weisen gegen: ... an dem thor
der stadt,
das gegen Moabs reiche felder weist, ist Omar angelangt Göthe 9, 284
W.; (
der pfad) wendete aber bald um und verfolgte eine constant gegen links weisende richtung H. v. Barth
Kalkalpen (1874) 93; der Italiener reckte die hand aus, gegen süden weisend C.
F. Meyer
Jürg Jenatsch (1901) 27; weit prächtiger noch als der (
dom) von Nidaros, mit hohen türmen, die gen himmel wiesen Will Vesper
d. harte geschlecht 267. —
dahin weisen: dieser gebrauch weist dahin, wie aus dem heiligtum das volk entsprungen und der allwaltende gott da gegenwärtig sei, dem alles ... gehorchen müsse Grimm
dtsche sagen (1891) 2, 10; immer rechts dich gehalten, ... denn dahin weisen die letzten spuren von dem Schrimbs Immermann
Münchhausen2 1, 160. BB. etwas weisen;
die grundbedeutung dieser gruppe ist '
zeigen'
; verschiedene stufen in allmählichem übergang vom einfachen '
zeigen'
bis zum betonteren '
dartun, kundtun, lehren, beweisen'.
fast alle anwendungen sind heute, vor allem in der umgangssprache, leicht veraltet oder ganz ungebräuchlich; vgl. manifestare zeugen oder wisen (
md. 15.
jh.) Diefenbach
gl. 347
a,
ostendere wisen, zeygen, weisen, beweisen, offenbarn (15.
jh.), 403
a,
indicare wisen, weysen, zeygen (
md. 1440) 294
a, wisen, (
md. 15.
jh.) weysen (
obd. 15.
jh.)
monstrare 367
b; czaygen vel weysen
demonstrare Diefenbach
ml. hd. böhm. wb. 91; einem etwas weisen
mostrare lehren Kramer
t.-ital. 2, 1304
b. B@11) einem etwas weisen '
einem etwas zeigen, ihn über etwas belehren'. B@1@aa)
mhd. und frühnhd. neben der form einem etwas weisen
auch der doppelte akkusativ einen etwas weisen.
es handelt sich hier um eine andere bildung als bei dem doppelten akkusativ unter A 1 b einen etwas weisen = '
lehren'
; dort wird der geläufigere genetiv der sache (einen wîsen eines dinges)
ersetzt durch den akkusativ der sache; hier wird der geläufigere dativ der person (einem etwaz wîsen)
ersetzt durch den akk. der person. diese form (
akkusativ der person statt des dativs)
ist wie der doppelte akk. unter A 1 b
vereinzelt, anscheinend auch erst spätmhd.; geläufig ist im mhd. nur der doppelte akkusativ einen einen wec wîsen = '
führen' (A 1 a): wanne der sterne der dise kúnige dise geburt wisete Tauler
pred. 21, 26
V.; hie lern
ein jeder schuoler mein, der niemands wil gehorsam sein, noch thon was
man in weisz und sag K. Scheit
Grobianus 117
ndr.; andere empirische experiment seind nit not zu schreiben, wan dich die alten weiber und wurtzelgraber dieselbigen genugsam weisen Fries
spiegel d. arznei (1519) 166
b; ich dörfft sie auch flöhangel weisen Fischart
flöhhaz 2011
ndr.; weisz mich dein hausz, darnoch die stat, da das bäwrlein geschlaffen hat Erasmus Alberus
fabeln 211
ndr. ich will zu land auszreiten, sprach sich maister Hiltebrant, der mich die weg tät weisen gen Bern wol in die lant Uhland
volkslieder (1844) 330; wolte derowegen diesen schröcklichen centauris den hundssprung weisen Grimmelshausen
Simpl. 13
Kögel; was ich eüch hie lehre, das solt ihr auch ewere kinder lehren ..., dasz sie es auch ihre kinder weisen und lehren sollen Moscherosch
insomn. cura parent. 55
ndr.; der Teutsche, der einmal ins reden gekommen, nahm hier das zweyte pistol hervor, wiesz es ihn, ... erklärte dessen struktur A. G. Meiszner
skizzen (1778) 1, 61; Lessing soll Winckelmann so viel unverzeihliche fehler gezeigt, ihn philosophiren gelehrt, ihn die grenzen und das wesen der kunst gewiesen ... haben Herder 3, 8
S.; wie ichs dich geweiset habe '
wie ichs dir gezeigt habe Bruns
volkswörter d. prov. Sachsen (1901) 26. B@1@bb) jemandem etwas weisen. B@1@b@aα) eigentlich '
jemandem etwas zu gesicht bringen, vorzeigen, damit er es kennen lerne': unt im sînen swâger wîste, unt des wîp die swester sîn Wolfram v. Eschenbach
Parz. 821, 10; du wîsest mir danne den schatz, sô wil ich dich lâzen pînegen
mystiker 1, 176, 5
Pf.; Gamaliel do zu im sprach: ... tu uf die ougen unde sich was ich dir wise
passional 44, 55
Köpke; weise mir ein hantvol schone aller schonen frawen, die vor hundert jaren haben gelebet, ausgenumen der gemalten an der wende, und habe dir des keisers krone zu eigen Joh. v. Saaz
ackermann a. Böhmen 24, 26
B.; und oick somyghe stede, de he em wisede Joh. Veghe
pred. 152, 28
Jostes; und der teuffel füret in auff einen hohen berg, und weiset im alle reich der gantzen welt in einem augenblick, und sprach zu im
Luc. 4, 5; der pfarrherr ... bat mich, mit ihm in die kirche zu gehen, da er mir etliche stücke weisen wolte, die zu repariren wären Grimmelshausen
Simpl. 191, 10
Kögel; der vortreffliche mann ... hatte endlich gar die güte, meinem buben die druckerey zu weisen U. Bräker
s. schr. (1789) 2, 280; ich könnte ihnen aber auch briefe, zum exempel aus Coppenhagen weisen Lessing 27, 92
M.; wem gott will rechte gunst erweisen, den schickt er in die weite welt, dem will er seine wunder weisen in berg und wald und strom und feld Eichendorff 2, 372
Dietze; die sonne wies im sinken mir noch von rohr das braune dach
N. Lenau
s. w 50
Barthel; du sollst schon sehn, ich will dir trefflich dienen, ich weise dir demanten und karfunkel, wo sie in ungeheuren schächten ruhn G. Hauptmann
d. versunk. glocke 2 75;
vereinzelt mit dem nebensinn '
hinführen'
; diese bedeutung meist durch präpositionale wendung ausgedrückt (
vgl. oben A 2): einer habe mit seinen reimen wollen die nacht beschwören, dasz sie ihm mit ihren gestirne der liebsten kammer weysen solte
Reinicke fuchs (1650) 252. B@1@b@bβ)
uneigentlich '
jemandem etwas vor das innere auge stellen, zeigen': herre, ceige unt wise uns den vater, so benuget uns meister Eckhart
buch d. göttl. tröstg. 21, 31
Str.; (
die liebe) wiset eyner juweliken (
tugend) eer werck Joh. Veghe
pred. 224, 24
Jostes; wir wollen dir grosze wunder weisen Jakob Böhme
s. w. 3, 329
Schiebler; dergleichen triebe weisen uns die seidenwürmer, raupen, ... welche sich zu ihrer verwandelung in ein eyförmiges, sanftes bette einspinnen Reimarus
wahrh. d. nat. religion (1766) 311; nur unglücksscenen uns zu weisen, erzählt er uns erlogne reisen Herder 27, 380
S.; glückselig, wem sie (
die natur) nur die äuszre schale weist Göthe 3, 105
W. daraus leitet sich die engere bedeutung '
lehren, belehren'
ab, vgl. einem das stricken, das nähen weisen Kramer
t.-ital. 2, 1304
b: wolde ich eime wisin ein schif der ez nie gesehin hette
parad. anime int. 105, 12
Str.; nun, was den augen nicht vergunt, das sieht mein hertz und geist, dem gott der heilgen weisheit grund in seinem geiste weist Paul Gerhard
bei Fischer-Tümpel 3, 402; der geh und gebe sich nur bey den läufern an, und lasse sich fein bald die kunst zu springen weisen B. Neukirch
ged. (1744) 147; selbst der redner edle kunst hast du mir zuerst gewiesen Gottsched
ged. (1751) 1, 198; das tanzen hatte ich ihnen oft zu haus gewiesen Ph. Hafner
ges. lustsp. (1812) 1, 53;
mit unpersönlichem subjekt: ein papier, auf welchem, so viel mir die abtheilung der schrift wiese, arien ... stunden Gottsched
d. vernünft. tadl. (1725) 1, 19; doch dies entfernen wies ihm Friedrichs ganzen sinn Joh. El. Schlegel
w. (1761) 4, 14; jedoch, wo ist das werk, das einem schärfern geist nicht unvollkommenheit und stoff zum tadel weist? Wieland I 1, 65
akad.; alles wies den eingeweihten blicken, alles eines gottes spur Schiller 6, 21
G. B@1@b@gγ)
in der besonderen bedeutung '
zuweisen, anweisen, geben, schenken'
als fortführung und verdichtung der grundbedeutung '
zeigen': vernim, edler herre ho, einen rat, den die wisen vursten durch nutz dir wisen
Daniel 1500
Hübner; dein güt, herr sey gepreiset, die uns viel segen weiset, die uns viel güter giebet G. Wegener
bei Fischer-Tümpel 3, 502; unerbeten gut, ... darfür man nicht dem reichen gott dancket, und da man allen glaubigen seelen ... nicht ein kleinen pfenning darvon weiset Joh. Mathesius
Sarepta (1571) 40
a; gott weist mir gewünschte freuden, nach dem groszen hertzeleiden Neumark
fortgepfl. musik. poet. lustw. (1657) 1, 277; willkommen, schönster tag, du bringst das rechte glücke, ... denn, da du nicht allein Liborens nahmensfest, besondern auch sie selbst nur wiederschauen läst, wie köntestu uns wohl ein gröszres glücke weisen? Hoffmannswaldau
u. a. Deutschen ged. (1697) 2, 29
Neukirch; doch den tröstenden, den geist, schickt im namen er vom sohne, dasz er euch erkenntnisz weist Cl. Brentano
ges. schr. (1852) 1, 316. B@1@b@dδ) jemandem einen weg weisen,
eigentlich und übertragen; '
jemandem einen weg zeigen'
; helfen, dasz er ihn nicht verfehlt. mhd. noch nicht zu belegen; doch läszt sich nicht mit sicherheit entscheiden, ob nicht einzelne der belege mit doppeltem akkusativ, einen die wege, die strâze wîsen '
einen den weg, die strasze führen' (
s. oben A 1 a
und mhd. wb. 3, 759
a unter d)
hierherzuziehen und wie die formen unter B 1 a
zu beurteilen sind; dafür spräche, dasz gelegentlich doppelformen vorkommen, wo die bedeutung '
zeigen'
wahrscheinlich ist; so im jüngeren Hildebrandslied (
s. oben unter a): der mich die weg tät weisen Uhland
volksl. 330,
daneben: der mir die weg thät weisen
bei A. v. Arnim
w. 21, 295 (
wunderhorn);
für das schwanken zwischen dativ u. akk. vgl. auch: dat alre kleyneste wormeken ... dat tonet und wiset den menschen, dat he J. Veghe
pred. 141, 15
Jostes, daneben: ik sal em noch tonen und wijsen, wu vele 125, 27.
eigentlich, vgl. einem den weg weisen
mostare, additare, insegnare la strade Kramer
t.-ital. 2, 1304
b: die stern weisen den königen die wege Neumark
neuspr. t. palmb. (1668) 38; ein vorzeitiger herbst, ... grau verhangen, wies ihm den weg E. G. Kolbenheyer
Paracelsus (1926) 3, 341; Amor, neben ihr (
Venus) stehend, blickt kühn hinab, wohin ihr finger seinen augen den weg weist Herm. Grimm
Michelangelo (1890) 1, 387;
mit präpositionaler ergänzung: auff, kleiner, ich will dir essen geben und alsdann den weg durch den wald weisen Grimmelshausen
Simpl. 22
Kögel; uneigennütziger mann, der uns ... einen schlechten weg nach Pösneck wies Göthe III 3, 156
W.; (
sie) rüsten sich hinter ihrer ... landwehr zum widerstand, aber ein verräther weist dem angreifenden heere einen weg in ihren rücken Ranke
s. w. 1, 135. —
übertragen: herre weysze myr deyne wege und lere mich deyne steyge Luther 10, 2, 420
W.; historische ereignisse ... unterliegen dem walten der vorsehung, welche ihnen ihre wege und ziele weist P. de Lagarde
dtsche. schr. (1886) 84; das recht wird sich mithin mehr darauf zu beschränken haben, ihr (
der verwaltung) negativ die punkte, über die sie nicht hinaus darf, als positiv den weg zu weisen, den sie gehen soll Jhering
geist d. röm. rechts (1852) 2, 1, 269;
mit erweiterung, häufig den weg zum himmel weisen
u. ähnl.: der seelen soll und kan niemandt gepieten, er wisse denn yhr den weg zu weyszen gen hymel Luther 11, 263
W.; und vielen durch den heilgen geist den rechten weg zum himmel weist Barth. Ringwaldt
christl. warnung (1588) D 1
a; dessen beruf war, ihr durch wahrheit den weg zum ewigen leben zu weisen Grimmelshausen 2, 379
Keller; auff, auff, Scandor, lasz uns fort eilen, denn die götter weisen uns selbst den weg zu unserm glücke H. A. v. Ziegler
asiat. Banise (1689) 184; (
ich) bat ihn, mir den weg zur rettung zu weisen A. G. Meiszner
skizzen (1778) 2, 64. —
ohne dativobjekt den weg weisen,
eigentlich und übertragen, vgl. ein hauffen stein, so den wäg zeigt oder weiszt Frisius
dict. (1556) 23
a: also daz licht in eyner lucernen, daz in der nacht den weg wisit wo man sichir sulle gehin Joh. Rothe
ritterspiegel 113
Neum.; wer wolte aber nit lieber auff der reise einem folgen der sehen kan und den weg weise Barth
weiberspiegel (1565) J 5
b; erstaunt ... kehrten sie heim und verkündigten ihren leuten ... den weg, den die hirschkuh gewiesen hatte br. Grimm
dtsche sagen (1891) 2, 11; ebenso hat die art und weise, wie hier zuerst der chor und ein vollstimmiges orchester vereinigt sind, ... für alle späteren leistungen dieser art den weg gewiesen O. Jahn
Mozart 2, 397; (
Preuszens) staatsmänner wiesen jetzt auch den einzigen weg, der noch mindestens zu einer notdürftigen verständigung führen konnte Treitschke
dtsche gesch. 1, 696. —
ähnlich jemandem die bahn, den pfad weisen: ja der erste warst du, der mir mein aug entwölkt, und die richtbahn mir wiesz, die zu der wahrheit führt Lavater
verm. schr. (1774) 1, 301; ach vergieb die missethat, herr, um deines namens willen; weise mir den besten pfad, deinen bund stets zu erfüllen B. Schmolcke
s. trost- u. geistr. schr. (1740) 1, 145; darum, freunde, will ich reisen; weiset strasze mir und ziel! in der heimath stillen kreisen schwärmt das herz doch allzu viel Uhland
ged. (1898) 1, 48.
in der besonderen bedeutung '
anweisen, vorschreiben': ich trag im holen meiner rechten den sturm, und weis ihm seine bahn Kretschmann
s. w. (1784) 1, 243; verdank es (
das wahre) erdensohn dem weisen, der ihr die sonne zu umkreisen und dem geschwister wies die bahn Göthe 3, 82
W.; B@1@b@eε)
zahlreiche redensarten und formelhafte wendungen zum ausdruck unfreundlicher oder feindlicher gesinnung, oder des sich entfernens oder abwendens. die zähne weisen, auch elliptisch ohne dativ der person; vgl. der hund sperret das maul auff und weiset die zähnen
nomenclator lat. germ. in us. schol. (1634) 178: und dräuend wies mir die grimmigen zähne, der entsetzliche hay, des meeres hyäne Schiller 11, 224
G.; so bald ein widersacher aufsteht, der ihnen die zähne weist Rabener
w. 1, 208; ... hallunke! dir weis ich noch einmal, wenn wir allein sind, die zähne H. v. Kleist 1, 375
E. Schmidt; he wyset em de teinne
er setzt sich zur wehr Strodtmann
Osnabrück. (1756) 241;
ohne nebensinn: nun, nun, antwortete die alte, kein schlanker tiger verwundet so tief als wenn ihr lacht und ihnen die weiszen zähnchen weiszt Eichendorff
s. w. (1864) 2, 445; ein andrer von so sauerm angesicht, dasz er die zähne nicht zum lachen wiese, schwür Nestor auch, der spasz sey lachenswerth
Shakespeare 4, 10;
die hörner weisen: mit diesen waffen fürchte ich den teufel selber nicht, wenn er mir gleich die hörner wiese
samml. v. schauspielen (1764) 5, 11.
die spitze weisen: als ich zun waffen griff und Rom die spitze wiesz Lohenstein
Sophonisbe (1689) 60, 71;
die zunge weisen: in Krippstedt wies ein schneiderjunge dem bürgermeister einst die zunge A. Kopisch
ges. w. (1856) 1, 239; sie verstanden auch schädliche einwirkung überirdischer gewalten durch beschwörung zu bannen, sie spuckten das schädliche ab oder wiesen ihm die zunge G. Freytag
ges. w. 17, 54.
den rücken, den nacken, die hacken weisen: dieses vieh alles mit einander ... weisen uns menschen gegen die winterszeit den rücken von uns weg Prätorius
winterflucht (1678) 18; man musz dem tode das gesicht und dieser welt den rücken weisen B. Neukirch
ged. (1744) d 3
b; der priester, welcher gegen den herrn gekehrt stand und mir den rücken wies, war sanct Peter selbst Göthe 43, 369
W.; der Gricchen heer, obschon bedrängt vom Mars und erzbewehrten Hector, wies der schlacht in rückflucht nach den schiffen dennoch nicht den nacken Bürger
w. 166
Bohtz; dan der storch auch uns die hacken weise und gegen die kälte unsere beywohnung aufgebe Prätorius
winterflucht (1678) 19; flugs warf ich in die brust mich recht und reckt empor den nacken, trank pereat dem wurmgeschlecht: da wies es mir die hacken W. Müller
ged. 101
Hatfield; ein capuciner mit seinem trupp ... sehen sich erschrocken nach einem ... helden um, der, indem sie ihm die fersen weisen, mit entblösztem degen aus einer dampfwolke hervortritt Göthe 47, 351
W. jemandem die tür weisen '
hinausweisen',
vgl. einem die thür weisen
mostrare, insegnare la porta Kramer
t.-ital. 2, 1304
b: dat wij ene (
Christus) dan to hantes unwerdelike weder van uns verdryven und em de doer wijsen Joh. Veghe
pred. 26, 15
Jostes; das man ihm (
dem dieb) die haut volschlage, die thür weise und lauffen lasse A. Pape
bettel u. garteteuffel (1586) R 3
b; wolte aber jemand die Venus, den Cupido und Hymen bey solcher personen hochzeiten einführen, würde man den poeten bey das handfasz setzen oder ihm gar die thür weisen J. G. Neukirch
anfangsgr. z. t. poesie (1724) 403; bis ihm endlich ein derber geist ungeduldig die thüre weist Göthe 16, 113
W. dem manne, der in ihrer privatwohnung wartet, dem hab ich bei mir die thür gewiesen G. Hauptmann
biberpelz (1893) 98.
jemandem etwas weisen oder etwas anderes weisen '
jemandem die meinung sagen',
mundartlich verbreitet; vgl. man wirds euch weisen
se velo mostrerà Kramer
t.-ital. 2:, 1304
b: kommt mir nicht mehr so aufgezogen, ich will euch sonst was anderst weisen Grimmelshausen 2, 462
Keller; antwort, oder ich werde dir was anders weisen
schausp. engl. comöd. 153, 25
Creizenach; aber, wenn ihrs so fortlaufen laszt, wird mans euch bald anders weisen Göthe 8, 206
W.; hoho, das wird dir der alte schon weisen Iffland
theatr. w. (1827) 2, 5; da hat er auch über mich wollen kommen. ich habs ihm aber gewiesen O. Ludwig
ges. schr. (1891) 2, 43; dat wele ik di wol wîsen, hai sal di wol wot anners wîsen Woeste
westf. 326
b; ich werdersch gleich weisen Müller-Fraureuth
sächs. volksw. 6;
ähnlich: 'ein prahler bist du ...' 'den prahler will ich dir weisen' H. Fr. Blunck
d. weibsmühle (1927) 68. B@22) etwas weisen,
ohne dativ der person, etwas '
zeigen, vorzeigen, anzeigen, kundtun, offenbaren'
; vgl. auch die elliptisch zu verstehenden fälle unter 1. B@2@aa)
eigentlich, '
etwas zeigen'; '
etwas vorzeigen',
indem man es hinhält, offen zeigt; und '
etwas anzeigen',
indem man darauf hindeutet (
mit der hand)
; es können sich auch beide vorstellungen vermengen, wie etwa bei der uhr. B@2@a@aα) '
vorzeigen': etlich pauern sind ungevehrlich vor 10 tagen mit einem gewalt fur rate kommen und ... einen brief gewiesen (
v. j. 1525)
chron. d. stadt Bamberg 2, 245
Chroust; aber die allein ihr geschlecht rühmen ... auch nichts anders wissen oder können, dann ihr schildt und helm weisen und herfür ziehen ... mehr bekannt und kündig dann edel sind Lorichius
pädagog. princip. (1595) 76; und wird selbige runde tafel (
des königs Artus), auf dem königlichen schlosz zu Windsohr verwahret, gewiesen Neumark
neuspr. t. palmbaum (1668) 49; in innre der natur dringt kein erschaffner geist, zu glücklich wann sie noch die äuszre schale weist A. v. Haller
ged. 74
Hirzel. in besonderer verwendung das gesicht weisen
u. ähnlich, auch bei dinglichen subjekten, '
etwas offen zeigen' (
es nicht verbergen), '
aufweisen': der man stet baz an sine wer wisende sin antlitze, wen her zu kampfe sitze Heinrich Hesler
apokalypse 9544
Helm; hier schwieg er, weil die sonn ihr schönes antlitz wiesz, und über bergen sie nach hause gehen hiesz Lenz
ged. 98
Weinhold; (
er) zog ehrerbietig den hut und wies sein antlitz A. Stifter
s. w. 1, 284
S.; sie blüht ein kurzes weilchen und kaum die blüthe weist E.
M. Arndt
w. 5, 41
Rösch-Meiszner. '
aufweisen',
als besondere eigenschaft, die sich dem betrachter darbietet: Hamburg weiset schöne häuser, doch auch gassen voller schlamm Joh. Grob
epigramme 192
Lindquist; der (
zellenbau der bienen) billig geometrisch heiszt, dieweil er durch und durch sechs ecken weist D. W. Triller
poet. betracht. (1756) 1, 25; die längenseiten enden ... mit einer gallerie, und der dachfirst weist ebenfalls eine gallerie A. Stifter
s. w. 14, 279
Sauer; von bergtiefen schluchten durchschnitten, welche unter der grünen decke das tiefe grauschwarz der lettigen 'allgäuschiefer' weisen H. v. Barth
Kalkalpen (1874) 261. B@2@a@bβ) '
anzeigen, auf etwas zeigen, kundtun': (
der finger) dô mite her (
Johannes) unsen herren wîsete und dô mite her in rurete dô her in toufte
mystiker 1, 189
Pf.; der wachter an der zynnen sang, das es durch hertzeliebe drang, da er den tag tett weisen
liederbuch d. Hätzlerin 4; auch weist alweg dise gestrackte lini ... den punckten, da die circkel aneinander rüren A. Dürer
underweysung d. messung (1525) D 4
c; die gleiszner ... geben almosen derentwegen ..., damit sie mit fingern gepriesen und gewiesen werden Abraham a
s. Clara
Judas (1687) 1, 278; das grünere und nassere gras wies die stellen, wo sie (
die linnenstreifen) untertags gelegen waren A. Stifter
s. w. 3, 289
Sauer; dieser, dieser (
der herr), den sie alle fänden, folgten sie den groszen zeigehänden, die ihn weisen, wie ers ist: ergrimmt R.
M. Rilke
ges. w. (1927) 3, 135.
im älteren deutschen vereinzelt wein weisen '
zum ausschank frei geben' (
vgl. Lexer 3, 141), das weisen '
der ausschank', geweister wein: so hynfüro ymandt in ... seinen weyn, den er zu der tafel gesetzt, durch die geschwornen weynkieser das weysen gegeben wirdet, und dann derselb weynschenck dasselb geweyst fasz auffthut und schenckt, so soll derselb weynschenck ... alle die weyl derselb weyn, darein er das weisen erlangt hat, vorhanden und unausgeschenckt ist, keynen andern weyn auffthun oder schencken
Nürnberger polizeiordn. 250
Baader; ich sol meim herren holen wein, wo mag nur heut das weisen sein? ich wil bey der brodlauben fragen, dasz mirs die alten weiber sagen Hans Sachs 17, 170
K.-G. —
hierher gehört die in älterer sprache gebräuchliche wendung ein brief, eine inschrift also weisend = '
so lautend': ein silberiner zedell mitt gestämpften buchstaben in latin also wysend: conditur ... (
v. j. 1519)
bei Wattenbach
d. schrifttum im mittelalter3 50; demnach legt der abt in ein andern fryheitbrieff ... also wisende: in nomine ... Äg. Tschudi
chron. helv. (1734) 1, 52; durch einen alten grabstein, so in dem closter ... sich sehen läszt; der so viel noch geläsen werden mag, also weiset ... Guler v. Weineck
Raetia (1616) 87
b; deszhalb thät der künig Darius disz grab auff und fand doch kain gelt darin, sonder etlich geschrifft, also weysend; wo er des gelts nit unersetlich ... gewesen, so wer die begrebnusz ... von im nit eröfnet worden Boner
Herodot (1535) 28
a. B@2@a@gγ) die uhr, der zeiger weist die zeit, stunde, zahl;
auch übertragen: so schaut man nach der uhr, darf auch sich nicht befragen, der zeiger weist die zahl Rachel
satyr. ged. 128
ndr.; poztausend! der zeiger weist eben halb zwölf J. H. Voss
s. ged. (1802) 6, 116; der zeiger weist die stunde, o flieg, mein Polen flieg, mit jedem stern im bunde, voran zum heilgen krieg G. Herwegh
ged. e. lebendigen (1841) 30; er sieht dann ein ... dasz an der uhr, in der die feder drängt, das kronrad wesentlich mit seiner hemmung, damit nicht abrollt eines zugs das werk, und sie in ihrem zögern weist die stunde Grillparzer
s. w. 9, 108
S.;
absolut: seit dies zifferblatt (
der turmuhr) weist, zählen die bürger nach 12 stunden, wie wir G. Freytag
ges. w. 18, 129. B@2@a@dδ) weisen
ohne akkusativobjekt, das aus dem zusammenhang zu ergänzen ist; vor allem mundartlich in manigfacher anwendung, redensartlich; seltener in hochdt. umgangssprache, die zeigen
vorzieht; vgl. weiset einmal
mostrate qua Kramer
t.-ital. 2, 1304
b: innwerts auf dem kasten musz des fräulein verzogener name stehn. weisen sie doch, fräulein! Lessing 2, 192
M.; wîs maol her
zeige her Danneil 248
b; wis mals her Mi
mecklenb. 108
a; weisz, was hast du vor strümpff an? Vilmar
kurhess. 445; wîs auch
gib her, her damit Schambach
Gött. 300; weise mal Bauer-Collitz
Waldeck. 113; wîs här Regel
Ruhlaer ma. 286; weis emol Autenrieth
pfälz. idiot. 151; weis einmal
gehe über seite, gehe aus dem wege, lasz mich dahin Spiesz
Henneberg. id. 279. B@2@bb)
übertragen '
zeigen, kundtun, offenbaren'. B@2@b@aα) meister Eckart wiset hi sine meisterschaft
parad. anime int. 4, 11
Str.; doch vermeint er brief zu erwerben, darmit er sein adel weiset (
v. j. 1488)
städtechron. 3, 97; ich will auch anzeygen, warausz die zierd des hobels gemacht mügen werd, und ursach weysen, wo man sie gröszer ... brauchen soll A. Dürer
underweysung d. messung (1525) G 3
b; jetzt sehe ich warlich ... dasz er der Juden könig seye, dann das werck weiset den meister Moscherosch
gesichte (1650) 1, 303; absonderlich wiese Chilpericus der letzte in seiner gantzen regierung wenig verstand und witz S.
F. Hahn
vollst. einl. z. d. teutsch. staats-, reichs- u. kayserhist. (1721) 1, 10
b; gewisz Amthor, Brockes, Richey haben im holsteinischen ... soviel feuer in ihrer poesie gewiesen als irgend die Schlesier oder Sachsen Gottsched
d. vernünft. tadlerinn. (1725) 1, 405; wie viele cicerone haben alterthümer beschaut und gewiesen Herder 15, 43
S.; (
die priesterinnen, die) aus dem rinnenden blut des geopferten ... verbrechers die zukunft wiesen Mommsen
röm. gesch. (1854) 2, 173;
mit erweiterung: ist Deutschland denn zu schlecht, dich als sein kind zu weisen? Gottsched
neueste ged. (1750) 14; das war nämlich der zweck: jeder protestantismus sollte ... als frevel gegen gott und die menschheit gewiesen werden E.
M. Arndt
christliches u. türkisches (1828) 239. B@2@b@bβ)
mit pronominalem objekt das, es, welches,
dessen inhalt durch den voraufgehenden satz bestimmt wird; geläufiger ist die auflösung des objekts in einen nebensatz weisen, dasz, wie (
s. unten): gleych wie die bischoff sind, so ist auch yhr lere, das man eynem esel eyn lewenhaud antzöge, so ist er doch eyn esell, das weysen seyne ohren und gesang Luther 10, 2, 143
W.; gott gibt mehr in einem tag, als ain kayserthum vermag. ... meer und erde, laub und grasz, vogel, fisch ohn unterlasz weisen das in groszer zahl Fischer-Tümpel 4, 322; ... der sohn hat auch wie der vater geschmack, der seiner zeit es gewiesen, immer die schönste zum tanze geführt, und endlich die schönste in sein haus, als frau sich geholt Göthe 50, 259
W. B@2@b@gγ)
in besonderer anwendung namentlich im 16.
und 17.
jh. die schrift, das gesetz, der brief weisen etwas: dem evangelio, welchs allein Christum weyst und lert Luther 10, 3, 370
W.; also ist vollenndet disz löblich büchlin, das da aigentlich weiszt und anzaigt erkanntnusz und ännderung des wetters Reynmann
wetterbüchlein 13
Hellm.; häufig in der form wie das die schrift, die historie
u. s. w. weist,
wobei wie
durch einen voraufgehenden satz inhaltlich bestimmt wird: nun sich, was dies elend leben vor ein wesen ist, da kein speisz, trost, sterck der seelen ist, als das vorgangen gebet weist Luther 2, 122
W.; also das judenthum gieng auch schnell auff durch grosze und manche wunderthat aus gotts gewalt, nicht ausz yhrer eygen krafft noch macht, wie das die historien wol weysen 19, 251; wie solichs weisen die brieff zwüschen dem künig und hertzog Friderichen auffgericht Seb. Münster
cosmogr. (1550) 483; so pflegte auch, wan man christheiligen frieden haben könte, solchen aber ausschlüge ... ferner weinig glücks folgen: wie solches die historien mit mehrerm weiseten v. Chemnitz
schwed. krieg 2 (1653) 373;
auch ohne pronominales objekt: dem samen hatt er ausz Ägypten holffen, ynn das land Canaan gefurth und untzehlich wolthatt ertzeygt, wie die schrifft weyszet Luther 10, 1, 1, 500
W. B@33) jemandem weisen, dasz, wie ...
statt des akkus. der sache mit abhängigem satz; '
zeigen, kundtun, lehren',
vgl. einem weisen, was er thun soll Kramer
t.-ital. 2, 1304
b: wyr weyszen dyr, das dw yn solst helffen Luther 34, 1, 325
W.; wer hat denn euch geweiset, das ir dem künfftigen zorn entrinnen werdet?
Matth. 3, 7; und offt kömmt einer dran, dem noch der meister weist, dasz vier und fünfe neun, zwey runter sieben heiszt B. Neukirch
ged. (1744) 174; ich will dir weisen, dasz du da oben so sicher nicht bist Göthe 12, 18
W. — nennet mir, mit dem finger weiset mir: wo sint die frumen, achtberen leute, als vor zeiten waren? Joh. v. Saaz
ackermann a. Böhmen 17, 12
B.; here, hefstu ene hen ghenomen, so wise my, waer du ene ghelegen hefst Joh. Veghe
pred. 3, 32
Jostes; welches ... gott thut ausz vätterlichem wolmeynen, damit er euch weise, wie so gar ohne sein gedeyen alle ewere witz ... nichts vermöge Moscherosch
insomn. cura parentum 94
ndr.; dem major will ich weisen, wo meister zimmermann das loch gemacht hat Schiller 3, 359
G. — viel sagen, wie solt uns dieser weisen, was gut ist? (
quis ostendit nobis bona)
ps. 4, 7; auf diesen grund wollen wir euch die gleichnisz mit dem baume in dem menschen ... ausführen und weisen, was der fürsatz gottes ... sei Jakob Böhme
s. w. 4, 547
Schiebler; es ist zeit, dasz er uns weist, was er kann Will Vesper
d. harte geschlecht 86; ich will doch sehn, wer mir das maul verbieten will? hätt ich ihn anderswo, ich wies ihm, wer es wäre Göthe 9, 106
W.; vereinzelt mit infinitiv: der fechtmeister weiset einem anfänger erstlich das rappier wohl halten H. v. Fleming
t. soldat (1726) 23. B@44) weisen, dasz, wie
ohne dativ und akkusativobjekt; was gewiesen wird, ist in einem abhängigen satz ausgedrückt. B@4@aa) '
zeigen, dartun, offenbaren, beweisen',
meist handelt es sich um ein '
dartun'
im geistigen sinne, seltener einfaches '
zeigen': nu wast (=
weiszt) du wol, daz ich dicke geweist han, daz der prief in mein gewalt nie cham, noch sein noch heut nicht habe Steinhausen
privatbr. d. mittelalters 1, 349; aber die natur weiset, das zu kräutern das rägenwasser das best sei Sebiz
feldbau (1579) 18; weil die tägliche erfahrung weiset, dasz die ... richter ... mehr aus unterlassung dieser ... erinnerung als aus bloszer boszheit die processe verwirren Chr. Thomasius
ernsth. gedancken (1720) 2, 158; gott hatte durch die fürchterliche strafe, wodurch er die banditischen räuberscharen (
Napoleons) vertilgte, gewiesen, dasz er noch der gewaltige richter sey E.
M. Arndt
schr. f. u. an s. l. Deutschen (1845) 1, 240. — ich schade dir (
dem pfennig) nicht, ich wîse waz an dir ist
mystiker 1, 146
Pf.; was an dem manne sey, weist seiner augen schein Logau
s. sinnged. 325
Eitner; die erfahrung weiset, was es thut, sich beliebt zu machen Chr. Wolff
gedancken v. d. menschen tun u. lassen (1720) 135. — Klopstock hat gnug gewiesen, welches ausdrucks diese (
die sprache) fähig sei Herder 7, 337
S.; mit welchem geiste dergleichen untersuchungen angestellt werden können, weist Bernhardis sprachlehre J. Grimm
kl. schr. 8, 32. — got wîsete an sîner edeln jugent, wie strenge er dar nâch solde leben
passional 7, 14
Köpke; ich bin der weg, ich weise wol, wie man wahrhafftig wandeln sol Joh. Scheffler
bei Fischer-Tümpel
kirchenlied 5, 403; bleibt es also dabey, dasz man billig legendenschreiber strafe, und weise, wie unziemliche dinge sie von der heiligen jungfrau erzählen Leibniz
dtsche schr. 2, 370; die unterste linie weiset, wie weit man beyde lippen auf dem mundloche zurückziehen musz Quantz
anweis. d. flöte z. spielen (1789) 44; 'he, Hauke', sagte der hausherr, 'komm herein; nun magst du weisen, ob du rechnen kannst' Storm
w. (1899) 7, 172. B@4@bb)
in besonderem sinne '
durch (
wissenschaftliche)
untersuchung und ableitung nachweisen, dartun'
im wesentlichen seit dem 18.
jh., heute meist durch nachweisen, beweisen, dartun
etc. ersetzt; bei Luther
noch auszerhalb des wissenschaftlichen bereiches: also weist sein (
Lucas) evangelium bis ins dreizehnte capitel, wie Christus zu predigen und zeichen zu thun angefangen habe zu Capernaum 14, 39
Erl. ausg.; ich habe gewiesen, was die wahre ursache in den dingen sey Leibniz
dtsche schr. 1, 266; Baronius aber und Pagi weisen mit unumstöszlichen gründen, dasz dieselbe päpstliche bulle durchaus erdichtet und falsch sey S.
F. Hahn
vollst. einleitung (1721) 2, 74; ich habe an beyspielen gewiesen, wie sie es anfingen, in den nehmlichen vorwürfen mit ihm zu wetteifern Lessing 10, 237
M.; das wahre verhältnisz haben wir umständlich gezeigt, und gewiesen, dasz hier nur die wirkung der prismatischen ränder und säume an den gränzen der bilder die ursache der erscheinung sei Göthe II 2, 114
W.; ich habe gewiesen, wie unsere deutsche anrede allmälich immer gröszere unnatur annahm J. Grimm
üb. d. personenwechsel in d. rede (1856) 12. B@55)
reflexiv sich weisen '
sich zeigen, sich erweisen',
heute als fremd empfunden; vgl. auch erweisen,
erzeigen. B@5@aa)
mit dativ '
sich jemandem zeigen' (
parallel zu B 1): so sal su selbi vuricume, unde sal sich wise mi scultheizin unde din clegerin
Mühlhäuser reichsrechtsbuch 168, 1
Meyer; zum sibenten male wîsete er (
Christus) sich den jungeren die da vischten
d. alte passional 95, 12
Hahn; o welcher bürden bley und eisen helt mir beklemmet hertz und brust! wie tieffen abgrunds schlamm und wust fängt diesem liecht sich an zu weisen
Königsberger dichterkr. 183
ndr.; sich dem volke die fürstin wies Denis
lieder Sineds (1772) 127; wenn einmal nur, was so mit übertreibung von fern man lobt, mir in der näh sich wiese Rückert
w. (1867) 3, 127; sich dem auge weisen: erst irrt er hin und her mit ungewissem tritt, bis dasz sich seinem aug ein schöner vorwurf wiese Drollinger
ged. (1743) 43; ... wie darfst du (
die fledermaus) doch der mäuse misgebuhrt! dich meinem auge weisen Hagedorn
poet. w. (1769) 2, 33; die Minna, die sich jüngst im tanz ... dem auge wies Ramler
lyr. ged (1772) 218; B@5@bb)
ohne dativ '
sich zeigen',
mit adverbialer bestimmung: alle tage er (
gott) wiset sich war in den handen din (
des priesters)
Daniel 2292
Hübner; (
die welt) die dennoch, wenn sie sich in ihren werken weist von rechter ehre kaum ein halber schatten heiszt B. Neukirch
ged. (1744) 114; dein klug und aufgeweckter geist, der sich aus allen worten weist, macht, dasz ich deinen umgang liebe J. Chr. Günther
ged. (1735) 266; bei euch, ihr herrn, kann man das wesen gewöhnlich aus dem namen lesen, wo es sich allzu deutlich weist Göthe 14, 67
W.; monatelang beglückten uns reine ätherische morgen, wo der himmel sich in seiner ganzen pracht wies 28, 31
W.; aber sein schenie, ich meyne sein geist, sich nicht auf der wachtparade weist Schiller 12, 23
G. es weist sich '
es zeigt sich, offenbart sich',
vgl.das wird sich weisen
questo si mostrarà Kramer
t. ital. 2, 1304
b: geht, kümmert euch nicht mehr, es wird sich alles weisen
samml. v. schauspielen (1764) 1, 54;
mit abhängigem satz: nam ihm ein mann ein weib, der wohnt bey einem w; dann weh ist täglich brot auch bey der besten eh. ein jeder hat sein weh; doch wann ein mann ihm nam, so weist sich, dasz zum weh ein neues bei — w kam Logau
sinnged. 127
Eitner; ob man zu streng, zu hart an ihr gethan, es wird sich weisen, kehrt der könig wieder Grillparzer
s. w. 6, 217
Sauer. B@5@cc)
mit adjektiv oder partizip, z. b. sich freundlich weisen '
sich freundlich erweisen, zeigen': ir ensúllent nút tun als ypocriten die sich wisent vastent Tauler
pred. 186, 15
V.; ich bin auch leider nun nicht wehrt, dasz ich dein sohn soll heiszen; ich bin mit deinem grimm beschwert, du wolst dich gnädig weisen Harsdörffer
sonntagsandachten (1649) 185; wann wird sich die vernunft bey uns doch kräftig weysen? Gottsched
ged. (1751) 1, 10; diesz (
auge), wenn jens verwundend angelt, heilend, nährend wird sichs weisen Göthe 6, 166
W.; er aber wies sich seinerseits auch groszmüthig und schenkte mir das rezept zu mehreren feuerkünsten Holtei
vierzig jahre (1843) 1, 219. B@5@dd)
mit substantiv; im akkusativ: ich wil nach dieser kurtzen zeit dich unaufhörlich preisen, du heilige dreifaltigkeit, und deinen knecht mich weisen J. Rist
bei Fischer-Tümpel 2, 252; insonderlich wies sich Catta ... eine geschwinde jägerin Lohenstein
Arminius (1689) 2, 1149
a; drei helfer sitzen auf, der muth, das recht, das licht — sie wollen sich die alten weisen E.
M. Arndt
ged. (1860) 372. —
mit als: so kann ich mich allein als überwinder weisen Gottsched
dtsche. schaubühne 4, 401; wohl besser, dasz mein vater nicht mehr hiesze des fürsten marschall, rat und rechte hand, als dasz er sich als barer kuppler wiese Burte
herzog Utz (1913) 68. CC. weisen
in der älteren rechtssprache der weistümer und urkunden; gelegentlich auch in jüngerer, alten sprachgebrauch erneuernder sprache in geschichtlichen werken. allen anwendungen liegt die bedeutung '
zeigen, dartun'
zugrunde. im allgemeinen bedeutet weisen
die tätigkeit der beisitzer, die nach eigener kenntnis oder aus weistümern (
s. d.)
sagen (weisen),
was '
recht'
ist, wonach dann der richter das urteil bestimmt, vgl. auch 1weisung.
für die sache und für besonderheiten sind die rechtswörterbücher zu vergleichen. vgl. 'weisen, ein urtheil,
wurde bei den gerichtlichen verhandlungen von den beysitzern oder schöffen gesagt, welche den richter mit ihrer stimmenmehrheit an- oder einwiesen, wie er das urtheil sprechen sollte und sprechen müszte' Westenrieder (1816) 662; das 'weisen' erfolgte, indem entweder die schöffengerichtspersonen oder alte männer, welche am besten das herkommen kannten, alles aussagten, was sie vom recht wuszten oder einzelne fragen der richter, beamten und des herrn beantworteten Schwappach
hdb. d. forst- u. jagdgesch. (1886) 1, 107. C@11) das recht weisen: dat recht wisen
bei Schiller-Lübben 5, 742
a; er ist ein getrûwer kneht, der mir gewîset hât das reht
passional 249, 14
Köpke; da niemands schuldig ist, geschribne recht zuo weisen (
v. j. 1531) Knebel
chron. v. Kaisheim 275
lit. ver.; dis ist das recht und friheit als (
wie sie) das gericht zu Sultzbach, ... meinem hern von Epstein an einem gehegten, ... vor ein recht und friheit geweiset han und sich keines bessern verstehen
weisth. 6, 70; durch alle diese ... gemeinschaften war aber noch keines mannes leib und erbe gesichert. hierüber konnten alle diese verschiedenen genossen kein recht weisen, und der hausvater ... hatte seinen nachbaren nichts zu befehlen J. Möser
Osnabr. gesch. (1780) 1, 22; und in dieser methode, das recht zu finden und zu weisen, haben sie ihren eigenthümlichsten werth Savigny
v. beruf uns. zeit (1814) 31; das recht, welcher dieser (
höhere richter) mit seinen schöffen wies, wurde dann rechtsnorm für alle ihm unterworfenen richter K. Fr. Eichhorn
dtsche staats- u. rechtsgesch. (1821) 2, 151; diese machtbefugnis (
des heutigen richters) besteht ... darin, das recht zu weisen Jhering
geist d. röm. rechts (1852) 154; auch der zeidelmeister im Nürnberger reichswalde hatte eine gerichtsbarkeit in zeidelsachen. die zeidler wiesen das recht Bernhardt
waldeigentum (1872) 1, 119; euer ists, das recht zu weisen und das urtheil dann zu finden Fr. W. Weber
Dreizehnlinden (1907) 134.
ähnlich: den weisthumb, so die alten zue Wersau gewiesen, habe ich ietzt dinstags nach Galli dem gericht und gemein fürgehalten, die gestehen ine einmütiglich, das er also von alten von iren eltern und vorfahren gewesen seie, wie sie in noch kräftig weisen und erkennen (
v. j. 1547)
weisth. 6, 1; nachdem (
der) hoffherr den gehöbern auf ihren gethanen aydt ausgemahnt, dasz weistumb sambt allen freyheiten dieses hoffs an tag zu pringen, so weist der gehöber folgende articul, so wir vor vielen löblichen jahren in gebrauch und geweist 2, 283. ein urteil weisen: ind hadden ein urdel over in gewist (
v. j. 1499,
Köln)
städtechron. 14, 787; ihre kinder sollten ... in allen fällen, wo sie einst als männer gestrafet werden könnten, auch ein urtheil weisen können J. Möser
s. w. 3, 93. C@22) etwas zu recht, für recht weisen '
für recht erkennen, als recht festlegen, durch urteilsspruch bekunden',
vgl. der schöff weiset zu recht
scabinus, quid justum sit, enunciat Pistorius
thes. paroem. (1715) 294: solche freiheit und gerechtigkeit haben die zwölfer hie im dorf befunden und zu recht geweist
weisth. 6, 44; auch sprechen sie und weisen das zu vollen rechten 6, 13; dis hernoch geschriben haben die lantsidel geweiset zu dem rechten (
v. j. 1395) 6, 11; zum 27. wisen wir zu recht zu Unterschippach in unserer waldung, wenn einer eine eiche oder buche abhauet ... so soll er ... das verbüszen 6, 70. — und es weist auch der scheffen vor recht, wann meine gn. herren und junckern einen miszthetigen griffen ..., so soll ir diener oder ir knecht ... 2, 136; furter mehr weisent die vorgemelte fischer zur Trier einem ertzbischove (
gegenüber dem bischof) daselbsten für ein freiheit und recht 2, 282.
auch einfach weisen; weisen, dasz '
für recht erkennen, durch urteilsspruch bestimmen, urteilen': so mag der amptmann darnach zu idem gericht ine zusprechen und die busz von ine nemen, als dan das gericht wiset
weisth. 6, 16; auch ist geweiset und gedeilet, wer hieseit des Mains gesessen hab ... zoege der heruber in meins hern von Epstein loch ..., die sollen auch meinem hern von Epstein in seiner herschaft dienen 6, 71; item, so das geweist ist (
vom weiser
festgestellt, dasz das teiding
zu rechter zeit berufen ist), so gibt der richter ...
österr. weist. 9, 726. — item weisen wir den hoeff zu st. Matheisz vor einen freyen vorstelligen hoeff diser gestalt
weisth. 2, 285. — item weisen wir, dasz kein underthan macht habe auszwendig der vogteien wein zu kaufen 2, 285; und so der schuldner auff den angesetzten entlichen tag nit erscheinet, oder nit eehafft redlich ursach für bringt als obsteet, soll erkennt und geweiszt werden das der schultherr gut macht hab die pfant auffzubieten und zu verkauffen
d. stat Worms reformation (1513) 70
b; wann Appius Claudius hett sich mit geferden auch zuo den zeitten auff den marckt gefügt, und sasz an den orten, da man recht sprach. für die kamen sie zuo beyder seitten und begert Claudius zuo weisen, das die jungfraw sein leibeygen were, wann er hatt bereit falsche zeugen bei im Carbach
Livii röm. hist. (1551) 46
a; auch ist geweiset, were es daz iemand zoge in meins hern loch, ... so soll der meinem hern zu dinste sitzen
weisth. 6, 71. C@33) jemandem etwas weisen; weisen, dasz '
als recht zuerkennen, durch urteil bestimmen': erstlich weist der gehöber und erkennet alle jahr dem e. h. (
erw. herrn) ... ein frey jahrgeding alhie in seinem hoff
weisth. 2, 283; erstlich erkent und weist der scheffen meinem genedigsten hern von Trier man und ban, fundt und brondt von dem hymel bisz uff den grondt
weisth. 2, 340; item weisen die schopfen zue recht meinem gn. herren ... alle frevel und buesz, so vom gericht gewiesen, zwen theil, und den schöpfen ein theil 6, 1; item weist der schöpf meinem gn. herren in der ganzen mark Wersau wasser und waid, und in der ganzen mark zue jagen und fischen 6, 1; wenne im daz vundin wirt mit urteil unde gewisit wirt, daz her is tun muse, so vroge her, wi her sich sin undirwindin muse
Neumarkter rechtsb. 148
Meinardus. —
daran anschlieszend jemandem weisen auf
in der bedeutung '
jem. das verfügungsrecht, pfandrecht auf etw. zuerkennen': welcher einen soldner sofer ausgewardet, dasz man im weisen soll uud mag, vindet er nit pfant in der statt, darauf er im mag weisen, so soll man im veld weisen; vindet er zue velde auch nicht zit und ist die schulde uber 9
β 4 d, so mag im uf den leib weisen, doch so soll das mit urtheil und herkommen beschehen (
v. j. 1503)
Schlettstadter stadtr. 2, 643
Gény; da entkegen kam fraw U., desselben Ungnaden eeliche wirtin ... und meldet, ir hab derselb Lobinger geweist auf gueter, darauf sy in saczes weis geweist ist fur IXC (
v. j. 1430)
steiermärk. landrecht 192
Bischoff. — jemanden weisen in '
in etw. einweisen, in rechtmäszigen besitz von etw. bringen': so soll der antwurter fragen, ob man in pilleich weisen süll in daz erb
steiermärkisches landr. 99
Bischoff; löset ers (
das pfand) da wider nicht, so weist man den pfandherrn in das gut, und diser mus es im reumen Chr. Zobel
sechsisch weichbild- und lehenrecht (1537) 35
a. — jemanden weisen
jem. verurteilen', kaum echte formel: habe ich euch nicht nach richtigem freistuhlsrecht und königsbann vermaledeiet und euch gewiesen echtlos, rechtlos, friedelos, ehrlos, sicherlos, miszthätig? ... nein, versetzte der spielmann ..., mein fleisch und blut und gebein ist wie es sich gebühret, gewiesen und zugetheilt den krähen und raben, meine seele aber dem lieben herrgott Immermann
Münchhausen2 3, 8. — jemanden weisen, auf jemanden weisen '
jemanden überführen, gegen jemand etwas beweisen' (
vgl. auch unter 4): item welcher ain haiholz ... abschlögt an willen und wissen seines nachbarn, würth beclagt und geweist mit dem stamb ... oder fundts bei seinem hausz
österr. weisth. 1, 28; und wan ainer ein stambholz an erlaubnus eines ambtman oder forstmeister abhackt und wirt auf im gwisen und dem nit zuehült, der ist dem ambtman verfallen 6, 36;
ähnlich '
beschuldigen': item dixit Grobis, das her Hans von Musko mit im geredt habe, das her Nickel vom Penczk noch sine lute nicht beschedige, so hette her im geredt, das sine lute uff in nicht weisen sullen (
v. j. 1429)
cod. dipl. Lusatiae sup. 2, 144
Jecht. C@44) weisen '
vor gericht (
mit jemandem als zeugen)
dartun, beweisen': so einer weiszt daz er nit vormund ist, mit untreu spricht, er sey vormund, und also ausz seinym gewalt, so contrahiert einander mit dem waiszen
clagantwurt (1497) 45
a; wann ain man weisen soll da zu Grätz, so muesz er des gerichts potten haben, der do weiszen soll
steiermärk. landrecht 82
Bischoff; demnach ist demselben Frischhausen fürgehalten, ob er sölich schuldigung und red wisen welle, wölten wir im zit und tag, wie recht were, nach aller notturft zuolassen und geben
dokum. z. gesch. d. bürgerm. Hans Waldmann 2, 294
Gagliardi; wer auf ain weiszung tädingt, da soll der clager albey weisen lassen; wann der antwurter begert der weiszung und nicht der klager, davon muesz der clager weiszen ('
das objekt des streites oder worauf eine rechtsverletzung stattfand bezeichnen',
anm. des herausgebers)
steiermärk. landrecht art. 31
Bischoff; geschicht die sach zu feld, so mag er es mit ainem erbarn mann weisen so er nit mer gehaben mag (
v. j. 1549)
österr. weist. 11, 264; darnach fragt man den ambtman ... mit wem er das weisen welle (
dasz er das teiding rechtzeitig berufen habe); weiset er dann mit den urbarsleuten wie gewönlich ist 1, 1. zu jemandem weisen '
jemandem gegenüber vor gericht dartun, beweisen': ob ir zwen miteinander krieghaft wurden oder zwiträchtig umb sachen das erberlich wäre, und wolt ainer zu dem andern weisen, ... so mag er es mit zweien wolgeleumbten mannen weisen
österr. weist. 11, 264; redt aber ainer zu dem andern die obgeschriben wort (
du bist ein dieb), und rett nit, das er es zu im weisen well, das sein nur scheltwort 5, 221. DD.
das part. perf. entwickelt gelegentlich sonderbedeutungen. am häufigsten, heute jedoch auch als ungewöhnlich empfunden, ist der gewiesene (geweiste) weg;
in seiner bedeutung nicht einheitlich, meist '
der vorgeschriebene weg': das ist auch mein urtheil, so oft ich homilien gehört und gelesen habe: sie machen voll, aber nicht satt, ... da ist kein ziel darin, kein gewiesener weg darin, keine vollständigkeit, ... keine rede, die etwas erreicht Claus Harms
pastoraltheol. (1834) 1, 92; wundert mich nicht, wenn du eines tages auch eine rote mütze aufsetzest, vor mich hintrittst und mir erklärst, dasz alles in der welt seinen gewiesenen gang geht, und dasz uns im grunde nur recht geschieht A. Sperl
burschen heraus13 53; aber auch die kunst hat ihre gewiesenen wege zur einsamkeit und askesis Scheffel
ges. w. (1907) 3, 163; du warst just so schlau wie dich der pfaff hat haben wollen, und bist ein gweisten weg so schön selbständig glaufen wie ein rosz im göpel Anzengruber
s. w. 5, 100; mit mir geht es seinen geweisten weg D. Fr. Strausz
ausgewählte briefe 565
Zeller. —
anders es hat seine gewiesenen wege
etwa '
es mag hingehen, es ist verständlich': ins gemein gehets zwar also zu, dasz man ... nach befindung der qualitäten, damit einer begabet ist, ihn für andern herfürsuchet, und befördert, welches dann seine geweiseten wege hat, und gewisser maszen nicht zu tadeln, sondern billig ... in acht genommen wird Carpzov
leichpred. (1698) 2, 164; dasz man aber doch andere verrichten lässet, was man selbst zu thun nicht vermögend ist, solches hat seine geweisete wege Chr. Wolff
verm. ged. v. d. gesellsch. leben (1725) 60; solange der gelehrte nur als gelehrter gemiszhandelt wird, hat es mit solchem unfug seine gewiesenen wege
M. Claudius
w.13 2, 435. —
heute mundartlich in verschiedener bedeutung: dat is en gewîset weg '
ein leicht zu findender weg' Woeste
westfäl. 326
b; seinen geweisten weg haben '
vorgeschrieben sein' Crecelius
oberhess. 902;
ähnlich der geweiste schubsack: '
jedes ding hat seinen geweisten schubsack,
seinen bestimmten ort' Müller-Fraureuth
sächs. volksw. 7; s hoot alles sein geweisten schubsack Gerbet in:
unser Egerland 8, 11. — hat sei geweist ursach
triftigen grund Frankf. ma. 39.