Z ,
der letzte buchstabe unseres alphabets, mit der benennung: zett,
die dentale affricata = t + s,
früher = t
mit eng angeschlossenem ʒ,
einer von s
wohl durch die weiter vorn liegende articulationsstelle unterschiedenen dentalen spirans Braune ahd. gramm. (1911) §§ 159
und 168.
die aussprache wird so beschrieben: das, c, wens vorm, e, oder i, steht, und, z, werden mit den öbern zenen vorn an die zungen geschlagen, mit entblössung der zene Ickelsamer
teutsche grammatica s. 12
Kohler. mit dieser geltung ist z
als einheitlich empfundener laut innerhalb des germanischen, von entlehnungen abgesehen, auf das hochdeutsche beschränkt. es ist hier in den meisten fällen durch die althochdeutsche lautverschiebung aus t
entstanden, das, die verbindungen tr, st, ht, ft
ausgenommen, sich regelmäszig im anlaut sowie im inlaut nach consonanten und in der gemination zu z
entwickelt Braune
ahd. gramm. (1911) §§ 87
b und 159—161.
über das in andern fällen aus t
entwickelte, gleichsam weiter fortgeschrittene ʒʒ, ʒ,
das in vorneuhochdeutscher zeit meist auch in der schreibung zz, z
erscheint und heute vielfach als hartes stimmloses s
durch die schreibung ss, sz
gekennzeichnet wird, vgl. s. 4,
oben theil 8, 1573. II.
echtes z
steht I@11)
im anlaut I@1@aa)
vor vocalen I@1@a@aα)
aus t
entstanden in zahl,
mhd. zal,
ahd. zala,
ndl. taal,
engl. tale; zauber,
mhd. zouber,
ahd. zoubar,
wozu sich ndl. tooveren,
zaubern und anord. taufr,
n. zauberei fügen; zehn,
mhd. zehen,
ahd. zehan,
goth. taihun; zeichen,
mhd. zeichen,
ahd. zeichan,
goth. taikns,
f.; zeuge,
mhd. (ge-)ziuge,
mnd. tûge; ziel,
mhd. ahd. zil,
wozu goth. gatils
gehört; zorn,
mhd. ahd. zorn,
as. torn; zunge,
mhd. zunge,
ahd. zunga,
goth. tuggô
und in andern germanischen wörtern; auch in ziegel,
mhd. ziegel,
ahd. ziagal
aus lat. tegula
und zoll,
mhd. ahd. zol
aus vulgärlat. toloneum. I@1@a@bβ)
in den wohl lautmalenden wörtern: ziesel,
mhd. zisel, zisemûs,
ahd. zisi-, sisimûs; zirpen; zischen,
womit mhd. zispezen,
n. das zischen verglichen wird Kluge etymol. wb.7 507
b. I@1@a@gγ)
in wörtern fremden ursprungs für palatalisiertes lat. c
in zelle,
mhd. zelle
aus lat. cella; zimt,
mhd. zinemin, zinment,
ahd. sinamin
aus lat. cinamomum (
griech. κίνναμον); zinnober,
mhd. zinober
aus lat. cinnabaris (
griech. κιννάβαρι); zirkel,
mhd. zirkel,
ahd. zirkil
aus lat. circulus
und andern. für ital. c
in zitrone
aus ital. citrone;
für span. c
in zigarre
aus span. cigarro.
für lat. sc
in zepter,
mhd. zepter
aus lat. sceptrum (
griech. σκῆπτρον); zettel,
blatt papier, mhd. zedele, zetele,
aus mlat. cedula, scedula
für schedula (
zu griech. σχέδη).
für griech.-lat. z
in zone,
aus lat. zona (
griech. ζώνη).
für mlat.-ital. z
in zucker,
mhd. zucker, zuker,
ahd. zucura
f. aus mlat. zucara,
ital. zucchero (
arab. sokkar).
für böhm. č
in zeisig,
mhd. zîsec
neben regelmäszigem zîse,
demin. zîsel, zîslîn (
vgl. poln. czyż)
aus böhm. čižek.
für arab. ç
in ziffer,
mhd. zifer, ziffer
aus arab. çifar,
null. für arab. z
in zitwer,
mhd. zitwar, zitwan,
ahd. zitawar
aus arab. zedwâr.
für russ. s
in zobel,
mhd. zobel,
ahd. zobil
aus russ. sobol. I@1@bb)
vor w I@1@b@aα)
schon ahd. aus t
entwickelt in zwei,
mhd. ahd. m. zwêne,
f. zwô,
n. zwei,
goth. m. twai,
f. twôs,
n. twâ,
womit zwanzig, zweifel, zweig, zwillich, zwilling, zwirn, zwischen, zwist, zwitter, zwölf
gebildet sind; zwitschern,
mhd. zwitzern,
ahd. zwizzirôn,
mengl. twiteren Kluge
etymol. wb.7 514
b.
vgl. auch zwar,
mhd. zwâre, ze wâre,
ahd. zi (
aus ti) wâre.
in diesen zusammenhang gehören weiter zwicken,
mhd. zwicken,
ags. twiccian
mit zweck,
mhd. zwec, -ckes
und zwacken,
mhd. zwacken,
ebenso zwinkern
zu veraltetem zwinken,
das schon mhd. neben zwingen
begegnet, ags. twinclian. I@1@b@bβ)
spätmhd. oder nhd. entwickelt aus t, d
in zwehle,
mhd. twähele, dwehele, dwêle,
ahd. dwahila, dwehila; zwerch,
adj., erhalten in zusammensetzungen wie überzwerch, zwerchfell,
mhd. twerch, dwerch,
ahd. dwerah, twerh,
schief, goth. þwaírhs,
in übertragener bedeutung: zornig, dessen nebenform ahd. mhd. twer
zu quer
wird (
s. dies); zwerg,
m., mhd. twerc,
vereinzelt zwerc,
ahd. twerg,
ags. dweorh,
anord. dvergr; zwingen,
mhd. twingen, dwingen,
ahd. thwingan, dwingan,
asächs. thwingan,
anord. þvinga. I@1@b@gγ) zwiebel,
mhd. zwibolle, zibolle,
ahd. zwibollo
ist unter anlehnung an bolle (
s. dies)
umgebildet aus lat. caepulla. zwetsche
mit der nebenform quetsche (
s. dies)
ist unsichern ursprungs. I@22)
im in- und auslaut I@2@aa)
nach vocalen I@2@a@aα)
aus tt(j)
nach altem ei
und ei
aus eu (iu)
kaum, wie man früher glaubte, aus ʒʒ
mit späterer verschärfung, vielmehr wahrscheinlich mit verallgemeinerung landschaftlich erhaltenen alten lautstandes, wobei zz, tz = tts
allmählich zu einfachem z
wird (
wir trennen bei-zen,
aber ät-zen),
in beizen,
mhd. ahd. beiʒen (beitzen, beizzen); heizen,
mhd. ahd. heiʒen (heitzen, heizzen); reizen,
mhd. ahd. reiʒen (reitzen, reizzen); spreizen,
älter spreuzen,
mhd. ahd. spriuʒen (spriuzen), weizen,
mhd. weiʒe, weize,
ahd. weiʒi, weizzi.
flexivischer wechsel von ti
und tj
erklärt in solchen fällen die alten doppelformen, vgl. Kluge
etym. wb.7 488
a.
fest steht die affricata seit alter zeit in schneuzen,
mhd. sniuzen,
ahd. snûzen. flöz,
n. hat ursprünglich kurzen vocal, mhd. vletze,
ahd. vlezzi.
vgl. unten c, γ. I@2@a@bβ)
in wörtern wie kauz,
mhd. kûze, kûz
und mieze,
koseform für Maria
und lockruf für die katze, liegt wohl ein älterem t (tt, tja)
entsprechendes zur bildung von koseformen frei verwendetes z
vor, das auch nach andern lauten erscheint, z. b. in Götz
und Heinz.
vgl. gramm. 3, 689
ff. I@2@a@gγ) duzen,
mhd. du(t)zen
kann eine bildung mit dem hochdeutschen suffix -zen (
got. -atjan)
sein Wilmanns
gramm. 2
2,
s. 109.
andre führen es auf ital. tuizzare, tizzare
zurück Kluge
etym. wb.7 105
b.
wie duzen
ist das jüngere siezen
gebildet. vgl. auch erzen und ihrzen. geiz
ist verbalsubstantiv zu geizen,
das auf mhd. gît(e)sen
zurückgeht, eine weiterbildung (
mit suffix -sen,
älter -isôn)
zu gîten. schnauze
ist aus dem nd. snûte
übertragen in anlehnung an ein untergegangenes gleichbedeutendes hd. schnot(z)e
oder an schneuzen
und hat die lautgesetzlich richtige übertragung schnausze
verdrängt. uzen
ist unerklärt. I@2@a@dδ)
in wörtern fremden ursprungs für lateinisch-romanisches palatales c
in brezel,
mhd. brezel(e),
ahd. pricella
aus mlat. bracellum; kreuz,
mhd. kriuze,
ahd. krûzi
aus lat. crucem,
acc. zu crux; kapuze
aus mlat. capucium; medizin
aus lat. medicina, offizier
aus franz. officier
u. andern. für ital. z,
lat. t (i +
vocal)
in spazieren,
so schon mhd., aus ital. spaziare,
mlat. spatiari.
für romanisches z
oder zz
in azur
aus frz. azur,
ital. azzurro
von pers. lâdschuward,
lasurstein Heyse
fremdwb. 16 96
b; bizarr,
aus frz. bizarre
von span. bizarro,
eigentlich: bärtig, weiter: prächtig, herrlich, dann frz.: sonderbar 119
b; gazelle
aus ital. gazzella,
frz. gazelle
von arab. gazâl,
wilde ziege 391
b; strapaze
aus ital. strapazzo
und andern. für griech.-lat. z
in horizont
aus griech.-lat. horizon,
gen. horizontis.
pers.-türk. z
entsprechend in bazar,
das dorther übernommen ist. I@2@bb)
nach stimmhaften consonanten I@2@b@aα)
nach l I@2@b@a@aaαα)
aus t
in malz,
mhd. ahd. ebenso, as. anord. malt,
ags. mealt; salz,
mhd. ahd. ebenso, goth. salt
mit sülze
mhd. sulze, sülze,
ahd. sulza; schmelzen,
mhd. smelzen,
as. smeltan
mit schmalz,
mhd. ahd. smalz,
nd. smalt; stelze,
mhd. stelze,
ahd. stelza,
ndl. stelt,
engl. stilt; filz,
mhd. ahd. vilz,
ndl. vilt,
ags. engl. felt; bolzen
mhd. ahd. bolz,
ags. engl. bolt,
anord. bolte; holz,
mhd. ahd. ebenso, as. nd. und in andern germ. dialekten holt;
ebenso wohl in falzen,
mhd. ahd. valzen,
dessen etymologische zusammenhänge unsicher sind; balzen
und walzen,
das mhd. in gleicher form bezeugt ist, wahrscheinlich intensivbildungen mit der hd. entsprechung des alten suffixes -atjan
wie sicher schnalzen,
mhd. snalzen
zu snallen,
sich schnell klatschend bewegen; auch in dem lehnwort pilz,
mhd. büleʒ, bülz,
ahd. buliʒ
aus griech.-lat. boletus,
wo mit dem ausfall des i, e
nach l
das ʒ
sich im unmittelbaren anschlusz an l
zu z
zu verschärfen scheint. stolz,
mhd. ahd. ebenso, gehört gleichfalls hierher, mag es mit stelze
im ablautsverhältnisz stehn oder aus lat. stultus
entlehnt sein. das z
in schulze,
der verkürzten nebenform zu schultheisz,
kann auf ein mhd. schultheize
zurückgehn, das neben -heiʒe
begegnet (tj—ti
wie weiʒe
neben weize.
vgl. oben a, α) Kluge
etymol. wb.7 416
a,
es kann darin aber auch ein rest des zweiten bestandtheils als -s(e)
stecken, das sich mit dem t-
laut des ersten zu t + s = z
verbunden hat. die nd. form schulte
kann secundär sein. I@2@b@a@bbββ)
aus lat.-rom. palatalem c
in pelz,
mhd. belliʒ, belz, pelz,
ahd. pelliʒ,
das auf mlat. pellicia
zurückgeht. I@2@b@bβ)
nach n I@2@b@b@aaαα)
aus t
in glanz,
m., mhd. ebenso, neben mhd. ahd. glanz,
adj., die zu glatt
zu gehören scheinen Kluge
etym. wb.7 174
b; ranzen,
verb., das Wilmanns
deutsche gramm. 2
2,
s. 110
zu nd. wranten,
mürrisch sein stellt; schwanz,
mhd. swanz
zu swangezen, swankzen,
intensivbildung zu swingen, swanken (
suffix -atjan); wanze,
mhd. ebenso, kurzform zu wantlûs,
mit t-
suffix; brenzeln,
weiterbildung zu brennen; faulenzen,
mhd. vûlezen,
also mit nasalierung des suffixes -ezen (-atjan),
die in älterer zeit häufiger begegnet Wilmanns
a. a. o.; lenz,
mhd. lenze,
ahd. lenzo,
aus *langtja; einzig,
mhd. einzec,
weiterbildung zu ahd. einazzi (t-
suffix); einzeln,
sei es, dasz es, wie Sievers
meint, aus ahd. einluzzi,
mhd. einlütze
umgestaltet ist (Kluge
etym. wb.7 111
a)
oder als weiterbildung des vorigen zu gelten hat; Heinz,
kurzform zu Heinrich,
mit t-
suffix; blinzeln,
mhd. ebenso, weiterbildung zu blinzen,
das Kluge
etym. wb.7 60
a auf grund von mundartlichem blenkitzen, blinkitzen
zu blank
stellt; brunzen,
mhd. ebenso, zu brunnen; grunzen,
mhd. ahd. ebenso, engl. grunt,
intensivbildung zu grinnen; hunzen,
von Wilmanns
deutsche gramm. 2
2, 109
nach Franck
anz. f. d. alterth. 11, 21
zweifelnd in beziehung gebracht zu nd. homp,
abgeschnittenes stück, hompen,
stumpfen; runzel,
mhd. runzel,
ahd. runzala,
deminutiv zu runza
aus *wrunkta Kluge
etym. wb.7 380
b; schmunzeln,
schon mhd., vielleicht mit schmollen
verwandt Kluge
ebenda 407
b oder nasalierung von mhd. smutzen,
lächeln. in den meisten dieser fälle ist also die verbindung nz
secundär. alt ist sie in den lehnwörtern pflanze,
mhd. pflanze,
ahd. pflanza
aus lat. planta; minze,
mhd. minze,
ahd. minza
aus griech.-lat. mentha, menta;
secundär dagegen in münze,
mhd. münze,
ahd. muniʒʒa
aus lat. moneta. I@2@b@b@bbββ)
ganz unsicherer herkunft ist kranz,
das man mit skr. granth,
binden zusammenstellt Kluge
etym. wb.7 263
b,
das andre jedoch für ein lehnwort aus dem slavischen halten (
vgl. slav. krątŭ,
gedreht) Möller
zschr. f. deutsches alterth. 36, 328,
völlig unerklärt das zuerst in der vagantensprache bezeugte ranzen,
m. I@2@b@b@ggγγ)
in wörtern fremden ursprungs für slav. c
in grenze,
mhd. grenize
aus böhm. hranice,
poln. russ. granica;
vielleicht auch in ganz,
mhd. ahd. ebenso, das als neubildung zu ahd. (ir-)ganzên
gilt, anscheinend einer umbildung des gleichbedeutenden aslav. konicati (sę) Möller
zeitschr. f. d. alterth. 36, 344.
für lat.-rom. palatales c
in alfanzerei
zu mhd. alevanz,
possen, betrug, das Fischer
schwäb. wb. 1, 123
vom ital. all' avanzo,
zum vortheil ableitet; bronze
aus franz. bronce
vom lat. (aes) Brundisinum; Franzose,
mhd. franzois, franzeis,
adj. aus franz. français, françois; lanze,
ebenso mhd. aus franz. lance,
vom lat. lancea; panze,
thiermagen, bauch, aus afranz. pance,
nfranz. panse
vom lat. pantex; panzer,
mhd. panzer, panzier
aus afrz. pancier (
zum vorigen); kanzel,
mhd. kanzel,
ahd. cancella, -zella
aus mlat. cancellus, cancelli; prinz,
mhd. prince
aus franz. prince
vom lat. princeps; allianz
aus franz. alliance
u. ähnl. in manchen fällen steht -nz
für lat. -ntia,
dem franz. -nce
entspricht: dissonanz,
lat. dissonantia,
franz. dissonance; evidenz,
lat. evidentia,
franz. évidence
etc. enzian
ist aus lat. gentiana
entwickelt. kredenzen
geht zurück auf ital. credenzare
vom mlat. credentia,
also: beglaubigend vorkosten. die quelle von tanz,
das schon mhd. begegnet, ist franz. danse,
ital. danza,
denen ahd. dansôn,
ziehen, zu dinsen
gehörig, zu grunde liegt. winzer,
mhd. winzürl,
ahd. winzuril
ist umgebildet aus lat. vinitor. popanz
soll auf böhm. bubak,
schreckgestalt, zurückgehn Kluge
etym. wb.7 354
b. I@2@b@gγ)
nach r I@2@b@g@aaαα)
aus t
in harz,
mhd. ahd. ebenso, as. mnd. hart; schwarz,
mhd. ahd. swarz,
goth. swarts,
as. nd. swart; warze,
mhd. warze,
ahd. warza,
as. warte; herz,
mhd. herze,
ahd. herza,
goth. haírtô,
as. herta; schmerz,
mhd. smerze,
ahd. smerzo,
vgl. engl. smart,
schmerzen, schmerz, schneidig; farzen, furzen,
nd. farten, furten,
engl. fart,
griech. πέρδειν; stürzen,
mhd. stürzen,
ahd. sturzen,
nd. ndl. storten; wurz,
mhd. ahd. ebenso, goth. waúrts
mit der zusammensetzung wurzel. bürzel,
zu dem purzeln
gehört, kann mit empor,
mhd. enbor(e)
zusammenhängen, würde dann hervorragender steisz sein. Kluge
etym. wb.7 79
vergleicht schweiz. borzen
hervorstehn. es wäre so als eine bildung mit t-
suffix anzusehen. erzen, ihrzen
sind bildungen mit (e)zen (-atjan). scherzen
faszt Wilmanns
deutsche gramm. 2
2,
s. 109
als intensivbildung mit demselben suffix zu mhd. schernen,
spotten. erz,
mhd. erze, ärze,
ahd. aruzzi, aruz,
as. arut
ist wahrscheinlich fremden ursprungs. kurz,
mhd. ahd. ebenso, as. kurt,
nd. kort
ist das lat. curtus; schurz,
mhd. schurz,
ahd. scurz
geht auf mlat. excurtus
zurück Kluge
etym. wb7 416
b. kerze,
mhd. kerze,
ahd. cherza, charza,
anord. kerte,
n. leitet derselbe ebenda 239
a vom lat. charta
ab. I@2@b@g@bbββ) quarz,
mhd. ebenso, ist unerklärt. I@2@b@g@ggγγ)
in wörtern fremden ursprungs aus lat.-rom. palatalem c
in erz-,
mhd. erz-,
ahd. erzi-
aus mlat. arci-
für archi- (
griech. ἀρχι-); arzt,
mhd. arzet, arzât,
ahd. arzât
aus mlat. arciater
für archiater (
griech. ἀρχιατρός); narzisse
aus lat. narcissus (
griech. νάρκισσος); exerzieren
aus franz. exercer,
vom lat. exercere
u. ähnl.; porzellan
aus ital. porcellana,
eine seemuschel, concha Veneris Mahn
etym. unters. 11. März,
mhd. Merze,
ahd. Merzo, Marzeo,
mit merzen,
das eigentlich das aussondern von schafen im märz bezeichnet, geht zurück auf lat. (mensem) Martium. nerz, nörz
ist entlehnt aus kleinruss. noryca
fischotter Kluge
etym. wb.7 333
b. I@2@cc)
nach stimmlosen consonanten I@2@c@aα)
nach ch
aus t (
suffix -(e)zen, -atjan)
in ächzen,
mhd. achzen, echzen,
ahd. ahhizôn
zu ach; jauchzen, juchzen,
mhd. jûch(e)zen
zu jûch; krächzen,
weiterbildung zu krachen; lechzen,
mhd. lech(e)zen
zu lech,
adj. = (
nd.) leck; schluchzen,
mhd. sluckzen,
weiterbildung zu schlucken
mit angleichung des ck
an das z,
während in andern, z. b. in mucksen,
mhd. muckzen, muchzen,
ahd. muckazen
das z
an das ck
angeglichen ist. I@2@c@bβ)
nach f
aus t
in seufzen,
mhd. siufzen
aus siuften,
ahd. sûftôn, sûfteôn,
zu saufen
gehörig, von den bildungen auf -(e)zen, -atjan
beeinfluszt Kluge
etym. wb.7 425
b. I@2@c@gγ)
nach t I@2@c@g@aaαα)
aus t (tz,
ahd. meist zz
geschrieben, vgl. Braune
ahd. gramm. (1911) § 159,
meist aus t(t)j,
in manchen fällen wohl für ein aus tn
assimiliertes tt Wilmanns
deutsche gramm. 2
2,
S. 86)
in ätzen,
mhd. etzen,
ahd. ezzen
zu essen,
goth. itan; glatze,
mhd. glaz, -tzes,
m. kahlkopf neben frühnhd. glitze
zu glitzern (
s. dies); kratzen,
mhd. kratzen,
ahd. kratzôn,
dazu ital. grattare,
franz. gratter; fetzen,
mhd. vetze,
vgl. anord. fǫt,
kleider, zu fassen,
nd. vaten Kluge
etym. wb.7 134
a; hetzen,
mhd. hetzen,
ahd. hezzen,
zu hasz,
vgl. goth. hatis,
n.; letzen,
verletzen, hindern, mhd. letzen,
ahd. lezzen,
goth. latjan; metze,
masz, mhd. metze,
ahd. mezzo,
m., verwandt mit messen,
as. metan; setzen,
mhd. setzen,
ahd. sezzen,
goth. satjan,
nd. setten; wetzen,
mhd. wetzen,
ahd. wezzen,
anord. hvetja; glitzern,
weiterbildung von glitzen,
das zu gleiszen,
as. glîtan
gehört; hitze,
mhd. hitze,
ahd. hizza,
as. hittia
zu heisz; kitzeln,
mhd. kitzeln, kützeln,
ahd. kizzilôn, kuzzilôn,
nd. ketel(e)n,
anord. kitla; ritzen,
mhd. ritzen,
ahd. rizzôn
zu reiszen,
as. wrîtan; schlitzen,
mhd. slitzen
zu schleiszen,
as. slîtan; schmitzen,
mhd. smitzen
zu schmeiszen,
goth. smeitan; schnitzen,
mhd. snitzen
zu schneiden,
vgl. schnitt,
m., geschnitten,
part.; schwitzen,
mhd. switzen,
ahd. swizzen
zu schweisz,
as. nd. swêt; sitzen,
mhd. sitzen,
ahd. sizzan,
as. sittian,
goth. sitan; spitz,
mhd. spitz,
ahd. spizzi,
verwandt mit spiesz,
bratspiesz, mhd. ahd. spiʒ,
engl. spit; spritzen,
mhd. sprützen
zu sprieszen,
ags. sprútan; witz,
mhd. witz(e),
f., ahd. wizzî,
f. zu wissen,
goth. wait,
ich weisz; zitze,
ebenso mhd., nd. titte; glotzen,
mhd. ebenso, vgl. anord. glotta,
hohnlächeln Kluge
etym. wb.7 176
b; klotz,
mhd. kloz, -tzes,
verwandt mit klosz,
nd. klôt; rotz,
mhd. roz, rotzes,
ahd. roz
zu ahd. rûʒan,
ags. hrútan,
schnarchen ebenda 378
a; strotzen,
mhd. ebenso, verwandt mit strausz,
kampf, mengl. strout; grütze,
mhd. grütze,
ahd. gruzzi,
ags. gryt(t),
nd. gorte; nütze,
adj., mhd. nütze,
ahd. nuzzi,
mit nutzen,
m. und nutzen, nützen,
verb., mhd. ebenso, zu (ge)nieszen,
mhd. nieʒen,
ahd. nioʒan,
goth. niutan; schmutz,
mhd. smuz, -tzes
zu smutzen,
engl. smut,
beflecken; schütze,
mhd. ebenso, ahd. scuzzo,
ags. scytta
zu schieszen,
as. skeotan; stutzen,
plötzlich innehalten, mhd. ebenso, mhd. stuz, -tzes,
anprall, zu stoszen,
goth. stautan; stutzen,
kürzen, von Wilmanns
deutsche gramm. 2
2, 110
mit anord. stuttr,
kurz zusammengestellt. auch der form des suffixes nach in deminutiv- oder koseformen wie Fritz
zu Friedrich, Lutz
zu Ludwig, Metze, metze
zu Mechthild; götze
zu gott;
ebenso wohl betz, petz
als bezeichnung des bären (
abkürzung einer appellativischen bezeichnung wie Bernhard
oder dgl.?)
mit den zugehörigen wörtern batzen
und patzig; spatz,
mhd. ebenso, koseform zu spar,
vgl. sperling Kluge
etym. wb.7 431
b. katze,
mhd. katze,
ahd. kazza
ist entlehnt aus mlat. catta; schatz,
mhd. schaz, -tzes,
ahd. scaz, -zzes,
goth. skatts.
as. scat
vielleicht aus aslav. scotŭ,
vieh. etwas anders stehn schwatzen,
mhd. swetzen, swatzen
für *swatezen,
vgl. mhd. swatern, swadern,
schwatzen; schmatzen,
mhd. smatzen
aus smackezen,
weiterbildung von smacken; blitzen,
mhd. bliczen, bleczen,
ahd. blecchazzen
und blitz,
mhd. blitze, blicze,
verwandt mit blick, blicken, blecken; kotzen
aus koppezen,
weiterbildung zu mhd. koppen,
eructare Kluge
etym. wb.7 261
a. I@2@c@g@bbββ) jetzt,
mhd. ietze, iezuo
ist zusammengerückt aus ie
und zuo,
as. tô. antlitz
ist eine mischform. mhd. ist antlitze
bezeugt, ahd. antlizzi
neben antlutti.
zu grunde liegen goth. wlits
und lûdi,
angesicht. schützen
wird von Kluge
etym. wb.7 417
a auf grund des gleichbedeutenden mhd. beschüten
mit mhd. schüte, schüt,
f. erdwall, das zu schutt
gehört, zusammengestellt und als intensivbildung * skutisôn
gefaszt, von andern mit schieszen,
as. skeotan,
von ihnen also als -ja
bildung gefaszt (
vgl.schtze
unter αα). letzt,
wofür mhd. lest, leʒʒist,
ahd. leʒʒist, laʒʒôst
erscheint, superlativ zu laʒ,
erklärt sich vielleicht durch nd. einflusz. letist, lezt (
für letst)
begegnet schon im as. Kluge
etym. wb.7 288
b.
dazu gehört letzen,
schon mhd., sich gütlich thun. potz
ist umgebildet aus gottes. tatze,
mhd. ebenso, möchte derselbe ebenda 455
b als intensivbildung zu tappe
fassen (
*tappeze),
andere bringen es in zusammenhang mit dem als lautmalend gefaszten tatschen. plötzlich,
mhd. plozlich
gehört zu einem wohl lautmalenden plotz,
neben dem auch plauz
erscheint. trotz,
mhd. trotz
neben tratz
und trutz
ist unerklärt. butze (
zu nd. butt,
adj. kurz, butt,
m. fischname?), putzig, putzen,
verb. sind umstritten. I@2@c@g@ggγγ)
in wörtern fremden ursprungs erscheint tz
für lat. ti, ci +
vocal in (stein)metz,
mhd. metze,
ahd. mezzo
aus mlat. matio; metzger,
mhd. metzjære
aus mlat. matiarius Kluge
etym. wb.7 313
a; matratze,
mhd. mat(e)raʒ
aus mlat. matratium, -cium,
vom arab. matrah,
sitzkissen; mütze,
mhd. mütze, mutze
aus mlat. almutia, -cia, -tium, -cium; litze,
mhd. ebenso, aus lat. licium,
faden. für lat. te +
vocal in pfütze,
mhd. pfütze,
ahd. pfuzzi, -a
aus lat. puteus.
für lat. ce
in metzeln
aus mlat. macellare. platz
ist das ital. piazza,
das franz. place,
dem lat. platea
zu grunde liegt. latz
geht zurück auf afranz. laz,
ital. laccio,
schnürband aus lat. laqueus. scharmützel
wurzelt im ital. scaramuccia,
das auf schirmen
zurückgeht. dutzend,
mhd. totzen,
stammt aus dem franz. douzaine. ketzer,
mhd. ketzer, kätzer
wurzelt im griech. καθαρός. haubitze
ist das böhm. houfnice,
steinschleuder. stieglitz,
mhd. stig(e)liz
soll aus dem böhm. stehlec,
distelfink, umgebildet sein, kiebitz,
mhd. gîbitze
dagegen lautmalenden ursprungs. I@2@c@dδ)
in wörtern fremden ursprungs begegnet wirkliches z
auch nach andern stimmlosen consonanten, so in miszelle
aus lat. miscella, okzident
aus lat. occidens,
gen. -entis. skizze,
das auf ital. schizzo
zurückgeht, wird skitze
gesprochen. IIII. z
erscheint als letzter buchstabe des alphabets in der verbindung von a
bis z,
die vollständigkeit bezeichnet: so geht es von a bis z Campe; geschickt, ... eine grosze tafel in kürzester zeit von a bis z zu bestellen Mörike 3, 41
Göschen. in gleicher oder ähnlicher anwendung sagt man auch bis zum tz,
wohl weil tz
als eine art verdopplung des z
betrachtet wird. vgl. die ahd. schreibung zz
für tz.
auch auszerhalb dieser wendungen wird die stellung im alphabet bei wortartigem gebrauch von z
betont: manch grosses A. der welt wird dort (
im himmel) zum zette werden Stoppe
parnasz im Sättler 201. baron S. ein x im menschenalphabet, seit ypsílon dein schwiegersohn, bleibt dir nur noch das z Grillparzer 3, 227
Sauer.