ungewogen,
part.-adj. (
adv.),
nicht (wohl)
gewogen (
s. d.),
nhd. ersatz für untergehendes älteres ungewegen (
s. d.);
vgl. auch unwäge, übelgewogen, nicht gewogen.
steigerungsformen und adv. ( Campe)
kaum gebräuchlich. syn. zur act. hauptbed. ungnädig (Sattler
phras. 380), ungeneigt, ungünstig, unhold, feind, feindselig, gram, neidig, aufsätzig
u. ä.; vgl. dän. ubevaagen,
schwed. obev
gen. pass. von gefesz
1 kön. 7, 47 (
nl. wb. 10, 1681), gut Ayrer 2340, 14
K., cronen Prätorius
glückst. 186, flachs Möser 2, 44, fleisch Gotthelf 15, 123
u. s. w.; '
ungefoltert' Schmeller 2, 872
zu wägen III 3
f. (
veraltet)
; wie gewogene worte (
s.gewogen sp. 6452): ihre ungewogenen worte nachzuwiegen Kotzebue 1, 209; Gutzkow 6, 256; Zschokke 7, 145; rede Arndt 5, 311;
wie mnl. ungewegen '
nicht hoch geschätzt': dasz (
das röm. reich) wegen seiner grossen swachheit also u. blieben Schottel
friedenssieg 4
ndr.; so würde es (
die begleitung der fremden) auch ihm nicht u. sein Kirchhof
wend. 2, 368 (
veraltet).
in der act. hauptbedeutung von personen, mit sein
und dat. der person: und wirdt Aeneae Sylvio die schult geben, das er den Polen was u. Rätel
schles. chr. 33;
alienior est a me er ist mir etwas u. Corvini
fons 40; Eusebie war mir nicht u. J.
N. Götz
verm. ged. 3, 236; Klopstock
br. 265; Tieck 3, 380; dem adel u. A. v. Haller
Alfred 149; scheinen Schwabe
bel. 2, 21; dasz das volk sich so u. gegen seinen poeten bezeiget Thomasius
l. Socr. 42; bleiben: und weil ir euch from düncken last, ... so werd ich von euch sehr gehast und bleibt mir ungewogen Ringwaldt
evangelia f v
b; werden Bütner
epitome 112
a;
mit dat. der sache: sie ist dem hoffart u. G. Neumark
lustw. (1652) 85; dem licht Rückert 2, 572. die viehische unmenschliche laster und unthaten der Spanier hatten ihnen den himmel ungnedig und u. gemacht Scherdiger
n. n. orbis hist. 45.
vom herzen (dasz auch ihr gantzes herz nicht u. sey Henrici 2, 257),
wind (Schnabel
insel Felsenb. 69, 13
U.; Gries
ras. Rol. 1, 232),
glück (A. W. Schlegel
Athen. 2, 250),
vögeln (Rückert 12, 63)
u. s. f. attributiv: wegen fünff vornehmer und dem autori sonst nicht ungewogener herren ministerialen Thomasius
ernsth. ged. 3, 120; die der liebe ungewogene göttin S. Gessner
w. 2, 91; bei diesem mir früher nicht ungewogenen manne Göthe 33, 171
W.; mit ungewognem glücke 5, 61; IV 1, 176, 20
W. da solcher ort ... in ungewogene hände keme Chemnitz 2, 447; unter einem ungewogenen stern Buchholtz
Herk. 219.
dazu ungewogenheit, f., mangel an gewogenheit
und ihr gth.;
vgl. miszgewogenheit.
dän. ubevaagenhed,
schwed. obevgenhet.
heute ziemlich unüblich, im 17.
jh. auch in stärkerer bed.: '
odium, simultas, animus infestus et inimicus; haubt-
sive grausame u.
capitale et inexpiabile odium, aemulatio infensissima et inexorabilis' Stieler 2523.
sonst schwächer '
malevolentia' Frisch : es entstehet uns daher böse nachrede, miszgunst und der leute u. Buchholtz
Herkules (1666) 2, 292; erzeigen 1, 890;
Herkuliskus 433
a; einer kalten u. ähnlich Lohenstein
Arm. 1, 467
a; 366
a; in betrachtung des bösen (entstehet) u.
indignatio Thomasius
wider d. unvern. liebe 67; Gottsched
schaub. 2, 244; ihre ... u. ... erschreckt mich
theater d. D. (1768).