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-Ung

ahd. bis Dial. · 5 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Adelung
Anchors
6 in 5 Wb.
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Eintrag · Adelung (1793–1801)

-Ung

Bd. 4, Sp. 850
-Ung, eine sowohl in der Deutschen, als den damit verwandten Sprachen, sehr alte Ableitungssylbe, welche an verschiedene Wörter gesetzet wird, Hauptwörter daraus zu bilden. Diese Wörter sind, 1. Nennwörter, und zwar, (1) Beywörter, deren Anzahl doch die kleinste ist, wo ung theils eine Gegend zu bezeichnen scheinet, wie in Freyung, von frey, eine befreyete Gegend, theils einen Zustand, wie Theurung, von theuer, theils ein Ding, ein Individuum, wie Quittung, von quitt. Indessen können auch diese und die ihnen ähnlichen Wörter dieser Art von den Zeitwörtern freyen, theuren, quitten u. s. f. abstammen. (2) Hauptwörter, und hier bezeichnet sie. (a) Eine Gegend, einen Raum. Waldung, eine mit Wald bewachsene Gegend; Holzung, eine mit Holz bewachsene Gegend; Hutung, ein zur Hut bestimmter Raum; Feldung, eine aus Feldern bestehende Gegend; Stallung, ein mit Ställen bebaueter Ort; die Markung, eine zur Mark oder Flur gehörige Gegend; das bergmännische Losung, ein leerer Raum, S. 1. Losung. (b) Ein Ding, Individuum, von welchem die erste Hälfte der Zusammensetzung gesagt wird; Hornung, Mastung, was Mast gibt; die Mündung, wenn dieses nicht von einem veralteten Zeitworte münden abstammet; das Oberdeutsche Mehrung, ein Canal, welches aber auch die Ableitung von einem Zeitworte mehren leidet, u. s. f. 2. Zeitwörter, und zwar deren Infinitiv, Abstracta daraus zu bilden, d. i. eine Handlung und den darin gegründeten Zustand zu bezeichnen. Der Wörter dieser Art ist eine große Menge, indessen lassen sich doch nicht von allen Zeitwörtern solche Hauptwörter auf ung bilden. Die Abkürzung, Änderung, Anfechtung, Anführung, Bändigung, Befestigung, Befreyung, Begnadigung, Bekräftigung, Belohnung, Bemäntelung, Bestellung, Bestrafung, Entschuldigung, Erziehung, Eroberung, Handlung, Krönung, Prüfung, Salbung, Warnung u. s. f. von abkürzen, ändern, anfechten, anführen, bändigen u. s. f. Es wird in solchen Fällen nur die eigenthümliche Sylbe des Infinitivs en oder n weggeworfen, und dafür ung angehänget. Einige wenige haben noch einige andere Veränderungen erlitten; wie Nahrung von nähren, oder vielmehr von einem veralteten Zeitworte nahren, Handlung für Handelung, Löhnung von lohnen. Der Sprung gehöret nicht hierher, zumahl da es, wider die Natur aller dieser Wörter, männlichen Geschlechtes ist. Die nächste und eigentliche Bedeutung dieser von Zeitwörtern gebildeten Hauptwörter ist die Handlung des Zeitwortes, als ein Individuum zu bezeichnen. Es scheinet aber, daß diese Bedeutung wiederum eine Figur der Bedeutung eines Dinges, eines Individui ist, welche noch in vielen Wörtern dieser Art die herrschende ist.[] Anm. Alle diese mit ung zusammen gesetzte Wörter sind weiblichen Geschlechtes; denn der Sprung gehöret, wie schon bemerket worden, nicht hierher. Diese Ableitungssylbe ung ist mit der Sylbe ing sehr nahe verwandt, und allem Ansehen nach von derselben nur in der Mundart verschieden. Daher werden -ing und -ung noch jetzt in einigen Mundarten häufig verwechselt. Was die Böttcher in einigen Gegenden die Kimmung nennen, heißt in andern die Kimming. Die Nahrung heißt im Dänischen Näring. Doch findet sich in den Ableitungen von Zeitwörtern die Form ing nur selten, am häufigsten ung, dagegen Nennwörter eben so oft ing, als ung an sich nehmen. Siehe -Ing, ingleichen -Ich und -Ig, welche Ableitungssylben gleichfalls mit dieser verwandt zu seyn scheinen, indem der Naselaut oft nur ein bloßer müßiger Begleiter der Gaumenlaute ist.
3460 Zeichen · 39 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 8.–11. Jh.
    Althochdeutsch
    ung

    Etymologisches Wb. des Ahd. (EWA)

    -ing, -ung m. Suff. zur Subst.bildung. – Mhd. -ing, -ung, nhd. -ung. Das Suff. ahd. -ing, -ung bildet Bez. von Konkreta …

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    -Ung

    Adelung (1793–1801) · +1 Parallelbeleg

    -Ung , eine sowohl in der Deutschen, als den damit verwandten Sprachen, sehr alte Ableitungssylbe, welche an verschieden…

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Ung

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09) · +1 Parallelbeleg

    Ung ( Ungh ), ungar. Komitat am rechten Theißufer, grenzt an Galizien sowie an die Komitate Zemplin, Szabolcs und Bereg,…

  4. modern
    Dialekt
    ung

    Elsässisches Wb.

    ung [ù M. ] Adj. tüchtig. [tə pe ə ùər Pyù du bist ein wackrer Knabe; s e ə ùi Læənə kàə es ging eine arg lange Z…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit ung

12.702 Bildungen · 6.634 Erstglied · 6.063 Zweitglied · 5 Ableitungen

ung‑ als Erstglied (30 von 6.634)

ung(e)bartet

Idiotikon

ung(e)bartet Band 4, Spalte 1616 ung(e)bartet 4,1616

ung(e)baumet

Idiotikon

ung(e)baumet Band 4, Spalte 1251 ung(e)baumet 4,1251

ung(e)bauzt

Idiotikon

ung(e)bauzt Band 4, Spalte 1979 ung(e)bauzt 4,1979

ung(e)bleikt

Idiotikon

ung(e)bleikt Band 5, Spalte 59 ung(e)bleikt 5,59

ung(e)blāseⁿ

Idiotikon

ung(e)blāseⁿ Band 5, Spalte 143 ung(e)blāseⁿ 5,143

ung(e)borget

Idiotikon

ung(e)borget Band 4, Spalte 1576 ung(e)borget 4,1576

ung(e)brosten

Idiotikon

ung(e)brosten Band 5, Spalte 849 ung(e)brosten 5,849

ung(e)brostet

Idiotikon

ung(e)brostet Band 5, Spalte 858 ung(e)brostet 5,858

ung(e)brätschet

Idiotikon

ung(e)brätschet Band 5, Spalte 1018 ung(e)brätschet 5,1018

ung(e)brācht

Idiotikon

ung(e)brācht Band 5, Spalte 708 ung(e)brācht 5,708

ung(e)brūcht

Idiotikon

ung(e)brūcht Band 5, Spalte 361 ung(e)brūcht 5,361

ung(e)brǖchig

Idiotikon

ung(e)brǖchig Band 5, Spalte 366 ung(e)brǖchig 5,366

ung(e)brǟmt

Idiotikon

ung(e)brǟmt Band 5, Spalte 599 ung(e)brǟmt 5,599

ung(e)bërend

Idiotikon

ung(e)bërend Band 4, Spalte 1477 ung(e)bërend 4,1477

ung(e)bëttet

Idiotikon

ung(e)bëttet Band 4, Spalte 1832 ung(e)bëttet 4,1832

ung(e)bǟrdig

Idiotikon

ung(e)bǟrdig Band 4, Spalte 1540 ung(e)bǟrdig 4,1540

ung(e)fäl(l)igerwīs

Idiotikon

ung(e)fäl(l)igerwīs Band 16, Spalte 1910 ung(e)fäl(l)igerwīs 16,1910

Ung(e)fäll

Idiotikon

Ung(e)fäll Band 1, Spalte 746 Ung(e)fäll -e- 1,746

ung(e)fällig

Idiotikon

ung(e)fällig Band 1, Spalte 763 ung(e)fällig -e- 1,763

Ung(e)handsami

Idiotikon

Ung(e)handsami Band 2, Spalte 1408 Ung(e)handsami 2,1408

ung(e)hǖr(ig)

Idiotikon

ung(e)hǖr(ig) Band 2, Spalte 1587 ung(e)hǖr(ig) 2,1587

ung(e)irret

Idiotikon

ung(e)irret Band 1, Spalte 409 ung(e)irret 1,409

ung(e)liebt

Idiotikon

ung(e)liebt Band 3, Spalte 990 ung(e)liebt 3,990 u.

ung(e)lērsam

Idiotikon

ung(e)lērsam Band 3, Spalte 1369 ung(e)lērsam 3,1369

Ung(e)mach

Idiotikon

Ung(e)mach Band 4, Spalte 19 Ung(e)mach 4,19

ung(e)nannt

Idiotikon

ung(e)nannt Band 4, Spalte 748 ung(e)nannt 4,748

ung(e)netzt

Idiotikon

ung(e)netzt Band 4, Spalte 887 ung(e)netzt 4,887

ung(e)niet

Idiotikon

ung(e)niet Band 4, Spalte 852 ung(e)niet 4,852

ung(e)nossen

Idiotikon

ung(e)nossen Band 4, Spalte 822 ung(e)nossen 4,822

ung(e)nuegsam

Idiotikon

ung(e)nuegsam Band 4, Spalte 700 ung(e)nuegsam 4,700

ung als Zweitglied (30 von 6.063)

scywung

KöblerAe

*-scywung , st. F. (ō) nhd. Beschattung Vw.: s. forā- Hw.: s. scua E.: s. germ. *skuwwjan, sw. V., beschatten; vgl. idg. *skeu- (2), *keu- (…

ung

KöblerAe

*-ung , st. F. (ō), Suff. nhd. ...ung E.: germ. *inga-, Suffix L.: Hall/Meritt 219a

brung?

KöblerAhd

*brung? , st. M. (a?, i?) Vw.: s. heim- Hw.: vgl. as. *brung?

bærnung

KöblerAe

*bærnung , st. F. (ō) nhd. Brennung Vw.: s. for- Hw.: s. bærnan; vgl. ahd. *brennunga? E.: s. bærnan L.: Gneuss E 20

cwedung

KöblerAe

*cwedung , st. F. (ō) nhd. Erklärung Vw.: s. wiþer- Hw.: s. cweþan E.: s. cwiddian L.: Gneuss Lb Nr. 125

dung

KöblerAhd

*dung , Sb. nhd. Grube, Erdhaus ne. pit (N.), mud-house

déafung

KöblerAe

*déafung , st. F. (ō) Vw.: s. ā- E.: s. déaf L.: Hall/Meritt 3b

earmung

KöblerAe

*earmung , st. F. (ō) nhd. Erbarmen Vw.: s. of- Hw.: s. earmian E.: s. earmian L.: Gneuss Lb Nr. 14

flīung

KöblerAe

*flīung , st. F. (ō) nhd. Abnahme Vw.: s. mėte- Hw.: s. *flíegan? E.: s. *flíegan? L.: Hh 109

fromung

KöblerAe

*fromung , st. F. (ō) Vw.: s. forþ- Hw.: s. framian L.: Gneuss Lb Nr. 219

hlíewung

KöblerAe

*hlíewung , st. F. (ō) nhd. Schutz Vw.: s. geteldge- Hw.: s. hlíewan E.: s. hlíewan L.: Gneuss Lb Nr.65

hogung

KöblerAe

*hogung , st. F. (ō) nhd. Bemühung Vw.: s. for- Hw.: s. hogian E.: s. hogian L.: Gneuss Lb Nr. 119

híewung

KöblerAe

*híewung , st. F. (ō) nhd. Hauen, Schneiden Vw.: s. ymb- Hw.: s. héawan E.: s. héawan L.: Hh 159

hȳrung

KöblerAe

*hȳrung , st. F. (ō) Vw.: s. be- Hw.: vgl. afries. hēringe E.: s. hȳrian L.: Hall/Meritt 39b

kindjung?

KöblerAhd

*kindjung? , Adj. Hw.: vgl. as. kindjung*

lehtung

KöblerAe

*lehtung , st. F. (ō) Vw.: s. ō- E.: s. loccian L.: Hh 241

léanung

KöblerAe

*léanung , st. F. (ō) nhd. Lohn Vw.: s. ed- Hw.: s. léan (1) E.: s. léanian L.: Gneuss Lb Nr. 136

lėcgung

KöblerAe

*lėcgung , st. F. (ō) nhd. „Legung“ Vw.: s. niþer- Hw.: vgl. afries. legginge E.: s. lėcgan L.: Hall/Meritt 251a

līcung

KöblerAe

*līcung , st. F. (ō) nhd. „Gefallen“ (N.) Vw.: s. wē̆l- Hw.: s. līcian E.: s. līcian L.: Gneuss Lb Nr. 29

līhhung

KöblerAhd

*līhhung , st. F. (ō)? Vw.: s. furistantan-*, *stantan-

lōgung

KöblerAe

*lōgung , st. F. (ō) Vw.: s. ge- Hw.: vgl. afries. lōgenge E.: s. lōgian L.: Hh 206

magajung?

KöblerAhd

*magajung? , Adj. Hw.: vgl. as. magujung*

malskrung?

KöblerAhd

*malskrung? , st. F. (i?) Hw.: vgl. as.? malskrung*

metegung?

KöblerAe

*metegung? , st. F. (ō) Vw.: s. ge- E.: s. met (1)

munderung

KöblerMhd

*munderung , st. F. nhd. Erweckung Vw.: s. er- E.: s. munderen W.: nhd. DW-

mǣrung

KöblerAe

*mǣrung , st. F. (ō) Vw.: s. ge- Hw.: s. mǣran (1) E.: s. mǣran (1) L.: Hh 212

nimung

KöblerAe

*nimung , st. F. (ō) nhd. ...nahme Vw.: s. dǣl- Hw.: s. niman E.: s. niman L.: Gneuss Lb Nr. 194

ortréowung?

KöblerAe

*ortréowung? , st. F. (ō) Vw.: s. ge- E.: s. ortréowan

orþung

KöblerAe

*orþung , st. F. (ō) nhd. Atmen Vw.: s. on- Hw.: s. orþian E.: s. orþian L.: Gneuss Lb Nr. 179

Ableitungen von ung (5 von 5)

erunge

Lexer

erunge stf. aratio Schm. Fr. 1,129. — zu ern.

Missung

DRW

Missung, f. I Mangel, Nichtvorhandensein 1. Viertel 14. Jh. ÖRChr. I Vers 30043 in missinge des soltes twijer wispele jewelken schepe soltes…

missunge

KöblerMhd

missunge , st. F. nhd. Mangel (M.) Hw.: vgl. mnd. missinge Q.: Ot (1301-1319) (FB missunge) E.: s. missen W.: nhd. DW- L.: DRW

unge

MNWB

plantinge , ° -unge (Münst. Gqu. 3, 13), *° -unc (Petreus 98), f. ( Pl. plantinge ): 1. (kollekt.:) angebaute, eingesetzte Pflanzen, (bildl.…

zerunge

Lexer

zerunge stf. in kirchenzerunge.

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APA
Cotta, M. (2026). „ung". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 14. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/ung/adelung?formid=U00775
MLA
Cotta, Marcel. „ung". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/ung/adelung?formid=U00775. Abgerufen 14. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „ung". lautwandel.de. Zugegriffen 14. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/ung/adelung?formid=U00775.
BibTeX
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