Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)
abtrünnig Adj.
abtrünnig Adj.
abtrünnig Adj. ‘(der bisherigen Bindung) untreu’, ahd. ab(a)trunnīg (um 800), daneben abtrunni (Hs. 12. Jh.), mhd. abetrünnic und (bis 15. Jh.) abetrünne sind abgeleitet von einem starken Verb ahd. -trinnan (in intrinnan ‘fliehend entkommen, sich flüchten, abtrünnig sein’, 10. Jh., abaintrinnan, Hs. 13. Jh.), mhd. trinnen ‘davongehen, sich absondern, entlaufen’, eigentlich also ‘wer sich absondert’; vgl. ahd. anttrunn(e)o ‘Heimatloser, Verbannter’, wohl auch schon ‘vom christlichen Glauben Abgefallener’ (8. Jh.), mhd. trünne ‘abgesonderte Schar, Schwarm, Rudel’. Zur Herkunft s. trennen. abtrünnig wird zunächst vor allem in kirchlich-religiösem Sinne, später auch verallgemeinert verwendet; im Ahd. und Mhd. oft substantiviert für lat. apostata ‘vom (christlichen) Glauben Abgefallener’.