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umbinden

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DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

umbinden vb.

Bd. 23, Sp. 819
umbinden, vb. im 16. und 17. jahrh. sind einige male formen der trennbaren und untrennbaren gestalt miteinander vertauscht: umbbundte ohne -ge- Guarinonius grewel (1610) 1192; andrerseits binde umb Sebiz feldbau (1579) 345; umzubinden ebda 324; umgebunden ebda 329; Bech Agricolas bergwerksb. (1621) 144; Opitz teutsche poemata 214 ndr.; persian. baumgarten 5b. 11) trennbar. 1@aa) herumbinden: wo das glyd schwyndt, do bind den strick umb Gersdorf wundarzney (1517) 36b; netze auch die binden (für ein geschwür) darinn (im warmen wein) und binds warm umb Gäbelkover artzneyb. (1595) 1, 310; seit je vom umlegen eines kleidungsstückes, eines schmuckgegenstandes u. ä.: eine schürtze umbinden cingersi, mettersi, dinanzi un grembiale M. Kramer 1 (1700) 115b; mundartlich ek wil mant en'n âlen dauk ümmebinden Schambach Göttingen 240a; öpis um(e)binde Hunziker Aargau 276; ein personaler dativ tritt meist hinzu: er hiez mir Ruolante Karln den kaiser zebeschirmen witewen unt waisen dich Durndarten umbe binten Rolandslied 238, 32 Gr.; wol hundert knappen man dar zuo vant, den man des tages swert umbe bant die klage 2005 Lachm., d. h. als zeichen der ritterwürde; der knecht ein schleyer nam, den umband Montanus schwankb. 409 lit. ver.; die ... ihre an statts schilts umbbundte mäntlein (zerfetzt) hetten Guarinonius grewel (1610) 1192; mein weib ... hat einen alten rock von früsz, den wil ich auch an statt einer löwenhaut umbinden A. Gryphius lustsp. 14 lit. ver.; er ... bringt eine grosze halskrause aus der tasche, die er sich umbindet Lessing 2, 28 L.-M.; er winde sich das diadem um seine stirne, mein sey nur der ruhm, dasz ichs ihm umgebunden Schiller 15, 1, 49 G.; du hattest heute das schöne rothe halstuch umgebunden A. v. Arnim 7, 40 Gr.; in verkürzter ausdrucksweise umgebunden gehen (scil. den haarputz): umgebunden gehen heiszet, wenn eine braut in ihrem haarkopffe (s. teil 4, 2, 32) mit dem auffgesetzten crantze in die kirche fährt oder gehet Amaranthes frauenzimmerlex. 2080; umgebunden im sinne von 'den haarputz umgebunden habend': haarlocken ... so an dem haarkopfe bey den umgebundenen bräuten ... herunter zu hängen pflegen Chomel lex. 5, 11; der gebrauch mit personalem dativ beschränkt sich nicht auf den menschen: nimm dasselbige (ins wasser gelegte) saltz, binde es ihm (dem pferde am geschwollenen schenkel) umb J. Walther pferdezucht (1658) 91; cameele ..., denen man leder gegen die bisse der schlangen umbindet Ritter erdkde 1, 475; toll wie eine katz, der man schellen umgebunden hat G. Freytag 2, 58; ist aber das, um das man etwas bindet, eine sache, so kann man in nicht gehobener sprache nicht umbinden gebrauchen, sondern nur um etwas binden: eine schnur um das paket, eine manschette um den blumentopf, schutzringe um die bäume binden, auch dann, wenn es sich um einen körperteil o. ä. handelt: ein tuch um den hals, einen lappen um den finger binden, einen verband um die wunde binden (s. teil 2, 32), es sei denn, dasz man an dieser stelle ein pronomen verwendet, z. b. ihm (dem baum) den ring umbinden. 1@bb) nochmals, anders binden; nicht über die fachsprache hinaus verbreitet: umbinden heiszet dem frauenzimmer das nest aufflechten, das haar ausbürsten, ... wieder einflechten und einpoudren Amaranthes frauenzimmerlex. 2079, vgl. dazu umbindefrau; beim segeln vom wenden, kreuzen, bei wechsel des winds oder der fahrtrichtung die segel auf die andere seite legen, sie anders festbinden Fischer schwäb. 6, 83; die wanttaue umbinden oder verbinden, sie anders, kürzer einbinden, wenn sie sich zu weit ausgereckt haben Bobrik seewb. 701a; in der buchbinderei, ein buch, das bereits gebunden ist, anders einbinden: in Bünaus bibliothek gab es keine ungebundenen bücher; alles gekaufte wurde umgebunden Justi Winckelmann 1, 204; im bergbau: umbinden ist, die strauben an eisen und böhrern wieder zusammenschmieden Minerophilus bergwerckslex. (1730) 676; Veith bergwb. 471; in der böttcherei, ein fasz umbinden andere reifen oder die reifen in anderer weise und ordnung umlegen Krünitz öcon. lex. 193, 603; in der weberei: da kein meister auf mehr als einem stuhl weben oder 'umbinden' lassen durfte F. Bauer wollgewerbe von Eszlingen (1914) 118. 22) untrennbar, mit etwas umbinden etw. umherum binden: so got dir gibt ein solche gnad und dich mit einem duoch (bademantel) umbbindt Murner badenfahrt 20, 19; mit einem weiszen tuch den kopff umbbunden M. C. Schütz hist. rer. Pruss. (1592) A 3a; zwey leibeigene ... mit güldenen schärpen umgebunden persian. baumgarten 5b; ein schnierlein, mit welchem sollichs haupt ringsweisz umbbunden ist Ryff anatomi (1541) M 4b; umbband er den lincken arm mit unflätigen und scheutzlichen lumpen Kirchhof wendunmuth 2, 227 lit. ver.; umbbinde ihm (dem rosz) denn die beine mit stroh bis an die knie J. Walther pferdezucht (1658) 137; umbindet ihr (der Walburg) nicht die hände mit den weiden G. Freytag ahnen (1906) 1, 352; ebenso von sachen: eyn ey mit eynem faden umgewickelt oder umgebunden Sebiz feldbau (1579) 109; der sitz desz (gebär-)stuls sol allenthalben an den enden mit linden thüchlein umbbunden ... seyn Ruoff hebammenbuch (1580) 53; dann werden die ... (wäsche-) stücke mit den ... rothseidenen bändchen ... umbunden und wieder in den schrein gelegt Stifter 5, 1, 140; unsinnlich: die (menschen) thut sie (Venus) all verblenden, ... mit sorg und angst umbbinden Guarinonius grewel (1610) 1153; selten von statt mit: den sack voll briefflein ..., von seide, silber und güldinen fäden umbbunden Moscherosch gesichte (1650) 1, 155; drunter in krystall gelegt, vom funkelnden gestein umbunden, ein überköstlich heiligthum, ein nagel aus des heilands wunden A. v. Droste-Hülshoff 2, 21 Schück. die nähere bestimmung durch mit, von kann fehlen, wenn sie sich von selber versteht oder leicht ergänzt werden kann: thut ihm dann das häuptlin weh, so ... pringt (sie) schleyer her, dasz sie ihm den kopff wie ein daubenfellig fasz umbbind und umbwind Fischart Gargantua 105 ndr.; solt das die fasten sein, die ich erwele, wenn ein mensch ... sein heubt umbbindet wie ein bund stro Luther 23, 592 W.; man begegnet seit einigen tagen sehr vielen umbundenen armen und gesichtern K. E. Ölsner br. an Stägemann 256; decke ... die gantze zweigung mit hafnererd zu ... binde ... rockenspreuer ... darüber und umwinde es mit alten lumpen ... wann die zweigung hast umbgebunden Sebiz feldbau (1579) 329; uneigentlich: wiltu als ich, so hastu mich in lieb ganz uberwunden, ... so wirt mein herz umbbunden volks- und gesellschaftslieder 179, 24 Kopp; in fachsprachlicher terminologie: umbunden ... vom wappenbild, um das ein anderes gebunden ist Müller-Mothes 954a. —
6728 Zeichen · 141 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    umbindensw. V.

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +1 Parallelbeleg

    umbinden , sw. V. Vw.: s. entbinden (1) L.: MndHwb 3, 2, 7 (umbinden)

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Umbinden

    Adelung (1793–1801) · +2 Parallelbelege

    Umbinden , verb. irreg. act. S. Adelung Binden . 1. Úmbinden, ich binde um, umgebunden, umzubinden. 1) Um sich oder ein …

  3. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    umbinden

    Goethe-Wörterbuch

    umbinden [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  4. modern
    Dialekt
    umbinden

    Bayerisches Wörterbuch · +3 Parallelbelege

    umbinden Band 2, Spalte 2,861

  5. Spezial
    umbinden

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    um|bin|den vb.tr. 1 taché (taca) 2 (festbinden, z.B. Schürze) ciolé (-la) 3 (Verband) infascé (-scia) 4 (anlegen, z.B. S…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit umbinden

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umbinden als Zweitglied (1 von 1)

Hinumbinden

Wander

hinum·binden

Hinumbinden Einem numbinden. ( Schwaben. ) So viel wie betrügen, überlisten, hintergehen.

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APA
Cotta, M. (2026). „umbinden". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 12. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/umbinden/dwb
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Cotta, Marcel. „umbinden". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/umbinden/dwb. Abgerufen 12. May 2026.
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Cotta, Marcel. „umbinden". lautwandel.de. Zugegriffen 12. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/umbinden/dwb.
BibTeX
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