Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)
Zerrbild
Zerrbild
zerren Vb. ‘(ruckweise) ziehen’. Das schwach flektierende Verb ahd. zerren ‘zerreißen, zerstören, einen Kampf zu Ende bringen’ (9. Jh.), mhd. zerren (md. auch zarren) ‘(zer)reißen, vertreiben, zerspalten, sich zerteilen, sich öffnen, einen Riß machen, miteinander streiten, zanken’, mnd. terren ‘zanken, streiten’, mnl. terren ‘plagen, quälen’ steht (mit intensivierendem rr oder als kausative jan-Ableitung germ. *tarjan) neben dem unter zehren (s. d.) angeführten starken Verb (ahd. zeran ‘reißen’, germ. *teran) und gehört wie dieses zu der dort genannten Wurzel ie. *der(ə)-, *drē- ‘schinden, (ab)spalten’. – Zerrbild n. ‘boshafte, verspottende Wiedergabe, Entstellung’, von Campe vorgeschlagene Verdeutschung von Karikatur (1789), gegen den Widerstand Klopstocks und Nicolais eingebürgert (Ende 18. Jh.); gebildet im Hinblick auf verzerren Vb. ‘verunstalten, entstellen’ (um 1700), älter ‘auseinanderzerren, deformieren’, mhd. verzerren ‘zerreißen’; Verzerrung f. ‘Entstellung, Deformierung’ als Vorgang und Ergebnis (2. Hälfte 18. Jh.).