zwittern,
vb. ,
zwitschern; glitzern. lautmalendes wort, vgl. zwitschern,
zwitzern.
vielleicht anlautsvariante zu quit-
in ahd. quitilonda '
musitantes vel murmurantes'
ahd. gl. 1, 415, 4 (
aber quitilon '
besprechen' Otfrid V 9, 5
und chutilon
dicturio ahd. gl. 2, 677, 63
sind von quedan
abgeleitet, s. Wissmann
nom. postverb. 1, 68, 2);
dazu mhd. quittern (
obd. 15.
jh.), quitteln (
md. 15.
jh.), quedelen (
horae belgicae 14./15.
jh.) Diefenbach
gl. 257
c s. v. garrire; bei meister Rumzlant
zur nachahmung des schwalbengesangs: ir arme kwittel zwitter schürfen snarz ouch sange laget, si wil mit listen aller vogele doene prueben
minnesinger 2, 369
b v. d. Hagen. vgl. die häufigeren verwandten bildungen zwitzern
und späteres zwitschern,
sowie kittern 3 c,
teil 5,
sp. 867. 11)
das zwitschern der vögel: (
die vögel) singen, dasz es zwittert
qu. v. 1589
bei Fischer
schwäb. 6, 1474; (
es wird) die hellstimmende nachtigal das zwitteren und gekirre der waldvögel überschallen Schottel
teutsche sprachkunst (1641) 91; die nachtigal zwittert und kittert in lüfften Stockfleth
Macarie (1669) 168; der vogel, der im baume zwittert Lenz
ged. (1891) 112. 22)
sich rasch bewegen, zucken, zittern (
vgl. zwitzern 2): ein sälblein für dasz zwittern, zittern und beben der augenlieder Bapst v. Rochlitz
pimelotheca (1599) 225. '
prickeln': auff der zungen aber zwittert es (
das wasser) etwas gelinder, als ein neuer wein Happel
relationes cur. (1685) 2, 676
a.
vereinzelt transitiv '
etw. vibrierend schwingen': seine ruthe zwittert er uber und gegen uns unnd drawet uns
qu. v. 1623
bei Fischer
schwäb. 6, 1474. 33)
von glitzernden lichterscheinungen, '
funkeln, blitzen' (
vgl. zwitzern 3): welcher (
stern) gantz erschrecklichen herunter in diese welt leuchtete, plinckte und zwitterte Nagelius
himmelszeichen (1605) a 3
b; wenn man jhn (
den stein) gegen der sonnen heltet, so gibt er einen widerschein uber sich an die balcken und unten auff dem boden, zwittrendt und wie ein regenbogen gefärbet
Porta natürliche magia (1617) 537; gleich wie, wann Phoebus jetzt sticht auf den becher hell, der auf dem fenster steht, du siehst das auff der stell hin wider, schrekt die fluth, die klarheit, die fast zittert auff die erhöhte tenn deins sahles, der liecht zwittert (
contre le hautplancher de la salle brillante) Tobias Hübner
sieben-tages-zeit (1661) 81; weil er was anders denckt, tregt sichs zu, als er jtzt auff zwei-gehürnter spitz eins hohen felsen sitzt, dasz er sieht kommen her ein thierlein, desz gesichte hat an der augen stat zwei kohlen zwittrend lichte
ebda 165; ein himmlisch feur fällt auff sie zur städt, gleich wie zu sommerszeit ein brennender comet, mitten auff einem weg zischernd zwittert und blicket Treuer
dt. Dädalus (1675) 1, 542.