Eintrag · Mittelhochdeutsches Wb. (MWB)
balle swM.
2 ‘Ballen (an Händen und Füßen)’
3 ‘Warenballen’
1 ‘Ballen, Rundung’ phras. in Vergleichen: – ‘rund wie ein Ballen’ sein stirn ist sinbel geleich ainem pallen BdN 51,22; der berc was ein cristalle, / sinewel als ein balle UvZLanz 210; uz irer bruste saffe / zwen eppfel sint entsprungen, / gebrutet und auch gedrungen / zu sammen als ein balle Minneb 3241. – unter dem Aspekt ‘Beweglichkeit, Geschwindigkeit’: dô ich sô vil manic edele wîp / den sînen keiserlîchen lîp / und sînen ritterlîchen prîs / mit lobe gehôrte in ballen wîs / als umbe trîben unde tragen Tr 1030 2 ‘Ballen (an Händen und Füßen)’ knorrecht und slimpfes an gewit / da vorne gen dem balle, / derst torpellich mitalle Physiogn 391; doch muz man der seiten klanc / nemelich an der harfen / irholn mit negelen scharfen / und mit der vingere ballen HeslApk 9709; als ein grîfe hêt si klâ / an den vingern allen. / rôt und linde ballen / die man an schœnen vrouwen siht, / ich wæne wol dern hêt si niht Wig 6319; swelch ros mavchel reh ist [eine Entzündung im Bereich der Fessel hat] , daz spreizet sich auf dem pallen Albrant 1,6 u.ö. 3 ‘Warenballen’ unde ist sin reht davon, daz man im von dem ballen aht ris gaebe StRAugsb 40,14. 40,15; zweinzic hundert ballen / von lînînen tuochen EnikWchr 12952; ouch kouften si dâ / bunt, hermîn unde grâ / und luoden des manigen ballen Ottok 73107
MWB 1 411,49; Bearbeiter: Diehl