Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)
Weistum n.
Weistum n.
Weistum n. ‘Rechtsspruch, Rechtsurteil’, aus bäuerlichen Gemeinden stammend, mündlich oder schriftlich weitergegeben und als Vorbild für die Rechtsprechung geltend. Ahd. (8. Jh.), mhd. wīstuom ‘Verständigkeit, Erfahrung, Wissen, Gelehrsamkeit, Weisheit’, asächs. aengl. wīsdōm, engl. wisdom, anord. vīsdōmr ist mit dem unter -tum (s. d.) behandelten Kompositionssuffix zu dem unter weise (s. d.) dargestellten Adjektiv gebildet. Im 14. Jh. entwickelt mhd. wīstuom unter Anlehnung an mhd. wīsen ‘belehren, führen’, rechtssprachlich ‘ein Urteil finden, für Recht erkennen, durch Urteilsspruch bekunden’ (vgl. mhd. daʒ reht wīsen, s. weisen) die Bedeutung ‘Rechtsweisung, Urteilsspruch’ und wird im 18. Jh. (durch J. Möser, später J. Grimm) als Terminus in die Wissenschaftssprache aufgenommen; daher (seit der 1. Hälfte des 19. Jhs.) Weistümer Plur. ‘Sammlung von Rechtssprüchen’.