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verwischen

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DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

verwischen vb.;

Bd. 25, Sp. 2313
verwischen, vb.; seit dem 11. jh. in verschiedenen bedeutungen bezeugt, vgl. mhd. wb. 3, 764; Lexer 3, 311. im frühnhd. selten, seit dem 17. jh. lexikalisch gebucht: verwischen tergendo consumere, liniendo conficere Stieler stammb. (1691) 2564; verwischen aus einander wischen Adelung 4 (1780) 1571. AA. veralteter und mundartlicher gebrauch. A@11) in anlehnung an wischen B 'sich schnell bewegen'; in den ältesten zeugnissen in transitiver verwendung einen verwischen 'einem nicht zuteil werden, entgehen, einen verlassen, nicht erhalten': ê si den (sohn) gebare, so ward ire ofto sware. maniges si geluste, swelihiz si dere uerwiskte daz tet ire uile we Wiener genesis v. 1060 D.; sî (akk.) muosen verwischen wirtschaft und êre; sî rungen mit sêre Hartmann v. Aue Iwein v. 6218 B.; êre den verwischet der niht ir lûter friunt kan sîn Konrad v. Würzburg kl. dicht. 3, 57 Sch. vereinzelt frühnhd. (trans.?): wie thut ir neur als leppischen? kan euch kain torhait nit verwischen? fastnachtsp. 2, 657 Keller. daneben begegnet intransitiver gebrauch; 'vergehen, verschwinden': sy sint verwischet als der stoub, dy salden riche tage min Hiob v. 3528 Karsten; ir leib, ir weib, ir kinder, ir ere, ir gut vnd alles ir vermugen fleuchet alles dahin, mit einem augenblicke verswindet es, mit dem winde verwischet es ackermann a. Böhmen 41 Hübner. anderen ursprungs ist die mundartl. kontaminationsform vertwischen entwischen Fischer schwäb. 2, 1418 (aus ver-ent-w., vgl. 2). A@22) mundartlich für 'erwischen', in der form z. t. mit entwischen, -witschen vermischt: verwischen erwischen Kehrein Nassau 1, 432; Schmeller bayr. 2, 1042; verwischen Fischer schwäb. 2, 1417; ferwütsche Seiler Basel 115a; verwitschen, verwischen Martin-Lienhart elsäss. 2, 886; vertwüscha ertappen Tobler Appenzell 190b; der knecht ist wie sein frau, er saufft, wo ers verwischt Ostracher liederhs. 29 Rattay. 'überlisten, anführen, hinters licht führen' (ähnliche bedeutungsübertragung wie bei kriegen, s. teil 5, sp. 2242): der Michel aber schwieg nicht und erzählte seinen guten freunden, wie er den Renchtäler 'verwischt' habe H. Hansjakob ausgew. erz. 5, 38 volksausg.; Fischer a. a. o.; Martin-Lienhart a. a. o. A@33) durch wischen verbrauchen (nur lex.): der lappen hat sich ganz verwischet peniculum istud detergendo lacerum et detritum est Stieler stammb. (1691) 2564; verwischen consumare, logorare, usare stroffinando Kramer teutschital. 2 (1702) 1366b. BB. im nhd. schriftsprachlich allein im sinne von 'auswischen, durch wischen undeutlich machen' (zu wischen A); dabei tritt nicht immer deutlich hervor, ob es sich um ein völliges austilgen handelt oder nur darum, etwas verschwommen, unklar, undeutlich zu machen. B@11) eine vertiefung durch wischen beseitigen oder unkenntlich oder schwer erkennbar machen. B@1@aa) schon mhd. eine spur verwischen: mit dem svn wir vertuschin der svnden spor und verwuschin Hugo v. Langenstein Martina 147, 94; mit knochichtem fusze fährt Jagababa in einem mörser von der keule getrieben, ein besen verwischt ihre spur Brentano ges. schr. (1852) 6, 429; dann ging es vorwärts, in die schlucht hinein, Winnetou hinterher zu fusze, um die ja noch entstehenden spuren zu verwischen Karl May Winnetou 3, 180. in dieser wendung auch in allgemeinerem sinne: alle spuren der zerstörung waren verwischt, die stube frischer als vorher und so heimlich als jemals M. Meyr erz. a. d. Ries (1868) 2, 444; ich nahm daher ein tuch und verwischte soviel als möglich die spuren des heutigen morgenspazierganges an meinen kleidern Stifter s. w. 4, 1 (1911) 157. oft in bildlicher ausdrucksweise: (wir) lassen sorglos alle spuren in unserm gedächtnisse verwischen Novalis schr. 4, 136 M.; der künstler versäume nie, die spuren des schweiszes zu verwischen, den sein werk gekostet hat M. v. Ebner-Eschenbach ges. schr. (1893) 1, 39. reflexiv: und an diesem punkte verwischen sich auch die spuren, die im gedächtnisse davon zurückgeblieben H. v. Barth Kalkalpen (1874) 470. ähnlich: der krieg hatte solche schwache fusztapfen gänzlich verwischt Göthe I 23, 283 W.; fünf jahrhunderte haben fast nichts verwischt von diesen fusztapfen, die der Islam bei seinem ersten herüberschreiten von Asien dem europäischen boden eingedrückt hat Moltke ges. schr. (1892) 4, 91. B@1@bb) von andern unebenheiten: ihr himmlisches walten verwischet die falten der stirnen im nu Matthisson schr. (1825) 1, 23; er zog dort eine spange schärfer an, er verwischte dort eine falte, steckte hier eine feder höher, und immer zufriedener wurden seine blicke Hauff w. (1890) 1, 288; die zeit hat die vertiefung (im gestein) kleiner gemacht, aber kein regen kann sie ganz verwischen br. Grimm dt. sagen (1891) 1, 212. bildlich: der tod heilt jede wunde, verwischt jede narbe Holtei erz. schr. (1861) 17, 226. B@1@cc) nur in übertragenem sinne einen eindruck verwischen: die wohlthätige zeit verwischte nach und nach die eindrücke seines grams Musäus volksmärchen 1, 20 Hempel; der teufel, welcher merkte, dasz der letzte eindruck den ersten verwischen wollte Klinger w. 3 (1815) 202; wie viel der umgang mit Europäern nach einer so langwierigen reise dazu beitrug, alle verhaszten eindrücke des erlittenen elends zu verwischen J. G. Forster s. schr. (1843) 2, 418; sein erstes bemühen war, den schlechten eindruck der letzten rede ... zu verwischen Ranke s. w. (1867) 28, 420. reflexiv: Siegbert's ... gemüth hing noch eine weile an der verlebten ... scene, bald aber verwischte sich der eindruck Gutzkow ritter v. geiste (1850) 1, 35. B@22) zeichen, linien, umrisse undeutlich machen: sie verwischte den kreisz und die zeichen Lohenstein Arminius 2 (1690) 1158b; die freude an der farbe verwischte die strenge linie Scherer literaturgesch. (1920) 40. B@2@aa) besonders von geschriebenem, gedrucktem, aufgemaltem: was kan doch schöner seyn, als unter vielen helden, von derer tapferkeit die bücher ewig melden, auch auffgeschrieben stehn mit schrifft die nicht verlischt, die gar kein regen nicht, noch schwartzer staub verwischt Opitz opera (1690) 3, 308; das blatt war von seinen händen gefaltet, diese züge von seiner feder geschrieben, diese lettern von seinen thränen verwischt Holtei erz. schr. (1861) 2, 5. häufig als part. prät.: andere alte schrifften und verwischte buchstaben Trollo orient. reisebeschr. (1676) 207; in der von zeit und wellen verwischten uberschrift ist gleichwol noch der nahme ... zu lesen Lohenstein Ibrahim Sultan (1680) l 2b; in einem winkel (des briefes) stand ein verwischtes wort H. v. Kleist w. 3, 273 Schm.; an der sonnenuhr sind die zahlen verwischt Hebel w. 2, 163 Behaghel; die verwischte stelle am schlusz des dir neulich gesandten trinklieds habe ich an einem hellen tage wieder näher besehen und besser herausgebracht J. Grimm in: briefw. zw. J. u. W. Grimm aus der jugendzeit (1881) 440. B@2@bb) farbe verwischen. B@2@b@aα) in ähnlichem sinn wie oben, 'undeutlich machen': lasz näher mich sie sehn die flügel, worauf sich gold und purpur mischt. ich faszt ihn (den schmetterling), ach! ihr farbenspiegel von gold und purpur war verwischt Pfeffel poet. vers. 5 (1816) 174. in bildlicher wendung: um die farbe einer vergangenen zeit nicht ganz zu verwischen D. Fr. Strausz Schubarts leben (1849) 1, xviii. meist reflexiv: schönen, traut der farbe nicht, die sich leicht verwischt und bricht Abschatz poet. übers. u. ged. (1704) 3, 168; der stärkekleister kann nicht gebraucht werden, um körperfarben auf papier zu binden, weil sich die farben bei geringer feuchtigkeit verwischen Muspratt chemie (1888) 6, 1806. B@2@b@bβ) fachsprachlich 'das gar zu grosze licht vermindern und milde machen. das licht in einem gemälde musz durch fast unmerkliche stufen gemildert werden, nach dem masze, wie man nach dem äuszersten ende kömmt' Gottsched wb. d. schönen wissensch. (1760) 1614; die farben verwischen, vertreiben adoucir les couleurs Schwan nouv. dict. 2 (1784) 945a: das was sanft abflieszen sollte, ist scharfeckicht gezeichnet; keine rechte gradation beachtet, kein pinselzug verwischt, kein glanz recht gedämpft Möser w. (1842) 5, 95; wir müssen doch bemerken, dasz die beseitigung des zu verwischten und trüben in den bildern, also eine markigere und klarere behandlung auf grund von naturstudien denselben von groszem vortheile sein würde Stifter s. w. 14 (1901) 93. B@2@cc) von bildern, zeichnungen u. dgl. 'unklar, undeutlich, verblaszt': die kupfer meist verwischt schr. d. Goetheges. 16, 121; eine unbestimmte, verwischte kreidezeichnung Jean Paul s. w. I 3, 66 Berend; ein altes, sehr verwischtes pastellbildchen H. v. Kahlenberg familie Barchwitz (1899) 18. in übertragenem gebrauch; von erinnerungsbildern: denn meine liebe hat in seinem hertzen ihr bild verwischet Lohenstein Arminius 2 (1690) 458a; o, macht mich, ihr götter, blind, verwischet das bild jeder erinnrung in mir! Göthe I 1, 270 W. vom bild im sinne von 'anblick': aber schon steigen die weissen rauchsäulen aus den thalgründen auf und drohen das herrliche bild in bälde zu verwischen Barth Kalkalpen (1874) 63. vom sprachlichen gehalt: er (der übersetzer) verwischt die originalzeichnung Gerstenberg schlesw. lit.-br. 307 lit.-denkm. B@2@dd) in anderen übertragenen gebrauchsweisen 'unklar, unscharf, verschwommen machen'. B@2@d@aα) von charakteristischen zügen einer erscheinung, besonderen merkmalen, eigenheiten; im bereich sinnlicher anschauung: dass schon im alter von 20 jahren ein affenartiger ausdruck ihre kaukasischen gesichtszüge verwische Peschel völkerkunde (1874) 501. übergreifend auf den abstrakt-gedanklichen bereich: (sie) lassen den polirten menschen ... nie ein eignes geschöpf sein ..., verwischen jeden zug, aus dem ein charakteristisches bild gemacht werden könnte Göthe I 37, 274 W.; viele unsrer denkenden köpfe haben es sich angelegen sein lassen, ... das gepräge der gottheit zu verwischen Schiller 4, 47 G.; doch sind nirgends die grundzüge dieses glaubens ganz verwischt Creuzer symbolik (1810) 2, 92; das wasser als element auf der erde verwischt aber überall die individualität Ritter erdkde (1822) 1, 12; die staaten und völker ... verwischen ihr gepräge so oft, dasz sie zuletzt als ein unkenntlicher und geistloser klumpen zusammenfallen E. M. Arndt schr. (1845) 1, 477; wollt ihr denn alles verwischen, was unsern nationalcharakter und uns selbst im wellengang der geschichte aufrecht erhalten kann? Steub drei sommer in Tirol (1895) 1, 6; überhaupt ist alles altfriesische und eigentümliche gänzlich verwischt Allmers marschenb. (31900) 314. vom moralischen her gesehen: mit all den tugenden, die man jetzt in einem verwischten geschlechte immer mehr mangeln sieht (1854) Gervinus in: briefw. zw. J. u. W. Grimm 2, 128 Ippel. vom wortsinn: die ursprüngliche bedeutung desselben (eines götternamens) war dergestalt verwischt Gerhard akad. abh. (1866) 2, 318. B@2@d@bβ) von unterscheidenden und trennenden grenzen, gegensätzen: die verschiedenheit der naturen zu verwischen Schleiermacher s. w. (1834) I 4, 52; so stark war die ... religiöse idee ... doch nicht, um die uralten politischen gegensätze zu verwischen Ranke s. w. (1867) 9, 89; auszerdem rühmt man der tättowierung den vorzug nach, die altersstufen zu verwischen, indem sie die jungen alt und die alten jung mache Ratzel völkerkunde 2 (1886) 136; insofern eine sprache überhaupt laute unterscheidet, giebt es auch eine conservative macht in ihr, welche diese grenzen nicht verwischen lassen will Scherer kl. schr. (1893) 1, 254; der alte unterschied von handwerk und fabrik wurde ... mehr und mehr verwischt Treitschke dt. gesch. (1897) 3, 378. B@2@d@gγ) von der darstellung eines sachverhaltes: dieses historische verhältnis tritt zwar in den erklärenden ausführungen D.'s ganz richtig zu tage, wird aber durch die kartographische wiedergabe verwischt Hoops waldbäume (1905) 238; sie sagten sich stets rund heraus, was sie dachten, und bewältigten die dinge mit offener wahrheit und nicht durch hinterhaltiges verwischen, wie es eine art unechter bildung thut G. Keller ges. w. (1889) 6, 274. das part. prät. adverbial: wie verwischt oder frevelhaft ergänzt auch die geschichte eben dieser zwischenzeit ... erzählt ist Niebuhr m. gesch. (1811) 1, 359. B@2@ee) das part. prät. in der naturkunde auch zur bezeichnung bestimmter eigenschaften; von pflanzen und seltener von tieren: die zeichnung heiszt deutlich, distincta, welche scharf begrenzt ist, verwischt, obliterata, welche mit ihren rändern in die grundfarbe verfliesst Illiger thier- u. pflanzenreich (1800) 91; verwischt, obsoletus oder obliteratus, wenn ein pflanzengebilde sehr undeutlich ist Behlen forst- u. jagdkde (1840) 6, 145. dazu verwischtkantig: die ... verwischt-kantige, beerenartige ... frucht Karmarsch-Heeren techn. wb. (1876) 4, 151; verwischtrunzlig: metathoraxschilder ..., verwischtrunzlig Ratzeburg ichneumonen (1844) 1, 137. B@33) abwischen, wegwischen, durch wischen beseitigen, von einer bestimmten stelle entfernen, löschen. B@3@aa) gegenständlich: er sinckt, wenn ihn nicht rettung stracks erhält, bald über knie und brust in die verschlämmten pfützen, die stimme schleuszt der koth; der stirnen kaltes schwitzen verwischt der schilff, darunter er verfällt Gryphius trauersp. 299 P.; auf selben sieht man mit vergnügen, als einen thau, ein lieblich blaues liegen, das aber nicht am blate fest, nein, sondern sich verwischen läszt Brockes ird. vergnügen (1721) 4, 77; ich ... verwischte sie (die träne) geschwind K. Fr. Bahrdt gesch. s. lebens (1790) 3, 336; man fürchtet sich, ihn (den schmetterling) zu berühren, um den staub der flügel nicht zu verwischen Chr. v. Schmid ges. schr. (1856) 9, 221; ob sie vielleicht jene thräne verwische, die er in ihren wimpern glänzen sah Hauff w. 1, 136 Bobertag. dazu vgl.: verwischt denudatae, wenn der schuppenüberzug (bei flügeln von insekten) hin und wieder so verwischt ist, dasz die nackte flügelhaut durchsieht Illiger thier- u. pflanzenreich (1800) 247. in freierer verwendung: so begreife ich nicht die langmuth unserer kaiserin, die alle heiligen segnen mögen, weshalb sie diese verruchten ketzerischen rebellen nicht vom antlitz der erde verwischt Moltke ges. schr. (1892) 1, 87. B@3@bb) einen flecken, schande verwischen: weil er aber vielleicht behertzigte, dasz aus eines ehebrecherischen weibes laster einem manne keine schmach zuwachse oder dieser fleck mit desselbten verhüllung verwischt werde Lohenstein Arminius (1689) 1, 245a; o weg von dieser schande, die, ewig aufgefrischt, kein heiland je vom lande Iberiens verwischt Tiedge w. (1823) 2, 211; dasz der schandfleck einer feigen unterwerfung nie zu verwischen ist Meinecke Boyen (1896) 1, 224. B@3@cc) ein andenken, eine erinnerung, ein erinnerungsbild auslöschen: einer neuen glückseligkeit ..., die das andenken seiner erlittenen unfälle aus seiner seele verwischte Pfeffel pros. versuche (1810) 5, 172; verschiedene offiziere ..., die unsern herumstreifenden Johannes mit seinem rothen geldbeutel bald aus ihrer imagination verwischten Lenz ges. schr. (1828) 3, 99; aus unseren eitlen ... herzen haben wir den lebendigen nachklang ihres rufes verwischt R. Wagner ges. schr. (1897) 3, 23. reflexiv: seine göttliche gestalt wird sich nie aus meinem gedächtnisse verwischen Solger nachgel. schr. (1826) 1, 77. mehr im sinne von 'undeutlich machen': warum musz die tafel meines gedächtnisses so düster aussehen? — dieser fremde — alle erinnerung so ganz verwischt Tieck schr. (1828) 11, 322; die jahre, welche hingegangen waren, seit man ihren gatten zu grabe trug, hatten keine erinnerung verwischt Raabe hungerpastor (1864) 1, 111. B@3@dd) ein gefühl, eine empfindung auslöschen, entschwinden lassen: geliebte gottheit, ... die uns den überdrusz der tage leise verwischt und uns neu verjünget Herder 27, 131 S.; dieses bei mir so oft verwischte einfaltsgefühl hoff ich in Christo allein wieder zu finden Schubart leben 2 (1793) 306; der partheigeist verwischte das moralgefühl J. v. Müller s. w. (1810) 1, 162; von büchern liegt vor mir ein Perserheer, doch keins kann mir den unmut ganz verwischen Herwegh ged. e. lebendigen (1841) 138; das herz ..., aus dem sein tod allen groll verwischt hat O. Ludwig ges. schr. (1891) 1, 341; zu einem hasse, den zwei jahrhunderte nicht haben verwischen können Moltke ges. schr. (1892) 2, 26. B@3@ee) etwas ungeschehen machen: denn ungeschehene dinge könte man noch thun, geschehene aber nicht wieder verwischen Lohenstein Arminius (1689) 1, 26b. ausgleichen, wieder gut machen: gar manchen verschmerzten und verwischten schaden Göthe IV 21, 170 W.; die sünde brennt noch dort: o tag verwische die schuld der nacht Tieck schr. (1828) 2, 90.
16739 Zeichen · 328 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    verwischenswv.

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer) · +2 Parallelbelege

    ver-wischen swv. BMZ tr. wegwischen, austilgen. der sünden spor ver wuschen (: vertuschen) Mart. 174,94 ; vorübergehn an…

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Verwischen

    Adelung (1793–1801) · +2 Parallelbelege

    Verwischen , verb. regul. act. aus einander wischen. Die Farben verwischen, bey den Mahlern, edler vertreiben. Ingleiche…

  3. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    verwischen

    Goethe-Wörterbuch

    verwischen [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  4. modern
    Dialekt
    verwischen

    Rheinisches Wb.

    ver-wischen: 1. etwas v., Geschriebenes verschmieren; de Lei v. Allg. — 2. einen v., erwischen, abfassen, hinters Licht …

  5. Spezial
    verwischen

    Deutsch-Ladinisch (Mischí) · +1 Parallelbeleg

    ver|wi|schen vb.tr. 1 (Inschrift) sferié demez, sferié fora 2 ‹fig› (unkenntlich machen) fá sparí. ▬ die Spuren verwisch…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit verwischen

1 Bildungen · 0 Erstglied · 1 Zweitglied · 0 Ableitungen

Ableitung von verwischen 3 Analysen

ver- + wischen

verwischen leitet sich vom Lemma wischen ab mit Präfix ver-.

Alternativen: ver-+wis+-chen verwis+-chen

verwischen als Zweitglied (1 von 1)

ȫverwischen

MNWB

oever·wischen

° ȫverwischen , ōver- , swv. : c. D. p. , A. r. jemdm. etw. nachsagen, sünder ên schelm und bö̂sewicht scholde ȫme solkes ȫ. (Brandis 267).

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Cotta, M. (2026). „verwischen". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 18. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/verwischen/dwb
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Cotta, Marcel. „verwischen". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/verwischen/dwb. Abgerufen 18. May 2026.
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Cotta, Marcel. „verwischen". lautwandel.de. Zugegriffen 18. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/verwischen/dwb.
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