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überladen

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DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

überladen v.

Bd. 23, Sp. 359
überladen, v. , zur form: 2. 3. sg. überladest, überladet, seltener überlädst, überlädt, s. o. th. 6 sp. 42; prät. neben regelmäszigem überlud (part. überladen) vereinzelt auch überladete (z. b. Lessing), part. überladet (z. b. Steinbach, Vosz). bedeutung und gebrauch: AA. transitiv: etwas oder jem. zu sehr belasten, aggravare, praegravare Frisius dict. 63b; zu viel aufladen Hulsius-Ravellus (1616) 336a; Stör 498b; Stieler 1053. A@11) einen wagen, ein schiff, ein pferd usw. ü. Dentzler clavis ling. lat. 295b; da het der mann zu seinem schaden denselben esel uberladen Burkhard Waldis Esopus 1, 320 Kurz; ir wendt den esel überladen, das er im selbs und uns thuot schaden Murner narrenbeschwörung 170 neudr.; und bis zum sinken überladen entfernt sich dieser letzte kahn Göthe I 14 50 Weim. mit etwas ü., allgemein: man sol das schiff nit überladen mitt überflüssigem guot, wann sunst wirt es undergon Keisersberg schiff der penitenz 100d; wann man ein wagen mit einer nuszschalen uberlud, so müszt er umbfallen Nas das antipap. eins und hundert 5, 208a. reflexiv: domit kein baum sich überlüdt und würd von schwerem tragen müd Wickram 8, 217; die zehend aygenschafft des bilgers ist: er überladet sich nit mit speisz und mit klaidern. und ob er sich überladen hat, so legt er dasselbig etwann auff ainen wagen Keisersberg pred. 41a. auch absolut: die fulen lüt überladent gern Staub-Tobler 3, 1060. A@22) den magen überladen: man ... soll ihm (dem kranken) ... gnug zu essen geben. doch dasz er den magen auff einmal nicht uberlade Gäbelkover artzneybuch (1595) 2, 186. reflexiv: sich mit essen und trincken uberladen Fischart podagr. trostbüchlein 74; die Jüden ... sich in essen und trincken nicht überladen haben Prätorius philosophia colus (1662) 169. in dieser bedeutung schon im 8. jahrh. belegt, s. Graff 4, 1114 u. unten. A@33) in bildlichem gebrauche in breiter verwendung; mit sach-gen. nur in der älteren sprache: mîn herze ist leides überladen Iwein 7459; wurdest du guotes überladen, so ht dich wol vor groszem schaden Hätzlerin liederbuch 275. mit etwas jem. ü.: wee im, wer mit alters burden wirt überladen! Ackermann aus Böhmen 19, 13 Bernt-Burdach; kranckheit, armut, schand und schaden, darmit der mensch wirdt uberladen Hans Sachs 6, 205 Keller; kaum dasz der jahre lenz ... verstreicht, so überladen uns mit ungewohnten bürden der ehstand, hausstand, ämter, pflichten, würden Ramler fabellese (1783) 1, 35. in reflexiver fügung aus 2) erwachsen: sich an etwas ü.: an lieblichen erinnerungen, seligen gefühlen, ... überladet sich keiner Jahn 2, 403. ohne ergänzung: treibe ihn hastig ins leben, dasz er sich schnell überlade Klinger werke 3, 35. prägnant für jem. geistig überanstrengen, überbürden: doch sol der schulmeister vleis haben, das die kinder nicht überladen werden Luther 26, 238 Weim.; dieser (Boileau) überladet niemanden; verse, wie er schrieb, konnte jeder höfling verstehen Herder 23, 242; jenes (das gedächtnisz) soll genährt, nicht überladen ... werden Sturz 2, 348; sie sind das studiren noch nicht recht gewohnt. wenn sie sich nur nicht das gehirn dabei überladen! Bauernfeld ges. schr. 2, 116. in weiterer verwendung (in der chemie): als ... der schwefel zuviel wirt überladen mit salpetrischer arth Paracelsus opera 1, 340 Huser; eine überladene säure Liebig handb. d. chemie (1843) 240. A@44) ü. nähert sich der bedeutung von belästigen, gewalt anthun: da inen die menig der feindt zuo vil überlude und beschweret, begundt er gemechlich und mit der ordnung abzuotretten Carbach Livius 374b; als soll ein christliche obrigkeit sich billich hüten, die armen bedrängten unterthanen nicht zu überladen Hohberg georgica curiosa (1682) 1, 53. mit gästen jem. ü.: do mit wir nicht mit fremden gesten überladen und bekümert würden Arigo decam. 162 Keller; wer wolt sich muotwillig mit frembden gesten überladen Schaidenreisser Odyssea (1537) 73b. A@55) eine flinte, kanone ü.: (es) sol eine büchse geladen, und nicht überladen werden können Aitinger jagd- u. weidbüchlein (1681) 338; damit die büchsenmeister ... die stück nicht überladen Fronsperger kriegsb. (1573) 2, Cc 6b; nun het Unfalo zuvoran die schlangen überladen lan Teuerdank (1878) 121. A@66) part. prät. überladen. A@6@aa) pressus, oppressus Steinbach 1, 963; ein überladenes pferd Vischer auch einer (1879) 2, 22; euch ... königliche reben ... die so schmackhaft und gesund am überladnen stocke beben Eschenburg beispielsammlg. 6, 108. A@6@bb) in der bedeutung crapulatus in alter u. neuerer zeit allgemein, vgl. Graff a. a. o.; bei stark überladenem magen Peschel völkerkunde 328; der mensch, überladen von thierischem genusz, ... dürstet nach bessern auserlesnern vergnügungen Schiller 3, 523. daraus weiter: das überladne gedächtnisz Herder 16, 110 ; u. ä. A@6@cc) überladen sein, zu viel auf im haben, premi Frisius dict. 917a. mit etwas ü. sein: mein kranckes hertz ist wie mit ertz und steinen überladen Simon Dach 380 Österley. in weiterer verwendung: mit feynden uberladen seyn, hostibus laborare Frisius dict. 748b; sie sind mit so vil kindern uberladen, dasz sies mit irem taglohn nit erhalten mögen Seb. Franck sprüchw. (1541) 2, 76b; die weyll die welt itzt ... ubirladen ist mit jungen unverstendigen, unerfaren regenten Luther 6, 72 Weim.; mit geschäften überladen sein: als der künig abends in syn bett gienge und den vergangen tag mit mangerlay geschäfftes überladen nun müd waz Steinhöwel Äsop 317. ohne ergänzung: kummend zuo mir alle, die arbeitend und überladen sind! Zwingli deutsche schr. 1, 301. schon mhd.: ich bin t'onsachte overladen. mîn ongemac es sô gedân: ich enmach gestân noch gegân Eneit 2386 Behaghel. A@6@dd) überfüllt: ein groszer mit kutschen und reisewagen aller art überladener wiesenraum Göthe I 33, 10 Weim.; der raum ist sehr wohl ausgefüllt, keine stelle überladen und keine leer 49, 375 Weim.; unter tadlern der gothischen baukunst aufgewachsen, nährte ich meine abneigung gegen die vielfach überladenen verworrenen zierathen (am Straszburger münster) 27, 274 Weim.; ohne ergänzung für 'schwülstig': der überladne geschmack der gelehrten Fr. v. Schlegel 4, 19; eine gesuchte, ... überladene ausdrucksweise jahrbuch d. Grillparzergesellschaft 8, 47. substantivisch: der dilettant wird ... entweder ins magere und überladene oder ins plumpe und leere verfallen Göthe I 47, 306 Weim. adverbiell: Mathilde ist mit blumen überladen geputzt Nestroy gesammelte werke 2, 138; ein groszer ... in der rococomanier überladen möblierter raum Spielhagen 2, 324. hiezu überladenheit, f.: vorwurf der überladenheit und der spielerei Fr. v. Schlegel 4, 135; überladenheit des stils Treitschke hist. u. polit. aufsätze 1, 317. A@6@ee) zu überladen 5 (s. o.): globe de compression oder druckkugel, auch überladene minen heiszen diese, wenn ihre ladungen so weit verstärket werden: dasz der obere durchmesser ihres trichters wenigstens viermal so grosz wird, als die kürzeste wiederstandslinie Hoyer kriegsbaukunst 2, 63; überladene gewehre Wilhelm I. militär. schr. 1, 306; überladene flintenschüsse G. Forster sämtl. schr. 2, 141. BB. eine ladung von einem fahrzeug auf ein anderes schaffen. in dieser bedeutung in untrennbarer verbindung (s. Heynatz antibarb. 2, 492) und in trennbarer (z. b. Kramer (1719) 219a; Hilpert 639c; lux. ma. 196a). in Cuxhaven soll der sarg in ein dampfschiff der seehandlung überladen ... werden Moltke ges. schr. u. denkwürdigk. 6, 115; es gehört zur groszen haverei sowohl der leichterlohn als der schaden, der bei dem überladen in das leichterfahrzeug ... dem schiffe zugefügt wird handelsgesetzb. § 706, 2. hiezu comp.: überladeplatz, m. Hoyer-Kreuter technol. wb. 1, 790; überladestelle, f. CC. jemandem etwas aufladen: dann gunst, gewalt und die hundtsketten waren mir zu schwer überladen Paracelsus opera (1616) 1, 356b Huser.
7906 Zeichen · 194 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    überladenstv.

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer) · +4 Parallelbelege

    über-laden stv. ib. tr. überladen, ladend überdecken, überbürden, -lasten, bedrängen Iw. swenne überlüede mich der strît…

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Überláden

    Adelung (1793–1801) · +1 Parallelbeleg

    Überláden , verb. irreg. act. (S. Adelung Laden ,) überladen, zu überladen, mehr Last auflegen, als ein Ding oder eine P…

  3. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    überladen

    Goethe-Wörterbuch

    überladen [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  4. modern
    Dialekt
    überladenst.

    Pfälzisches Wb. · +1 Parallelbeleg

    über-laden st. : ' zu viel auf-, einladen ', iwweʳ - lade, -lare, -lale, s. laden [verbr.]; de Waa i. [ KU-Bedb ]. Er ho…

  5. Sprichwörter
    Ueberladen

    Wander (Sprichwörter)

    Ueberladen 1. Oeberlada brecht de Waga. – Tobler, 342. Ein zu stark beladener Wagen bricht; Uebermass dauert nicht. 2. U…

  6. Spezial
    überladen

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    über|la|den vb.tr. suraciarié (-ia), ciarié demassa, aciarié demassa.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit ueberladen

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Zerlegung von ueberladen 2 Komponenten

ueber+laden

ueberladen setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

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Cotta, M. (2026). „ueberladen". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 18. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/ueberladen/dwb
MLA
Cotta, Marcel. „ueberladen". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/ueberladen/dwb. Abgerufen 18. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „ueberladen". lautwandel.de. Zugegriffen 18. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/ueberladen/dwb.
BibTeX
@misc{lautwandel_ueberladen_2026,
  author       = {Cotta, Marcel},
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