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Weihnachtsbaum

nhd. bis spez. · 6 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Meyers
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Eintrag · Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

Weihnachtsbaum

Bd. 20, Sp. 477
Weihnachtsbaum (Christbaum), ein mit brennenden Lichtern, Schmuck und Gaben behängter Baum, der gegenwärtig fast überall auf dem Weihnachtstisch prangt. Der W. entstammt wohl dem volkstümlichen altrömischen Neujahrsfest mit seiner tabula fortunae (einem mit allen denkbaren Genüssen beladenen Tisch als Vorbedeutung für die Fülle des neuen Jahres) und seinen Lorbeer- und Ölbaumzweigen, welche die Halle des Hauses schmückten und aus deren Blättern und Blütenansätzen die Frauen Glück und Unglück für das neue Jahr weissagten. Dies Fest wurde von den Germanen übernommen, und als Zweige des Glücksbaumes benutzte man Tannenzweige. Nach der Begründung des Jesusgeburtsfestes 354 übertrugen sich die Neujahrsfestlichkeiten allmählich auf den 25. Dezember. Bei einem arabischen Geographen des 10. Jahrh. findet sich zuerst der Glaube, daß die Wunder der Märchennacht der Gottesgeburt sich alljährlich wiederholten. Dieser Glaube fand durch die Kirche weite Verbreitung, und man erzählte nun, daß die Bäume im Walde in der Christnacht grünen, blühen und Früchte tragen. Nun stellte man Kirschbaumzweige in Kübeln ins Zimmer, daß sie zu Weihnachten blühten. Vom Sprossen und Blühen dieses Weihnachtsbaumes hing das Glück des folgenden Jahres ab. Diese Sitte hat sich in vielen Gegenden bis in die neueste Zeit erhalten. Wo große Siedelungen und die Wohnungsverhältnisse die Beschaffung der Laubbaumzweige und ihre Pflege erschwerten, da traten Fichten, Tannen und Kiefern oder auch die aus Stäben und buntem Papier hergestellte Pyramide an ihre Stelle. Die Weissagebestimmung aber wurde vergessen. Der älteste W. stand 1605 in Straßburg, er trug Papierrosen, Äpfel, Knistergold und Zuckerwerk. Lichter wurden zuerst 1757 erwähnt. Zunächst fand der W. langsam e, seit den Befreiungskriegen aber schnelle Verbreitung, aber erst nach 1860 auch in nichtdeutschen Ländern. Vgl. Mannhardt, Wald- und Feldkulte, Teil 1 (Berl. 1875); Ortwein, Deutsche Weihnachten (Gotha 1892); Tille, Yule and christmas (Lond. 1899); Kronfeld, Der W. (Oldenb. 1906) und die Literatur beim Artikel »Weihnachten«.
2088 Zeichen · 26 Sätze

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Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    weihnachtsbaumm.

    Grimm (DWB, 1854–1961)

    weihnachtsbaum , m. zuerst in Straszburg um 1642: disz ( Christus ) ist, meine liebsten, der weynacht baum Dannhawer cat…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Weihnachtsbaum

    Goethe-Wörterbuch

    Weihnachtsbaum [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Weihnachtsbaum

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Weihnachtsbaum ( Christbaum ), ein mit brennenden Lichtern, Schmuck und Gaben behängter Baum, der gegenwärtig fast übera…

  4. modern
    Dialekt
    Weihnachtsbaum

    Bayerisches Wörterbuch · +1 Parallelbeleg

    Weihnachtsbaum Band 1, Spalte 1,1474

  5. Spezial
    Weihnachtsbaum

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Weih|nachts|baum m. (-[e]s, ...bäume) lëgn da Nadé m.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit weihnachtsbaum

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Zerlegung von weihnachtsbaum 3 Komponenten

(weih+nachts)+baum

weihnachtsbaum setzt sich aus 3 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

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APA
Cotta, M. (2026). „weihnachtsbaum". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 13. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/weihnachtsbaum/meyers
MLA
Cotta, Marcel. „weihnachtsbaum". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/weihnachtsbaum/meyers. Abgerufen 13. May 2026.
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Cotta, Marcel. „weihnachtsbaum". lautwandel.de. Zugegriffen 13. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/weihnachtsbaum/meyers.
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@misc{lautwandel_weihnachtsbaum_2026,
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