Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)
zermalmen
zermalmen
malmen Vb. ‘durch anhaltenden mahlenden Druck zerkleinern’. Das seit dem 16. Jh. belegte und durch Luther über das Md. hinaus verbreitete Verb setzt ein Substantiv der gleichen Ablautstufe (germ. a) voraus, wie es außerhalb des dt. Sprachgebiets bezeugt ist, vgl. aengl. mealmstān ‘Sandstein’, anord. malmr ‘Erz, Metall, Waffe’, schwed. malm ‘Erz, sandige Ebene’ (germ. *malma-), auch got. malma ‘Sand’ (germ. *malman-) gegenüber ahd. (9. Jh.), mhd. asächs. melm ‘Staub, Erde’ (germ. *melma-). Die mit m-Suffixen gebildeten Formen gehören zur Verbalwurzel ie. *mel(ə)- ‘zermalmen, schlagen, mahlen’ (s. mahlen); Ausgangsbedeutung der Substantivbildungen ist also ‘das Zermahlene’. Eine dazugehörige schwundstufige Form ist erhalten in Mulm (s. mulmig), wozu mhd. zermülmen ‘zerreiben, zerquetschen, zermalmen’. Häufiger als das heute nur selten gebrauchte Simplex ist die Präfixbildung zermalmen (17. Jh.).