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abergläubisch

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Eintrag · Goethe-Wörterbuch

abergläubisch

Bd. 1, Sp. 49
abergläubisch‘aberglaubig’ DjG3 1,6,14 Labores juv 1757 präd u (häufiger) attr: von Menschen, die dem Aberglauben verfallen sind, doch auch von deren Aktionen (1a Ende) u ‘Meinungen’ (1c, ‘Grillen’ s 3); ‘a. auf’ GWB20,24,5 Wv I 2 ‘düster a.’ GWB36,52,12 TuJ zu den einzelnen Gliederungspunkten vgl ‘Aberglaube’  1 dunkel Überliefertem in Religion und Brauchtum anhängend   a  Vater und Mutter sind beide bigott und a. GWB40,372,4 Rez:Bekenntn schönSeele  [zum vermeintl historischen Ursprung der Walpurgisnacht] hätten sie [die Heiden] für gut befunden, eine Anzahl der Ihrigen zu vermummen, und hiedurch ihre a-en Widersacher [die Christen] entfernt zu halten GWBB23,191,17 Zelter 3.12.12  Übereilter und a-er Weise werden .. dergleichen Opfer [von Menschen u Tieren] den Göttern versprochen GWB26,215,19 DuW 4 ―  Indiculus Superstitionum et Paganiarum .. in welchem die a-en heidnischen Gebräuche, die noch unter den Christen im Schwange gingen .. aufgezählt werden .. Es ist .. die Rede von Tempestatibus, Cornibus et Cocleis, welches nach meiner Meinung zu paraphrasiren und zu übersetzen sein möchte: Von dem a-en Gebrauche, welcher bei Gewittern üblich ist, daß man mit Hörnern und schneckenförmigen Instrumenten ein Getöse macht GWB48,152,2u10 Zwei dtAltertümer GWBB21,91,18 Meyer 28.9.09  Concilien, welche alle a-e Handlungen verfolgten GWB48,153,25 Zwei dtAltertümer GWBN13,143,12 Morph Plp [G?]  Ich überzeugte mich .. daß unsere heidnischen Urväter zwar viele auf Naturahnungen sich beziehende düster a-e Gewohnheiten, aber keine fratzenhaften Götzenbilder gehabt GWB36,52,12 TuJ   b  a-e Verehrer [der Lehre Newtons] GWB3,356 ZXen VI 1670  sie [Newtons Versuche] mit einer a-en Treue [fidelité pleine de superstition] zu copiren GWBN4,152,2 FlH VI Castel   c mit volkstüml Vorstellungen  ein artiges Haschespiel der zufälligen Fügung, die uns a-e, alte und junge Kinder mit Namen und Tageszahlen herumjagt GWBB31,369 Schultz 15.6.19 K  auf Namensbedeutungen a. GWB20,24,5 Wv I 2  Ich bin nicht a., versetzte Charlotte, und gebe nichts auf diese dunklen Anregungen GWB20,12,10 Wv I 1 ―  [Verhältnis Fausts zu Gretchen] das in dem Wust .. sittlicher Verwirrung, a-en Wahns zu Grunde ging GWB422,81,2 Rez:Hinrichs,Wesen d antikTragödie  Auf solchem Lebensgange [von Wanderburschen] könnte von anerkannter Führung und Fügung manches Beispiel erzählen, wenn man der a-en Wendung, die dergleichen Geschichten immer nehmen, auch nachsehen und verzeihen wollte GWB411,261,7 FrommeBetrachtg  ihre a-en [superstitieuses] Meinungen GWB40,236,12 Staël,Dichtgn ―  [Ovids Metamorphosen] ein großer Theil ist nur aus einer a-en Immagination über den unbekannten Ursprung der Dinge entstanden AAJw3,126,33 FGA Sandrart  schadet’s dem Dichter nicht, a. zu sein GWB422,128,2 MuR(171) GWB412,447 Var   2 einen menschlichen Wesenszug bezeichnend  Durch diese Bemerkung [zur Astrologie] wollen wir nur soviel sagen daß gewisse Ansichten der irdischen und überirdischen Dinge, dunkel und klar, unvollständig und vollkommen, gläubig und a., von jeher vor dem Geiste der Menschen gewaltet, welches kein Wunder ist, da wir alle auf gleiche Weise gebaut sind GWBN51,300,7 EntoptFarb 32  Drey Epochen der Wissenschaften. 1 Kindliche Poetische A-e GWBN13,447 MuR(1158) [vgl Schema GWBN13,446]   3 in Äußerungen über sich selbst  Seitdem jenes leidenschaftliche Mädchen meine Lippen verwünscht und geheiligt .. hatte ich mich, a. genug, in Acht genommen, irgend ein Mädchen zu küssen GWB28,13,9 DuW 11  alle hypochondrischen a-en Grillen waren mir verschwunden GWB28,21,20 DuW 11  daß ich meine Hegire [nach Italien] just von Ihrem Geburtstag datire. Alles dieses läßt mich a-en Menschen die wunderlichsten Erscheinungen sehn GWBB8,33,21 CarlAug [14.10.86]  wenn ich die zusammentreffenden Umstände bedenke, wodurch etwas beynahe unmögliches, auf einem ganz natürlichen Wege, noch endlich wirklich wird, so möchte man beynahe a. werden [Abschluß der Lj auf Schillers Drängen] GWBB11,105,5 Schiller 22.6.96 Gertrud Herwig G. H.
3939 Zeichen · 39 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Abergläubischadj.

    Campe (1807–1813) · +3 Parallelbelege

    Abergläubisch ( O. D. Aberglaubisch), — er, — ste, adj. u. adv. 1) Von Menschen gesagt, Aberglauben habend, besser aberg…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    abergläubisch

    Goethe-Wörterbuch

    abergläubisch ‘aberglaubig’ DjG 3 1,6,14 Labores juv 1757 präd u (häufiger) attr: von Menschen, die dem Aberglauben verf…

  3. Spezial
    abergläubisch

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    aber|gläu|bisch adj. superstizius (-sc, -iosa) . ▬ abergläubisch sein sté sön crëtes; ester superstiziusc .

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit aberglaeubisch

2 Bildungen · 1 Erstglied · 0 Zweitglied · 1 Ableitungen

Ableitung von aberglaeubisch

aberglauben + -isch

aberglaeubisch leitet sich vom Lemma aberglauben ab mit Suffix -isch, mit Umlaut-Wechsel, auf Verb-Stamm zurückgeführt.

aberglaeubisch‑ als Erstglied (1 von 1)

Ableitungen von aberglaeubisch (1 von 1)

Abergläubische

Wander

Abergläubische Der Abergläubische lässt den Himmel einfallen, wenn eine Mücke niesst. – Comotoria, 1876, S. 64.