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verunglimpfen

nhd. bis spez. · 7 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Pfeifer_etym
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Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)

verunglimpfen

verunglimpfen

glimpflich Adj. ‘ohne größeren Schaden, schonend, nachsichtig’. Das nur im Dt. und Engl. bezeugte Adjektiv ahd. gilimphlīh (9. Jh.), mhd. gelimpflich ‘recht, angemessen’, mnd. (ge)limplīk, aengl. (ge)limplic ‘passend, geeignet, angemessen’, (ablautend) asächs. gilumplīk ‘passend’ hat neben sich (bei ungeklärtem Ableitungsverhältnis) ein im Frühnhd. untergehendes starkes Verb ahd. limphan (9. Jh.), gilimphan (um 800) ‘zukommen, zutreffen, geziemen’, mhd. limpfen ‘angemessen, geeignet sein’, aengl. (ge)limpan ‘geschehen, vorhanden sein, angemessen sein’, ein Adjektiv ahd. gilimph (um 1000), mhd. gelimpf ‘angemessen’ und ein wohl zum Verb gebildetes Substantiv ahd. gilimph ‘Angemessenheit’ (um 1000), mhd. g(e)limpf ‘angemessenes, schonendes Benehmen’, nhd. Glimpf ‘Schonung, Nachsicht’ (so noch in der Fügung mit Glimpf ‘auf gute Art’), mnd. gelimp, aengl. gelimp ‘Ereignis, Zufall’. Herkunft ungewiß. Man hat versucht, mhd. limpfen ‘hinken’, engl. to limp ‘hinken’, limp ‘schlaff, schlapp, biegsam’, aengl. lemphealt ‘hinkend’, mnd. lumpen ‘hinken, lahmen, sich fortschleppen’, die unter Lumpen und Schlampe (s. d.) angeführten Wörter und außergerm. aind. rámbatē, jünger lámbatē ‘hängt (schlaff) herab’, lambana- ‘herabhängend’, lat. limbus ‘Besatz am Kleid, Saum’ vergleichend heranzuziehen. Dann ist Anschluß an ie. *(s)lemb(h)-, die nasalierte Form der unter Lappen (s. d.) genannten Wurzel ie. *lē̌b-, *lō̌b-, *lā̌b- ‘schlaff herabhängen(d)’ (wozu auch mit s-Anlaut schlafen, schlaff, 1schlapp, s. d.), möglich, sofern man eine Bedeutungsentwicklung von ‘schlaff, locker’ zu ‘biegsam’ und zu ‘weich, rücksichtsvoll, nachsichtig’, weiter zu ‘angemessen, geeignet’ annimmt. – unglimpflich Adj. ‘schonungslos, ungerecht, kränkend’, ahd. ungilimphlīh ‘unpassend, unrichtig’ (8. Jh.), mhd. ungelimpflich. Unglimpf m. ‘Unrecht, Kränkung, Schaden, Beleidigung’, mhd. ungelimpf ‘unziemliches Betragen, Unangemessenheit, Unrecht’. verunglimpfen Vb. ‘schmähen, beleidigen’ (15. Jh.).
1986 Zeichen · 56 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Verunglimpfen

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Verunglimpfen , verb. reg. act. mit Unglimpf behandeln. Man gebraucht es nur noch im engern Verstande, auch in der anstä…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    verunglimpfen

    Goethe-Wörterbuch

    verunglimpfen [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  3. Spezial
    verunglimpfen

    Deutsch-Ladinisch (Mischí) · +1 Parallelbeleg

    ver|un|glimp|fen vb.tr. 1 descredité (-tëia) , difamé (-mëia), scraié fora 2 (beleidigen) ofëne (ofënn, ofenü).

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit verunglimpfen

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Ableitung von verunglimpfen

ver- + unglimpfen

verunglimpfen leitet sich vom Lemma unglimpfen ab mit Präfix ver-.

Zerlegung von verunglimpfen 3 Komponenten

ver+(ung+limpfen)

verunglimpfen setzt sich aus 3 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

Keine Komposita gefunden — verunglimpfen kommt in keinem anderen Lemma als Erst- oder Zweitglied vor.

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „verunglimpfen". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 20. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/verunglimpfen/pfeifer_etym
MLA
Cotta, Marcel. „verunglimpfen". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/verunglimpfen/pfeifer_etym. Abgerufen 20. May 2026.
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Cotta, Marcel. „verunglimpfen". lautwandel.de. Zugegriffen 20. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/verunglimpfen/pfeifer_etym.
BibTeX
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  author       = {Cotta, Marcel},
  title        = {„verunglimpfen"},
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  howpublished = {lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern},
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