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Verputz

nhd. bis spez. · 6 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Pfeifer_etym
Anchors
6 in 6 Wb.
Sprachstufen
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Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)

Verputz

Verputz

putzen Vb. ‘reinigen, säubern, glänzend machen, (sich) schmücken, festlich kleiden, schönmachen’. Die Herkunft des seit dem 15. Jh. nur im Dt. bezeugten Verbs (schwed. putsa, nl. poetsen sind Entlehnungen aus dem Nhd.) ist ungeklärt. Allgemein wird frühnhd. butzen, putzen als Ableitung von obd. Butze(n) m. ‘abgeschlagenes, kurzes Stück, zähe Masse, Schlacke, Klumpen, Schmutzklümpchen’, speziell ‘verhärteter Schleim der Nase, Eiterflocke, Schnuppe der Talgkerze, Kerngehäuse des Obstes’ (15. Jh.) aufgefaßt und als verwandt mit nd. butt ‘stumpf, plump’ und vielleicht mit mnd. bȫten, ahd. mhd. bōʒen ‘stoßen, schlagen’ (s. Butzenscheibe) angesehen. Hierzu möglicherweise auch obsächs. Eiter-, Erd-, Grasbatzen, die dann freilich unter Veränderung des Stammvokals an Batzen (s. d.) angeschlossen sein müßten. Frühnhd. butzen, putzen bedeutet danach eigentlich ‘von Butzen befreien’, besonders (in den frühesten Belegen) ‘die Nase, eine Kerze säubern’, daraus die allgemeinere Bedeutung ‘von Schmutz reinigen, säubern, blank machen’, auch ‘schmücken’ (alle 16. Jh.), später die spezielle Bedeutung ‘(Mauerwerk) mit Putz, Mörtel bewerfen’ (18. Jh.; dafür auch abputzen). Anders Bach in: ZfdSpr. 22 (1966) 78 ff., der putzen zur Wortgruppe von Buße, büßen (s. d.) im Sinne von ‘Besserung’ bzw. ‘bessern’, damit auch zu besser (s. d.) stellen will. Er setzt lautgesetzlich zu erwartendes mhd. *bü(e)tzen und für den Stammvokal (germ. ō, ahd. uo) westmd. ū voraus, das vor Doppelkonsonanz gekürzt frühnhd. butzen, putzen ergeben habe. Danach seien die frühesten Bezeugungen als ‘(eifrig, mit Nachdruck) besser machen’ aufzufassen; ein Licht putzen (mit der Lichtputzschere) bedeutet danach ‘seine Leuchtkraft bessern’, die Nase putzen ‘den dem Besitzer nicht behaglichen Zustand der triefenden Nase bessern’, Mauerwerk (ver)putzen ‘es gegen die Einflüsse der Witterung wiederstandsfähiger machen, seinen Zustand bessern’, woraus sich ‘reinigen, schmücken’ ergeben habe. Ganz anders de Vries Nl. 535, der Substantiv und Verb an frühnhd. posse, bosse ‘Zierat, Beiwerk’ (s. Possen) anknüpfen möchte. – Putz m. ‘Mörtel, Wand-, Deckenbewurf aus Mörtel, Mörtelverkleidung’ (19. Jh.), älter, heute selten ‘schöne Kleidung, schöne Frisur’ (Anfang 18. Jh.), ‘Gegenstände zum Schmücken, schmückendes Beiwerk, Zierat’ (Ende 16. Jh.). Verputz m. ‘auf Mauerwerk (Wände, Decken) aufgetragene Mörtelschicht’ (19. Jh.); verputzen Vb. ‘mit Putz versehen, mit Mörtel bewerfen’ (19. Jh.), landschaftlich ‘gierig (auf)essen, schnell verbrauchen, vergeuden, (Geld) ausgeben’.
2551 Zeichen · 64 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    verputzm.

    Grimm (DWB, 1854–1961) · +1 Parallelbeleg

    verputz , m. bewurf einer mauer.

  2. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Verputz

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Verputz , s. Putz .

  3. modern
    Dialekt
    Verputz

    Bayerisches Wörterbuch · +1 Parallelbeleg

    Verputz Band 3, Spalte 3,879

  4. Spezial
    Verputz

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Ver|putz m. (-es,-e) smaltadöra fina f. , stabilisadöra (-res) f.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit verputz

10 Bildungen · 10 Erstglied · 0 Zweitglied · 0 Ableitungen

Ableitung von verputz

ver- + putz

verputz leitet sich vom Lemma putz ab mit Präfix ver-.

Zerlegung von verputz 2 Komponenten

verp+utz

verputz setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

verputz‑ als Erstglied (10 von 10)

verputzen

DWB

verp·utzen

verputzen , verb. durch putzen beseitigen, durch aufputz unkenntlich machen, mhd. verbutzen. 1 1) durch ausputzen ( beschmieren ) beseitigen…

Verputzhobel

ElsWB

verputz·hobel

Verputzhobel [Fərpùtshówl Obhergh. ] m. der feinste Hobel, der vor dem Polieren angewandt wird. — Schweiz. 2, 946.

Verputzscheibe

PfWB

verputz·scheibe

Verputz-scheibe f. : ' Streichbrett des Maurers ', Veʳbutzscheib [ KB-Bischh BZ-Birkhdt ]; vgl. Kleibscheit . Südhess. II 582 .

verputzung

DWB

verputz·ung

verputzung , f. im anschlusz an nr. 1 des zeitworts, die bekleidung, verschmierung durch lehm, dann im anschlusz an 4, vermummung: eben die …