woraus,
adv. ,
aus wo
und präpos.-adv. aus
mit erhaltung des alten r
vor vokalischem anlaut. als zusammenrückung vereinzelt im 15.
jh. (
s. u. 2 a),
sonst seit dem 16.
jh. belegbar, vgl. ferner in getrennter schreibung war ausz (1494) Seb. Brant
narrensch. 28
Z. die form warusz
mit altem a
gilt für das 16.
jh. fast durchweg (
doch s. worausz Fischart
w. 2, 7
H.),
begegnet auch später noch vereinzelt: Sattler
phraseol. (1658) 61.
zur form vgl. noch wo
sp. 904
f. mundartl. worut Schambach
Göttingen 305, wo
u raus
wb. d. luxemb. ma. 491
b und, mundartlich oder umgangssprachlich, in der satzstellung getrennt, wo ... (d)raus (Fischer
schwäb. 6, 428),
was schriftsprachlich entgegen Kramer
t.-ital. 2 (1702) 1374
c: wo wird das pulver aus gemacht?
nicht üblich ist. woraus
drückt, in interrogativer, relativer und indefiniter funktion, eine beziehung aus, die örtliche oder ursächliche herkunft bezeichnet, oder den stoff, aus dem etwas besteht oder verfertigt wird, in konkreter und abstrakter anwendung, vgl. demonstratives daraus
teil 2,
sp. 765
ff. 11)
interrogativ. 1@aa)
zur bezeichnung der direkten frage: warausz wollen wir aber solche ... auszbündige ehfraw schnitzen und schnetzelen: ausz Eve leymen nicht ... warausz dann? Fischart
Gargantua 102
ndr.; worausz macht man das papier? Widerhold
t.-frantz.-lat. (1669) 427
a; woraus bestehen diese körper? Stöckhardt
chem. feldpr. (1851) 1, 3. 1@bb)
an der spitze indirekter fragesätze: merck, warauss die evangelischen schmachwort fliessen Nas
d. antipap. eins u. hundert (1567) 1, 45
a rand; dieses ist uns ... zu verstehen nöthig, woraus die begierde zum abfall ... entstanden sey Jac. Böhme
mysterium magnum (1682) 2, 99; sie sagt mir zuvor, woraus ihr abgenommen, dass ich ... in India gewesen Grimmelshausen 2, 19
K. 22)
in relativischer anwendung. 2@aa)
auf ein substantiv des übergeordneten satzes bezogen, an stelle von aus dem, aus der, aus denen,
bis in neuere sprache, modern aber schriftsprachlich kaum mehr zulässig. in gegenständlicher beziehung: also (
der flusz), worausz mein esel saufft! Fischart
Eulenspiegel 7
H.; die höltzer, woraus die fässer durch den bötger zusammengesetzet werden Gueintz
dt. rechtschr. (1666) 141; die meisten werden in dem faden die flocke nicht erkennen, woraus er gesponnen ist Lessing 10, 96
L.-M.; das glas, woraus sie trank Göthe I 4, 90
W.; in das haus zurückzukehren, woraus ihr euch ... habt verjagen lassen
ders. I 45, 66.
auf ein pronomin. neutr. bezogen: so habir eyn (
haben wir ihnen) nicht woraws czessen zu geben (
ca. 1430) Jungandreas
gesch. d. schles. ma. i. mittelalt. 272
anmerkg. abstrakter: viel völcker halten die grabestädte für pforten, woraus sich die göttlichen leitungen durch wahrsagung herfür thun Lohenstein
Arminius (1689) 1, 17
a; die idee, woraus diese gestalt entsprang Göthe I 46, 56
W.; ein merkwürdiges verhör ..., woraus hervorzugehen scheint, dasz die von Potocki bekannt gemachte sammlung durch betrug entstanden ist Jac. Grimm
an Lachmann in: briefw. 2, 668
Leitzm. 2@bb)
in der relativischen verknüpfung zweier satzaussagen auf den inhalt des regierenden satzes zurückbezogen: woraus denn genugsam abzunehmen, wie ...
acta publica 2, 275
Palm; da hörete ich ... unterschiedlich red und meinungen ... woraus ich lernete, dasz ... Grimmelshausen 2, 330
K.; worausz denn zu folgen scheinet, dasz ... Bodmer
abhandl. v. d. wunderbar. (1740) 7; einen creditbrief ..., woraus ersichtlich, dasz die fertigen sechs bände des herbariums angenommen Göthe IV 29, 39
W. 33)
als indefinitum im sinne von '
aus etwas'
schriftsprachlich ungebräuchlich: woraus urteilen, schlieszen
etc. giudicare, concludere da qualche principio Kramer
t.-ital. 2 (1702) 1374
c. 44)
vereinzelt von woraus
für von wo aus: Rom, ..., wo dazumal ein rechter sitz der wissenschaften war, und von woraus die stralen der gelehrsamkeit sich in alle abendländer ausbreiteten Gottsched
gedächtnisrede auf Copernicus (1743) 48.