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Urhêber

mhd. bis spez. · 12 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Adelung
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Eintrag · Adelung (1793–1801)

Urhêber

Bd. 4, Sp. 961
Der Urhêber, des -s, plur. ut nom. sing. Fämin. die Urheberinn, eigentlich diejenige Person, welche ein Ding, eine Sache angefangen, angehoben hat, sowohl in gutem als bösem Verstande, doch mehr im letzten, als im ersten; der Anfänger. Der Urheber eines Streites, eines Krieges. Der Urheber des Aufruhres ist noch nicht ausfindig gemacht worden, der Anstifter, Rädelsführer. Der Urheber einer Religion. In weiterer Bedeutung eine jede Person, in welcher ein anderes Ding seinem Wesen und seinen Eigenschaften nach gegründet ist, eine Person, so fern sie die wirkende Ursache eines Dinges ist; in welcher Bedeutung es besonders in der philosophischen Schreibart der neuern Zeiten häufig gebraucht worden. Gott, der Urheber aller Dinge. Sich streiten, ob Gott der Urheber des Bösen in der Welt ist. Ein Gönner ist der Urheber unsers Glückes. Der Urheber eines Buches, dessen Autor, besser der Verfasser.[]Anm. Das Wort ist alt, und ist zugleich eines von den wenigen mit ur zusammen gesetzten Wörtern, welche allgemein gangbar geblieben sind, besonders in der ersten engern Bedeutung. Es lautet bey dem Horneck, zu Anfange des 13ten Jahrhundertes Orthab, Orthaber, bey seinen Zeitgenossen Urhab, Anhab u. s. f. und stammet von dem alten Zeitworte urheben für erheben her, welches im eigentlichen Verstande schon bey dem Raban Maurus vorkommt; urhephit, extollite; hernach aber figürlich, so wie anheben, für anfangen gebraucht wurde, in welcher Bedeutung erheben noch jetzt in manchen Fällen üblich ist. Ur bedeutet hier also nicht eigentlich das erste eines Dinges, gleichsam den ersten Anfänger, sondern hat die Bedeutung des auf, eine Bewegung in die Höhe zu bezeichnen. Kero und Notker gebrauchen für Urheber das völlig veraltete Ortfrummi, von dem noch Baierischen und Oberpfälzischen fremman, friemen, anfangen, und ort, welches hier so wie in Hornecks Orthab mit ur gleich bedeutend ist. Ulphilas gebraucht für anfangen mit einer andern aber gleich bedeutenden Vorsylbe ushafjan, im Dänischen aber heißt der Urheber nach einer sehr buchstäblichen Übersetzung Ophavsmand, Aufheber.
2085 Zeichen · 22 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    urheberstm.

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer) · +1 Parallelbeleg

    ur-heber stm. Schaab 317 1432 .

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Urhêber

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    Der Urhêber , des -s, plur. ut nom. sing. Fämin. die Urheberinn, eigentlich diejenige Person, welche ein Ding, eine Sach…

  3. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Urheber

    Goethe-Wörterbuch

    Urheber [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  4. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Urheber

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +1 Parallelbeleg

    Urheber , von dem eine Sache ausgeht, beim Verbrechen ( auctor delicti), wer dasselbe selbst verübt (physischer U.) oder…

  5. modern
    Dialekt
    Urheber

    Südhessisches Wörterbuch

    Urheber Band 6, Spalte 155-156

  6. Spezial
    Urheberm

    Dt.-Russ. phil. Termini · +1 Parallelbeleg

    Urheber , m автор , м

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit urheber

13 Bildungen · 12 Erstglied · 0 Zweitglied · 1 Ableitungen

Ableitung von urheber 3 Analysen

ur- + heber

urheber leitet sich vom Lemma heber ab mit Präfix ur-.

Alternativen: ur-+heb+-er urheb+-er

urheber‑ als Erstglied (12 von 12)

Urheberbenennung

DERW

urheber·benennung

Urheberbenennung, F., ›(praktisch selte- ne) Benennung des nach Ansicht des Beklagten richtigerweise zu Beklagenden (z.B. mittelbarer Besitz…

urheberin

DWB

urheb·erin

urheberin , f. , zu urheber. genitrix, inventrix Reyher (1686) o 3 b . urheber A 2 entsprechend: um deszwillen musz die u. der Amazonen des …

urheberrecht

DWB

urheber·recht

urheberrecht , n. , scheint erst im letzten drittel des 19. jhs. an die stelle von autorrecht getreten zu sein (urheber D b). W. H. Riehl ( …

urheberschaft

DWB

urheber·schaft

urheberschaft , f. , das urhebersein. vgl. autorschaft und dazu Campe verd. wb. (1813) 137 b . nach urheber A 4: verfasserschaft im sinne de…

Ableitungen von urheber (1 von 1)

ururheber

DWB

ururheber , m. : denn du alleine bist der geber, von dem der reiche seegen fleust, die quelle, ja der uhruhrheber, der gnaden auf die mensch…