlich recht etlich peinlich straf setzen, die nach gelegenheit diser zeit und land unbequem und einstheils nach dem buchstaben nit wol müglich zu gebrauchen weren. HGO. 104; da sprach einer unter ihnen, ir solt einmal dem richter die hände schmieren oder salben. die gut fraw verstund das nach dem buchstaben. sch. u. ernst cap. 82; welche auf dem buchstaben der schrift lagen, als die rabi. Frank weltb. 161a; am buchstaben kleben. er hat mir keinen buchstaben davon geschrieben; ich habe noch keinen buchstaben davon gesehen, nicht das geringste. Man unterscheidet stumme und flüssige buchstaben (literas mutas et liquidas), Henisch 548, 32 hat ein flieszender buchstab, litera caduca; grosze und kleine buchstaben (grandes et minutas); der kleinste buchstab ist das jota, es darf kein jota fehlen; kein thränichen musz umbsonst geschehen, es wird angesetzt mit groszen, mächtigen buchstaben im himmel. Henisch 548, 22; wer nicht lesen kann, der spricht es sein böse buchstaben. 548, 31. er sieht die buchstaben doppelt, ist betrunken. Lichtenberg 3, 74.
7570 Zeichen · 156 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    BuchstabeDer

    Campe (1807–1813) · +6 Parallelbelege

    Der Buchstabe , des — ns, Mz. die — n, ein Schriftzeichen irgend einen Laut damit zu bezeichnen, durch deren Zusammenset…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Buchstabe

    Goethe-Wörterbuch

    Buchstabe einmal ‘Buchstab’ 15 2 ,42 Faust II Var 1 das graph Zeichen u der Laut a als Teil des Alphabets od des Worts, …

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Buchstabe

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57)

    Buchstabe , Schriftzeichen für einen Sprachlaut. Buchstabenschrift heißt eine Schrift, welche für jeden einzelnen Sprach…

  4. modern
    Dialekt
    Buchstabe

    Rheinisches Wb. · +1 Parallelbeleg

    Buch-stabe bō:xštā:f, Pl. -və usf., doch auch bū:stā:p Kemp ; būšdāp Rhfrk; bū:šdā:f Birkf , Saarl ; bū:št:f Bitb-Ritte…

  5. Sprichwörter
    Buchstabe

    Wander (Sprichwörter)

    Buchstabe 1. Buchstaben sind ein todt Ding und thun doch viel Gutes. – Henisch, 547. 2. Der Buchstab ist ein Sklave. – S…

  6. Spezial
    Buchstabe, gedruckterm

    Dt.-Russ. phil. Termini · +7 Parallelbelege

    Buchstabe , m , gedruckter буква , ж , печатная → FiloSlov Druckbuchstabe, m

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit buchstabe

57 Bildungen · 56 Erstglied · 0 Zweitglied · 1 Ableitungen

Ableitung von buchstabe

buchstab + -e

buchstabe leitet sich vom Lemma buchstab ab mit Suffix -e.

Zerlegung von buchstabe 2 Komponenten

buch+stabe

buchstabe setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

buchstabe‑ als Erstglied (30 von 56)

Buchstabedöschen

RhWB

buchstabe·doeschen

Buch-stabe-dös-chen bū:kštāwendȳ·ă.skə MülhRuhr n.: im 1. Drittel XIX gebrauchten die Kinder zum Erlernen des Lesens lose B.bilder, die ihne…

Buchstabenansatz

Campe

buchstaben·ansatz

○ Der Buchstabenansatz , des — es, Mz. die — sätze, in der Sprachlehre und Dichtkunst, der Ansatz oder die Anhängung eines oder mehrerer Buc…

buchstabenbiegung

DWB

buchstaben·biegung

buchstabenbiegung , f. so findet man, dasz dem orientalen bei allem alles einfällt, so dasz er, übers kreuz das fernste zu verknüpfen gewohn…

Buchstabenbild

GWB

buchstaben·bild

Buchstabenbild für die Rekonstruktion eines antiken Wandbildes in Form von vertikal geschriebenen Figurennamen 48,174,28 Rez:Welcker,Sappho …

buchstabenglaube

DWB2

buchstaben·glaube

buchstabenglaube m . glaube, der sich zu stark nach dem geschriebenen wort richtet: 1839 in: Bluntschli denkwürdiges (1884)1,205 S. 2010 fra…

Buchstabenkästchen

GWB

buchstaben·kaestchen

Buchstabenkästchen das Buchstaben Kästchen 1) B19,293,3 Christiane 30.3.07 1) vgl ein Pappenschränkchen .. mit vielen kleinen Schubladen .. …

Buchstabenkrämerei

GWB

buchstaben·kraemerei

Buchstabenkrämerei in der Polemik gegen die tabellarische Darstellung natwiss Beobachtungen mit Buchstabensymbolen N2,267,5 FlP 600 Elke Umb…

Buchstabenlehre

Campe

buchstaben·lehre

○ Die Buchstabenlehre , Mz. die — n. 1) Die Lehre von den Buchstaben, die Anweisung zur Kenntniß und zum Aussprechen der einzelnen und zusam…

buchstabenmann

DWB

buchstaben·mann

buchstabenmann , m. qui scriptum sequitur: aber was hilft das alles gegen die ästhetischen buchstabenmänner! Bürger 133 b .

buchstabenmensch

DWB

buchstaben·mensch

buchstabenmensch , m. literatus: mit einem wort, wir sind literati, buchstabenmenschen. Mendelsohns Jerusalem s. 61 ; buchstabenmenschen nen…

Buchstabenmuschel

Campe

buchstaben·muschel

Die Buchstabenmuschel , Mz. die — n, eine Art zweischaliger Muscheln, deren Schalen auf einem schmutzig weißen Grunde eine braune Zeichnung …

Buchstabennote

Campe

buchstaben·note

○ Die Buchstabennote , Mz. die — n, Tonzeichen, welche statt der gewöhnlichen Noten in Buchstaben bestehen, womit man zuweilen in Druckereie…

Ableitungen von buchstabe (1 von 1)