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zäumen

nhd. bis sprichw. · 7 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

zäumen verb.

Bd. 31, Sp. 404
zäumen, verb. , mhd. zöumen zoumen, mnd. nnd. tmen. das obd. sperrt sich gegen den umlaut, wovon auch im frühnhd. noch spuren zeugen, vgl. -au- gemma gemm. l 6b: -eu- o 7b: -ey- l 1b; -au- H. Sachs 9, 496 K., 17, 425 G. gegen sonstiges -eu-; -au- Tauler serm. (1508) 181d, Amadis 1, 210 K., sogar noch Leibniz dtsche schr. 1, 188; beide lautformen neben einander im schwäb.: Fischer 6, 1062. selten begegnet vertauschung mit zäunen: zäumen oder zäunen heiszet ... einem pferde den zaum anlegen Noel Chomel 8, 2372. — compos.: aufz. (th. 1, 782), selten aus- (th. 1, 1023), ein- (th. 3, 348), widerz. Stieler 2595. 11) eigentlich, a) einem pferde oder anderen zug- oder reitthiere einen zaum anlegen; frenare, habenare, lorare: Diefenbach gl. 246c. 272a. 336b, Frisius 694b, Calepinus XI ling. 584b. 724b, Reyher thes., Stieler 2594, Dentzler, Spanutius u. s. w.; ein pfert zoumen Wolfram Parz. 274, 3; Hans Jürgens ... muszte ihm die pferde z. W. Alexis hosen 1, 177; so allgemein; Gottsched beob. 433; Zinck öc. lex. 3315; das pferd läszt sich gern z. Kramer teutsch-it. 2, 1426b; selten: aus denen ursachen, dasz die geschlossenen gebisse auf die zungen z. und dieselben zwingen allg. haush.-lex. 2, 379a; crocodile gezäumt: Eppendorf Plin. 8, 61; ziegen: Forer Gesners thierb. 57a; ein löwe: Gries verl. Rol. 3, 55; müggen tömen (plastisch für eine unausführbare, aber auch höchst überflüssige aufgabe) Woeste westf. wb. 273a; die sache am verkehrten ende anfangen: der selbe meister Klugel, der sich so klug weis, das er kan das pferd im schwantz zaumen Luther 32, 474 W., öft.; dat gelyket wol den peerde, dat in den stert getoemt wort Schiller-Lübb. 4, 574a; sprichwörtlich; ein ... auf das prächtigste gezäumtes streitrosz Ranke s. w. 2 16, 136; mit silber ... gezäumt graf Strachwitz ged. 58; Tritonen ... mit blumenkränzen gezäumet Wieland Agath. 1, 35; häufig satteln und z.: ein ... wol gezOemtes und gesatletes rOessli Seuse dtsche schr. 139 Bi.; der wirt den gaul sattelt und zaumt H. Sachs 17, 425 G.; (er) sattelt und zäumt ... ihr pferd Göthe 24, 151 W. u. a.; b) von der reichen bedeutungsentfaltung des mhd. reichen nur geringe reste an die nhd. periode heran; vgl. Lexer 3, 1160: ein ros z. am zaum führen Lanz. 2930; einen z. sein pferd aus ehrerbietung am zaum führen: der kayser ... ging neben dem pobst und zewmt den durch die stat zu Rom chron. dtsch. städte 1, 31; jem. gefangen fortführen: der zaumte den, den jenr vienc Joh. v. Würzburg Wilh. 14960; 22) zügeln, lenken, bändigen, zähmen a) eig.: wOelff und lewen, die waren durch zauberey der gOettin Circes also gezeümet, das sy niemands anfielen Schaidenreisser Od. 42b; ich zeum domo Albreus G g 4b; tomen zäumen: tömen zähmen, zügeln, abrichten Doornkaat-Koolman 3, 423b; refl.: indesz zaumt er sich doch (seine begierde) D. v. d. Werder Ariost 10, 13; den hals anmutig beugen und leicht und zierlich schreiten: da sasz er auff ein ungesattelts ... rosz, ... da muszt es traben, ... eng in eim ring lincks und rechts umbkehren, sich z., sperren Fischart geschichtkl. 278 ndr. (s. unter zaum 2 a β am ende); (ein rosz,) das selbst sich zierlich zäumte König ged. 209; auf den zügeln stand der schaum von den rossen, die da schäumten, und sich mit gebognem hals in geschickten händen zäumten Schönaich Heinrich 27; sik tömen sich zieren, stolz einhergehen, gezügelt und geschniegelt Schütze holst. id. 4, 269; daraus sich brüsten: de tömt sick asz en magere syge (ziege) Strodtmann id. osnabrug. 248; b) übertr.: das ichs (sie, die frau) erstlich nicht hab gezaumbt H. Sachs 9, 109 K.; ich will dich zeumen mit meinem lobe Luther 18, 482 W.; mit schwerdtschlägen (zäumen, d. h. unterwerfen) Fronsperger kriegsb. 1, 174b; die menge ... z. Gleim briefw. 2, 207 Kö.; sich lassen zOeumen sich einem under werfen oder von einem beherschet werden Frisius 16b; ich wil meinen mund zeumen Luther ps. 39, 2; und tzeumet seine tzungen 2, 120 W.; Alberus G g 4b, Hulsius-Rav. 426a, Kramer 2, 1426c, Voigtel 3, 680b; vielfach auf abstractes bezogen: stillen den unmut und unwillen, zäumen vil frechait und mutwillen Fischart gesangb. 129 Kurz; ach könig, zäum die wuoht! A. U. v. Braunschweig Oct. 1, 1009; zäume die begierde A. Olearius pers. ros. 53; aber zeume die gedanken mit der tugend zaum Neumark lustw. 94; so gern stabreimend: wie soll er andere zähmen und z., da er selber zaumloss in seinen lüsten dahin rennet? S. v. Birken ostl. lorb. 226; Dannhawer cat. 2, 405; 33) a) z. oder spannen, hühner, capaunen etc. heisset in denen küchen abgebrüheten ... hühnern, ehe sie an den bratspiess gestecket ... werden, die eine zusammengebogne keule durch den durchschnitt, durch welchen das eingeweide herausgenommen wird, stecken, die andere aber dem über den rücken hinunter gebogenen kopff und schnabel einverleiben Amaranthes frauenz.-lex. 2155; Zinck öc. lex. 3317; allg. haush.-lex. 3, 780; Noel Chomel 8, 2374; Hübner 31 4, 1000a; b) die nachen, welche das giertau ... einer fliegenden fähre über wasser halten, z. heisst: deren stäven mit einer leine ans flugtau binden Mothes baulex. 4, 499; c) einen topf binden Kramer teutsch-it. 2, 1426b; d) daal tömen den aufgekrempten hut niederlassen, den hood uptömen d. h. aufkrempen, uptömels das aufkrempen, die schnur, womit man den hut aufkrempet brem. wb. 5, 81; e) opzêmen pulver auf das zündpfännchen schütten lux. wb. 324a.
5459 Zeichen · 186 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Zäumen

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Zäumen , verb. regul. act. den Zaum anlegen. 1. Eigentlich. Ein Pferd zäumen. 2. Figürlich. (a) In den Küchen zäumet man…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    zäumen

    Goethe-Wörterbuch

    zäumen [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  3. modern
    Dialekt
    zäumen

    Rheinisches Wb.

    zäumen ist kaum gebräuchl., dafür den Zom ömdohn; tseimən Bitb-Mettend ; -ē- Dudeld ; tȳmən Gummb-Berghsn ; -ȳ·ə.- Wuppe…

  4. Sprichwörter
    Zäumen

    Wander (Sprichwörter)

    Zäumen 1. Man zäumt die Rosse und nicht die Reiter. 2. Manchen kan man zaumen, satteln vnd reiten, wie man will; mancher…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit zaeumen

7 Bildungen · 0 Erstglied · 4 Zweitglied · 3 Ableitungen

zaeumen als Zweitglied (4 von 4)

abzäumen

DWB

abzäumen , defrenare: das pferd abzäumen; zäumete die camele ab. 1 Mos. 24, 32 ; sie haben das meine abgezäumet. Hiob 10, 11 .

anzäumen

DWB

anzäumen , frenum injicere: ihm meine kuttenhalfter aufnesteln, anwerfen, aufsatteln und anzäumen. Garg. 251 b .

aufzäumen

DWB

auf·zaeumen

aufzäumen , infrenare, nnl. optoomen: ein braungeapfelt paar wird prächtig aufgezäumet. Uz 2, 206 . das ros beim ars aufzeumen. Frank lob de…

überzäumen

DWB

ueber·zaeumen

überzäumen , v. , untrennb. verbinbung, zu sehr, zu hoch zäumen Voigtel wb. 3, 450 b ; es beschicht gar offt, das ain pferdt überzaumbt wird…

Ableitungen von zaeumen (3 von 3)

bezäumen

DWB

bezäumen , frenare, einen zaum anlegen, bezähmen, nnl. betoomen: warumb solte sie ( die liebe ) nicht auch eine misfällige unart bezäumen kö…

entzäumen

DWB

entzäumen , equum exuere frenis, abzäumen, nnl. onttoomen.

gezäumen

DWB

gezäumen , verstärktes zäumen ( s. d. ). 1 1) in der eigentlichen bedeutung: und ir ein pfert brachten ... swie mange wîs sieʒ begunden, ir …

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „zaeumen". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 10. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/zaeumen/dwb
MLA
Cotta, Marcel. „zaeumen". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/zaeumen/dwb. Abgerufen 10. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „zaeumen". lautwandel.de. Zugegriffen 10. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/zaeumen/dwb.
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