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überschrift

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DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

überschrift f.

Bd. 23, Sp. 520
überschrift, f., nebenform übergeschrift (13. bis 16. jahrh., z. b. Zainerbibel, Zürcherbibel, Wickram, Seb. Müntzer, Keisersberg u. a.); nomen acti, niemals nomen actionis zu überschreiben, v.; von den wbb. seit dem 15. jahrh. regelmäszig gebucht für inscriptio, titulus, elogium, epigramma, vgl. E. Alberus (1540) 11b; Frischlin nomencl. (1591) 182; Diefenbach gloss. 586b; Stieler 1928; Steinbach 2, 511. a) inschrift, aufschrift: seülen ... mit solchen titlen und überschriften Xylander Polybius (1574) vorr. 3; die überschrift, welche Pontius Pilatus an das creutz oberhalb Christo gehefft hat Widmann Fausts leben 36; (schon mhd.; vgl. Beheim evangelienbuch Luc. 23, 38); (Floridan) grub mit einer pfrihm in deren (der linde) rinde dise überschrifft (folgt ein gedicht) Schwieger feldrosen B 3b; es sind überschrifften auf diese rudera gehauen discourse der mahlern 3, 166. b) verengt: inschrift über einem grabmal, epitaphium: ein epitaphium oder übergschrifft auffs grab machen zuo eewiger gedächtnusz Frisius dict. 1172a; obirschrift der greber vocab. (1420) 14b Schröer; vgl. auch Diefenbach gloss. 205a; nov. gloss. 153a s. v. epitaphium; es ist ain gemayn sprichwort, wer di überschriffte der greber lese, das er darvon vergeszlich werde Schwartzenberg Cicero (1535) 26b. c) legende einer münze: wes die übergeschrift des pfenniges ist, dem git man den pfennig Tauler pred. 417 Vetter; Zürycher pfenning ..., deren überschrifft war: Otto imperator ... Stumpf Schwytzer chron. (1606) 484a; Prätorius winterflucht (1678) 157; wes ist diz bilde und die übirscrift? Beheim evangelienbuch Marc. 12, 16 ; Matth. 22, 20; ebenso Luther: bringet mir einen groschen, das ich in sehe. und sie brachten im. da sprach er, wes ist das bilde und die überschrifft? d) ü. eines buches, kapitels, eines gedichtes, aufschrift, titel. wenn ich hynder mich gedenck und mich umbsehe, so ist myr selbst wol bewust, das fast aller seyner büchlin titel odder obirschrifft dermassen lauten Luther 18, 453 Weim.; die überschrift disses büchlins ... haben wir hieher zu setzen Hedio chron. germ. (1530) H 1a; (herr Sorbier hat) unter dem nahmen Laboureur ein buch herausz gegeben mit dieser überschrifft: ... Morhof unterricht v. d. dtsch. sprache (1682) 178; die überschrift des ersten kapitels M. I. Schmidt gesch. d. Deutschen (1778ff.) 3, 190; der erste aufsatz des 2ten hefts wird gewaltigen lärm erregen; wie du aus der überschrift erwarten kannst Göthe IV 27, 223 Weim.; überschriften einer reihe Calderonscher schauspiele Platen 1, 536 R.; überschrift und inhalt sind einander öfters ganz fremd Athenäum (1798—1800) 2, 304. e) aufschrift eines briefes, anschrift, adresse: Hiszkia schaut die überschrift (des erhaltenen briefes), bricht in auff ... Hans Sachs 10, 483 Keller; das ist aber die unterschrifft und überschrifft dieser epistel, das man wisse, wer da schreybt und zu welchen er schreibt Luther 14, 15 Weim.; ein ... sendbrief ... soll von dem erbrochen werden, an den die überschrifft gehört Comenius ian. iv ling. (1644) 936; Schupp schr. 640. f) titel: underwysung ..., wie man aim yeden in sinem stande ain gebürlich überschrift setzen sölt Niclas v. Wyle translat. 349; Albertus I ... verliese die hertzogliche überschrifft und nente sich allain graffen zu Tirol F. A. v. Brandis ehrenkräntzel (1678) 113. g) aus a) entwickelt für sinngedicht, epigramm (17. u. 18. jahrh.): eine überschrift ist der poetische kurzgefaszte ausdruck eines guten scharfsinnigen einfalles, der entweder jemandem zum lobe oder zum tadel gereichet Gottsched versuch einer crit. dichtkunst (1751) 686; das klinggedicht (soll) nur ein kurtzes sinngedicht oder überschrift und kein lied sein Zesen vermehrter Helikon (1656) 3, 177; buch der überschriften Fleming deutsche ged. 1, 221; stachelreime, überschriften und andere dergleichen gedichte Rist neuer deutscher parnasz (1652) b 7a; vgl. auch A. Silesius cherub. wandersmann 90 ndr.; Günther 543; ü. für epigramm ist der zweideutigkeit wegen nie recht gewöhnlich geworden, sondern von sinngedicht verdrängt Heynatz antibarb. (1796) 2, 494; Göthe spielt noch mit der damals veraltenden bedeutung: seid doch nicht so frech, epigramme! warum nicht? wir sind nur überschriften; die welt hat die capitel des buchs Göthe I 1, 322 Weim.
4323 Zeichen · 108 Sätze

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Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    überschriftstf.

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke) · +2 Parallelbelege

    überschrift stf. aufschrift, inschrift. epitaphium Diefenb. gl. 108. voc. o. 9,73.

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Überschrift

    Adelung (1793–1801) · +1 Parallelbeleg

    Die Überschrift , plur. die -en, eine kurze Schrift, welche über ein anderes Ding gesetzt wird, wodurch sie sich von der…

  3. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Überschrift

    Goethe-Wörterbuch

    Überschrift [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  4. modern
    Dialekt
    Überschriftf.

    Pfälzisches Wb.

    Über-schrift f. : 'titelartige Inhaltsbezeichnung vor Textabschnitten', Iwweʳschrift [vereinzelt Krämer Gal 221]. —

  5. Spezial
    Überschriftf

    Dt.-Russ. phil. Termini · +7 Parallelbelege

    Überschrift , f заголовок , м

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit ueberschrift

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Zerlegung von ueberschrift 2 Komponenten

ueber+schrift

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