unterlage,
f.; anord. undirlag;
mhd. underlâge;
mnd. underlage;
mnl. onderlage;
nl. onderlaag;
dän. schwed. underlag;
engl. underlay.
vielleicht nach einem m. der unterlag
plur. unterläge
sächs. policei- u. kleiderordnung (1612) 16,
veraltet; sonst unterlagen.
vgl.unterlege, -legel, -leger, niederlage. II.
eigentlich. I@11) lage 1
entsprechend, unterlegung (
suppositio mnl. wb. 5, 373,
engl. underlay
subjunctio Murray 10, 1, 136
a): die gemeinen hüner fallen meistentheils in 3 wochen ... aus und wann der tag ihrer (
der eier) ersten unterlag gezeichnet wird Hohberg
georgica (1682) 2, 324.
veraltet. I@22)
niederlage; mnd. wb. 5. 30
a;
nl. onderlaag (
wb. 10, 1390): er müste in einen streit treten, darinne ime die underlage vor augen were und keine hofnunge des gesiges P. Eschenloer
gesch. d. st. Breslau 2, 28; Bodecker
chron. 102; Darius ... den sein öfftere underlag ... der gantzen welt bekant gemacht A. Agricola
gutes aug (1629) 2.
veraltet. I@33)
was unten liegt, sitzt, sich absetzt, sich befindet: im forstwesen umgefallene oder von sturmwinden umgeworfene bäume, welche nicht abgeführt werden Krünitz 199, 447, 11; der wasserharn, ... schön ... an der substantz, inhalt und underlag (
sedimentum) Guarinonius (1610) 602; hier fand sich nun theils eine steilere, theils eine sanftere unterlage, worauf sich nach und nach ... schlamm und schlick absetzte Göthe II 9, 67
W.; Stifter 2, 242; indem die unterlagen (
des granits) ganz verwitterten Göthe III 7, 164
W.; dunkle unterlagen (
des opals) II 1, 67
W.; ... kessel, der aus einer höhlung in der u. geheizt werden konnte Gutzkow (1872
ff.) 6, 187; des meeres unterlagen (
tiefen, grund) 1, 252; der druck, den ein körper auf eine u. ausübt, beruht ... auf der ... anziehungskraft der erde Liebig
handb. d. chemie (1843) 1, 9;
unterbau eines hauses, fundament Lübben-Walther 431
b; die u. eines tempels
allg. d. bibl. anh. 25/36, 1566; Hegel 4, 99; eine tragfähige u. v. Alten
handb. f. heer u. flotte 4, 477; der Vesuv hat eine gewaltige u. Hebbel
briefe 3, 244. I@44)
was zu grunde gelegt wird, grundlage (
vgl. substrat Campe
verd. wb. [1813] 573
b): sie (
d. hundsrose) dient am häufigsten von allen wildwachsenden rosen als u. zum oculiren von edelrosen Schlechtendal-Hallier 25, 335;
weiszes papier wird schwarz gefärbt, so dasz von der weiszen u. nichts mehr hindurchscheint Göthe II 2, 258
W. I@55) '
was man unter ein anderes ding zu legen pflegt' Adelung,
besonders bei zweckvoller thätigkeit; vgl. überlage 2. I@5@aa)
allgemein: die u. unter dem fasse,
ein stück holz unter demselben, damit es nicht auf der feuchten erde liege Adelung; u.
für holzstösze Göchhausen
notabilia venatoris (1741) 242; der balken hat immer eine wagerechte u. Fr. L. Jahn (1884) 1, 61; die sandsteinplatten, welche dem stein zur u. dienen Stifter 5, 1, 19; man ... nimmt die säureflasche von ihrer u. Muspratt (1893) 4, 1630;
schreibunterlage Krünitz 199, 448, 18; ich schreibe auf nacktem fels, mit einer zeitung als u. Bismarck
briefe a. s. braut 505;
unterbett (
vgl. mnl. wb. 5, 372;
nl. wb. 10, 1389)
u. dgl. mehr. I@5@bb)
als kunstwort der arbeitsthätigkeit, des handwerks, gewerbes, der technik ist u.
in so unerschöpflicher fülle entwickelt, dasz hier nur einige bezeichnende beispiele gegeben werden können: mnd. underlage
querholz für die schuszwaffe in der schieszscharte Lübben-Walther 431
b;
stellkeil zum hemmen von rädern Hoyer-Kreuter 1, 794;
schuhabsatz Gottsched
beobacht. (1758) 10 (
vgl. underlay Murray 10, 1, 136
a, 2
a); u.
des ambosses, chabotte Karmarsch-Heeren 2
3, 303; schnauze ... u.
unter die feder im thürschlosz Lueger 7, 261; u. der gatter (
schlosserei) Jacobsson 4, 490
b;
tragbank für den steg im mühlenbau Mothes
baulex. (1882) 4, 395; u.
der brücke Hoyer-Kreuter 1, 794; G. Freytag 7, 480
b; Jacobsson 4, 490
b;
s. v. a. angewege Mothes 4, 395;
bautheil unter stielen, säulen Helfft
wb. d. landbaukunst (1836) 382; des hab ich (
d. tanne) von den leuten danck, setzen mich hoch in ire gbew und brauchen mich on alle rew zum pfeiler oder underlag (
m.?) B. Waldis
Esopus 1, 154
Kurz; untersätze, schenkel der gewölbebogen Hoyer
kriegsbaukunst 3, 274;
ruhepunkt des hebels Jacobsson 4, 490
a;
hypomochlium Rode
Vitruvius anh. 37;
F. Th. v. Schubert
verm. schr. 2, 24; Gangler
luxemb. wb. (1847) 318; so der vectis oder hebel ein oppositum oder widersatz hat, welches man auch eine unterlag nennen möchte
theatrum machinarum (1607) 1, 77; Mögling
mechanische kunstkammer (1629) 11; unterlagennagel Zschokke 14, 37;
bodenbrett im wagen M. Grosser
anleitung z. d. landwirtschafft (1590) O 3
a; Zinck
öconom. lex. (1744) 382; Jacobsson 4, 490
a; Eggers 2, 1299; Bauer-Collitz 107
b; Müller
Fr. Reuterlex. 144
b;
folie bei gefaszten edelsteinen Kinderling (1795) 131; je heller und glänzender die unterlagen sind, desto schöner erscheinen die farben Göthe II 1, 233
W.; 44, 320
W.; ähnlich schr. d. Göthegesellschaft 17, 277; u.
der glasurflächen Muspratt
chemie (1905) 8, 1009;
ruhepunkt der tangente im clavier Jacobsson 4, 490
a;
bei herstellung der münze ebda; Luschin v. Ebengreuth
münzkunde 70;
bearer, cales beim buchdruck Hoyer-Kreuter 1, 794; W. Hellwig
wb. d. fachausdrücke 92
a; Jacobsson 8, 57
a; Täubel
buchdruckerkunst (1805)
anhang 38;
engl. underlay Murray 10, 1, 136
a, 2
d; unterbettung für eine pflasterung Karmarsch-Heeren 10
3, 30; 1
3, 216;
s. v. a. untergesenke Mothes
baulex. (1882) 4, 395; Jacobsson 4, 490
b;
dachschaube ebda; Mothes
ebda; bergmännisch dicke eiserne platten auf dem boden des pochtroges Mothes
ebda; Hake
bergchronik 95; Junghans
gräublein ertz (1680) F i i
b; Schönberg
berginformation 2, 104;
anhang 26; Minerophilus (1730) 680; Herttwig (1734) 400
a; Jacobsson 4, 490
b; 8, 57
a;
in der schneiderei underlay materials W. Hellwig
fachausdrücke 92
a; ärmelstreifen auf u. von schwarzem samt v. Alten
handb. f. heer u. flotte 1, 74;
veraltet: in specie aber soll diesen und folgenden ständen gäntzlich verboten sein ... unterläge unter die schleier mit golde, perlen, goldrosen oder anderm dergleichen geschmeide gestickt oder gehefft
sächs. policei- u. kleiderordnung (1612) 16;
innere bekleidung des schiffes mit planken Mothes 4, 395; Bobrik
seewb. 702
b;
hypostroma bei pilzen Bischof
wb. d. beschr. botanik (1839) 98; Krünitz 199, 446
ff.; Sachs-Villatte (1874) 1846
b.
zusammensetzungen zahllos; seltener in der form eigentlicher composita, z. b.