BESTECKEN vb. zu 1stecken
trans. vb. 1DWB 10,2,1,1298 ff. u. 2stecken
intrans. vb. 1DWB 10,2,1,1319 ff. ahd. bistecken,
mhd. bestecken.
die bed. 1 – 3
sind trans., die bed. 4
intrans. 1 ‘
etwas, sich mit etwas (auf-, angestecktem) versehen, schmücken’ , ‘
boden mit knollen, zwiebeln vollstecken, mit etwas bepflanzen’ ,
auch übertr.; zuerst ‘hineinstecken’: 11.jh.
insertabo pistecho
ahd. gl. 2,472,20 S./S. ⟨u1160⟩ mit schœnen phellen bedechet, / mit manigem liechte bestechet, / mirre unt wîrouch / wirt dâ gebrennet Heinrich v. Melk
erinn. 572 H./K. ⟨2.h13.jh.⟩ o herre, bezette mich mit bluͦmen und bestek mich mit oͤpfeln, won ich serwe nach diner minne
st. georgener prediger 327 DTM. ⟨2.h14.jh.⟩ daz harnasch, wappen unde wat / mit pheilen was besteket Suchenwirt
9,159 P. z.j.1506 da was die kostenlich vasnacht, heten einen schliten mit grunem bestekt Deichsler
in: (Nürnb.) chr. dt. städte 11,698. 1521 der gleychen ist dz Frāckenland mit pfaffen besteckt vnd besetzt Bucer
Karsthans 49 HND. 1535 dieweil der keyser mit groͤssern lastern vnnd schanden besteckt
(war) Micyllus
Tacitus 275a. M16.jh. so jhemand von den hirten, schafern und ihrem gesinde auch von denen, so pferde im grase hueten in- oder auszerhalb der pfendezeit uf der saet, im korn, uf den bestackten
(‘mit verbotszeichen versehenen’) wiesen .. befunden oder gepfendet wirt, der soll dem cleger seinen schaden nach erkendnus legen
qu. verwaltungsgesch. Quedlinb. 1,73 L. 1604 wenn der hopffe wol ansetzt, .. so kan man von einem stock, der wol bestackt
(‘mit stecken gestützt’) vnd bewachsen ist, wol einen halben schöffel hopffen .. erzeugen Colerus
oecon. 2, Bb 2a. 1620 vnd dermassen mit bekäntlichen, offenbaren vnd vnwidersprechlichen schülden besteckt, daß jhme dieselben zubezahlen vnmüglich
landrecht Preussen 1,84. 1632 der dieb kömmet hinein, begehret, daß man jhm alle silberne becher solle einschencken, trincket jmmer einen nach dem andern auß vnd stecket sie bald zu sich vnd spricht: also mache ich es. als er sich nun wol bestackt, spricht er: .. Kreckwitz
lustwäldlin 278. 1697 die ersten drey wagen waren mit vilen schwartz und gelben fähnlein besteckt, und mit kränzen und bändern behenckt und ausgebutzt Ettner
doctor 814. 1712 eisen bestecken, heist stiele in die eisen machen Marperger
naturlex 453. ⟨1799⟩ obschon zu vorbeugung der an den ufern der flüsse sich von zeit zu zeit ereignenden beträchtlichen wasserschäden .. weislich verordnet worden: daß die ufer mit weiden bestecket
(werden), in: Berg
hdb. policeyrecht (1799)6,2,838. 1821 als der wind dem einen der kleinen reiter den talar etwas aufhob, starrte ein vogelfuß hervor, dessen krallen mit brillantringen besteckt waren E. T. A. Hoffmann
11,15 G. 1828 mit königskerzen ist die schluft / des waldbachs all besteckt Wackernagel
ged. 11. 1831
(die jungfrau) besteckt dann ihren busen, mit düstrem rosmarin Hebbel
III 1,5 W. 1930 es sind dazu zwei methoden in gebrauch: die bepflanzung mit sog. strandgräsern und das bestecken mit reisig Dengler
waldbau 430. 1930 der christbaum war mit frischen lichtern besteckt worden und erhielt um mitternacht nochmals seinen weihnachtsglanz G. Hauptmann
leidenschaft 2,79. 1963 dieser verfluchte dickschädel
(Bienkopp) bringt es fertig, ihm das gemeindeland vor der nase mit kartoffeln zu bestecken Strittmatter
Bienkopp 173. 2006 dort, wo sich das südliche Moçambique wie ein segel aufbauscht, ragt eine mit palmen und nadelbäumen besteckte landzunge gegen nordosten in den Indischen Ozean
n. zürch. ztg. (19.10.)31a. 2 ‘
sich, jmdn. verstecken, verbergen’: 1331 den di libe vølliclich / dort alle sunde decket / und seliclich bestecket / da binnen in dem herczen Tilo v. Kulm
6198 DTM. 1532 das es allain by jnen bayden beschlosschenn sy, darnach zu gesetzeter zyt mit allen vortaylen listen, bestecktten halten, durch haymlich weg .. den vind vberfallenn Busteter
ernstl. ber. 13 P. 1542 Hans Claus .. wolt auf Pfaffenhofen geflochen sein, kam er under aynen baum und bestecket sich selbs under aynem ast
qu. bauernkrieg Oberschwaben 30 LV. ⟨1566⟩ in dem besteckt er
(der oberst) beseits etliche hauffen .. hinder waͤld oder buͤhel Fronsperger
kriegßb. 1(1571)168b. 3 ‘
etwas anberaumen, festsetzen’: ⟨1415/6⟩ keynen strid sal her besprechin / czu haldin uf eynen bestacketin tag / her irkenne dan siner vinde gebrechin / daz her en wol angesegin mag Rothe
ritterspiegel 3938 ATB. 1474 ist danne beyden partigen eyn endehafft tagk geleyt unde bestagkt gewest
schöffenspruchsamml Pössneck 1,287 G. 1494 ehe man den zehent bestecket und hebet
öst. weist. 9,182. 4 ‘
feststecken, haften, verhaftet sein’,
häufig bestecken bleiben.
auch übertr.; unter dem einfluß von stechen
zuweilen st. flektiert (vgl. et. wb. dt. 51349b f. dtv): E12.jh. bestechet bin ich in læime tiefem
cod. pal. vind. 2682 1,106 LGF. ⟨v1209⟩ daz wazzer begunde / dicken von des nebels kraft / als vaste daz wol ein schaft / dar inne bestecket wære Wirnt
6873 K. ⟨u1300⟩ als alle die sunden blecken / die wir lazen nu bestecken / in dem herzen ungebichtet Heinrich v. Hesler
apokalypse 20290 DTM. ⟨u1300⟩ einem wolfe ein bein bestecket was / in sîner keln Hugo v. Trimberg
1933 LV. 1449/50 auch die leut .. mochten erkennen im velde bei demselben gemerck, ob ein wagen in dem feld wer umb gefallen oder besteckt, daz die in wider geledigt und aufgehaben hetten
(Nürnb.) chr. dt. städte 2,258. 1566 desgleichen da ein gesandter im anfang seiner rede und antragen erschrak und bestack, also daß er .. gleichsam verstummete Aurifaber
nach Luther
tischreden 4,265 W. ⟨1570/1606⟩ inmittelst ist der reichstag zu Augsburg eingefallen, dahin sich die beide gebrüder .. in der person verfügen wollen, dadurch also das werck der
(erb)theilung bestecken blieben Wedel
hausb. 101 LV. 1575
(ein reiter ) welcher mit seim pferd eim grossen feißten schelmen, der da ersoffen war, mit dem rechten schenckel biß an die kniebuͤg inn den bauch ful, vnd .. bestack, daß ers nit mehr herauß bringen kont Fischart
geschichtklitterung 373 HND. 1586 ein ander orden ward gestifft, / so allein die weiber antrifft, / die waren all schwartz angethan / von vnten auff biß oben an, / sie warteten der krancken leuth, / darvon gar offt ein gute beut / bestecken blieb jhrem orden, / von dem sie dar geschickt worden Lautenbach
frauwenzimmer 122 faks. 1598 wenn man mit dem wagen im koth besteckt Colerus
oecon. 4, R 3a. ⟨1599⟩ wan ein weibsperson einmal hat vbers poͤgl getretten, so bleibt sie jmmerdar in der schande bestecken Albertinus
sendtschreiben (1603)3,85b. 1690 da er .. seine oration, die er bester massen studiret und memoriret, angefangen hatte, blieb er mitten in derselben bestecken Happel
academ. rom. 677. 1716 daß man .. die zähne mit guten zahn-pulver saubre und reinige, damit nichts von denen speisen inn oder zwischen selbigen bestecken bleibe Marperger
küch- u. keller-dict. 1338b.Arbeitsstelle