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Verliegen

mhd. bis Dial. · 8 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Campe
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9 in 8 Wb.
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Eintrag · Campe (1807–1813)

Verliegen v., ntr, rec, adj, adv, trs

Bd. 5, Sp. 328a
Verliegen, v. ntr. mit haben und sein, und rec. unregelm. (s. Liegen). 1) Durch zu langes Liegen in übeln Zustand gerathen, verderben. Eine Waare verliegt oder verliegt sich, wenn sie durch zu langes Liegen an Güte verliert. Verlegene Waare. Verlegenes Obst, welches zu lange gelegen hat und faul ist. I Bergbaue verliegt man auf der Zeche, wenn man mit Schaden bauet. Man verliegt sich an dem Gesteine, sagt man ebendaselbst, wenn man wegen großer Festigkeit wenig davon gewinnen kann. Auch kann sich verliegen heißen: durch zu langes Liegen, z. B. von einem Kranken, in einen solchen Zustand gerathen und des Liegens so überdrüßig werden, daß man nicht mehr weiß, wie man liegen soll, und wie man sagt, sich nicht zu lassen weiß. Ein weiterer und uneigentlicher Gebrauch dieser Bedeutung ist vielleicht die Bedeutung des Mittelwortes verlegen, in welcher es nur noch als solches in der unter Verlegen adj. u. adv. s. d. 2) angeführten Bedeutung gebraucht wird. 2) Sich verliegen, durch träges Liegen, Müssiggang alle Thätigkeit und Kraft des Geistes verlieren. Verlegen müessikait It got vnd der welte leyd: Da keret nyemant an, Nun ein verlegen man. Iain 11, 302. 3) Mit der Fügung eines trs. durch Liegen, Unthätigkeit versäumen, unterlassen. Die Schiffe verliegen den guten Wind, wenn sie durch langes Liegen und Zaudern den guten Wind zur Reise versäumen. Wo Sy turnierens phlagen, Des Sy nicht vil verlagen. Iain 5, 74. Das trieb er lang und mangen tag, Das (daß) er kein unseld nie verlag. Boners Fabeln 69. 4) ≠ I O. D. auch nur für liegen, wo ver verstärkend ist. Verliegen bleiben, liegen bleiben. D. Verliegen.
1636 Zeichen · 37 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    verliegenstv.

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer) · +2 Parallelbelege

    ver-liegen stv. BMZ tr. lügen über, verleumden Trist. H. Barl. Griesh. den dû verliugest Berth. 284,14. swie man sonst v…

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Verliegen

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Verliegen , verb. irregul. recipr. S. Adelung Liegen , durch allzulanges Liegen unbrauchbar werden. Eine Waare verliegt …

  3. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    verliegen

    Goethe-Wörterbuch

    verliegen [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  4. modern
    Dialekt
    verliegen

    Rheinisches Wb.

    ver-liegen: 1. de verlig all die schün Zitt im Bette Rip. RA.: Morgenstund hot Gold im Mund; we de verlät, de kemmt net …

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit verliegen

2 Bildungen · 0 Erstglied · 2 Zweitglied · 0 Ableitungen

Ableitung von verliegen

ver- + liegen

verliegen leitet sich vom Lemma liegen ab mit Präfix ver-.

Zerlegung von verliegen 2 Komponenten

ver+liegen

verliegen setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

verliegen als Zweitglied (2 von 2)

voreverliegen

KöblerMhd

vore·verliegen

voreverliegen , st. V. nhd. verleugnen vor Q.: Winsb (1210/1220) E.: s. vore (1), ver…, liegen, verliegen W.: nhd. DW- L.: Hennig (vorverlie…