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Anmaßung

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GWB
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Eintrag · Goethe-Wörterbuch

Anmaßung

Bd. 1, Sp. 616
Anmaßung-s- GWBB39,80,10 Pl mehrf; ‘A. gegen’ GWB7,142,6  a vorwiegend als Verhaltensweise: (allzu) hoher Anspruch, Anforderung, Zumutung; gegenüber sich selbst  Jeder spricht sich nur selbst aus, indem er von der Natur spricht, und doch darf niemand die A. aufgeben wirklich von der Welt zu sprechen GWBB31,54,25 Schultz 8.1.19  die Idee auf’s Nützliche gerichtet, vielleicht die ursprünglichste Richtung von allen, und doch schon so hoch stehend, indem sie den unmittelbarsten Bezug der Gegenstände auf den Menschen bezeichnet, im Vorgefühl jener stolzen A., daß der Mensch die Welt zu beherrschen habe GWBN6,347,21 Morph Aphorist  Wo A. mir wohlgefällt? | An Kindern: denen gehört die Welt GWB2,235 Sprichw 259  Betrachtet man diesen Trieb [Märchen als eigenes Erleben zu erfinden] recht genau, so möchte man in ihm diejenige A. erkennen, womit der Dichter selbst das Unwahrscheinlichste gebieterisch ausspricht, und von einem jeden fordert, er solle dasjenige für wirklich erkennen, was ihm .. als wahr erscheinen konnte GWB26,77,9 DuW 2  [Sturm u Drang] Epoche der genialen A. Diese mußte nothwendig aus der Tendenz nach unmittelbarer Natur entstehn. Die Individuen wurden von allen Banden der Critik befreyt und jeder konnte seine Kräfte schätzen und überschätzen, wie ihm beliebte GWB28,374 DuW Schema GWB28,117,19 DuW 12  Sich frei zu erklären ist eine große A.; denn man erklärt zugleich, daß man sich selbst beherrschen wolle GWB422,107,27 Wort f jgDichter  Dasjenige erkennen .. zu wollen, was man nicht mit Augen sieht, was man nicht greifbar darstellen kann, erklärt er [Cuvier] nicht undeutlich für eine A. GWBN7,169,12 PrincPhilZool I  Eigentlichen Bettlern, gebrechlichen alten Leuten habe ich niemals gern gegeben .. mir deuchte A., die gränzenlose Noth mildern .. zu wollen .. .. die A., mich selbst zum Werkzeug der Vorsehung zu berufen .. ward zu meinem Bewundern .. bestraft GWB411,260,9 u 262,27 FrommeBetrachtg  Wenn Schlosser fehlt, so ist es wohl darinn daß er seiner innern Überzeugung eine Realität nach außen zuschreibt .. und wer ist in Theorie und Praxis ganz frey von dieser A. GWBB12,302,13 Schiller [12.9.97]  ohne A., die ersten Triebfedern der Naturwirkungen entdecken zu wollen GWBN6,71,7 MetamPfl 84 gegenüber anderen  An diesem Unterschiede [zw Edelmann u Bürger] ist nicht etwa die A. der Edelleute und die Nachgiebigkeit der Bürger, sondern die Verfassung der Gesellschaft selbst Schuld GWB22,151,15 Lj V 3  das os intermaxillare [beim Elefantenschädel] .. schlägt sich .. um den Eckzahn herum .. Allein die Natur .. ließ hier eine dünne Lamelle, von der obern Kinnlade ausgehend, die Wurzel des Eckzahns umgeben, um diese organischen Uranfänge vor den A-en des Zwischenknochens zu sichern GWBN8,122,25 ZwKnoch  Meyer und Falk: über französische A-en und Ungerechtigkeiten GWBTgb 9.5.08 [vgl Gespr(He2,311—315) Falk 9.5.08]  Durch die Anmaßung ihre Freiheit einzuschränken hatte der Freund schon viel in ihren Augen verloren GWB18,134,7 Unterhaltungen  Allgemein geschieht an die selbstständige Kunst die Forderung, daß sie dienen soll. Die Menschenmasse, die man das Publicum nennt .. verlangen sämmtlich, die Kunst soll nach ihrem Sinne, ihren Launen .. sich hingeben. Wie schwer, ja wie fast unmöglich ist es nun bei solchen A-en, daß der bildende Künstler sich wahrhaft frei mache GWB48,135,17 NeueUnterhaltgn üb bildKunst  Der Liebende verzeiht dem Liebenden wohl einen Fehltritt, der Kunstfreund dem Kunstfreunde eine vielleicht unbequeme A., die man einem geprüften Angehörigen vorzulegen wagt, ohne ihm die Freyheit des Entschlusses .. schmälern zu wollen GWBB48,215,23 Rochlitz 4.6.31  Die frazzenhafte A., daß jeder, den man doch nur als Anfänger in einer Wissenschaft ansehen kann, alles umstellen will .. kann freylich auf keiner Academie so weit getrieben werden, als auf dieser [Jena] A(GJb30,28) Bericht [22.]11.12 K  Es ist keine falsche A. der Deutschen, wenn sie sich die Skandinavischen Fabeln zueignen wollen GWB27,380 DuW Plp  die ungebildete A., womit man sich in einen Kreis von Bessern zu drängen, ja Bessere zu verdrängen und sich an ihre Stelle zu setzen denkt, diesen eigentlichen Sansculottismus GWB40,197,23 LiterarSansculottism   b vorwiegend als Eigenschaft: Hochmut, Dünkel, Überhebung  Alles was geschieht ist Symbol, und, indem es vollkommen sich selbst darstellt, deutet es auf das Uebrige. In dieser Betrachtung scheint mir die höchste A. und die höchste Bescheidenheit zu liegen GWBB29,122,17 Schubarth [2.4.18] K  ergreifen wir diese Gelegenheit von der A. zu reden .. wie sie im Orient zur Erscheinung kommt. Der Herrscher selbst ist der erste Anmaßliche, der die übrigen alle auszuschließen scheint .. .. daß vom Thron .. bis zum Derwisch .. alles voller A. zu finden sei, voll weltlichen und geistlichen Hochmuths .. Mit diesem sittlichen Gebrechen, wenn man’s dafür halten will GWB7,139,20 u 141,6 DivNot [vgl den ganzen Abschnitt GWB7,139—143]  Die Wahrheit ist bloß desobligeant vis à vis der A. und Eitelkeit Gespr(He2,1197) Riemer [1815/17?]  so war .. ihm [PhNeri] nichts so sehr zuwider als Eitelkeit, Schein, A. GWB31,247,3 ItR  mein entschiedener Haß gegen Schwärmerey, Heucheley und A. GWBB15,5,1 Jacobi 2.1.00  Was die Franzosen tournure nennen, ist eine zur Anmuth gemilderte A. Man sieht daraus, daß die Deutschen keine tournure haben können, ihre A. ist hart und herb, ihre Anmuth mild und demüthig, das eine schließt das andere aus und sind nicht zu verbinden GWB422,125,12u14 MuR(160)  Lassen Sie solche [die G-Medaille von Bovy] Ihro Kaiserl[ichen] Hoheit bey Gelegenheit sehen. Was sich so nahe auf mich bezieht möcht ich ihr nicht gerne vorlegen; es hat immer einen Schein von A. GWBB49,108,6 Soret 6.10.31  Möge es .. nicht als A. erscheinen, wenn ich zu Unterstützung des .. Gesuchs bescheidentlich anführe, daß ich zu einer sehr lebhaften Wirkung nach außen seit vielen Jahren genöthigt bin GWBB26,187,23 Voigt 18.12.15 Beilage  nicht ohne Rührung gedenck ich .. der entschiedenen Beweise gnädigsten Wohlwollens, deren ich mich ohne Anmasung schmeicheln durfte GWBB39,80,10 Metternich 11.1.25 GWBKunstanmaßungSyn GWBAnmaßlichkeit GWBArroganz GWBDünkel GWBPräsumtion GWBPrätensionWolfgang HerwigW. H.
6104 Zeichen · 111 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Anmaßung

    Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer) · +1 Parallelbeleg

    Maß n. ‘Einheit zum Messen von Größen, die durch Messen festgestellte Größe, Meßinstrument, die richtige Mitte, das rech…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Anmaßung

    Goethe-Wörterbuch

    Anmaßung -s- B39,80,10 Pl mehrf; ‘A. gegen’ 7,142,6 a vorwiegend als Verhaltensweise: (allzu) hoher Anspruch, Anforderun…

  3. Sprichwörter
    Anmassung

    Wander (Sprichwörter)

    Anmassung 1. Anmassung ist eine Herrschaft ohne Krone. 2. Anmassung und Dünkel blähen sich im kleinsten Winkel.

  4. Spezial
    Anmaßung

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    An|ma|ßung f. (-,-en) aroganza (-zes) f. , presunziun (-s) f.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit anmassung

4 Bildungen · 3 Erstglied · 1 Zweitglied · 0 Ableitungen

Ableitung von anmassung

anmassen + -ung

anmassung leitet sich vom Lemma anmassen ab mit Suffix -ung, auf Verb-Stamm zurückgeführt.

anmassung‑ als Erstglied (3 von 3)

Anmaßungsgeist

Campe

anmassung·s·geist

○ Der Anmaßungsgeist , des — es, o. Mz. die herrschende Neigung sich allerlei anzumaßen. »Titelsucht und Anmaßungsgeist.« Ungen.

anmaßungslos

GWB

anmassung·s·los

anmaßungslos so kommt uns im dritten [ Bilde: Odysseus in der Unterwelt ] .. ein hoher poetischer Sinn entgegen, der, weitumfassend, tiefein…

Anmaßungsvoll

Campe

anmassung·s·voll

○ Anmaßungsvoll , — er, — ste, adj. u. adv. voller Anmaßung, sehr, höchst anmaßend. »Seh ich dich endlich meiner Rache nahe, — du anmaßungsv…

anmassung als Zweitglied (1 von 1)

Amtsanmaßung

RDWB1

Amtsanmaßung f превышение служебных полномочий устойч.