Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)
verschleiern
verschleiern
Schleier m. ‘dünnes, vielfach durchsichtiges, besonders Kopf oder Gesicht verhüllendes Gewebe, herabhängendes Kopftuch’. Das seit der Mitte des 13. Jhs. in vielen Varianten belegte mhd. slogier, sloiger, sloier, sleiger, slei(e)r ist wie mnd. sloier, sloiger, mengl. sleir, nl. sluier etymologisch ungeklärt. Eine zeitlich mögliche Entlehnung von Sache und Wort aus einer oriental. Sprache läßt sich nicht nachweisen. Es wird daher versucht, das Substantiv mit mnl. slōien ‘schleppen, schleifen’, mnl. slōi, slōie ‘Kleiderschleppe’ zu verbinden. Der Schleier als Teil der Nonnenkleidung wird zum Symbol des klösterlichen Lebens für Frauen, vgl. den Schleier nehmen ‘Nonne werden’ (18. Jh.). – schleierhaft Adj. ‘aus dünnem Gewebe’ (17. Jh.), ‘unklar, rätselhaft’ (19. Jh.). verschleiern Vb. ‘mit einem Schleier bedecken’ (17. Jh.), häufig ‘wissentlich oder mangels Einsicht Sachverhalte und Gründe unklar oder beschönigend darstellen’ (18. Jh.). Schleiereule f. Eulenart, deren Federn um die Augen kranzförmig wie Schleier angeordnet sind (16. Jh.).