lautwandel 53 Wörterbücher · 2,7 Mio. Artikel
Wildcard · " Volltext

Aggregat · alle Wörterbücher

Beschläge

nhd. bis Dial. · 6 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Meyers
Anchors
6 in 6 Wb.
Sprachstufen
4 von 16
Verweise rein
6
Verweise raus
11

Eintrag · Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

Beschläge

Bd. 2, Sp. 747
Beschläge, in der Bau- und Möbeltischlerei Metallteile, die Türen, Fenstern und Möbeln zur Befestigung und zum Schutz der Holzteile, zu einem praktischen Zweck (Griffe) oder zu äußerlichem Schmuck aufgenagelt oder aufgenietet werden. Im Altertum wurden namentlich bei den Römern hölzerne Laden und Kasten durch eiserne B. und Schlösser gesichert und diese auch künstlerisch ausgebildet. Zu umfangreicher Anwendung und Ausbildung gelangten schmiedeeiserne B. im romanischen und gotischen Mittelalter, zunächst bei hölzernen Türen, die aus schmalen Brettern zusammengesetzt waren und durch querlaufende Bänder zusammengehalten wurden. Zu diesen Zungenbändern gesellten sich Türringe, Türklopfer und Schlösser, so daß in der gotischen und in der Renaissancezeit der Beschlag einer Tür etwa ein Zehntel der Holzfläche bedeckte. Neben dem praktischen Zweck des Zusammenhaltens trat auch bald der dekorative hervor. Von schmiedeeisernen Beschlägen des Mittelalters und der Renaissance hat sich eine beträchtliche Zahl an Türen, an Möbeln und vereinzelt erhalten (s. Tafel »Schmiedekunst«, Fig. 2,9,11,17 u. 24), und diese Vorbilder haben in den 70er Jahren des 19. Jahrh. zu einer künstlichen Wiederbelebung der B. geführt. Seit der zweiten Hälfte des 17. und vollends im 18. Jahrh. wurde das Schmiedeeisen vielfach durch Bronze und Messing, die der Neigung der Möbelkünstler zu leichten Beschlägen mehr entgegenkamen, ersetzt. Die neuen Versuche, die Anwendung schmiedeeisener B. nach den Mustern der gotischen und der Renaissancezeit wieder volkstümlich zu machen, haben wohl zu einer wesentlichen Hebung der Technik geführt, aber praktischen Zweck nicht gehabt. Mit größerm Erfolge hat sich die moderne Bewegung seit dem Anfang der 90er Jahre des 19. Jahrh. der B. für Möbel angenommen, weil sie auf eine Reform des Möbelstils im Sinne moderner Zweckmäßigkeit gerichtet war. Der Bewegung in Deutschland war England schon um Jahrzehnte zuvorgekommen, zunächst nur unter Betonung der praktischen Brauchbarkeit. In neuester Zeit ist aber auch in England neben dieser rein praktischen Richtung die dekorative wieder in Aufnahme gekommen (Fig. 1 u. 2). In Deutschland werden ebenfalls beide Richtungen gepflegt, was sich aus der veränderten Bestimmung der B. erklärt, die bei den modernen Türen und Möbeln ihren ursprünglichen Funktionszweck völlig verloren und nur noch dekorative Bedeutung haben. Auf dem Gebiete dekorativer Möbelbeschläge haben sich besonders in München H. Obrist, A. Endell, B. Pankok, Riemerschmid, A. Petrasch (s. Tafel »Möbel II«, Fig. 1), H. E. v. Berlepsch, I. Lasser (Fig. 3–6), der Belgier H. van de Velde, Otto Eckmann in Berlin ausgezeichnet. Neben den rein dekorativen Beschlägen und Griffen haben noch die Schlüsselschilder eine liebevolle Ausbildung erfahren (Fig. 7 u. 8). Vgl. F. S. Meyer, Handbuch der Schmiedekunst (2. Aufl., Leipz. 1893); I. Stockbauer in Buchers »Geschichte der technischen Künste« (Bd. 3, S. 19–24, Stuttg. 1893).
2966 Zeichen · 57 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Beschläge

    Adelung (1793–1801) · +2 Parallelbelege

    Das Beschläge , des -s, plur. ut nom. sing. alles dasjenige zusammen genommen, womit eine Sache so wohl zur Befestigung,…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Beschläg(e)

    Goethe-Wörterbuch

    Beschläg(e) neutr bearbeitetes Metallstück zur Verzierung Die Säbel .. mit schwarzen Scheiden, das Beschläge polirter St…

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Beschläge

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Beschläge , in der Bau- und Möbeltischlerei Metallteile, die Türen, Fenstern und Möbeln zur Befestigung und zum Schutz d…

  4. modern
    Dialekt
    Beschlägem. n. n. n.

    Pfälzisches Wb.

    Be-schlag m. , Be-schläge n. , Be-schlägs n. , Be-schlähts n. : 1. 'Metallbeschlag an Geräten und Möbeln', Beschlag (-šl…

Verweisungsnetz

23 Knoten, 17 Kanten

Tap auf Knoten öffnet Detail · Drag zum Umpositionieren · Scroll zum Zoomen

1-Hop 2-Hop
Filter:
Anchor 2 Kompositum 17 Sackgasse 4

Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit beschlaege

1 Bildungen · 1 Erstglied · 0 Zweitglied · 0 Ableitungen

Ableitung von beschlaege 3 Analysen

be- + schlaege

beschlaege leitet sich vom Lemma schlaege ab mit Präfix be-.

Alternativen: beschlaeg+-e be-+schlag+-e

beschlaege‑ als Erstglied (1 von 1)

Beschlägels

RhWB

beschlaeg·els

Be-schlägels bəšlE:jəlts Dür-Froitzh Leversb Lüxh Soller Sg. t. n.: der mittlere Teil des Peitschenriemens, der Beschlag.