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bestecken

mhd. bis sprichw. · 14 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Pfeifer_etym
Anchors
15 in 14 Wb.
Sprachstufen
6 von 16
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21
Verweise raus
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Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)

bestecken

bestecken

stecken Vb. (transitiv) ‘stechend befestigen, an einen bestimmten Platz bringen, unterbringen’, (intransitiv) ‘haftenbleiben, festsitzen’ vereint in seiner mhd. Lautform zwei ehemals eigenständige Verben, einerseits das Kausativum ahd. stecken ‘anheften, annageln’ (9. Jh.), mhd. stecken ‘einstechend befestigen’ bzw. mnd. nd. mnl. sticken (mit älterer Vokalstufe, dadurch lautlich mit sticken ‘feine Muster einnähen’ zusammenfallend), andrerseits (mit expressiver Konsonantendoppelung) das Durativum ahd. steckōn (8. Jh.), mhd. stecken ‘eingestochen festhaften, sich befinden’, das seit dem 16. Jh. unter Einfluß von stechen zuweilen stark flektiert (vgl. der Brief stak im Kasten). Beide sind zu dem unter stechen (s. d.) behandelten Verb gebildet. – Stecker m. ‘wer oder was steckt’ (17. Jh.), ‘Geräteteil zur Herstellung elektrischer Kontakte’ (20. Jh.). Steckling m. ‘zum Anwurzeln in die Erde gestecktes Reis’ (18. Jh.), gebildet nach älterem Setzling (s. setzen). Steckbrief m. ‘öffentliche Aufforderung zur Mithilfe bei der Ergreifung eines flüchtigen Täters mit dessen genauer Personenbeschreibung’ (16. Jh.), eigentlich wohl ‘Haftbefehl’, d. h. Anweisung, jmdn. ins Gefängnis zu stecken. Steckrübe f. Rübensorte, die als junge Pflanze verpflanzt (gesteckt) wird (16. Jh.). abstecken Vb. ‘abgrenzen (mit Pfählen), loslösen’ (16. Jh.), ‘mit Stecknadeln anpassen’ (20. Jh.). anstecken Vb. ‘an etw. befestigen, einen Brandsatz anbringen und dadurch in Brand setzen, ein Faß öffnen’, ahd. anasteckōn (11./12. Jh.), mhd. anestecken ‘anzünden, ein Faß öffnen’ (mnd. ansticken, s. oben); bildlich ‘(Krankheiten) zündstoffartig mitteilen, (sich) infizieren’ (16. Jh.); ansteckend Part.adj. ‘infizierend’ (17. Jh.); Ansteckung f. ‘Infektion’ (17. Jh.), älter ‘Entzündung von Feuer’ (15. Jh.). aufstecken Vb. ‘hochstecken, oben anbringen, aufsetzen’, mhd. ūfstecken; übertragen ‘etw. aufgeben, auf etw. verzichten’ (19. Jh.), jmdm. ein Licht aufstecken ‘jmdm. etw. klarmachen, ihn aufklären’ (17. Jh.). bestecken Vb. ‘steckend mit etw. versehen, hineinstecken’, ahd. bistecken ‘hineinstecken’ (11. Jh.), mhd. bestecken ‘bedecken, festsetzen, steckenbleiben’. Besteck n. ‘was zusammengesteckt ist’, z. B. ‘(zur Zierde) Aufgestecktes’ am Helm oder Degen (16. Jh.), ‘Messer, Gabel, Löffel’ als zusammengehörender (ehemals in einem Futteral befindlicher) Satz (17. Jh.), ‘Futteral, Etui für Werkzeuge und sein Inhalt’ (18. Jh.). verstecken Vb. ‘verbergen’ (16. Jh.); vgl. ahd. firstecken ‘verstopfen’ (Hs. 13. Jh.), mhd. verstecken ‘ersticken machen’; Versteck n. ‘heimlicher Aufbewahrungsort’ (18. Jh.), mnd. (in der Seemannssprache) vorstecke ‘Hinterhalt, geheime Absicht’.
2670 Zeichen · 113 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    besteckenswv.

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer) · +4 Parallelbelege

    be-stecken swv. BMZ prät. bestacte, part. bestecket, bestact, bestaht, trans. bestecken Er. Ludw. Krone. mit loube sich …

  2. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    besteckenst. V.

    Köbler Mnd. Wörterbuch

    bestecken , st. V. Vw.: s. bestēken (1)

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Bestêcken

    Adelung (1793–1801) · +5 Parallelbelege

    Bestêcken , verb. reg. act. 1) Für das einfache stecken; doch nur in den gemeinen Mundarten, wo man mehrmahls bestecken …

  4. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    bestecken

    Goethe-Wörterbuch

    bestecken nur im Zustandspass ‘mit etw besteckt’: mit etw Angeheftetem, provisorisch Befestigtem bedeckt in meinem Zimme…

  5. modern
    Dialekt
    besteckenschw.

    Pfälzisches Wb.

     be-stecken schw. : im Neujahrswunsch: Ich winsch eich e runder Disch, rundichrum gebackener Fisch, in de Mitt e Flasch…

  6. Sprichwörter
    Bestecken

    Wander (Sprichwörter)

    Bestecken Bist du schon besteckt, greiff ans Rad, so gehet der Karren. – Petri, II, 46. Ueber »bestecken« vgl. Grimm, Wb…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit bestecken

1 Bildungen · 0 Erstglied · 1 Zweitglied · 0 Ableitungen

Ableitung von bestecken

be- + stecken

bestecken leitet sich vom Lemma stecken ab mit Präfix be-.

Zerlegung von bestecken 2 Komponenten

best+ecken

bestecken setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

bestecken als Zweitglied (1 von 1)

umbestecken

Lexer

umbe·stecken

umbe-stecken swv. BMZ steckend umgeben mit Traugem. 2,4. Beliand 3872. vgl. umbesticken.

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „bestecken". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 18. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/bestecken/pfeifer_etym
MLA
Cotta, Marcel. „bestecken". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/bestecken/pfeifer_etym. Abgerufen 18. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „bestecken". lautwandel.de. Zugegriffen 18. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/bestecken/pfeifer_etym.
BibTeX
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