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backofen

nhd. bis spez. · 10 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

RhWB
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Eintrag · Rheinisches Wb.

Backofen

Bd. 1, Sp. 380
Back-ofen , in WEif  m.: 1. der B. und die nächste Umgebung desselben; ist während des Backgeschäftes die Rede von ihm, so nennt man ihn einfach Oven. In Gegenden, die reich an Steinen sind und bei gewerblichen Anlagen ist die umgebende Mauer aus Bruchsteinen, das Innere aus einem besonders im Siebengebirge bei Koenigsw gebrochenen und bearbeiteten Mergelstein, dem Backovesten, oder aus Doffsten. Der Kleinbauer begnügt sich mit Ziegel gewölbe und Ziegelboden, die mit einer festen Lehmschicht (Esters) überkleidet sind. Überall ist die äussere Seite des Gewölbes mit einer die Wärme erhaltenden dicken Lehmschicht bekleidet. Er besteht aus einem starken Murwerk, der Ongerlog; das Fundament mit dem Murwerk wird der Strongk genannt, der sich nicht senken darf, da sonst auch der B. Ress oder Bärsch bekommt. Deshalb werden in den Str. zwei Eisen eingelegt, auf beiden Seiten mit Schlösseln verankert. In den Str wird das Eischeloch mit eingemauert. Auf den mit Sand angefüllten Str. wird der Herd aufgelegt, fest zusammengefügt, nach hinten 10—15 cm höher. Das Mongkloch wird mit dem Herd gleichmässig angesetzt. Dann wird der Kranz gelegt, 15—18 cm hoch, auf ihm die Bouən (Bogen), mit Brettern bedeckt; dann wird die Kapp oder der Wolf immer zu einem halben Stein zusammengefügt. An der hintern Ecke der Kapp werden zwei Zochlöcher gelassen für die Kall. Die Kapp liegt 5 cm höher als das Mongkloch; über diesem ist ein Rochfänger eingemauert, welcher in den Kamin führt. Auf die Kapp wird wieder Sand aufgelegt und die Kall oder Zöch werden bis zum Kamin durchgeführt. Sind die Zöch fertig, wird der Ofen dick mit Lehm überzogen und dann angestocht; ist dann der Lehm so weit angetrocknet, wird er mit einem Böcher (Klöpper) festgeschlagen. Ist der Ofen ausgestocht (die erste Feuerung ohne Ress vorbei), wird er mit Spis (Mörtel) überzogen, und er ist nun fertig zum Backen. Es gibt auch Bauernbacköfen, bei denen nur der Herd aus Steinen besteht, die ganze Kappe aber nur aus Lehm. Beim Anlegen dieser Lehmkappe wird zuerst das Gestell (Fürbau) mit Steinen und Geröll angemauert; mitten bleibt ein kleiner Kanal; ist die Form fertig, so wird guter, verarbeiteter Lehm bis zu 50 cm dick aufgetragen. Dann wird in dem Kanal allmählich gestocht. Ist der Lehm dann soweit angetrocknet, so wird mit dem Böcher immer gehämmert, bis das Ganze eine feste Masse bildet. Beim Stochen inwendig zerspringen die Steine des Vorbaues; immer [] werden die Stücke herausgezogen, und zuletzt steht die Lehmekapp ganz frei Sieg-Fussh. Teile des Backofens (s. d. W.). α. die von einer eisernen Türe, die in Angeln geht und mit einem Riegel zum Schliessen versehen ist, geschlossene Öffnung des Backofens: Back-, Feuer-, Mundloch, Mundstück, Schnute, Ofen-, Schiess-, Schliessloch. Die Türe heisst: Feuer-, Ofentür. Bei Bauernbacköfen besteht sie oft nur aus einer eisernen Platte oder einem dicken Brett, das durch entgegengestemmte Steipen festgehalten wird. Die Ritzen werden durch Teig oder Dreck, ja im Winter durch Kuhmist verklebt, damit die Hitze nicht entweicht. — β. der unter dem Mundloche liegende Stein: Rester, Rand-, Mundstein. — γ. der Boden des Backofens: Bett, Boden, Flur, Fuss, Herd, Platte, Tenne. — δ. das Gewölbe: Decke, Gesims, Gewölbe Haube, Himmel, Hut, Kappe, Kuppe, Oberwolfsel, Wolf. — ε. der Zwischenraum zwischen Boden und Decke: Feuerung, Hitzloch, Hölle. — ζ. Zuglöcher zur Regelung der Luftzufuhr und der Hitze: Dunstloch, Foche, Klappe, Luftloch, Züge, Zugloch, Zugrohr, Zugstein (der die Zuglöcher verschliesst). — η. die Leitung von den Zügen zum Kamin: Zug, Kall, Schacht, Rauchloch, Schwademsloch. — θ. Aschenlöcher, Breschenecke, Kohlenecke, Schurploch, Aschgat. — Der B. wird mit Backholz (s. d.) angeleg, ongebaut, dann agestoch, angebözt und so lange gəhetzt, bis er weiss, weissglehdig ist. Gefördert wird das Verbrennen des Backholzes, indem man durch Öffnung der Zuglöcher Luft hinzulässt und indem man mit der Reckelsgeərt, Schorstang, Stir-, Schirreidel, Feierstippeler die brennenden Scheite zerstösst (s. d. W.). Die genügende Hitze wird festgestellt, indem man Mehl hineinwirft; flammt es auf, so ist er zu heiss; röstet es, so ist er genügend heiss (Mos); drei Ähren werden am Schoss festgemacht, u. mit ihnen fährt man dreimal im B. herum; verbrennen sie, so ist der B. zu heiss; sengen sie nur an, so hat er genügend Hitze Hunsr. In der Eif hält man die Hitze für hinreichend, wenn der Kopp (Gewölbe) des B. weiss ist und der Herd funkt, d. h. es müssen von dem Stirreidel knisternde Feuerfunken abspringen, wenn man damit über den Herd fährt. De B. moss röt sen un funkeln Merz-Losh. Im Nfrk sagt man, der Ofen sei heiss genug, wenn der Hiəmel wer klor wüəd, d. h. wenn der schwarze Beschlag am Gewölbe, Moən (Mond) genannt, wieder verschwindet. Ist die Hitze zu stark, dann heisst es: Wir müssen den Oəvə jet flau (oder sleit = schlicht) weərde loətə, und dann zieht man einen der Züge heraus. — Im B. wird nicht nur Brot gebacken; er dient auch zum Dörren des Obstes (s. Backenbirne, -fitten, –mus, Backenoff), zum Anglühn (Beizen, Bähen) [] der Zaunstecken, der Baumpfähle an der Spitze, zum Dörren des Hafers. RA.: Et ös he esu hess (en Hetz) wie en em B. Mer ment, mer wör en em B. Rip, Allg. Gegen en B. gappe der Gewalt widerstehen wollen. Gegen en hesse (glöhnige) B. ös net got gappe (gapp ens gen ene B.) vergebliches Bemühen eines Armen, nieder Gestellten gegen einen Reichen und mehr Vermögenden; mit einem groben Menschen ist nicht gut reden Rip, Allg. Gapp ens gen ene B., da siehste, we de grütste Mul hät! Rip. Et notz esu vill, als wemmer gen ene heisse B. gappt Ahrw. Gangk ens gege ne h B. an! Köln-Ehrenf. Mer mott neit tege ene B. de Mul opstippe Kref-Linn. — De grault as wie e B., den de Dag siewe mol gehitzt get Saarbg-Soest. — De hät en Mul su gruss wie en B. He riss de M. op wie en B. Ein Dummer steht do wie en B., der de M. opriss Rip, Allg. Ein Tauber, ungehorsames Kind hert wie en B., hot Ohre wie en B. Hunsr. De hät Ogen wie en glöhnige B. Schleid-Call. — Hen as su kropeg (klein), hen kennt am (im) B. dreschen Eif. Der Krummbeinige kann en em B. exerziere Bergh-Blatzh. Die Ben stehn noch em B. x-Beine Kreuzn-Rüdesh. Du grischt Enfäll wie e alder B. Saar. En alder B. is nit gut leschen von der Liebe einer alten Frau Nahe. Dem B. ös engefallen die Frau hat geboren Nfrk. — Du dömps (qualmst) ävel, äs wenn ärm Lüj de B. ant stoake wöre Heinsb. Der racht wie e B. Ottw-Neunk. Me sök gene en ene B. oder me hät selfs dre geseisse Jül-Warden. Hät der Düvel et Brett (Broteinschieber) fresse, da ka he oeh dr B. noch fr. Jül-Linnich. Das Mädchen, das einen armen Mann geheiratet hat, sall wahl gäng (bald) mot dem lengen (leinen) B. las de Düren gohn Malm-Amel. Me kann suviel Kis (Käse) esse, ehr me en Pund Fett um de Leif kret, wie ne Schni brauch fir en B. ze hetze Wittl-Greimerath. Wo meh Fraleit am Haus sein wie B., do dogt et neist Trier-Ehrang. Dat es e schlechte B., den e Dag net sein zwei Gebach Brot gebach hat Bernk. Et (die ältere Tochter) kimmt hennicht de B. zum alten Gerümpel, wenn eine jüngere Schwester heiratet Neuw-Datzeroth. — Rätsel. Owe platt, inne pl., platteriat, bat os dat? Koch-Urschmitt. Et es en Stall voll brunge Schof, der helzen Luwig leift em no Siegld. — Kindersp. In de B. schiven, wobei sich ein Knabe auf den Boden legt, die Hände über den Kopf hinaus mit der Handfläche nach oben flach auf die Erde breitet und die Beine senkrecht zum Körper in die Höhe richtet, ein zweiter Kn. sich auf die Hände stellt und von dem ersten durch die Luft geworfen wird, so [] dass es wieder auf die Beine zu stehen kommt, auch Brut en de B. schessen; enen en de B. schuppen Mosfrk, Sieg. Beim Wolfsp. rufen die Kinder (Elen), die gefangen sind, furchtsam aus: Mudder, der B. is an, d. h. der Wolf will uns braten Saar. Bei einem Fingersp.: Holt schniə van alde Wiə; Klompe make, dat sall krake; scheit, sch. en enen B.! Kref. — 2. übertr. a. vorlauter, schwatzhafter Mensch Erk-Körrenz. — b. Backöfchen (-ke) Vögel, die in die Ufer ein rundes Nest graben mit seitlichem Eingang wie ein länglicher B. und zwar: Steinschmätzer, Weisskehlchen, saxicola oenanthe Kreuzn, Saarl-Hüttersd; Wiesenschmätzer MGladb-Neuwerk; Goldhähnchen Grevbr-Wickrathh; Grasmücke MGladb-Giesenk, Kemp-Süchteln; Weidenlaubsänger, Zeisig Mörs; Zaunkönig Kreuzn-Spall, MGladb-Rheind, Düss-Erkr, Kemp-SHubert Süchteln; Zaungrasmücke Mörs-Neuk. — c. Bocköfkes eine Art Holzschuhe mit grossen Hemmele, so dass es nicht nötig ist, Lederriemen anzunageln Kemp, MGladb-Rheind. — d. verächtl. Mund. De ritt den B. op MGladb.
8640 Zeichen · 168 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Backofen

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    Der Backofen , des -s, plur. die -öfen. 1) Ein Ofen zum Backen, besonders des Brotes. Daher der Backofenzins, so wohl da…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Backofen

    Goethe-Wörterbuch

    Backofen Quartier in einem [ Wohn- ] Hause .. der große Raum mitten inne zugleich Küche, Versammlungsplatz .. In der Eck…

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Backofen

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Backofen , s. Brot .

  4. modern
    Dialekt
    Backofenm.

    Pfälzisches Wb. · +1 Parallelbeleg

    Back-ofen m. : 1. sowohl der öffentliche wie auch der private B., Backowe, -ouwe usw., s. F. Der öffentliche B. befand s…

  5. Sprichwörter
    Backofen

    Wander (Sprichwörter)

    Backofen 1. Ein backofen, der nicht heiss ist, vnnd ein mühl, die nicht vmbgehet, seynd vnwerth. – Henisch, 166 (170 ist…

  6. Spezial
    Backofen

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Back|ofen m. (-s, ...öfen) (für Brot, freistehend oder in der Küche) furn da pan m.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit backofen

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Zerlegung von backofen 2 Komponenten

back+ofen

backofen setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

backofen‑ als Erstglied (30 von 96)

backofen als Zweitglied (8 von 8)

Bauerbackofen

Campe

bauer·backofen

Der Bauerbackofen , des — s, Mz. die — öfen, ein Backofen auf dem Lande, ganz von Lehm, wie ihn die Bauern zu machen pflegen.

Feldbackofen

Campe

feld·backofen

Der Feldbackofen , des — s, Mz. die — öfen , ein zum Behuf der Feldbeckerei eingerichteter Ofen; auch bloß der Feldofen .

gemeindebackofen

DWB

gemeinde·backofen

gemeindebackofen , m. backofen zum gebrauch der gemeinde, im 16. jahrh. gemeiner backofen ( auch bannofen); communbacköfen sollen an volkrei…