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verwerflich

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DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

verwerflich adj.

Bd. 25, Sp. 2228
verwerflich, adj. , seit anfang des 16. jh. belegt, seit dem ende gebucht: Calepinus XI ling. 691b; Hulsius-Ravellus (1616) 361; Corvinus 662; Stieler stammb. 2552; Kramer 2 (1702) 1333; Dentzler 316b; Steinbach 2, 1037. gleichbedeutend mit den nur in älterer zeit vorkommenden verworfenlich und verwürflich (s. diese). den mundarten fremd. in der bedeutung ausschlieszlich zu verwerfen IV: wert, verworfen zu werden. 11) als religiös und sittlich minderwertig: das sie billich sind v. yhrer suonde halben Luther 18, 504 W.; ihr ... euch mit schlemmen und demmen, mit spielen und überfüllen, in sausz und brausz v. machet Harsdörfer secretarius 1, Kk 4a; so ist doch ein grosser teyl deren, so papisten genant werden, nit gar v. Eberlin v. Günzburg 2, 55 ndr. gewöhnlich schlechthin ruchlos, moralisch schlecht: eines der verwerflichsten menschen aller nationen S. v. Laroche frl. v. Sternheim 2, 16; daher die komischen dichter den charakter der hetären auch keineswegs immer ganz v. oder sittenlos darstellen F. Schlegel s. w. 4, 68. von sächlichem: wolthaten oder gnaden, welche die gerechtigkeit übertreffen, sollen keine gnad und wolthaten, sondern verwerfliche sünden genennet werden Lehman florileg. polit. (1662) 3, 249; eine verwerfliche moral Göthe 45, 196 W.; dem verwerflichen lebenswandel Alessandros Ranke 40/41, 382; ein ganz verwerflicher akt der rache Moltke schr. u. denkw. 4, 133. substantiviert: da ist etwas absolut verwerfliches begangen, und jede entschuldigung fällt weg Fouqué gefühle, bilder u. ans. 1, 122; die grenzen des unbedingt verwerflichen und des noch zulässigen Ranke 2, 25. 22) als ungehörig, unpassend, unschön: ist die schmincke der antlitzer v.? Lohenstein Arminius 2, 87b; dasz das tanzen v. sey J. E. Schlegel w. 3, 430; vom kunststandpunkte aus halten wir aber den ölfarbenanstrich der häuser für noch verwerflicher Stifter s. w. 14, 276. sprachlich und stilistisch: nach einer verwerflichen schreibart Butschky Pathmos, einf. 4b; eines der verwerflichsten wörter Adelung magazin 2, 1, 143. 33) als unbrauchbar, unzweckmäszig; vereinzelt von personen: das, was ihn ... als erzieher junger knaben äuszerst v. machte Bahrdt gesch. s. lebens 1, 42. von sächlichem: sein kluger rath war nie v. Chr. Weise polit. redner 691; ein geldsystem, das nur den anforderungen eines dieser beiden verkehrsgebiete genügen will, ist daher tadelnswert und v. Luschin v. Ebengreuth münzkunde 152. 44) als schädlich, verderblich: eine falsche, böse, verwerfliche gift J. Böhme clavis (1682) 248; ein verwerflicher aberglaube J. G. Schmidt rockenphilosophia 2, 161; dasz jedes bemühen des staates v. sei, sich in die privatangelegenheiten der bürger ... einzumischen W. v. Humboldt ges. schr. 1, 111 ak.-ausg. 55) als wertlos, geringwertig: ihm alle welthändel abgeschmack, eitel und v. vorkamen Grimmelshausen Simplicissimus 59 ndr.; gegenwärtige scharfsinnige reden und spaszhafte einfälle des Hierokles sind mit nichten unter die verwerflichen stücke des alterthums zu zählen neueste a. d. anmuth. gelehrs. 1, 374; alles, was der mensch zu leisten unternimmt, ... musz aus sämmtlichen vereinigten kräften entspringen; alles vereinzelte ist v. Göthe 28, 108 W. 66) als unwahr, unglaubwürdig: ein verwerflicher richter, zeuge Schwan nouv. dict. 2, 943b; er bring mit seine zeügen, die nicht verwerflich seyn Reinicke fuchs (1650) 367; man kan nicht läugnen, dasz einige sonst eben nicht gantz verwerfliche scribenten doch bey Ottonis geburthsjahr und alter sich verstoszen Hahn staats-, reichs- u. kayserhist. 2, 133. von sächlichem: es ... ist biszweilen müglich, dasz ausz zweien gerechten und untadelhaften prämissen oder vorsprüngen eine verwerfliche beschluszrede ... entspringet und erfolget W. Bütner dialectica teutsch (1588) 106a; die ansicht lächerlich und v. finden Steffens was ich erlebte 5, 49. substantiviert: pflicht des historikers: das wahre vom falschen, das gewisse vom ungewissen, das zweifelhafte vom verwerflichen zu unterscheiden Göthe 42, 2, 149 W. 77) in allen bedeutungsschattierungen häufig negiert oder in negativen zusammenhängen: nicht v., nicht ganz v., annehmbar, brauchbar, berechtigt, vernünftig, tüchtig: (die anträge) waren in der that nicht v. Petrasch lustsp. 2, 662; (ein plan,) der nicht v. scheint Göthe IV 26, 231 W.; ihre nicht ganz verwerflichen hofnungen Lichtenberg erkl. d. hogarthischen kupferstiche 4, 265; dasz durch die verbindung des reinen und abentheuerlichen ein nicht ganz verwerfliches poetisches ungeheuer entstehen könne Göthe IV 15, 108 W.; aus nicht ganz verwerflichen gründen Ranke 37, 219; nebst deren beyden sonst gar nicht verwerflichen töchtern Lichtenberg briefe 1, 253; von der geschichte dieses sonderbaren und nicht verwerflichen mannes Kleist 3, 219 Schm.
4811 Zeichen · 110 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    verwërflichadj.

    Findebuch (Mhd. Wortschatz)

    * verwërflich adj. Schachzb.

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Verwêrflich

    Adelung (1793–1801) · +2 Parallelbelege

    Verwêrflich , -er, -ste, adj. et adv. von der letzten Bedeutung des vorigen Zeitwortes, was als untauglich verworfen, fü…

  3. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    verwerflich

    Goethe-Wörterbuch

    verwerflich [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  4. modern
    Dialekt
    verwerflich

    Mecklenburgisches Wb. · +1 Parallelbeleg

    verwerflich unbrauchbar: dat Stück (Leder), wo Fikbulen in sünd, is verwerflich Sta NBrand .

  5. Spezial
    verwerflich

    Deutsch-Ladinisch (Mischí) · +1 Parallelbeleg

    ver|werf|lich adj. da condané, da dejaprové, dejaprovabl (-i, -a).

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit verwerflich

3 Bildungen · 1 Erstglied · 1 Zweitglied · 1 Ableitungen

Ableitung von verwerflich 3 Analysen

ver- + werflich

verwerflich leitet sich vom Lemma werflich ab mit Präfix ver-.

Alternativen: ver-+werf+-lich verwerf+-lich

verwerflich‑ als Erstglied (1 von 1)

verwerflichkeit

DWB

verwerflich·keit

verwerflichkeit , f. , seit dem 17. jh. belegt; moralische schlechtigkeit: also künnen ja auch dieses oder jenes ungeschickten liebhabers fe…

verwerflich als Zweitglied (1 von 1)

Unverwêrflich

Adelung

unver·werflich

Unverwêrflich , -er, -ste, adj. et adv. was nicht verworfen werden kann. Ein unverwerflicher Zeuge, gegen dessen Zeugniß man nichts mit Grun…

Ableitungen von verwerflich (1 von 1)

Unverwêrflich

Adelung

Unverwêrflich , -er, -ste, adj. et adv. was nicht verworfen werden kann. Ein unverwerflicher Zeuge, gegen dessen Zeugniß man nichts mit Grun…

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APA
Cotta, M. (2026). „verwerflich". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 9. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/verwerflich/dwb
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Cotta, Marcel. „verwerflich". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/verwerflich/dwb. Abgerufen 9. May 2026.
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Cotta, Marcel. „verwerflich". lautwandel.de. Zugegriffen 9. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/verwerflich/dwb.
BibTeX
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  author       = {Cotta, Marcel},
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