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unsegen

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DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

unsegen m.

Bd. 24, Sp. 1358
unsegen, m. , ohne plur., im a. gth. v. segen. mnl. onsegen malum, infortunium; nl. onzegen. vgl. miszsegen Kramer (1702) 2, 736b, fluch, unglück und die sp. 992 angeführten synonyma. 11) 'verbotener zauber' (Fischer schwäb. wb. 6, 217); vgl.segen II 1—3: aber segnen und beschweren ist kein göttlich, sondern ein u., unzugelassen verbotten mittel, ja ein mittel desz teufels Widmann Faust 49 K. veraltet. 22) mangel an segen, gnade, begnadung, gesegnetsein: dasz sie (die lehrer) nicht ... ihre faulheit, unseegen, leichtsinn, eigene unfruchtbarkeit, eigennutz mit der entschuldigung bedecken 'das ist so meine plage' Zinzendorf Jeremias 21. unüblich. 33) verwünschung, verfluchtung: es sey nicht zu verwundern, dasz gott ... zu der keyserlichen vornehmen den u. gesprochen habe Chemnitz 1, 80; den u. gottes zuziehen v. Fleming soldat 326; den lieben gott um seinen u. über diese beiden anrufen M. Kretzer die verkommenen 2, 394; weil die feen leicht erzürnt ihren segen in u. verwandeln Hauff 4, 247, 19; diese .. frau ... verbot ihrer tochter bei der strafe ihres unsegens ... Klencke Anna Louise Karschin 37; die grollenden blicke .. schwanger von u. Hamerling (1911) 9, 63. 44) folge und wirkung des unsegens, gth. von segen 8; schon mnl.; im schwäbischen kaum populär (Fischer 6, 217; Staub-Tobler 7, 452). zur synonymik: die gaben der Tiresias und Kassandren haben auch viele alte menschen für einen u. und einen fluch angesehen E. M. Arndt (1845) 2, 145; unglück, nicht unsegen; heimsuchung nicht fluch Fontane I 7, 63; 1, 141; fluch härter als u. Adelung (der eulogismus der un-zusammensetzungen mildert die bed. in n. zeit). a) allgemein: nachdem der gläubiger ihm ... u. gewünschet hatte A. Olearius königr. Persien 38; Weise erznarren 95 neudr.; sünden ... welche nichts als lauter u. ... nach sich ziehen Chr. Thomasius gedancken u. erinnerungen (1720) 2, 112; Herder 16, 184; für u. galt früher tod J. H. Voss antisymb. 1, 211; so schien doch ein u. (vgl. 3) auf dem erbtheil zu ruhen Gaudy 15, 113; kinderlose ehe Uhland schr. z. gesch. d. dichtung u. sage 2, 17; viele litten den u. ungehorsamer kinder Pestalozzi 2, 223; auch in des königs schatz wird zum u. das stück, an welchem trauer und neid der menschen hängt, die es verloren G. Freytag 8, 63; was vordem nur verdorbene talente zu ihrem u. versucht hatten Treitschke aufsätze 2, 59; unsegensminne Scheffel 3, 48. b) in umkehrung von spr. Salom. 10, 7: mein andenken kann nicht in u. unter euch bleiben Hippel lebensl. 1, 36. c) mangel an gedeihen, ungedeihen; 'verminderung des zeitlichen vermögens' Adelung: der vierdte schade ist der fluch und u. an zeitlichen gütern und nahrung F. Rhot Jesus Sirach (1587) 1, 56b; Zschokke 17, 76; sie suchen den grund dieses rätselhaften unsegens in dem mammonsgeiste der besitzenden Riehl d. d. arbeit 269; sie zündetenan den grenzen ihrer felder reisig an, dasz der rauch ... den u. vertreibe Rosegger I 7, 9; Staub-Tobler 7, 452. d) abgeschwächt (vgl.segen 7 ende), bes. schaden, nachtheil, miszerfolg, begriffe, die dann aber wieder durch u. starke gefühlsbetonung u. steigerung erfahren: ich darf es kaum sagen, welchen u. sich der zuziehen würde, der diesen (schriftstellern) ... ihre einkünfte entziehen wollte J. J. Schwabe belustigungen 3, 425; daher rührt jener u., dasz es uns schwer wird, wie die alten zu denken Herder 1, 396; J. Möser 2, 85; politischer u. A. W. Schlegel Europa 2, 79; u. des wechsels und der neuerungen Thibaut civ. abh. 407, des latifundienwesens Treitschke aufsätze 2, 366, des parteikampfes d. geschichte 1, 736 u. s. w.; volk, staat und heer, früher zu ihrem u. von einander isoliert Meinecke Boyen 2, 93. jeder erbärmliche schrifterling hat also, um gegen u. (miszerfolg im theater) sicher zu seyn, künftig mehr nicht zu thun ... Sonnenfels 9, 56; Lichtenberg verm. schr. 4, 132; Stilling 6, 253; den u. der ganzen späteren entwicklung Nitzsch d. studien 25.
3975 Zeichen · 133 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    unsegen?sw. V.

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +2 Parallelbelege

    unsegen? , sw. V. Vw.: s. unsēgen*

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Unsêgen

    Adelung (1793–1801) · +2 Parallelbelege

    Der Unsêgen , des -s, plur. inusit. der Gegensatz von Segen, doch nur in der figürlichen Bedeutung der Vervielfältigung …

  3. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Unsegen

    Goethe-Wörterbuch

    Unsegen [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  4. Spezial
    Unsegen

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Un|se|gen m. (-s) maledisciun (-s) f.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit unsegen

2 Bildungen · 2 Erstglied · 0 Zweitglied · 0 Ableitungen

Ableitung von unsegen

un- + segen

unsegen leitet sich vom Lemma segen ab mit Präfix un-.

Zerlegung von unsegen 2 Komponenten

unse+gen

unsegen setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

unsegen‑ als Erstglied (2 von 2)

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „unsegen". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 20. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/unsegen/dwb?formid=U09874
MLA
Cotta, Marcel. „unsegen". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/unsegen/dwb?formid=U09874. Abgerufen 20. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „unsegen". lautwandel.de. Zugegriffen 20. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/unsegen/dwb?formid=U09874.
BibTeX
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