waser,
pron. wie beschaffen, was für ein. eine von was
ausgehende neubildung der kanzleisprache des 15.
jahrh. (
s. waserlei),
die weder aus was für
noch (
wie Grimm
gramm. 4
2, 1069
annahm)
aus was der
entstanden ist, sondern darauf beruht, dasz was
in verbindung mit femininen mit der adjectivendung des gen. dat. sg. oder gen. pl. versehen wurde, weil kein äuszeres zeichen das verhältnis der worte andeutete (was macht,
aber was manns, was volks). waser
kommt bei Luther
in der bibel vor: und als er in den tempel kam, tratten zu im, als er leret, die hohenpriester und die eltesten im volck, und sprachen, aus waser macht thustu das? und wer hat dir die macht gegeben? Jhesus aber antwortet, und sprach zu inen, ich wil euch
auch ein wort fragen, so ir mir das saget, wil ich euch sagen, aus waser macht ich das thu
Matth. 21, 23. 24.
ähnlich Marc. 11, 28
f. Luc. 20, 2
f. (Eck
und die Züricher bibel setzen dafür an den meisten stellen aus was macht).
sonst kommt es (
auch —
mit festhaltung der kürze von was —
als wasser)
im 16./17.
jahrh., besonders bei Mitteldeutschen, vor, ohne allgemein zu werden; es wird von Gueintz
deutsche rechtschreibung (1666) 154
und Schottel 545
als wenig gebräuchlich angeführt und in den wörterbüchern von Stieler
bis Campe
erwähnt: qualis ... waserley, waser art, was für einer B. Faber
thesaurus (1587) 668
b; es sol auch hie dem bischoff oder pfarherr frey sein, mit waser ordnung er beide gestalt wolle nemen oder reichen Speratus
bei Luther 3, 272
b Jen. ausg.; aber was das quecksilber für kraft und tugend habe, waser natur es sei ... sind die gelehrten erzte nicht eins Horscht
geheimnisse der natur 2 (1572) d 2
b; da nach gelegenheit die gemein würt erförtert oder aber nur etliche oder sünsten, in waser gelegenheit es wert
österr. weisth. 6, 522, 33 (
Kärnten 1586); ich habe dir vorhin gesagt, aus waszer macht der baum gewachsen sey J. Böhme 3
principien 11, 39; in waser gesellschaft er sich pflegt zu halten König
bei Schottel 545; di stimme des hern erzaiget, mit waser macht sOelchs sich aiget. Melissus
psalmen 102 (29, 4)
neudr.; was gschlechts bistu und wassr landart? Gasmann
Joseph (1610) H 3
c; ehrbare, günstige, liebe herrn, wes stands ir seit und waser ehrn. Dedekind
papista conversus M 5
b.
von verbindungen ist auszer waserlei (
s. d.)
das zu einem adv. werdende waser gestalt
besonders häufig (
s. auch wasgestalt): waser gestalt die jenigen so andere provociren und ausforden zu straffen
proceszordnung (
Dresden 1572)
teil 4
art. 9; und haben zu gleiche ihnen angemeldet, ... waser gestalt sie sie umb unsere intercession ... angesucht
verhandl. d. schles. fürsten u. stände 2, 216
Palm (1619); die gelegenheit besehen, wasser gestalt des himmels rand sich im kreisz nidder liesz auffs land.
Froschmeuseler Dd 1
a (II, 2, 14).
die aus der Lutherbibel bekannte formel aus waser macht
kommt auch im 18.
jahrh. noch vor: aus waser macht fragen sie? Hermes
Sophiens reise (1776) 5, 7; wer von den sterblichen fragt, aus waser macht? Kl. Schmidt
bei Campe;
verändert: da man endlich erfuhr, von waser macht solche unverhoffte wirkung kam Zelter im
briefwechsel mit Göthe 4, 4.
nicht häufig erscheint waser
verallgemeinernd '
wie beschaffen auch immer': ynn berurten fellen, wie schwer oder grob sie sind, aus waser ursachen, das auch ... die selben uns und genantem stul vorbehalten Luther 18, 266, 15
Weim. ausg. (
so mehrfach in der übersetzung der bulle Clemens des VII.); waser gestalt es auch sey,
which way so ever Ludwig 2393. waser
wird zuweilen auch mit masc. oder neutr. im gen. dat. sg. verbunden: dann uns (
richtern) gots gepot im weg thut stehen, welchs uns hart gepeut nicht anzuschawen, waser stands eins sey, man oder frawe, gwaltig, reich, schön oder ungestalte. Rebhun
Susanna 4, 288
Palm; darinn wir sehen können, inn waser fluch und vermaledeyung wir durch Adams fall kommen sein Mathesius
hist. Christi 2 (1579) 29
a; in waser beruff oder stande einer mit gott und gutem gewissen beruffen wird, da bleyb einer innen und warte seines dings
hochzeitpr. 83, 4
Lösche. in diesem fall wird aber gelegentlich auch waser
mit flexionsendung versehen: es leydt im auch an der größ des gehorsams nicht, besondern wie der gehorsam geschee und in wasserm glauben Luther 9, 391, 31
Weim. ausg.; darausz man sihet, mit waserm ernst und fleisz er geprediget Mathesius
historia Christi (1567) 1, 84
b; darumb hetten ihre key. mt. allergnedigst zu ermessen, zu waserm schimpf ... uns ... gereichen wolte, wo ...
staatspapiere zur gesch. des kaisers Karl V. 490 (
instruction der kurfürsten von Sachsen u. Brandenburg für eine werbung beim kaiser 1557).
vereinzelt bleibt es auch, dasz waser
als nominativform genommen oder statt -er
andre adjectivendungen angefügt werden: waser straff yhr zuerkandt wird werden, sol sie leiden hie auff diser erden. Rebhun
Susanna 4, 397
Palm; bistu so blind und sihest nicht, auff wase hinderlist man ticht. Lobwasser
Johannis entheuptung B 8
b; waser, wase, wases,
qualis et quale, in paucis locis Germaniae utimur Ölinger
gramm. 63
neudr.