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Bœhn

Dial. bis sprichw. · 3 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

MeckWB
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4 in 3 Wb.
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Eintrag · Mecklenburgisches Wb.

Bœhn m., f.

Bd. 1, Sp. 988
Wossidia MeckWBNBœhn flektiert ä. Spr. und bisweilen noch mda. Bœhnen, Pl. meist Bœhns m., selten f. Boden: Jac. 1, 111; Bähn Mi 5b. 1. Bühne, Empore: de Waschower Bœhn der Teil des Chors in der Kirche, wo die Bewohner von HaHagenow@WaschowWasch ihren Platz hatten Ha. 2. Bodenraum, der obere, von dem Dach und den Bodenbrettern begrenzte Teil eines Gebäudes, der namentlich zur Aufnahme von Getreide, Heu und anderen Vorräten dient. a. eig.: 'uppe deme bone in der walkemolen' (Wi 1387) UB. 21, 108; 'darbaven (über dem Pferdestall) einen bonen' Slagg. 182; 'sindt de bonen up dat ... kornhus gemaket' ebda; 'soll auch keinen Rogken von den Bhonen zur mholen sacken' (1560) Kern Hof. 1, 200; 'auff den Bönen sitzen' (Bodenraum über den Zimmern 1614) 271; 'eine Treppe zum böhen' (1653) Horn Selmsd. 2, 251; 'und yss up den schüttinges boen noch upgevunden 8 drömmit 10 schepel roggen' (Ro@ 1601) Grab. Lohgerb. 2, 172; mod.: Heu tau Bœhn staken mittels der Forke hinaufschaffen; übertr. verprügeln RoRostock@RibnitzRibn; wi möten dat Kuurn tau Bœhn hebben ebda; wat hei tau Bœhn mäten ded' das ausgedroschene Getreide Ro Rostock@RibnitzRibn; de Rogg' is all tau Bœhn bröcht die Roggenernte ist beendet öft; dor hadden wi dat Kuurn Jacobi up 'n Bœhn abgemäht und ausgedroschen HaHagenow@RedefinRed; de Wull up 'n Bœhnen leggen HaHagenow@GranzinGranz; Lübth; Flass würd up 'n Bœhn swungen mehrf.; dei Bœhnen steiht nich ünner Wader LuLudwigslust@LankLank; Rdaa.: dat bringt Heu up 'n Bœhn von einem vorteilhaften Handel Wo. Sa.; dat ward bi uns up 'n Bœhn dragen, dat leggen wi achter de Auken es wird gering geachtet RoRostock@RibnitzRibn; Bauernregel: kickt Lichtmissen den Scheper de Sünn in den Stall, möt hei noch dat Hälft Fauder up 'n Bœhn hebben dann gibt es ein spätes Frühjahr Gü. b. bes.: tau Bœhn stigen auf den Boden steigen allg.; im Beispielsprw.: nu geiht de Post af, säd' de Papagei, dor wir de Kater mit em tau Bœhn stägen WaWaren@JabelJab; Rda. im Kartenspiel vom Verlierer: nu geiht de Papagei mit em tau Bœhn Schw; von jem., der bald sterben wird: mit denn' geiht de Papagei ok bald tau Bœhn Ro; SchöSchönberg@KlützKlütz; von einem kranken Schaf: Oll lüttes Lämming, krigt de Lähm, Un denn stigt dat heil licht tau Bähn (krepiert und sein Fell wird zum Trocknen auf den Boden gehängt) Camm. Reg. 93; häufig in Kinderreim und -sprache: Wo heit din Sœhn? Stig' tau Bœhn (Spring' von 'n Bœhn) Wo. V. 3, 376c; Vadder stiggt to Bœhn, Mudder stiggt to Grund 4, 598; Grossvadder stiggt nah n hogen Bœhn, Haalt 'n lütten jungen Sœhn ebda; in der Sprache der Mutter verkürzt und für die Vorstellung nach oben gebraucht, wenn sie z. B. zum gähnenden, schlafmüden Kinde sagt, das Bett meinend: Hojœhning, stig' Bœhning, wit, wit von unsen lütten Sœhning RoRostock@DierhagenDierh; oder wenn sie das nackte Kind auf Bauch und Brust bei sich hinaufsteigen läßt: kläw Bœhne, kläw Bœhne Wo. V. 3, 275; stig' Bœhne, stig' Bœhne, stig' baben herup ebda; oder wenn sie die Teile des Gesichtes mit dem Finger und zuletzt die Stirn betupft: Kinnwippen, rod' Lippen, Snuthöhnken, Koppelöönken, stig' Bœhnken, stig' baben rup 318; auf dem Boden werden Gegenstände sicher verwahrt, da er nur auf einer Leiter, die jeweils angestellt wird, bestiegen werden kann; so ist er der Platz der Backbeerenlad' u. a. Vorräte, die man vorm Zugriff der Kinder und des Gesindes schützen will; daraus scherzhaft das Bild abgeleitet dat Hus up 'n Bœhn trecken: he treckt sin Hus up 'n bœbelsten Bœhn der Ehemann beim Großreinemachen PaParchim@PlauPlau; wenn man verreist und das Haus ohne Aufsicht bleibt: wi trecken 't Hus up 'n hogen Bœhn Wa; noch genauer beschreibend: wi willen 't Hus up 'n hogen Bœhn trecken un de Ledder in 'n Sot stellen, denn kœnen wi woll afkamen Latend. Agr. 226; wenn ick utgah, treck ick dat Hus up 'n Bœhn un stell de Ledder in 'n Sot MaMalchin@GülzowGülz; andere bildl. oder übertr. Fälle: dat krüppt nich up 'n bœwelsten Bœhn! Ausruf des Erstaunens Schw; so wat läwt nich uppe Welt, un so wat krüppt nich up 'n bœwelsten Bœhn Wa; dat hett he von 'n Bœhn haalt erlogen Wa; he gludert, as wenn de Kater von 'n Bœhn kickt sieht boshaft aus PaParchim@PlauPlau; gegen Überheblichkeit: de up de Erd blift, föllt nich vam Bähn Mantz. Ruh. 6, 71; blif uppe Ierd', denn föllst nich von 'n Bœhn HaHagenow@RedefinRed; derselbe Sinn so ausgedrückt: dee hett Bähns in 'n Kopp will hoch hinaus Jeppe 34; Übungen zum Schnellsprechen: baben up 'n bœbelsten Bœhn sünd de Müs' bi 'n Grüttbüdel PaParchim@DobbertinDobb; ... achter 'n Schostein sitten de Müs' HaHagenow@PicherPich; übertr. Kopf: du büst jo woll rein nich klauk up 'n bœbelsten Bœhn hast wohl deinen Verstand verloren RoRostock@RibnitzRibn; die Spitze des Eis im Rätsel: dor liggt wat Witts up 'n Bœhnen Wo. V. 1, 347b. c. mit Bœhn bezeichnet der Landbewohner auch die Stockwerke in den städtischen Häusern: up 'n Bœhn wahnen Ha; Schw; he wahnt bi N. up 'n Bœhn StaStargard@GrammertinGramm. Zss.: Danz-, Dönsken-, Drög-, Duwen-, Fiedel-, Füer-, Hackels-, Heu-, Hus-, Kram-, Kuurn-, Lamm-, Luft-, Molt-, Näsen-, Pipen-, Röker-, Sägel-, Schünen-, Snuten-, Speck-, Spiker-, Stuwen-, Tau-, Torf-, Vör-, Wullbœhn. 3. die Decke eines Zimmers, eines Stockwerks, überhaupt die nach innen gekehrte Fläche einer Überdachung: an 'n Bœhn ward Bifaut hängt als Fliegenfänger RoRostock@GresenhorstGres; in der Küche war dat Rökerstell an 'n Bœhn anmaakt WaWaren@LiepenLiep; is von buten oft nich tau seihn, dat kein Bœhn in 'n Hus' is von großer Armut Wa; bei einer bevorstehenden Geburt heißt es: de Bœhn föllt bald dal Wa; dor ward 'n Jung' dörch 'n Bœhn fallen RoRostock@GraalGraal; im Wortspiel mit dem Folg.: ick kann mit 'n Finger an 'n Bœhn kamen LuLudwigslust@LeussowLeuss; Eld; mit de Tung an 'n Bœhn licken RoRostock@GresenhorstGres. Zss.: Balken- (Sp. 593), Sträken-, Winnelbœhn. 4. Gaumen: sick de Bœhn inne Mund verbrennen mit zu heißer Speise WiWismar@PoelPoel; dee hett keinen Bœhn Wolfsrachen RoRostock@HeiligendammHDamm; SchwSchwerin@CrivitzCriv; von undeutlicher Sprache GüGüstrow@KobrowKobr; MaMalchin@GülzowGülz; de Graf hadd' keinen Bœhn inne Mund, künn nich snacken Ma Malchin@PisedePis; mi backt dei Tung' an 'n Bähn (vor Durst) Camm. Ihrl. 39; Hunde, die 'n swarten Bœhn int Mul und Windklaben (s. d.) hebben, werden von manchen Schäfern und Kuhhirten bevorzugt Schill. Kr. 3, 5b; übertr. von einem schlechten Menschen: de hett 'n swarten Bœhn int Mul ihm ist nicht zu trauen HaHagenow@RedefinRed; RoRostock@GresenhorstGres; Hunn' mit 'n roden Bœhn hebben 'n giftigen Biss Wa. 5. die Stelle, wo die Rispenäste des Hafers entspringen E. Krüg. 18. — Mnd. böne m., f. — Br. Wb. 1, 116; Da. 13a; Dä. 48a; Me. 1, 476; Schu. 20.
6277 Zeichen · 93 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. modern
    Dialekt
    Bœhnm., f.

    Mecklenburgisches Wb. · +2 Parallelbelege

    Bœhn flektiert ä. Spr. und bisweilen noch mda. Bœhnen, Pl. meist Bœhns m. , selten f. Boden: Jac. 1, 111; Bähn Mi 5 b . …

  2. Sprichwörter
    Böhn

    Wander (Sprichwörter)

    Böhn He hett Böhns im Koppe. – Richey. Böhn = die Decke eines Zimmers, besonders aber der Boden über den Zimmerräumen ei…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit boehn

28 Bildungen · 22 Erstglied · 6 Zweitglied · 0 Ableitungen

boehn‑ als Erstglied (22 von 22)

Bœhndäl

MeckWB

Bœhndäl f. Brett zur Herstellung der Zimmerdecke: 'ein grosser huffen blocke zue bonendeelen geschneden' Slagg. 183; 'Boen-Dehlen jedes Stüc…

Bœhndeck

MeckWB

boehn·deck

Bœhndeck f. Zimmerdecke: Hexen gahn ut de Bœhndeck verlassen das Haus auf diesem Wege Lu Con .

bœhndrög'

MeckWB

boehn·droeg

bœhndrög' Adj. auf dem Boden getrocknet: 'von jederm Drombt Gersten gedorrets Maltzs zwey Scheffel, Boentroges Maltz aber von jederm Drombt …

Böhneles

ElsWB

bohne·les

Bö h neles [Pînlis Pfetterhsn; Pénls Betschd. Lützelstn. ] n. Bohnenspiel. Die Kinder machen mit dem Stiefelabsatz eine Vertiefung in den Bo…

Böhner

Meyers

Böhner , Johann Ludwig , Komponist, geb. 8. Jan. 1787 in Töttelstedt bei Gotha, gest. daselbst 28. März 1860, Schüler von Kluge und Fischer …

Bœhnhas'

MeckWB

boehn·has

Bœhnhas' m. Bodenhase. 1. die Katze Wo. Sa.; Schw. 2. Pfuscher, unzünftiger Handwerker, zumeist Schneider, der heimlich auf dem Bœhn arbeite…

bœhnhasen

MeckWB

boehn·hasen

bœhnhasen Verb . zum Vor. 1. intrans. als Bœhnhas' , d. i. ohne das Meisterrecht erlangt zu haben, heimlich in dem Hause des Arbeitgebers se…

Bœhnhaseri

MeckWB

boehnhas·eri

Bœhnhaseri f. unerlaubter Handwerksbetrieb: 'wen ein junger busse eine olde amptsüster fryet, up dat he int ampt kamen unde syn handtwerck a…

bœhnhoch

MeckWB

boehn·hoch

bœhnhoch -s- Adj. bis zur Decke, sehr hoch: bœhnhoch springen vor Freude Schö Dem ; Camm. Herz. 35; dee güng bœhnshoch vor Erregung Wa; de S…

Böhnke

Wander

Böhnke Böhnke, stremm di! ( Königsberg. ) Eine bei Prügeleien sehr gebräuchliche Redensart, nicht selten mit dem Zusatze: Geff (gib) emm von…

Böhnken

MeckWB

boehn·ken

Böhnken n. Pöstchen, Sinekure, kleine Nebeneinnahme der Beamten: un ick so mennigen Schapskopp un Pankrottsbroder up eens to Böhnkens ... ka…

Bœhnledder

MeckWB

boehn·ledder

Bœhnledder f. zum Bodenraum führende Leiter; sie ist etwas länger als Leitern sonst, mit Slutplüggen verzimmerte Scheiden, eine in der Mitte…

Bœhnlöper

MeckWB

boehn·loeper

Bœhnlöper m. verhüllend für die Maus in den Zwölften ( Sta Mir ) Kuhn-Schwartz 411; Bartsch 2, 246.

Bœhnluk

MeckWB

boehn·luk

Bœhnluk f. Bodenluke, die Klappe, mit der die Öffnung, die zum Boden führt, geschlossen wird; jetzt meist die Öffnung selbst: nu kam ick, se…

Bœhnplatz

MeckWB

boehn·platz

Bœhnplatz m. Bodenraum, iron. von einer üppigen Frau mit einem kleinen schwächlichen Ehemann: sei hett mihr Bœhnplatz as hei Hawern Wa.

Böhntje

MeckWB

Böhntje n. s. Böhnken .

Bœhntrepp

MeckWB

boehn·trepp

Bœhntrepp f. Bodentreppe: Älend kickt de Bœhntrepp dal in der Parodie eines Kirchenliedes Gü Gülz .

Bœhnvagt

MeckWB

boehn·vagt

Bœhnvagt m. der Statthalter, der die Oberaufsicht über den Kornboden hat Ma Schwink ; Wi Fährd ; hd. 'Bodenvogt' Schö GMolz .

boehn als Zweitglied (6 von 6)

Beschüdd'bœhn

MeckWBN

Wossidia Beschüdd'bœhn m. müllersprl. wie Schüdd'bœhn: Beschüttbœhn Wi Wismar@Robertsdorf Rob .

Häkelbœhn

MeckWBN

haekel·boehn

Wossidia Häkelbœhn m. in der Spr. der Reifer und Seiler der Bodenraum, wo der Hanf gehechelt wird Ro Rostock@Kröpelin Kröp ; Schö Schönberg@…

Stallbœhn

MeckWBN

stall·boehn

Wossidia Stallbœhn m. Stallboden allgem.; benutzt zum Aufbewahren von Heu Gü Güstrow@Lalendorf L etschow.