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Urfehde

nhd. bis Dial. · 9 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Pfeifer_etym
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9 in 9 Wb.
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Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)

Urfehde

Urfehde

Fehde f. ‘Zwist, (kriegerische) Auseinandersetzung, Feindseligkeit’, ahd. gifēhida ‘Feindseligkeit’ (9./10. Jh.), mhd. vēhede, vēde ‘Feindseligkeit, Haß, Streit’, mnd. mnl. vēde, aengl. fǣhþ ‘Feindschaft, Gewalt, Rache’ sind Abstraktbildungen zu einem Adjektiv, das in ahd. gifēh ‘feindlich, geächtet’ (10. Jh.), mhd. gevēch ‘feindlich, feindselig’, mnl. ghevee, aengl. fāh ‘feindlich’, (ge)fāh ‘geächtet’ erhalten ist. Verwandt sind ferner mhd. fēhe ‘Feindseligkeit, Haß, Streit’, ahd. fēhen (11. Jh.), mhd. vēhen ‘beneiden, feindlich behandeln’, asächs. āfēhian ‘verurteilen’, engl. foe ‘Feind’. Sie führen mit aind. píśunaḥ ‘verleumderisch, böse’, lit. peĩkti ‘tadeln, schmähen’, peĩkštis ‘zanken, hadern, streiten’, pìktas ‘böse, zänkisch, zornig’, lat. piget ‘es ist verdrießlich’ auf die Wurzelvarianten ie. *peig-, *peik̑-, *peik- ‘feindselig gesinnt’ (s. auch feige). Aus germanischem Rechtsbrauch stammend, ist die Fehde als Mittel der Selbsthilfe (auch als Rache für Totschlag) zwischen Sippen bzw. Familien rechtlich zulässig. Im Mittelalter wird der Ausdruck (vgl. besonders mnd. vēde) auch auf die kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen Fürsten, Adel und Städten zur Austragung von Rechtsstreitigkeiten bezogen. Nach überhandnehmendem Mißbrauch werden Fehden im Ewigen Landfrieden (1495) endgültig verboten. Das zum Archaismus gewordene Wort wird im 18. Jh. neu belebt und hat die oben genannte abgeschwächte, allgemeinere Bedeutung. – Fehdebrief m. ‘schriftliche Ankündigung einer Fehde an die gegnerische Partei’, spätmhd. vēhedebrief. Fehdehandschuh m. ‘als Zeichen der Herausforderung hingeworfener Handschuh’. Die symbolische Geste ist bereits in der Ritterzeit üblich, das Kompositum jedoch wohl erst im 18. Jh. nach dem Vorbild von frz. jeter le gant ‘den Handschuh (hin)werfen’ gebildet. Urfehde f. ‘feierlich geleistetes Friedensversprechen, erklärter Verzicht auf Rache’. Mhd. urvēde ist wie gleichbed. mhd. urvēhe Abstraktbildung zu einem Adjektiv (mit negierendem ur-, aus *uz ‘aus’) spätmhd. urvēch, frühnhd. urfech ‘frei von Feindseligkeit’, eigentlich ‘der, dessen Feindseligkeit aus ist’. befehden Vb. ‘bekämpfen, anfeinden’ (15. Jh.), vgl. spätmhd. vēheden.
2192 Zeichen · 62 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Urfêhde

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    Die Urfêhde , plur. die -n, ein altes, jetzt nur noch in den Rechten übliches Wort, das eidliche Versprechen zu bezeichn…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Urfehde

    Goethe-Wörterbuch

    Urfehde [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Urfehde

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +1 Parallelbeleg

    Urfehde , eidliches Versprechen eines Angeklagten oder Verurtheilten, wegen der wider ihn ausgeübten Strafgerichtsbarkei…

  4. modern
    Dialekt
    Urfehdef.

    Pfälzisches Wb.

     Ur-fehde f. : 'Erklärung zum Verzicht auf Fehde'; a. 1566: doch vff ein schrifftliche vrphedt [StArch. Kaislt Ratsprot…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit urfehde

5 Bildungen · 5 Erstglied · 0 Zweitglied · 0 Ableitungen

Ableitung von urfehde 3 Analysen

ur- + fehde

urfehde leitet sich vom Lemma fehde ab mit Präfix ur-.

Alternativen: ur-+fehden+-e urfehden+-e

urfehde‑ als Erstglied (5 von 5)

urfehdebrief

DWB

urfehde·brief

urfehdebrief , m.; mhd. urvêchbrief, mnd. orvêdesbref, mnl. orvêdebrief. urfech(t)brief Staub-Tobler 5, 450 ,

urfehdeurkunde

DWB

urfehde·urkunde

-urkunde mittheilungen a. d. hist. lit. 29 (1901) 67. anderseits landsurfecht Staub-Tobler 1, 645 . —