Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)
abstrakt Adj.
abstrakt Adj.
abstrakt Adj. ‘vom Gegenständlichen, Einzelnen absehend, losgelöst und daher unanschaulich, begrifflich’ (Gegensatz konkret), entlehnt (2. Hälfte 15. Jh.) aus gleichbed. mlat. abstractus, Part. Perf. von lat. abstrahere ‘wegziehen, fortschleppen’ (s. abstrahieren). Aus ‘nicht sinnlich’ entwickelt sich (um 1800) ‘nur gedacht, vorgestellt, nicht wirklich’. Vgl. Fügungen wie abstrakte Zahl ‘unbenannte, reine Zahl’ (1803), abstrakte Arbeit ‘den (Tausch)wert schaffende Arbeit’ (Marx 1859), abstrakte Kunst ‘ungegenständliche Kunst’ (1899). In der Bedeutung ‘losgelöst, für sich stehend, beziehungslos’ ist abstrakt seit der Mitte des 18. Jhs. bezeugt. – Abstraktum n. ‘(allgemeiner, ungegenständlicher) Begriff’ (2. Hälfte 16. Jh.), in der Sprachwissenschaft ‘Substantiv mit begrifflichem, nichtgegenständlichem, unsinnlichem Inhalt’ (Ende 17. Jh.; Gegensatz Konkretum), von gleichbed. mlat. abstractum, dem substantivierten Neutr. Sing. von mlat. abstractus (s. oben). Abstraktion f. ‘Begriffsbildung, Verallgemeinerung, allgemeiner Begriff’ (1. Hälfte 18. Jh.), älter ‘Abziehung, Hinführung’ (2. Hälfte 16. Jh.), aus gleichbed. spätlat. abstrāctio (Genitiv abstrāctiōnis). zu lat. abstrahere (s. oben). Seltener begegnet Abstraktion in den Bedeutungen ‘das Außerachtlassen’ und ‘Loslösung, Abwendung (von Unerwünschtem, Störendem)’ (2. Hälfte 18. Jh.).