Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)
willkürlich
willkürlich
Willkür f. ‘Verhalten und Handeln nach eigenem Gutdünken, Eigenmächtigkeit’, mhd. wille-, wilkür, (md.) wil(le)kur, -kor ‘freie Willenswahl, freier Wille, freiwillige Entschließung, Neigung, Zu-, Übereinstimmung, Gutdünken’ ist zusammengesetzt aus dem unter Wille behandelten Wort und mhd. kür(e), md. kur(e), kor(e) (s. Kür). Die seit dem 18. Jh. herrschende, auf die Mißachtung der Interessen anderer zielende Bedeutung (s. oben) bahnt sich bereits im mhd. Gebrauch in solchen Fällen an, wo die ‘freie Entschließung’ der einen Seite von der anderen als Beschränkung oder Zwang angesehen wird, vgl. mhd. nāch sīner vīnde willekur. Dazu willkürlich Adj. ‘nach eigenem Gutdünken vorgehend, eigenmächtig’ (18. Jh.), zuvor ‘freiwillig, nach freier Entscheidung handelnd’ (16. Jh.); vgl. mhd. willekuric.