verwischen,
vb.; seit dem 11.
jh. in verschiedenen bedeutungen bezeugt, vgl. mhd. wb. 3, 764; Lexer 3, 311.
im frühnhd. selten, seit dem 17.
jh. lexikalisch gebucht: verwischen
tergendo consumere, liniendo conficere Stieler
stammb. (1691) 2564; verwischen
aus einander wischen Adelung 4 (1780) 1571. AA.
veralteter und mundartlicher gebrauch. A@11)
in anlehnung an wischen B '
sich schnell bewegen'
; in den ältesten zeugnissen in transitiver verwendung einen verwischen '
einem nicht zuteil werden, entgehen, einen verlassen, nicht erhalten': ê si den (
sohn) gebare, so ward ire ofto sware. maniges si geluste, swelihiz si dere uerwiskte daz tet ire uile we
Wiener genesis v. 1060
D.; sî (
akk.) muosen verwischen wirtschaft und êre; sî rungen mit sêre Hartmann v. Aue
Iwein v. 6218
B.; êre den verwischet der niht ir lûter friunt kan sîn Konrad v. Würzburg
kl. dicht. 3, 57
Sch. vereinzelt frühnhd. (trans.?): wie thut ir neur als leppischen? kan euch kain torhait nit verwischen?
fastnachtsp. 2, 657
Keller. daneben begegnet intransitiver gebrauch; '
vergehen, verschwinden': sy sint verwischet als der stoub, dy salden riche tage min
Hiob v. 3528
Karsten; ir leib, ir weib, ir kinder, ir ere, ir gut vnd alles ir vermugen fleuchet alles dahin, mit einem augenblicke verswindet es, mit dem winde verwischet es
ackermann a. Böhmen 41
Hübner. anderen ursprungs ist die mundartl. kontaminationsform vertwische
n entwischen Fischer
schwäb. 2, 1418 (
aus ver-ent-w.,
vgl. 2). A@22)
mundartlich für '
erwischen',
in der form z. t. mit entwischen, -witschen
vermischt: verwischen
erwischen Kehrein
Nassau 1, 432; Schmeller
bayr. 2, 1042; verwische
n Fischer
schwäb. 2, 1417; ferwütsche Seiler
Basel 115
a; verwitschen, verwischen Martin-Lienhart
elsäss. 2, 886; vertwüscha
ertappen Tobler
Appenzell 190
b; der knecht ist wie sein frau, er saufft, wo ers verwischt
Ostracher liederhs. 29
Rattay. '
überlisten, anführen, hinters licht führen' (
ähnliche bedeutungsübertragung wie bei kriegen,
s. teil 5,
sp. 2242): der Michel aber schwieg nicht und erzählte seinen guten freunden, wie er den Renchtäler 'verwischt' habe H. Hansjakob
ausgew. erz. 5, 38
volksausg.; Fischer
a. a. o.; Martin-Lienhart
a. a. o. A@33)
durch wischen verbrauchen (
nur lex.): der lappen hat sich ganz verwischet
peniculum istud detergendo lacerum et detritum est Stieler
stammb. (1691) 2564; verwischen
consumare, logorare, usare stroffinando Kramer
teutschital. 2 (1702) 1366
b. BB.
im nhd. schriftsprachlich allein im sinne von '
auswischen, durch wischen undeutlich machen' (
zu wischen A);
dabei tritt nicht immer deutlich hervor, ob es sich um ein völliges austilgen handelt oder nur darum, etwas verschwommen, unklar, undeutlich zu machen. B@11)
eine vertiefung durch wischen beseitigen oder unkenntlich oder schwer erkennbar machen. B@1@aa)
schon mhd. eine spur verwischen: mit dem svn wir vertuschin der svnden spor und verwuschin Hugo v. Langenstein
Martina 147, 94; mit knochichtem fusze fährt Jagababa in einem mörser von der keule getrieben, ein besen verwischt ihre spur Brentano
ges. schr. (1852) 6, 429; dann ging es vorwärts, in die schlucht hinein, Winnetou hinterher zu fusze, um die ja noch entstehenden spuren zu verwischen Karl May
Winnetou 3, 180.
in dieser wendung auch in allgemeinerem sinne: alle spuren der zerstörung waren verwischt, die stube frischer als vorher und so heimlich als jemals
M. Meyr
erz. a. d. Ries (1868) 2, 444; ich nahm daher ein tuch und verwischte soviel als möglich die spuren des heutigen morgenspazierganges an meinen kleidern Stifter
s. w. 4, 1 (1911) 157.
oft in bildlicher ausdrucksweise: (
wir) lassen sorglos alle spuren in unserm gedächtnisse verwischen Novalis
schr. 4, 136
M.; der künstler versäume nie, die spuren des schweiszes zu verwischen, den sein werk gekostet hat
M. v. Ebner-Eschenbach
ges. schr. (1893) 1, 39.
reflexiv: und an diesem punkte verwischen sich auch die spuren, die im gedächtnisse davon zurückgeblieben H. v. Barth
Kalkalpen (1874) 470.
ähnlich: der krieg hatte solche schwache fusztapfen gänzlich verwischt Göthe I 23, 283
W.; fünf jahrhunderte haben fast nichts verwischt von diesen fusztapfen, die der Islam bei seinem ersten herüberschreiten von Asien dem europäischen boden eingedrückt hat Moltke
ges. schr. (1892) 4, 91. B@1@bb)
von andern unebenheiten: ihr himmlisches walten verwischet die falten der stirnen im nu Matthisson
schr. (1825) 1, 23; er zog dort eine spange schärfer an, er verwischte dort eine falte, steckte hier eine feder höher, und immer zufriedener wurden seine blicke Hauff
w. (1890) 1, 288; die zeit hat die vertiefung (
im gestein) kleiner gemacht, aber kein regen kann sie ganz verwischen br. Grimm
dt. sagen (1891) 1, 212.
bildlich: der tod heilt jede wunde, verwischt jede narbe Holtei
erz. schr. (1861) 17, 226. B@1@cc)
nur in übertragenem sinne einen eindruck verwischen: die wohlthätige zeit verwischte nach und nach die eindrücke seines grams Musäus
volksmärchen 1, 20
Hempel; der teufel, welcher merkte, dasz der letzte eindruck den ersten verwischen wollte Klinger
w. 3 (1815) 202; wie viel der umgang mit Europäern nach einer so langwierigen reise dazu beitrug, alle verhaszten eindrücke des erlittenen elends zu verwischen J. G. Forster
s. schr. (1843) 2, 418; sein erstes bemühen war, den schlechten eindruck der letzten rede ... zu verwischen Ranke
s. w. (1867) 28, 420.
reflexiv: Siegbert's ... gemüth hing noch eine weile an der verlebten ... scene, bald aber verwischte sich der eindruck Gutzkow
ritter v. geiste (1850) 1, 35. B@22)
zeichen, linien, umrisse undeutlich machen: sie verwischte den kreisz und die zeichen Lohenstein
Arminius 2 (1690) 1158
b; die freude an der farbe verwischte die strenge linie Scherer
literaturgesch. (1920) 40. B@2@aa)
besonders von geschriebenem, gedrucktem, aufgemaltem: was kan doch schöner seyn, als unter vielen helden, von derer tapferkeit die bücher ewig melden, auch auffgeschrieben stehn mit schrifft die nicht verlischt, die gar kein regen nicht, noch schwartzer staub verwischt Opitz
opera (1690) 3, 308; das blatt war von seinen händen gefaltet, diese züge von seiner feder geschrieben, diese lettern von seinen thränen verwischt Holtei
erz. schr. (1861) 2, 5.
häufig als part. prät.: andere alte schrifften und verwischte buchstaben Trollo
orient. reisebeschr. (1676) 207; in der von zeit und wellen verwischten uberschrift ist gleichwol noch der nahme ... zu lesen Lohenstein
Ibrahim Sultan (1680) l 2
b; in einem winkel (
des briefes) stand ein verwischtes wort H. v. Kleist
w. 3, 273
Schm.; an der sonnenuhr sind die zahlen verwischt Hebel
w. 2, 163
Behaghel; die verwischte stelle am schlusz des dir neulich gesandten trinklieds habe ich an einem hellen tage wieder näher besehen und besser herausgebracht J. Grimm in:
briefw. zw. J. u. W. Grimm aus der jugendzeit (1881) 440. B@2@bb) farbe verwischen. B@2@b@aα)
in ähnlichem sinn wie oben, '
undeutlich machen': lasz näher mich sie sehn die flügel, worauf sich gold und purpur mischt. ich faszt ihn (
den schmetterling), ach! ihr farbenspiegel von gold und purpur war verwischt Pfeffel
poet. vers. 5 (1816) 174.
in bildlicher wendung: um die farbe einer vergangenen zeit nicht ganz zu verwischen D. Fr. Strausz
Schubarts leben (1849) 1, xviii.
meist reflexiv: schönen, traut der farbe nicht, die sich leicht verwischt und bricht Abschatz
poet. übers. u. ged. (1704) 3, 168; der stärkekleister kann nicht gebraucht werden, um körperfarben auf papier zu binden, weil sich die farben bei geringer feuchtigkeit verwischen Muspratt
chemie (1888) 6, 1806. B@2@b@bβ)
fachsprachlich '
das gar zu grosze licht vermindern und milde machen. das licht in einem gemälde musz durch fast unmerkliche stufen gemildert werden, nach dem masze, wie man nach dem äuszersten ende kömmt' Gottsched
wb. d. schönen wissensch. (1760) 1614; die farben verwischen, vertreiben
adoucir les couleurs Schwan
nouv. dict. 2 (1784) 945
a: das was sanft abflieszen sollte, ist scharfeckicht gezeichnet; keine rechte gradation beachtet, kein pinselzug verwischt, kein glanz recht gedämpft Möser
w. (1842) 5, 95; wir müssen doch bemerken, dasz die beseitigung des zu verwischten und trüben in den bildern, also eine markigere und klarere behandlung auf grund von naturstudien denselben von groszem vortheile sein würde Stifter
s. w. 14 (1901) 93. B@2@cc)
von bildern, zeichnungen u. dgl. '
unklar, undeutlich, verblaszt': die kupfer meist verwischt
schr. d. Goetheges. 16, 121; eine unbestimmte, verwischte kreidezeichnung Jean Paul
s. w. I 3, 66
Berend; ein altes, sehr verwischtes pastellbildchen H. v. Kahlenberg
familie Barchwitz (1899) 18.
in übertragenem gebrauch; von erinnerungsbildern: denn meine liebe hat in seinem hertzen ihr bild verwischet Lohenstein
Arminius 2 (1690) 458
a; o, macht mich, ihr götter, blind, verwischet das bild jeder erinnrung in mir! Göthe I 1, 270
W. vom bild im sinne von '
anblick': aber schon steigen die weissen rauchsäulen aus den thalgründen auf und drohen das herrliche bild in bälde zu verwischen Barth
Kalkalpen (1874) 63.
vom sprachlichen gehalt: er (
der übersetzer) verwischt die originalzeichnung Gerstenberg
schlesw. lit.-br. 307
lit.-denkm. B@2@dd)
in anderen übertragenen gebrauchsweisen '
unklar, unscharf, verschwommen machen'. B@2@d@aα)
von charakteristischen zügen einer erscheinung, besonderen merkmalen, eigenheiten; im bereich sinnlicher anschauung: dass schon im alter von 20 jahren ein affenartiger ausdruck ihre kaukasischen gesichtszüge verwische Peschel
völkerkunde (1874) 501.
übergreifend auf den abstrakt-gedanklichen bereich: (
sie) lassen den polirten menschen ... nie ein eignes geschöpf sein ..., verwischen jeden zug, aus dem ein charakteristisches bild gemacht werden könnte Göthe I 37, 274
W.; viele unsrer denkenden köpfe haben es sich angelegen sein lassen, ... das gepräge der gottheit zu verwischen Schiller 4, 47
G.; doch sind nirgends die grundzüge dieses glaubens ganz verwischt Creuzer
symbolik (1810) 2, 92; das wasser als element auf der erde verwischt aber überall die individualität Ritter
erdkde (1822) 1, 12; die staaten und völker ... verwischen ihr gepräge so oft, dasz sie zuletzt als ein unkenntlicher und geistloser klumpen zusammenfallen E.
M. Arndt
schr. (1845) 1, 477; wollt ihr denn alles verwischen, was unsern nationalcharakter und uns selbst im wellengang der geschichte aufrecht erhalten kann? Steub
drei sommer in Tirol (1895) 1, 6; überhaupt ist alles altfriesische und eigentümliche gänzlich verwischt Allmers
marschenb. (
31900) 314.
vom moralischen her gesehen: mit all den tugenden, die man jetzt in einem verwischten geschlechte immer mehr mangeln sieht (1854) Gervinus in:
briefw. zw. J. u. W. Grimm 2, 128
Ippel. vom wortsinn: die ursprüngliche bedeutung desselben (
eines götternamens) war dergestalt verwischt Gerhard
akad. abh. (1866) 2, 318. B@2@d@bβ)
von unterscheidenden und trennenden grenzen, gegensätzen: die verschiedenheit der naturen zu verwischen Schleiermacher
s. w. (1834) I 4, 52; so stark war die ... religiöse idee ... doch nicht, um die uralten politischen gegensätze zu verwischen Ranke
s. w. (1867) 9, 89; auszerdem rühmt man der tättowierung den vorzug nach, die altersstufen zu verwischen, indem sie die jungen alt und die alten jung mache Ratzel
völkerkunde 2 (1886) 136; insofern eine sprache überhaupt laute unterscheidet, giebt es auch eine conservative macht in ihr, welche diese grenzen nicht verwischen lassen will Scherer
kl. schr. (1893) 1, 254; der alte unterschied von handwerk und fabrik wurde ... mehr und mehr verwischt Treitschke
dt. gesch. (1897) 3, 378. B@2@d@gγ)
von der darstellung eines sachverhaltes: dieses historische verhältnis tritt zwar in den erklärenden ausführungen D.'s ganz richtig zu tage, wird aber durch die kartographische wiedergabe verwischt Hoops
waldbäume (1905) 238; sie sagten sich stets rund heraus, was sie dachten, und bewältigten die dinge mit offener wahrheit und nicht durch hinterhaltiges verwischen, wie es eine art unechter bildung thut G. Keller
ges. w. (1889) 6, 274.
das part. prät. adverbial: wie verwischt oder frevelhaft ergänzt auch die geschichte eben dieser zwischenzeit ... erzählt ist Niebuhr
röm. gesch. (1811) 1, 359. B@2@ee)
das part. prät. in der naturkunde auch zur bezeichnung bestimmter eigenschaften; von pflanzen und seltener von tieren: die zeichnung heiszt deutlich,
distincta, welche scharf begrenzt ist, verwischt,
obliterata, welche mit ihren rändern in die grundfarbe verfliesst Illiger
thier- u. pflanzenreich (1800) 91; verwischt,
obsoletus oder obliteratus, wenn ein pflanzengebilde sehr undeutlich ist Behlen
forst- u. jagdkde (1840) 6, 145.
dazu verwischtkantig: die ... verwischt-kantige, beerenartige ... frucht Karmarsch-Heeren
techn. wb. (1876) 4, 151;
verwischtrunzlig: metathoraxschilder ..., verwischtrunzlig Ratzeburg
ichneumonen (1844) 1, 137. B@33)
abwischen, wegwischen, durch wischen beseitigen, von einer bestimmten stelle entfernen, löschen. B@3@aa)
gegenständlich: er sinckt, wenn ihn nicht rettung stracks erhält, bald über knie und brust in die verschlämmten pfützen, die stimme schleuszt der koth; der stirnen kaltes schwitzen verwischt der schilff, darunter er verfällt Gryphius
trauersp. 299
P.; auf selben sieht man mit vergnügen, als einen thau, ein lieblich blaues liegen, das aber nicht am blate fest, nein, sondern sich verwischen läszt Brockes
ird. vergnügen (1721) 4, 77; ich ... verwischte sie (
die träne) geschwind K. Fr. Bahrdt
gesch. s. lebens (1790) 3, 336; man fürchtet sich, ihn (
den schmetterling) zu berühren, um den staub der flügel nicht zu verwischen Chr. v. Schmid
ges. schr. (1856) 9, 221; ob sie vielleicht jene thräne verwische, die er in ihren wimpern glänzen sah Hauff
w. 1, 136
Bobertag. dazu vgl.: verwischt
denudatae, wenn der schuppenüberzug (
bei flügeln von insekten)
hin und wieder so verwischt ist, dasz die nackte flügelhaut durchsieht Illiger
thier- u. pflanzenreich (1800) 247.
in freierer verwendung: so begreife ich nicht die langmuth unserer kaiserin, die alle heiligen segnen mögen, weshalb sie diese verruchten ketzerischen rebellen nicht vom antlitz der erde verwischt Moltke
ges. schr. (1892) 1, 87. B@3@bb) einen flecken, schande verwischen: weil er aber vielleicht behertzigte, dasz aus eines ehebrecherischen weibes laster einem manne keine schmach zuwachse oder dieser fleck mit desselbten verhüllung verwischt werde Lohenstein
Arminius (1689) 1, 245
a; o weg von dieser schande, die, ewig aufgefrischt, kein heiland je vom lande Iberiens verwischt Tiedge
w. (1823) 2, 211; dasz der schandfleck einer feigen unterwerfung nie zu verwischen ist Meinecke
Boyen (1896) 1, 224. B@3@cc)
ein andenken, eine erinnerung, ein erinnerungsbild auslöschen: einer neuen glückseligkeit ..., die das andenken seiner erlittenen unfälle aus seiner seele verwischte Pfeffel
pros. versuche (1810) 5, 172; verschiedene offiziere ..., die unsern herumstreifenden Johannes mit seinem rothen geldbeutel bald aus ihrer imagination verwischten Lenz
ges. schr. (1828) 3, 99; aus unseren eitlen ... herzen haben wir den lebendigen nachklang ihres rufes verwischt R. Wagner
ges. schr. (1897) 3, 23.
reflexiv: seine göttliche gestalt wird sich nie aus meinem gedächtnisse verwischen Solger
nachgel. schr. (1826) 1, 77.
mehr im sinne von '
undeutlich machen': warum musz die tafel meines gedächtnisses so düster aussehen? — dieser fremde — alle erinnerung so ganz verwischt Tieck
schr. (1828) 11, 322; die jahre, welche hingegangen waren, seit man ihren gatten zu grabe trug, hatten keine erinnerung verwischt Raabe
hungerpastor (1864) 1, 111. B@3@dd)
ein gefühl, eine empfindung auslöschen, entschwinden lassen: geliebte gottheit, ... die uns den überdrusz der tage leise verwischt und uns neu verjünget Herder 27, 131
S.; dieses bei mir so oft verwischte einfaltsgefühl hoff ich in Christo allein wieder zu finden Schubart
leben 2 (1793) 306; der partheigeist verwischte das moralgefühl J. v. Müller
s. w. (1810) 1, 162; von büchern liegt vor mir ein Perserheer, doch keins kann mir den unmut ganz verwischen Herwegh
ged. e. lebendigen (1841) 138; das herz ..., aus dem sein tod allen groll verwischt hat O. Ludwig
ges. schr. (1891) 1, 341; zu einem hasse, den zwei jahrhunderte nicht haben verwischen können Moltke
ges. schr. (1892) 2, 26. B@3@ee)
etwas ungeschehen machen: denn ungeschehene dinge könte man noch thun, geschehene aber nicht wieder verwischen Lohenstein
Arminius (1689) 1, 26
b.
ausgleichen, wieder gut machen: gar manchen verschmerzten und verwischten schaden Göthe IV 21, 170
W.; die sünde brennt noch dort: o tag verwische die schuld der nacht Tieck
schr. (1828) 2, 90.