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bildsam

nhd. bis GWB · 5 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Pfeifer_etym
Anchors
5 in 5 Wb.
Sprachstufen
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Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)

bildsam

bildsam

bilden Vb. ‘formen, gestalten, hervorbringen, darstellen, sein’, übertragen ‘erziehen, die geistigen Anlagen entwickeln’, ahd. biliden ‘formen, gestalten, zum Beispiel geben, nachahmen’ (9. Jh.) und bilidōn ‘abbilden, nachahmen, Vorbild sein, gestalten’ (8./9. Jh., vom 10. Jh. an vorherrschend), postnominale Ableitungen von ahd. bilidi (s. Bild), fallen zusammen in mhd. bilden ‘mit Bildern verzieren, gestalten, nachbilden, vorstellen’ (vgl. gleichbed. mnd. bē̌lden, bilden und nl. beelden ‘bilden, abbilden, malen’). Das bis heute ein Formen realer Gegenstände, namentlich ein Gestalten visuell erfaßbarer Kunstwerke (bildende Kunst, 18. Jh., anfangs im Plur.) bezeichnende Verb findet im Sprachgebrauch der Mystiker auch Anwendung auf den geistig-seelischen Bereich; von der Mitte des 18. Jhs. an und besonders in der Klassik wird bilden zum Ausdruck für die Bestrebungen der bürgerlich-humanistischen Pädagogik; gleichzeitig werden daher auch das Part.adj. gebildet, das das Erziehungsergebnis kennzeichnet, und dessen Substantivierung der Gebildete üblich. Sich anschließende Präfixbildungen sind abbilden Vb. ‘im Bilde darstellen’ (16. Jh.; dazu Abbildung f. ‘bildliche Wiedergabe’, 2. Hälfte 16. Jh.); ausbilden Vb. ‘mit bestimmten Kenntnissen und Fertigkeiten versehen’, auch ‘entwickeln, formen’, mhd. ūʒbilden ‘eine Nachbildung zeigen’ (dazu Ausbildung f. ‘Schulung, Entwicklung’, 1. Hälfte 17. Jh.); einbilden Vb. reflexiv ‘sich der Wirklichkeit widersprechende Vorstellungen machen, sich etw. in den Kopf setzen’, mhd. īnbilden ‘einprägen, in der Seele abbilden’ (bei den Mystikern), im älteren Nhd. (reflexiv) noch allgemein ‘sich etw. vorstellen’, dann ‘sich falsche Vorstellungen machen’ (auch hinsichtlich des eigenen Wertes); dazu gehören Einbildung f. ‘falsche Vorstellung, Überheblichkeit’, mhd. īnbildunge ‘das Einbilden, In-die-Seele-Senken’, das Kompositum Einbildungskraft f. ‘Phantasie’ (1. Hälfte 17. Jh., vereinzelt im 16. Jh.) sowie das in jüngerer Zeit sich verselbständigende eingebildet Part.adj. ‘überheblich’ (17. Jh.). Bildner m. ‘Gestalter, Former’, ahd. bilidāri, bilideri ‘Bildner, Gestalter, Schöpfer’ (9. Jh.?), mhd. bildære, bildenære ‘Bildner, Schöpfer’, auch ‘Vorbild, Muster’, nhd. Bilder ‘Schöpfer’ noch bis ins 18. Jh. neben sich schließlich durchsetzendem Bildner, das jetzt auf die gehobene Ausdrucksweise beschränkt ist oder als zweites Kompositionsglied z. B. in Bühnen-, Kostüm-, Maskenbildner vorkommt. bildsam Adj. ‘formbar’, übertragen auch ‘für Lehren empfänglich, erziehbar’, vereinzelt spätmhd. bildsam ‘vorbildhaft’, nhd. in den heutigen Verwendungen seit Mitte des 18. Jhs. Bildung f. ‘der Vorgang des Entfaltens der geistigen Anlagen, des Erziehens sowie dessen Ergebnis’, auch ‘Schaffung, Formung’ und ‘Gestalt’, ahd. bilidunga ‘Widerschein, Abbild’ (11. Jh.), bei Notker (für lat. imāginātio) ‘Vorstellung, Vorstellungskraft’ (vgl. asächs. unbiliðunga ‘Unförmigkeit’, 11. Jh.), mhd. bildunge ‘Bildnis, Gestalt, Muster’, in der Mystik ‘Phantasie’; nhd. zunächst vor allem ‘bildliche Darstellung, Abbild’ und (sehr verbreitet im 18. Jh.) ‘Gestalt’, seit Mitte des 18. Jhs. (dem Verb bilden entsprechend, s. oben) auch ‘geistig-seelische Formung des Menschen, Erziehung’.
3230 Zeichen · 89 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Bildsamadj., adv.

    Campe (1807–1813) · +3 Parallelbelege

    ○ Bildsam , — er, — ste, adj. u. adv. was sich leicht bilden läßt. »Ehe ihn (den Dionysius) Plato vollkommen zahm und bi…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    bildsam

    Goethe-Wörterbuch

    bildsam mit 24 Belegen häufiger (u semantisch differenzierter) als bildungsfähig (5 Belege) 1 formbar (von einem Materia…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit bildsam

2 Bildungen · 1 Erstglied · 0 Zweitglied · 1 Ableitungen

Ableitung von bildsam

bild + -sam

bildsam leitet sich vom Lemma bild ab mit Suffix -sam.

bildsam‑ als Erstglied (1 von 1)

bildsamkeit

DWB

bildsam·keit

bildsamkeit , f. bildsamkeit ist ein hauptzug, der die sprache der Deutschen unterscheidet. Klopstock 7, 329 ; seine spur schuf in mich bild…

Ableitungen von bildsam (1 von 1)

unbildsam

DWB

unbildsam , adj. adv. , gegentheil des etwas später bezeugten bildsam Weigand-Hirt 1, 238 ; Heynatz antib. 1, 260 . formlos, der form und bi…

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APA
Cotta, M. (2026). „bildsam". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 12. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/bildsam/pfeifer_etym
MLA
Cotta, Marcel. „bildsam". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/bildsam/pfeifer_etym. Abgerufen 12. May 2026.
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Cotta, Marcel. „bildsam". lautwandel.de. Zugegriffen 12. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/bildsam/pfeifer_etym.
BibTeX
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