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unfern

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DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

unfern adv. adj.

Bd. 24, Sp. 538
unfern, adv. adj. , nicht fern; mit dem bestimmteren nahe nicht zusammenfallend. das heute üblichere jüngere unweit (s. d.) deckt sich allerdings vielfach mit unfern (Weigand syn. 3, 855), berücksichtigt aber auch die grösze des abstandes, während unfern im allgemeinen die abgetrenntheit an sich ins auge faszt. vgl. fern und weit; Paul wb. 647a. s. auch unentfernt. ahd. adv. unferro. ags. adv. unfeor, unfyrn. isl. ûforn. mhd. adv. adj. unver, unverre(n). mnl. adv. onverre. nl. unver, onverre. Staub-Tobler 1, 914 unfeer, unver(n). zum wechsel der formen s. fer, fern, ferre. ohnfern th. 7, 1204; ohn ferr Xylander Polybius 157. das im 16. jh. noch seltenere unfern verdrängt seit dem 17. jh. die andern formen: unfehr Nas eins und hundert 2, 240b; Stumpf Schwytzerchron. 154a. unverre Tschudi (1734) 1, 2. unferrn Sachs 2, 386, 19 Keller; Kirchhof wendunmuth 2, 274. unferne Birken, A. U. v. Braunschweig, Lohenstein, Heine, Mörike. vereinzelt ungferr von seinem haymet Nas eins und hundert 2, 102a. II. adv. I@AA. örtlich. I@A@11) ohne angabe des ausgangspunctes: jâ megen diu mînen zaichen vil unverre geraichen kaiserchronik 12586 Schröder; und als er unferr geritten was, wendet er syne fart Stainhöwel de clar. mul. 101; mir war nicht anderst, als ob unfern der ... götterbott ... strakks auf mich zugeloffen käme Harsdörffer gesprechspiele 6, 65a; es wäre ein gute herberg unfern in einem dorff Moscherosch gesichte 268; etliche unfern - wohnende fischere A. U. v. Braunschweig Octavia 1, 221; der held aber liegt unfern in schön duftendem grase Göthe 49, 103, 27 Weim.; unfern hab' ich eine geheime wohnung Klinger 5, 248; eine equipage, die unfern hielt Hauff 2, 261, 4. I@A@22) mit dativ, von grammatikern des 18. jhs. zu gunsten des genitivs verworfen; im gegensatz dazu Weigand syn. 3, 856: ein Maurisch räuberschiff gewahrte man in einer bucht unfern dem kloster ankernd Schiller braut von Messina 1591; unfern dem Kaukasus Rückert 8, 401; unfern Dresden Grimm d. sagen 1, 29 (oft ist nicht zu entscheiden, ob dat. oder gen. vorliegt); unfern meinen wegen Geibel 1, 221; dem garten Freytag verl. handschrift 1, 235. I@A@33) mit genitiv: unfern des schlosses Ziegler asiatische banise 285; des feuers Göthe 33, 102 Weim.; seines pallasts Klinger 10, 277; des vorgebirges Humboldt kosmos 4, 99; unfern eines verwachsenen weges Keller 1, 195. I@A@44) mit präpositionen. mhd. von, ûz Lexer 2, 1960; unfern von dem weiler buch der liebe 311, 2; unverre von ein anderen Tschudi 1, 154; unfern davon Prätorius katzenveit H 5; Piccinini ... stand gegen die päpstlichen ... truppen unfern von Arezzo Göthe 44, 2, 307, 25 Weim.; ich wohne unfern von ihm Roon denkwürdigkeiten 2, 430. und warfe der aine unfer vor dem thore sein pferd herumb Fries Würzb. chron. 211. daz unfern bey dem schiffhafen Lima ... ein altes schiff gefunden worden Prätorius anthropodemus plut. 1, 95. I@BB. zeitlich: nach mittag von sechsen unferrn da ritten fünff der alten herrn Sachs 2, 386, 19 Keller; unlängst, vor kurzen (?) quelle vom j. 1354 bei Staub-Tobler a. a. o. von vergangenheit und zukunft ags. unfyrn Bosworth-Toller 1105b. IIII. adjectiv: Walther v. Rheinau 102, 8 bei Lexer; mit einem finger auff ein unfernes frawenzimmerquartier weisend Moscherosch gesichte 1, 468; aus dem unfernen kirchhof Mörike 3, 14.
3365 Zeichen · 102 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Unfêrn

    Adelung (1793–1801) · +2 Parallelbelege

    Unfêrn , adj. & adv. welches der Gegensatz von fern, weit, ist, und für unweit gebraucht wird. Unfern von hier, nicht we…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    unfern

    Goethe-Wörterbuch

    unfern [bisher nicht publizierter Wortartikel]

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit unfern

4 Bildungen · 4 Erstglied · 0 Zweitglied · 0 Ableitungen

Ableitung von unfern

un- + fern

unfern leitet sich vom Lemma fern ab mit Präfix un-.

unfern‑ als Erstglied (4 von 4)

Unfernül

WWB

Un-fer-nül m. [WMünsterl Bek] Unvernunft. Wat’n Unvernüll van ne Käärl ( WmWb ).

unfernüllig

WWB

un-fer-nüllig Adj. [WMünsterl] 1. unvernünftig. Et is noch ’n unvernüllig Kind ( WmWb ). — 2. unbeholfen, ungeschickt ( WmWb ).

unfernümftig

WWB

un-fer-nümftig Adj. [verstr. OWestf SWestf] 1. unvernünftig. Unvernümftige Blān ( Olp Dh ). — 2. In adv. Gebrauch verstärkend: außerordentli…

Unfernumft

WWB

Un-fer-numft f. [verstr.] Unvernunft. Durch sīne Unfernumft het ’e siek en Dout gegualt ( Olp Dh).

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „unfern". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 12. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/unfern/dwb?formid=U06470
MLA
Cotta, Marcel. „unfern". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/unfern/dwb?formid=U06470. Abgerufen 12. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „unfern". lautwandel.de. Zugegriffen 12. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/unfern/dwb?formid=U06470.
BibTeX
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