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Verdammen

mhd. bis spez. · 13 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Campe
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14 in 13 Wb.
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Eintrag · Campe (1807–1813)

Verdammen v., trs

Bd. 5, Sp. 275b
Verdammen, v. trs. als einen Übertreter eines Gesetzes für straffällig erklären. Er ist durch den Ausspruch des Richters zu einer Geldstrafe, zu Zuchthausstrafe  verdammt worden. Einen für seine Verbrechen zum Tode verdammen. »Welchen die Götter (die Obrigkeit) verdammen.« 2 Mos. 22, 9. »Dein Mund wird dich verdammen.« Hiob 15, 6. »Zur Sklaverei verdammt.« Gellert. I der ältern Gottesgelehrtheit verdammt Gott die Menschen, wenn er sie als Übertreter seiner Gebote für strafwürdig erkennt und sie zu dieser Strafe verurtheilet. I engerer Bedeutung ist daselbst verdammen für, der ewigen Strafe schuldig erkennen und dieselbe über ihn verhängen. »Wer nicht glaubt der wird verdammt.« Marc. 16, 16. Die Verdammten in der Hölle. I weiterer und uneigentlicher Bedeutung ist verdammen für schuldig und straffällig erklären. Seinen Nächsten verdammen ist leicht. Diese Sache kann ich nicht verdammen, kann ich nicht für gesetzwidrig und sträflich erklären, auch, kann ich nicht als sträflich, unrecht verwerfen. Dadurch, daß verdammen auch von Sachen gebraucht wird, unterscheidet es sich von verurtheilen, welches man nur von Personen, und vorzugsweise, wenn es durch gerichtliches Urtheil geschieht, gebraucht. Einen zu etwas verdammen, über ihn die Ertragung eines Übels, einer unangenehmen Sache unabänderlich verhängen. Bin ich denn dazu verdammt, alle seine Launen ertragen zu müssen? »Wie viel Anmuth des Lebens rauben sich diejenigen, die sich aus Eigensinn zu einem ehelosen Leben verdammen« Gellert. I gemeinen Leben wird das Mittelwort verdammt als Beilegewort häufig für höchst lasterhaft, höchst abscheulich gebraucht. Der verdammte Geiz, Neid. Ein verdammter Bösewicht. Oft dient es auch nur einen hohen Grad eines Übels, einer unangenehmen Sache zu bezeichnen, und Ausrufe der Verwünschung, des Unwillens zu bilden. Eine verdammte Geschichte. Das ist ein verdammter Streich. Mit der verdammten Eifersucht! Er ist verdammt kurz, spitzig in seinen Antworten. Verdammt! ich glaube gar, Sie wollen mich foppen. Ei verdammt! daß ich das nicht gewußt habe. Auch gebraucht man im gemeinen Leben ich will verdammt sein, als eine Betheurung. Ih will verdammt sein, wenn es nicht wahr ist. D. Verdammen. D — ung.
2231 Zeichen · 38 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    verdammen

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer) · +1 Parallelbeleg

    ver-dammen s. vertemmen.

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Verdammen

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    Verdammen , verb. regul. act. für straffällig, für einen Übertreter eines Strafgesetzes erklären. 1. Eigentlich. (1) Im …

  3. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    verdammen

    Goethe-Wörterbuch

    verdammen [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  4. modern
    Dialekt
    verdammen

    Bayerisches Wörterbuch · +3 Parallelbelege

    verdammen Band 3, Spalte 3,1136

  5. Sprichwörter
    Verdammen

    Wander (Sprichwörter)

    Verdammen 1. Mancher verdampt vmb weybe vnd kinder willen leib vnd seele. – Agricola I, 62. Lat. : Chara facit soboles c…

  6. Spezial
    verdammen

    Russ.-Dt. Übers. (de-ru)

    verdammen auch verfluchen проклинать, клясть verdammt / verflucht - проклятый, окаянный, треклятый разг. , богом забытый…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit verdammen

3 Bildungen · 2 Erstglied · 1 Zweitglied · 0 Ableitungen

Ableitung von verdammen

ver- + dammen

verdammen leitet sich vom Lemma dammen ab mit Präfix ver-.

Zerlegung von verdammen 2 Komponenten

ver+dammen

verdammen setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

verdammen‑ als Erstglied (2 von 2)

verdammenswerth

DWB

verdammen·s·werth

verdammenswerth , adj. : lügen! verdammenswerthe lügen! ich beschwör es. Schiller hist.-krit. ausg. 5, 1, 187 ( Carlos 3, 5).

verdammen als Zweitglied (1 von 1)

ȫverdammen

MNWB

oever·dammen

° ȫverdammen , ōver- , swv. : c. A. r. mit einem Damm absperren, begunden dat grö̂ninger dêp ȫvertõdammen und tô tô slân (Beninga ed. Hahn 1…

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „verdammen". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 13. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/verdammen/campe
MLA
Cotta, Marcel. „verdammen". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/verdammen/campe. Abgerufen 13. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „verdammen". lautwandel.de. Zugegriffen 13. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/verdammen/campe.
BibTeX
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