weite,
f. ,
ahd. wîtî, wîtîn,
mhd. wîte, wîtin, wîten,
nhd. weite
mit mundartl. entsprechungen, daneben weitin, weiten: weytin Herold-Forer
Gesners thierb. 17;
mit doppeltem suffix: witteni Martin-Lienhart 2, 883; widede Bauer-Collitz 113, wickte Hönig
Köln 202.
bedeutung und gebrauch entsprechen in den grundzügen denen von weit. 11)
die weite ergibt sich vornehmlich aus länge und breite. 1@aa)
mit betonung der grösze, oft mit deutlichem gefühlswert, der noch durch ein beiwort bekundet werden kann. mit gen.-attribut, '
ausdehnung'
als solche: von der grösse unnd unsäglichen weite der dreyer India ist unglaublich zu schreiben
Fortunatus 82
ndr.; die ganz wyte der welt hat in in (
Christus) gloubt Zwingli
dt. schr. 1, 64; der freien völker zahl, die Deutschlands weite hegt Kästner
verm. schr. 1, 107.
alleinstehend, '
weite fläche, weite landstriche': disz mag den Teütschen nit verargt werden, das sy ein so mächtig weitte (
die gegenden an Weichsel u. Don) verlorn oder vil mehr verlassen S. Franck
weltb. (1542) 22
a.
seit dem 18.
jh. wird bei gefühlsbetontem gebrauch der plural beliebt: diese gleichförmigkeit (
der östl. Sahara) verbreitet sich ... über gewaltige weiten Ritter
erdkde 1, 1014; es breiten fruchtbar sich links die italienischen weiten Paul Ernst
kaiserbuch 1, 2, 204. 1@bb)
nach verblassen des im begriff selbst enthaltenen gröszenurteils mit äuszerer maszangabe: der zwölfft teil (
eines juchart) uncia genannt: halt in ein weyte von 2400 (
quadrat -)schuohen Frisius (1556) 741
a. 1@cc)
von nur verhältnismäszig groszer ausdehnung, bei innenräumen, mehr gelegentlich: solche gemach oder badstuben zimlicher weite und hoch gnuog seien Ryff
spiegel u. reg. d. gesundh. 90
b; (
die tafel) die ... beinahe die ganze weite des saales einnahm Hauff
werke (1890) 1, 22. 1@dd)
offener raum im gegensatz zum beschränkten; weite der ebene im gegensatz zum bergland: wann er die eidgenossen uf die witi us irem land und gebirgi brächti Brennwald
schweiz. chron. 1, 198.
offene fläche im gegensatz zum wald: diser Senespa gieng hin durch den wald und fand ein grosse wyte gar mit füchter und fruchtbarer weid
buch d. beisp. 22
lit. ver. insbes. von der offenen fläche als kampfplatz: und do zugen sie (
die beiden heere) auff ein weytt ... und do chamen sie zu ainander und hueben an zu streytten Schiltberger
reiseb. 9
lit. ver.; doch was sich in die weite begab, ward alles erstochen Schlusser
d. peurisch krieg (1573) 101.
im gegensatz zur bedrängten enge: do schluogent si sich ... ob der letze und ob den verbrunnen hüsern uf die wite H. Fründ
chron. 137
Kind. im gegensatz zum umschränkten raum: sol kein richter ... ausz dem läger gehen in die weittin, sondern er hab dan erlaubnusz vom schultheissen Fronsperger
kriegsb. (1573) 1, 2
b.
freier platz in oder vor einer stadt: zuo Bern wol uf der wîti, zuo Berne uf dem griesz
bei Liliencron
hist. volkslieder 2, 380.
ausgedehnte meeresfläche im gegensatz zur meerenge: wie
auch Byzantium ligt zuo ausserst der weite, so bey Propontide ist Xylander
Polybius 225.
offenes meer: sahen wir auf der weite des meers etwas daher treiben Grimmelshausen
Simplizissimus 555
ndr. 1@ee)
von umfang, grenze und umschlossenen räumen: wann er si (
die stadt) mit weite der mauren umbfangen het Füetrer
bayr. chron. 4; verzeichnet die stattmauren oder die weyte der statt mit dem pfluog Frisius (1556) 1211
b; vor uns die ganze stadt ... in ihrer weite Göthe IV 8, 64
W. 1@ff)
raum, platz für jemanden oder etwas, ganz überwiegend in älterer sprache: damit ... die trauben (
im trotthaus) an gelegenem ort ein zimliche weite haben Herr
feldbau 95
a.
unterkunftsraum: er hab selbs nit weitte gnug im haus für sein volck
städtechron. (
Augsburg) 23, 250.
bewegungs- u. betätigungsraum: das ... der schwächste (
ochse) raum und weite hette, dem stärcksten zu weichen Sebiz
feldbau 123; das man den platz solt lassen frey .... das er sein weite hett, so man darinnen rennen thet Spreng
Ilias 96
b; Rinaldo mit gewalt fortsatzte durch die leute, Bajardo wust ihm wol zu machen raum und weite D. v.
d. Werder
ras. Roland 5, 82.
stehende wendungen: jemandem
weite(n) geben, lassen, machen: und alsbald sy zuo der tür hin in komen, do machot man inn ain wyte Richental
Constanz. concil 68
lit. ver.; nun machend wite und land uns ungeirrt
N. Manuel
Elsli 1
Bächtold; und nimb die halben gassen ein und stosz ein andern an ein seiten, sprich, lantzman hebah, gib mir weiten Scheidt
Grobianus 1219
ndr.; so wolt ich nit, das ich noch wer bey deinem junckern auff seim schlosz; lieber ich im sein weiti losz Wickram
werke 4, 242
B. dann auch einfach (die, eine) weite(n) geben '
das feld räumen, fliehen': ... werden sie mit zittern die weite geben und zuoruck fliehen Schlusser
d. peurisch krieg (1573) 69; drumb ists grosz zeit, man schick ihn fort ... mit dreien pferden möchstu reiten, hoffen nunmehr, werdst geben ein weiten
geschichtl. lieder u. sprüche Württembergs 109
Mehring. vgl. auch den weiten geben
unter weit
sp. 1265. 22)
die weite ergibt sich vor allem aus der ausdehnung quer zur haupt- oder blickrichtung. 2@aa)
weite quer zu länge, zu höhe (
oder tiefe): ein (
fisch-) kasten ... in der withe und leinge als die korbe sin sollen
rechtsdenkm. aus Thüringen 127
Michelsen; ir stirn was hoch und gebürlicher wyte Niclas v. Wyle
translat. 22
K.; ein solche weite und tieffe des thals
volksb. v. dr. Faust 34
ndr.; ccc elen wirt die leng der arch und úlú elen ir weit und úxxxú elen ir höh
erste dt. bibel 3, 61
lit. ver. ohne hinweis auf andre erstreckungen: ir brust guoter wyte Niclas v. Wyle
translat. 52
K.; man nem ... alle puncten der krummen mauren dicken, und die weyten der felder dazwischen Dürer
befest. d. stett A 4
a; einen flusz von einer ziemlichen weite Archenholz
England u. Italien 1, 1, 1.
als bewegungsraum: die staffeln sollen 12 schuch lang sein, auff das man weiten genug habe an ein ander zu weichen Dürer
befest. d. stett C 4
a; auch ziehet er gern die alten pfäde und wege: denn der hirsch muss die weite haben wegen des gehörns Döbel
jägerpractica 1, 11. 2@bb)
bei höhlungen die ausdehnung quer zur länge oder tiefe, dann fachsprachlich der unterirdische weite raum selbst: weite
im bergbaue gruben, aus welchen das erz schon ausgebrochen worden Voigtel
wb. 3, 617
a. schacht, ist eine in die tieffe gebrochene weite Junghans
gräublein ertz E 1
b.
bei gefäszen: der kleinest (
kreis des fasses) ist an baiden böden, durch die diametros E G und HF verstanden, die sollen gleich sein. die binder haissens die weite Kepler
opera 5, 545
Frisch. oft von rohren u. ä.: die pfeiffen, beydes was die länge und weite betrifft Bendeler
organopoeia (1690) A 4
a.
insbes. von geschützen, '
kaliber': zwey stücke, so von einer o. gleicher weite seynd
due pezzi di cannone del medesimo calibro Kramer 2 (1702) 1311
b.
gelegentlich auch von nichtgehöhlten stäben: gebt mir nur die weite, herr! die weite der stäbe (
um löcher entsprechender weite zu machen) Gutzkow
ritter v. geiste 7, 291.
allgemein von kleidungsstücken u. ä.: einen ... braunen rock mit schmalen ermeln (
der) unten aber glockenrunde weite hat Andersen
orient. reisebeschr. 113
Olearius. ebenso von öffnungen, bei viereckigen zum unterschied von der höhe: die masz der porten soll man also machen: als weit das thor im liecht ist, sol es noch halb als vil in der höhe haben. die weyte in sechs getheilet, ist ein theil derselben zur breite des pilasters auff jeder seiten
Seb. Serlius v. d. architectur (1609) B 1
b; lichte weite
fachsprachl. Krebs
techn. wb. 158.
sonst: des rachens weite Schiller 11, 276
G.; das schneegarn aber weitere moschen hat, und solcher weite halber gröszer werden kan Aitinger
jagd- u. weidb. 34; wenn man die weite der objectivgläser über einen gewissen grad vermehren wollte Göthe II 4, 263
W. zeitweise entsprechend im sinne von '
durchmesser eines kreises': weitte, diameter circuli, etiam longitudo circumferentiae circuli Kepler
opera 5, 611,
dazu A. Götze
anfänge einer math. fachspr. bei Joh. Kepler 207. 33)
die weite ergibt sich aus länge, breite und höhe. 3@aa)
offner raum im gegensatz zum überdachten, meist auf der weite,
oberdeutsch, noch landschaftlich: es ist viel sicherer zuo tach dann auff der weite Fischart
flöhhaz 15
ndr.; do was uff die wyte an dem hus gen der mur ... gemacht ain schöner sessel Richental
Constanz. concil. 104
lit. ver.; dasz er nur nicht krank wird auf der freien weite. die nächte sind schon kühl Rosegger
schr. I 2, 173; '
freier himmel, das freie im gegensatz zu haus und hütte' Unger-Khull 624.
hier knüpft wohl auch an: in der weiten '
liegt gemähtes gras, geschnittenes getreide, ehe es in reihen zusammengerecht oder in garben gebunden wird' Schmeller-Fr. 2, 1052. 3@bb)
mit vorliebe von der ausdehnung des himmels, des weltalls u. ä., zuweilen bedeutsam im plur.: wann ich nicht wüste die unermeszliche weite desz himmels Abraham a
s. Clara
merks Wien 37; des freien himmels weite musz ich suchen Schiller 13, 299
G.; in des raumes weiten die leuchtenden kugeln Novalis
schr. 1, 10
Minor. ähnlich gedacht wohl auch: unendlich ungeheure weiten ganz unermeszlich grosze breiten der grenzenlosen herrlichkeit (
gottes) Pietsch
schr. (1740) 373. ... staunend sah der denker in der schöpfung weite raums genug für alle wesen Schubart
sämtl. ged. 2, 299; (
gott) hat weder anfang noch ende, ist ungemessen, kan mit keiner zahl in seiner weite und grösze auszgesprochen werden Jac. Böhme
mysterium magnum (1682) 8.
in neuerer zeit wird auch der überschaubare landschaftsraum als weite erlebt: und leise wehte durch die ruhge weite der abendglocke betendes geläute Cl. Brentano
schr. 2, 287. weite
ist gefühlsstärker als raum,
daher zur verlebendigung des math. raums geeignet: über und unter jeder zahl, über, unter und auszer jedem raum ist raum, jener in weiten, diese in brüchen denkbar Herder 21, 108
S. 3@cc)
weite an sich geringerer abmessung; von innenräumen: die weite des orts (
kirche) und die andacht setzen unsern einfällen gewisse gränzen Scheibe
crit. musicus 163.
von gegenständen: ... findet man einige von diesen instrumenten von so ungeheurer grösze und weite Schubart
ästhet. d. tonkunst 6.
innenweite: der vorder theyl des hirns hat zwo weiter langer höle ... in der weitte eins eyes Ryff
anatomi (1541) L 4
a;
als bewegungsraum: nach dem dritten und vierdten monat fähet an das kindt ... in mutterleib sich regen unnd bewegen, und im selbs ruhe, hülff und weite suchen Ruoff
hebammenbuch (1580) 41;
als aufnahmefähigkeit: die (
strauszen-) eyer, dere sich ettliche ihrer mechtigen weite halber, an statt der trinckgeschirr gebrauchen Heyden
Plinius (1565) 400; es hat nichts mer weit im magen Schmeller-Fr. 2, 1052. 3@dd)
vielleicht hier anzuschlieszen; die art der weite bleibt unbestimmt, der gefühlswert herrscht vor: er (
gott) lert auszgeen von der enge in weittin (
de arto in latiora)
Birgitte (
Nürnberg 1502) 2, 29; wo mag jetzt wohl (
das verstorbene) Julchen sein? dachte er ... und nähe und ferne, enge und weite, gegenwart und zukunft blitzte durch seine seele Moritz
Anton Reiser 30
ndr.; man fühlt das leben als leichter zu verlieren und zu gewinnen. weite scheint in den mantelfalten eines kolonisten zu stecken Ponten im
Wolgaland 42. 44)
die weite erstreckt sich längs eines weges, '
ausgedehnte strecke'
; der gebrauch ist seltener. von groszer oder verhältnismäszig groszer ausdehnung: warum i.
f. g. sie nicht zur hochzeit laden möchten wegen der kürze der zeit und wegen der weite des weges Schweinichen
denkwürd. 357
Oesterley; als wir nach der weite des weges fragten Göthe III 2, 165
W. mit maszangabe: zu einer weite von 600 fusz Hebel
werke 2, 4
Behaghel; auf drei stunden weite E.
M. Arndt
werke 1, 6. 55)
weite einer wirkung oder wahrnehmung in einer richtung oder auch zugleich in einer unbestimmten vielheit von richtungen; mehr gelegentlich: ... werden ... um diese (
die planeten) sich die monde bilden, wenn die weite der attraction solcher himmelskörper günstige umstände zu ihrer erzeugung darreicht Kant
werke (1838) 8, 289; jeder sinn hat seinen grad von schärfe und feinheit, seine weite und weile Herbart
werke 5, 55
Hartenstein. 66)
abstand und andre lageverhältnisse. 6@aa)
groszer abstand, nicht häufig: die grösse und weite der sternen Schupp
schr. (1663) 700; dasz man durch schleifung eines glases ... auf unglaubliche weite sehen ... könne Leibniz
dtsch. schr. 2, 508. 6@bb)
nur verhältnismäszig groszer abstand: die freunde sehn mich auff der gassen mit schew an ausz der weite Opitz
psalmen 58; dasz ... (
beim bau) das holz auf eine grosze weite horizontal trägt Göthe 47, 67
W. ähnlich gedacht wohl auch: so künstlich ihr gesicht bei licht und in die weite sich dreiszig jahre jünger log Wieland (1796) 17, 272. 6@cc)
abstand schlechthin mit zurücktretendem oder ohne gröszenurteil: setz den zirckel mit dem ein fuosz in das centrum, und den andern fuosz setz ... in den punckten úiú und nym dise weyten mit dem zirckel Dürer
messung B 3
b; (
fenster) waren in gleichen weiten gesetzt Bodmer
Noah (1752) 221; die weite der nase vom kine Lohenstein
Arminius 2, 225
a.
mit maszangabe: dasz die weite oder distantz der sonnen von der erden sey zwölffhundertundneun semidiameter Prätorius
blockes-berges verricht. 419; die Spanier und Italiäner aber wie auch die Perser, die in gleicher weite, nemblich umb den 35. grad vom aequatore Ad. Olearius
persian. reisebeschreib. (1696) 89; man entferne alsdann das prisma ... bis zur weite von zwei fusz Göthe II 5, 1
W.; in der weite eines steinwurfs vor dem wagen Musäus
volksmährchen 1, 56
Hempel; auf wurfes weite sah ichs stets vor mir Schiller 14, 41
G. gelegentlich der plural: deine sache wird ... sein, ... dich, ehe du jede station antrittst, wol um die weiten zu erkundigen Göthe IV 7, 365
W. 6@dd)
besonderes. abstand des schützen: wollet uns ... wissen lassen, in welcher weyt gemaynglich eur schiessen sey
privatbriefe d. mittelalters 1, 92
Steinhausen; (
beim apfelschusz Tells) man mache raum, er nehme seine weite wies brauch ist Schiller 14, 358
G. beim buchdruck: weiten
pigeon-holes, blancs Hoyer-Kreuter 1, 842. von einer
ò. gleicher weite seyn, in gleicher weite von einander stehen
esser equidistante ò. parallelo Kramer 2 (1702) 1311
b. 6@ee)
andre lageverhältnisse: aber die pastey soll for der statmauren ein zimliche weyten hinausz in den statgraben tretten Dürer
befest. d. stett A 1
b; ausladung ... die weite, um welche ein glied ... einer säulenordnung ... vorspringt Rode
Vitruvius (1800)
anh. 26. ein jegliche kranckheit, die von centro gehet in die weite, ist zugehörig dem physico; aber die von weitte in centrum gehet, die ist zugeschlossen dem chirurgo Paracelsus
opera 1, 1
Huser. 77)
ferne, entfernter raum. 7@aa)
ohne besonderen beiklang: (
die vögel) die da mit behendickait für sich fliegen in die weit Keisersberg
granatapfel (1510) G 5
c; in die weite ist gut liegen Petri
weiszheit 2, K k 5
a. ein ketzerische helle stechprill, die inn die weite sicht Fischart
binenkorb 186
a; ... wir auch, wann wir in die weite sehen wollen, das eine aug zu thun Harsdörffer
gesprächsp. 4, 333; ek kan nich gaud in de wîe seien Schambach 297. nicht reiche der geist in die weite Göthe 1, 203
W.; die, so in die weitte zu wett lauffen Guarinonius
grewel (1610) 1171; awa bösser is s fahren voraus lang und in d weit Stelzhamer
dicht. 1, 21
Rosegger. auch bei an sich geringeren entfernungen: (
ein Türke hebt den deckel von der hostie) da ist eine erschröckliche flammen heraus gebrochen, welche den Türcken in die weite geworffen Abraham a
s. Clara
weinkeller 191; der riese mit der stange schlug auslangend in die weite Uhland
ged. 1, 265
E. Schm.-Hartm. 7@bb)
mit mehr oder weniger deutlichem gefühlswert: o welche aussicht in die weite Schubart
ged. 1, 173; selbst auf der fahrt, auf nächtgem ritt dämmert sein auge in die weite A. v. Droste-Hülshoff (1878) 2, 21.
in bezeichnendem plural: und in der märchenhaften klaren stille, in der alle weiten schwammen Weigand
ewige scholle 601.
die ferne als betätigungsgebiet u. ä. mit dem gefühlston des lockenden: der vorwitz lockt ihn in die weite, kein fels ist ihm zu schroff, kein steg zu schmal Göthe 2, 146
W.; trennende ferne, mit schmerzlichem oder bitterm unterton: alte diener liebt der hof, wenn sie in der weite Logau
sinnged. 566
E.; ach! der mich liebt und kennt, ist in der weite Göthe 2, 114
W. mit beiworten: in ferne weiten Göthe 10, 337
W., die blauen weiten Eichendorff
werke 1, 555, in einer unermeszlichen weite Drollinger
ged. 54, in unabsehliche weite Mommsen
röm. gesch. 2, 150, in unbekannte weiten G. Keller
werke 5, 57, in eine träumerische weite Jean Paul
s. w. (1826) 22, 69, ätherische weiten Göthe 4, 49
W., aus der erhabnen weite Bürger
werke (1844) 1, 451, eine freie weite E. Zahn
d. da kommen u. gehn 156, in die wilde weite der vier winde E.
M. Arndt
schr. (1845) 4, 284. 88)
besonderes und vereinzeltes. 8@aa) mit weyte drückt der übersetzer des Paré das mittelfleisch aus, mit dem zusatz: zwischen ars und gemecht Hyrtl
kunstw. d. anatomie 164.
die weite suchen wie das weite suchen: da sie mich ... an den vaterländischen boden binden wollten, habe ich ... die weite suchen müssen Görres
briefe 3, 28. 8@bb)
doppelformeln. weite und nähe: inn der weyte und auch der näh das eine auff daz ander seh Joh. v. Schwarzenberg
Cicero (1535) 152; die weite oder nähe der örter, aus welchen die lebensmittel in das lager geführet werden v. Fleming
d. vollk. teutsche soldat 182.
ferne und weite: yetz ist kain wand, kain ferre noch wyte zuo irrung minem küssen Niclas v. Wyle
translat. 48
K.; gesang eines einsamen in die ferne und weite Göthe III 1, 281
W. —