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uneigentlich

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DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

uneigentlich adj. adv.

Bd. 24, Sp. 456
uneigentlich, adj. adv. , gegentheil von eigentlich. mhd. uneigen(t)lich, unaigelich; mnl. oneigenlike; nl. oneigen(t)lijk, oneigenlik, oneinlik (oneigenaardig) Dijkstra 2, 287b; n. uegentlig; schwed. oegentlig. adv. uneigentlichen Calepin sept. 718a. Stieler 26 uneigendlich nur als adv. [] 11) als gegensatz zu eigentlich als eigen zugehörig, ungehörig (mnl. nicht als eigenthum), fast nur im wortspiel: aufhebung des uneigentlichen weiberranges und die einsetzung in seinen eigentlichen rang Hippel ehe 31; ein ganz uneigentlicher eigenthumsherr (vgl. 3) Liscow 553. 22) unbestimmt, ungenau, indirect, unvollkommen, mittelbar, im weiteren sinne u. ä., meist adv.: got unaigentlich meʒʒen mönch v. Heilsbronn 58 M.; unser alten guot einfeltig leut haben ein hystori gar unaygentlich beschriben Franck chr. G. 2241; etwas uneigentlich Nicolai reise 1, 115; so (Herder 5, 76), sehr (Forster 6, 26) u.; ihre reden (sind) uneigentlich oder schwach (vgl. 3) Ramler einl. 1, 144; uneigentlich hab ichs gethan (indirect) Bürger br. 1, 49; eechentlich, entgegnete der gesell, in Delitzsch und uneechentlich in Magdeburg Ludwig 2, 366; eigentlich darf ichs nicht, uneigentlich (ich will es einmal nicht so genau nehmen) thu ichs doch umgangsspr. in jüngeren beispielen wirkt bed. 3 ein. 33) als gegensatz zu eigentlich wesenhaft, wirklich, ursprünglich, wahr, echt, richtig, buchstäblich u. dgl., improprius; abusive Reyher (1686) u 6v b: ein uneigentlicher (unechter) sohn des bischoffs Happel rom. 192; lehen haush. lex. 2, 198a; fuge (irregularis) Scheibe cr. mus. 449; katholik allg. d. bibl. 93, 361; bruch anh. 25—36, 1114; lippe Lavater 4, 261; in der uneigentlichsten romanzenart Herder 5, 202; erze Lichtenstein geheimn. 191; tugend Delbrück (1796) 162; sinnlichkeit J. Paul 49/51, 290; wahrheit (negative) Campe; fürwörter Gottsched sprachk. 228; zusammensetzungen th. 1, xxv; namen J. Grimm kl. schr. 4, 5; legis actio Jhering geist 2, 2, 659; check hwb. d. staatsw. 3, 22 u. s. w. für inalliable Campe verd. 368b. 'naturgemäsz noch weniger': Winkelmann .. auf eine critik noch uneigentlicher (bedacht) Herder 3, 10. fast älterem eigentlich (th. 3, 102) nahekommend: es ist sehr uneigentlich, und versteckt die natur der übrigen künste, wenn man alle gleichsam als ausflüsse der poesie ansieht Schleiermacher III 5, 248. besonders sprachlich wie ἄκυρος (Cic. ad fam. 16, 17), improprius (Quintilian 8, 2); zeitschr. f. d. wortf. 15, 18. 87. 92: daz daz himelzaichen hie unaigentleich werd genomen für ain gestalt K. v. Megenberg sphära 34, 22 (aequivoce); der sentens ist vast uneygentlich geredt Ter. (1499) xib; fünfferlay verstand und auslegung oder bedeuttung . zwo unaygentlich und drey aygentlich B. v. Chiemsee 245; diss nennet David uneigentlich ein anruffung Nigrinus zäub. 114; worte Kramer (1700) 278a; styl Lessing 8, 6; redensarten Schmidt gesch. d. D. 1, 504; uneigentlich schön Gerstenberg rec. 160, 24; in uneigentlichem sinne Göthe 23, 59, 22 Weim.; sich eigentlich oder uneigentlich vor dem spiegel zu sehen Vischer ästh. 3, 1, 5; allein dieses wort steht hier wiederum so uneigentlich und unbefugt Riehl arbeit 253; metaphorisch, verblümt, uneigentlich Kinderling 189; zeitschr. f. d. wortf. 15, 92; bildlich, figürlich Adelung; Weigand syn. 3, 851. im witz: sie erzählte mir nun so vieles, was ihr eigen sei, dass mir die ganze welt uneigentlich vorkam Arnim 7, 207. vgl. 1. das uneigentliche. 44) uneigenlich unordentlich, unsäuberlich, nachlässig Staub-Tobler 1, 147; dat wier net oneinlik niet ongeschikt Dijkstra a. a. o.; wirr verzückte rede unaigelaiches chos wie eines trunkenen, mönch v. Heilsbronn sieben gr. 1068; ähnlich positiven begriffsinhalt hat die spätere sprache nicht fortgebildet.
3801 Zeichen · 98 Sätze

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    Neuhochdeutsch
    Uneigentlich

    Adelung (1793–1801) · +2 Parallelbelege

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  2. 18./19. Jh.
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    Goethe-Wörterbuch

    uneigentlich [bisher nicht publizierter Wortartikel]

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Ableitung von uneigentlich

un- + eigentlich

uneigentlich leitet sich vom Lemma eigentlich ab mit Präfix un-.

uneigentlich‑ als Erstglied (1 von 1)

uneigentlichkeit

DWB

uneigentlich·keit

uneigentlichkeit , f. Stieler : eine improprietatem und uneigentlichkeit ( quasi possessio ) Hohberg 3, 20 a ; der mythologie Schelling 2, 2…